Homosexualität

    • (1) 28.02.16 - 01:52
      Autoscooter

      Hallo,

      Mein Sohn ist 19 und hat uns vor einigen Monaten eröffnet, dass er schwul ist.
      Für mich ist das kein großes Ding, mein Mann sieht es auch locker und meinte schon dass er eh lieber einen Schwiegersohn als eine Schwiegertochter hätte. ..#rofl.
      Für meine Eltern ist es ein Tabu, die finden es unnormal...alter Schlag eben. Sagen aber nichts weiter dazu.
      Mein Sohn hat auch seinen Freund schon oft mit zu uns gebracht und er übernachtet auch hier.
      Jetzt war Weihnachten hier bei uns die jährliche Familienfeier.
      Mein Sohn war auch da und die Mutter meines Mannes fragte dann ob er denn nicht langsam mal eine Freundin hätte.
      Und das obwohl mein Mann mit seinen Eltern gesprochen hatte.
      Daraufhin meinte mein Sohn nur, dass er zwar keine Freundin sondern einen Freund hätte, aber er den auch gerne demnächst bei Feiern mit bringen möchte.

      Daraufhin ist es hier eskaliert.

      Mein Schwiegervater meinte nur dass er schwul ist , wäre die Schuld von uns als Eltern und dass er es schlimm findet, dass unser Sohn das auch noch auslebt.

      Er soll doch wenigstens offiziell eine Frau heiraten und seine schwulen Gefühle doch bitte nicht ausleben.

      Außerdem würden mein Mann und ich ja nie Opa und Oma werden und die Familie würde aussterben.

      Dann warf er uns noch vor dass wir ja auch nur das eine Kind hätten, besser wäre noch eine Tochter als zweites Kind gewesen, da hätte man als Eltern eh mehr von.
      Er hätte jahrelang auf weiteren Nachwuchs unsererseits gewartet und ist sowieso von seinem Sohn enttäuscht dass er ihm nur ein Enkelkind geschenkt hat. ...und dann noch ein schwules dazu.
      Mein Mann konnte seinen Redeschwall nur mit Mühe und Not unterbrechen.
      Meine Eltern waren peinlich berührt und unsere Geschwister haben mit offenem Mund da gesessen.

      Keiner hat aber meinen Sohn verteidigt.
      Nachher meinte mein Bruder zu mir, er könnte meine Schwiegereltern schon verstehen.

      Aber man dürfe ja nicht mehr öffentlich seine Ablehnung gegenüber Homosexuellen äußern, er hätte da auch ein Problem mit, würde das aber nie laut sagen.

      Ich bin einfach nur enttäuscht über so viel Intoleranz in der eigenen Familie .
      Meine Frage an Euch: hättet ihr ein Problem damit wenn eins eurer Kinder homosexuell wäre?

      Und wie würdet ihr euch verhalten wenn im Freundeskreis oder in der Familie offen Ablehnung geäußert würde?

      Mein Sohn hat übrigens an dem Tag nur gesagt, dass er sich das nicht antun muss und hat die Feier verlassen.

      Seitdem haben meine Schwiegereltern sich nicht mehr gemeldet, geschweige denn entschuldigt.
      Mein Mann will auch das Gespräch nicht mehr von sich aus suchen. ...wie sollten wir uns verhalten?

      Ist Homosexualität immer noch so ein Problem in den meisten Köpfen?

      • Krass. Da fehlen mir eigentlich die Worte, aber ich will es nicht unkommentiert lassen. Das ist einfach ekelhaft und menschenverachtend, wie die Schwiegereltern mit so etwas umgehen.

        Doch, dass es sowas leider noch gibt wusste ich (s. Demo für alle morgen in Stuttgart, das sind diese bildungsplangegner), aber wenn sich solche Leute auf so eine Art und weise ihrem Enkelkind gegenüber äußern, ist das echt furchtbar.
        Umso besser finde ich, wie euer Sohn damit umgeht. Er hatte vollkommen recht, zu gehen. Und spitze auch, wie ihr ihn als Eltern unterstützt - Daumen hoch!
        Ich habe es bei einem meiner besten Freunde sehr nah miterlebt, wie er unter diesen Ressentiments gelitten hat in diesem alter, aber sowas krasses ist bei ihm nie vorgefallen.

