Freund hat Kind - Schock

    • (1) 29.02.16 - 14:15
      Geheimnisse

      Hallo,

      ich bin seit einem knappen Jahr mit meinem Freund zusammen. Er ist 40 und ich fast 30. Ich selber bin Mutter eines 4 Jährigen.

      Am Wochenende habe ich ihn besucht, wir führen seit Beginn eine Fernbeziehung.

      Mir ist was zu Gesicht gekommen, von dem ich mir wünsche ich hätte es einfach nicht gesehen.

      Ich hatte mich gerade angezogen, da ist mein Blick an einem Briefkopf hängen geblieben.
      Dort stand ein Name mit Geburtsdatum und in der Reihe drunter Paragraph 33 SGB VIII. Aus meinem beruflichen Kontext weiß ich, was es mit diesem Gesetzestext auf sich hat.

      Es gibt also ein Kind, dass in Vollzeitpflege untergebracht ist. Von dem er mir nichts erzählt hat. Seitdem kreisen meine Gedanken und es schießen mir tausend Fragen durch den Kopf.

      Das Kind ist ein Jahr vor seiner Eheschließung entstanden, seine Ex-Frau und er konnten keine Kinder kriegen, nach seinem Wortlaut.

      Ich habe ihn gestern eher unterschwellig darauf angesprochen, dass ich das Gefühl habe ihn nach einem Jahr nicht wirklich zu kennen. Bezüglich seiner Vergangenheit kam nur, dass es Dinge gab die er gerne anders gehabt hätte, aber darüber nicht die Kontrolle hatte. Auf genaueres Fragen kam nur ziemlich banales Zeug. Ansonsten hätte er mir alles gesagt, was ich wissen müsste und mehr gäbe es nicht.

      Ich bin ziemlich verwirrt und weiß gar nicht was ich jetzt machen soll. Ich liebe ihn, auch mit seinen Fehlern, aber ein fader Beigeschmack hat das Ganze schon.

      Danke fürs Lesen

      • "Stelle keine Fragen auf die du die Antwort nicht hören willst" - mach dir klar, was es für eure Beziehung bedeuten kann, wenn du ihn direkt darauf ansprichst. Wie er reagieren würde. Er wird seine Gründe haben dir nicht davon erzählt zu haben. Er ist alt genug, um mit seinen Bürden zu leben. Andererseits ist klar, dass du evtl. immer verunsichert sein wirst, weil er dir nicht ganz offen gegenüber ist. Wäge ab, was dir lieber ist und sei dir den Konsequenzen gegenüber klar, dass sie eintreten können. Welche das sind ist jetzt schwer zu sagen, da man euch und eure Beziehung nicht kennt.

        Er sagte es doch recht direkt, er hatte keine Kontrolle. Falls er das Kind damit meinte konnte er wohl nicht verhindern, dass die Mutter das Kind zur Pflege freigegeben hat.

        Bitte überleg Dir mal, was sich für Dich ändert, wenn er Dir von diesem Kind erzählt. Willst Du dann wissen, warum das Kind nicht bei ihm lebt? Warum er nicht darum gekämpft hat? Was ist, wenn er trotzdem nicht darüber reden will? Wenn er sagt, das war vor Eurer Zeit und er will davon nichts mehr wissen?

        Wenn Du so tickst, wie ich vermute, wirst Du ihn irgendwann direkt nach dem Brief fragen müssen. Sonst gärt das ewig in Dir und versaut Dir noch die ganze Beziehung. Dann solltest Du Dir aber schon vorher im Klaren sein, wo das Ganze hinführen soll.

        (4) 29.02.16 - 15:26
        Müsste es wissen

        Hi
        Ich finde es schöner in einer Beziehung wenn man offen über wichtige Dinge sprechen kann. Ein Kind ist schon besonders wichtig!! Auch wenn es nicht bei ihm lebt.
        Ich wäre sehr enttäuscht wenn mein Mann mir solche Dinge vorenthalten hätte. Ich bin auch der Ansicht dass man über solche Sachen offen sprechen sollte.