        Hmm, schwierig mit der Situation umzugehen. Vielleicht würde ich erstmal eine Weile abwarten, bis alle ein bisschen runtergekommen sind, und dann versuchen, die Eltern aufzuklären und informieren. Vielleicht findet ihr gute Artikel zum Thema, oder infomaterial von irgendeinem verband... Wünsche euch alles gute!

        Ach ja, und um auf deine andere Frage einzugehen: ich hätte niemals ein Problem damit, wenn meine Tochter eine Frau liebt. Ich hätte ein Problem damit, wenn meine Tochter ein Arschloch liebt!

        Oh je was für eine schlimme situation für deinen sohn.
        Meine Tochter ist erst 10 aber ich denke unser " Problem " gehört in eine ähnliche Schublade.
        Seit sie 4 Jahre ist will sie wie ein junge sein...damit meine ich nicht ein bisschen junge sondern komplett und extrem .

        Sie verhält sich 1 zu 1 wie ein junge und sie wartet sehnsüchtig drauf das ihr ein Penis wächst

        Sie sagt auch ganz offen das sie ein junge sein will. Wir waren schon beim Facharzt um die hormonelle Situation zu klären aber da ist alles ok.

        Eine zeitlang auch bei Psychotherapie um zu sehen in welche Richtung es geht .....aber das War irgendwie Unsinn da man es in dem alter noch nicht 100 % sagen kann.

        Fakt ist das sie aktuell ( 10 Jahre ) ein junge sein will, keine brüste will , und schon gar keine Kinder .
        Sie trägt jungsklamotten, inklusive Unterhosen und hat raspelkurze Haare. Sie geht aufs jungenklo weil sie für sich einfach dorthin gehört.

        Für mich ist das alles kein Thema aber frag mal die leUte !

        Wie ich das denn zulassen könnte usw.
        Ich sollte sie zwingen siCh wie ein Mädchen zu verhalten usw.

        Manche menschen sind einfach so ....die denken nur von 12 bis mittag .
        Da hilft nur drüber stehen und dem Kind den rücken stärken !

        • Schön wäre es noch, wenn Du es schaffen könntest, "er" zu sagen und nicht "sie". #verliebt

          • Mein Kind ist erst 10. Keiner weiß wohin es sich am Ende entwickelt . Wenn wirklich klar und eindeutig ist das mein Kind ein junge sein will werde ich es darin unterstützen . Aber jetzt schon von er sprechen halte ich für falsch . Ich will sie nicht zusätzlich verunsichern .

            Für mich ist es mein kind...egal ob sie oder er. Leider wurde sie schon oft geärgert deswegen und nun steht die weiterführende Schule an. Ich hoffe sie wird dort akzeptiert wie sie ist.

      Homosexualität ist für die meisten schlimm, wenn der eivene Sohn/Enkel betroffen ist. Da du und dein Mann damit so gut zurecht kommt (Hochachtung) und euer Sohn regelrecht fertig gemacht wurde vor versammelter Mannschaft, solltet ihr ihm zeigen, dass ihr so ein Verhalten nicht duldet. Feiert mit ihm zusammen - nicht mit dem Rest der Familie, die ihn so behandelt hat. Sonst wird er durch deren Haltung von euch entfernt. Euer Sohn ist das Wichtigste für euch! Macht den anderen klar, was sie ihm angetan haben und verlangt eine Entschuldigung .

      In den meisten Köpfen? Keine Ahnung. In vielen? Definitiv!

      Markus Wiebusch 'Der Tag wird kommen'

      https://www.youtube.com/watch?v=-qOg8E4Tzto

      Meine Lieblingsstelle beginnt bei 5:50: All' ihr homophoben Vollidioten...

      Grüsse
      BiDi

      Guten Morgen,

      Es ist schon bemerkenswert, wie Menschen versuchen in anderer Leben reinzupfuschen.

      Mein Sohn ist zwar erst 9, aber mir wäre es vollkommen wurscht. Hauptsache mein Sohn ist glücklich. Punkt. Das sollte das Ziel aller Eltern sein/

      Was macht es für Deinen Schwiegervater, mit wem sein Enkel das Bett und sein Leben teilt?

      Vielleicht ist es für die Generation auch schwerer??!?

      Mein Vater ist 1926 geboren und als ich das erste Mal erzählt habe das ich mich hab scheiden lassen, war es so schlimm, das er es in der Familie keinem gesagt hat. Er hat sich für mich geschämt. Tja.

      Hab das nie verstanden, statt stolz zu sein das seine Tochter aus eigener Kraft, von einem Alkoholiker und Prügler weg ist.

      Jedenfalls : super das Ihr als Eltern da ganz normal mit umgeht. Ich denke das alleine ist Eurem Sohn das wichtigste.

      Schönen Sonntag

      Ohne Worte, was Deinem Sohn da passiert ist.

      Bei so viel Oberflächlichkeit und Verbohrtheit Aufklärungsarbeit leisten zu wollen, ist vergebene Liebesmüh. Eurem Sohn den Rücken zu stärken halte ich für das einzig Notwendige. Ich finde, dass Ihr als Eltern nochmal Position beziehen und Euch deutlicher hinter ihn stellen könnt, indem Ihr Eure Haltung zum Ausdruck bringt - gegenüber Homosexualität und gegenüber Homophobie. Da es in nächster Zukunft wahrscheinlich kein persönliches Zusammentreffen geben wird, weiß ich halt nicht, wie das gehen könnte. Vielleicht ein offener Brief an alle?

      Wichtig finde ich dabei, dass Euer Sohn weiß, dass Ihr Stellung bezieht.

      Ich finde es toll, dass Dein Sohn zu seinem Schwulsein steht, das spricht auch für Euch als Familie.

      Alles Gute.

      "Ist Homosexualität immer noch so ein Problem in den meisten Köpfen?"

      Ich befürchte, bei manchen Menschen ist das so und bleibt auch so, leider.

      Was ich in deiner Situation getan hätte, ich hätte mich klar und deutlich zu meinem Kind bekannt. Offen, deutlich, laut.
      Und wenn das bedeutet hätte, dass ich meine Schwiegereltern und meine Geschwister vor den Kopf gestossen hätte, dann wäre das eben so.
      Ich bin da näher an meinem Kind als an den anderen.

      Auch gegenüber Freunden würde ich deutlich auftreten, wenn sie sich entsprechend äusserten, nur weil mein Kind homosexuell wäre.

      Lieber gebe ich meinem Kind das Gefühl, dass es sich in dieser Hinsicht komplett auf mich verlassen kann, als dass ich "Freunde" behalte, die sich abwertend meinem homosexuellen Kind gegenüber äussern.

      Und da ich ihnen nicht meine Sichtweise missionarisch aufdrängen wollen würde, würde mir eine klare Ansage reichen, je nach Reaktion der Freunde wäre die Freundschaft dann entweder beendet oder nicht.

      Halloechen.. sorry fuer die aussage "aber scheisst drauf" !

      Solange IHR ZWEI hinter eurem Sohn steht !!! Ist der rest der Welt egal!!
      Da krieg ich ne Krawatte des sondergleichen..
      Ich selbst habe eine Lesbische Mutter die seit 7 Jahren verheiratet ist, erwarte ein Kind. Wenn dieses Homosexuell wird, dann freue ich mich ebenso ! Als wenns Hetero ist.
      Lasst euch nichts vorwerfen. HS ist keine Krankheit. Es sind zwei Menschen die sich Lieben! Wie jeder andere auch.
      Und solange eure Familie nicht angeschissen kommt mit ner ordentlichen Entschuldigung wuerd ich da auch kein ton mehr sagen.
      Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht im Mittelalter.
      Leider wird deinem Sohn im Leben deswegen noch viel Ablehnung erbracht, aber da sollte er einfach drueber stehen!

      Das er glücklich ist, ist alles was zaehlt!

      Wenn das eigene Kind angegangen und beleidigt wird ist das schlimm. Das tut mir leid.

      Ich könnte nicht so locker damit umgehen, wenn eines meiner Kinder homosexuell wäre. Ich lese hier von "homophoben Vollidioten" ,und dass es leider noch in vielen Köpfen als unnormal gilt schwul zu sein.
      alle sind so super tolerant hier. Alles geht, kein Problem. Kind schwul? Was soll's?
      Tochter heiratet einen 20 jahre jüngeren Mann? Cool!
      Vater läßt sich zur Frau umoperieren? Toll, dass er/sie so offen damit umgeht!

      Aber die Toleranz hat ein Ende, wenn jemand sagt: Moment mal, das finde ich merkwürdig und überhaupt nicht normal. Und nein, das möchte ich in meiner familie nicht erleben.
      Das sind dann die Idioten. Da hat dann die "Jeder wie er möchte"-mentalität ein Ende.

      Dass heißt nicht, dass ich ein Familienmitglied verstoßen würde, aber ich hätte ordentlich daran zu knabbern.

      Wenn jeder akzeptiert werden soll, wie er ist, dann bitte auch der Spießer.

      • >> Aber die Toleranz hat ein Ende, wenn jemand sagt: Moment mal, das finde ich merkwürdig und überhaupt nicht normal. Und nein, das möchte ich in meiner familie nicht erleben.<<

        Richtig, das sind die Idioten. Du übersiehst nämlich den wesentlichen Unterschied: Kaum ein/e Homosexuelle/r, kaum ein/e Transsexuelle/r wird sich hinstellen und von seinem Umfeld fordern, sie sollen gefälligst so sein wie er/sie. Schliesslich sei Heterosexualität ja krank und schon Jesus hätte mit 12 gleichgeschlechtlichen Freunden gelebt. Täte er / sie das wäre er/sie auch ein Idiot.
        Du darfst ruhig schlucken und daran zu knabbern haben - aber jemanden lautstark zu verurteilen für das was er ist, ist intolerant und kleingeistig.

        Grüsse
        BiDi

        Hallo!

        Ich hatte schon sehr früh Kontakt zur Homosexualität. Ich habe ihn nicht gesucht, es ist mir passiert. Ich habe viel gelernt von Schwulen/Lesben, musste damit auch schon früh über mich selber und meine eigene Sexualität nachdenken.

        Deshalb habe ich im Gegensatz zu dir gar keine Ängste mehr diesbezüglich und kann auch vollkommen offen sein für die Sexualität meiner Kinder.

        Ich kann aber verstehen, dass man daran "knabbert", wenn es nie Thema sein musste oder durfte und man plötzlich damit konfrontiert wird. Knabbern ist auch nicht das Problem. Knabbere so lange du willst und wie du es benötigst. Nur darf man nicht bei dem Statement "Es ist eben unnormal" hängen bleiben.

        Dann musst du nämlich definieren, was in der Sexualität normal ist. Mann und Frau? Aha! Wie oft dürfen die Sex haben? Welche Praktiken sind erlaubt und normal und welche unnormal? Wieso geht uns überhaupt an, wie der Mitmensch sein Sexualleben gestaltet, wenn gar nicht in selbiges involviert sind?

        Mein konservativer und wenig nachdenkender Vater, der auch nie damit beschäftigen musste bis ich die ersten homosexuellen Freunde und Freundinnen mitbrachte, hatte auch erst zu knabbern, kam dann zu dem Schluss: "Eigentlich ist beim Sex alles erlaubt, so lange die Beteiligten freiwillig mitmachen!"

        Ich möchte auch nicht erleben, dass eines meiner Kinder oder gar mein Mann das Gefühl hat, im falschen Geschlecht zu stecken. Voll der Obergrusel! Nur ändert mein Wunschdenken nichts an der Realität. Ich kann nicht verlangen, dass sie die Fassade aufrecht erhalten, damit es mir gut geht während sie weiter mit dem Leben hadern.

        Ich kann Spießer genauso tolerieren wie Homosexuelle wie Idioten wie Intellektuelle usw. so lange sie mir nicht vorschreiben, wie ich mein Leben leben muss und so lange ihnen klar ist, dass ihre ausgesuchte Lebensweise nicht das Non-Plus-Ultra für alle bedeutet. Meine Art zu leben ist auch nicht unanfechtbar, ich erwarte aber auch nicht, dass andere es genauso machen wie ich.

        Die Sexualität deiner Kinder geht dich nur insofern was an, dass du sie aufklären solltest. Was sie dann mit diesem wissen machen, geht dich nicht mehr an. Oder wissen deine Eltern über jede sexuelle Aktivität deinerseits Bescheid?

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