        Ich bin der Meinung dass der andere die Chance haben sollte solche und andere Dinge die man erfährt von sich aus mitzuteilen und nicht neugierig in seinem Leben rumzustöbern aber ich denke ihr seid ein knappes Jahr zusammen......da hätte das schon längst kommen müssen.
        Ich könnte nicht so tun als hätte ich das nicht gesehen....ich würde nachfragen...aber da muss sich jeder selbst treu bleiben.
        Alles liebe

      • nHi,

        für mich stellt sich auch die Frage, wie fest Eure Beziehung ist, af wrlchem Level ihr Euch befindet....

        - kein ganzes Jahr zusammen
        - Fernbeziehung

        weiß man da wirklich alles vom Partner oder möchte man schon alles erzählen. Es gibt Beziehungen, da macht man Seelenstriptease und bei anderen ist es eher zusammen, erzählt viel aber halt noch nicht alles.

        lisa

        • (6) 29.02.16 - 20:17

          Grundsätzlich sehe ich es wie Du!

          Aber ein Kind ist ja keine Kleinigkeit!
          Das ist ne Sache die man im Laufe eines GANZEN JAHRES ja vielleicht doch mal erwähnen sollte?!

          Das es nicht bei ihm lebt sondern in Pflege etc... das diese Story nicht sofort in abgerundeter Form auf den Tisch kommt, ok!! Das man mit Details vielleicht wartet bis man sich besser kennt und so das leuchtet mir total ein!

          Aber das vorhanden sein eines Kindes ein ganzes Jahr nicht erwähnen ?!

          Wie so die Familiären Verpflichtungen aussehen ist eigentlich eine Grundinformation die im Laufe der ersten Dates auf den Tisch kommen sollten.

          Ich würde nicht erst nach einem ganzen Jahr erfahren wollen mit wem oder was ich es hier eigentlich zu tun habe

          • (7) 01.03.16 - 14:53

            Naja,

            wenn sie sich 1x im Monat sehen und lustig#schwimmer ...und die Beziehung nicht wirklich tief ist, ....warum soll er über ein Pflegekind reden, wenn die Beziehung es gar nicht her gibt?

            Dann gibt es noch das Beziehungsmuster "er hat Spaß" und sie "sucht einen festen Partner für mehr".

            lisa

      (8) 29.02.16 - 17:51

      Hallo,

      generell erwartet man ja von seinem Partner schon Offenheit.
      Das es vielleicht auch Dinge gibt die man nicht wissen muss oder vielleicht auch nicht soll ... ok!!

      Ob mein Partner Kinder oder ähnliche "familiäre Verpflichtungen" hat ist aber ein Punkt den man schon wissen sollte. Solche Dinge gehören einfach zu "Grundinformationen" die man wissen sollte bevor man man eine Partnerschaft eingeht.

      Ich finde es höchst merkwürdig dass er Dir das verheimlichen will.
      Er hat ein Kind! Na und ? Du auch! Das war schließlich vor Dir und die meisten haben nun mal ein Leben VOR der jetzigen Partnerschaft.

      Ich an Deiner Stelle würde ganz direkt fragen!

      Ich sehe auch nicht das Kind als Problem sondern lediglich die Tatsache der Heimlichtuerei...

      Ich antworte mal auf alle Beiträge:
      witch71:
      Er hat sehr klare Ansichten, was den Verbleib von Kindern bei getrennten Eltern betrifft, dementsprechend könnte ich mir diese Fragen sparen. Er ist der Ansicht, dass Kinder zur Mutter gehören. Diese hat es wohl verbockt oder sich dazu entschieden, dass es in Vollpflege wohl besser aufgehoben ist. Vielleicht haben sie es auch gemeinsam entschieden.

      Und ja ich erwarte in dem Fall Offenheit, denn Kinder ob bei einem Elternteil lebend oder in Vollpflege, sind mit Verbindlichkeiten verbunden. Oder es steht auf einmal vor der Tür, weil es einen berechtigten Wunsch hat zu erfahren, woher es abstammt. Wir reden über die Zukunft, wären weiteren Kindern nicht abgeneigt und alleine deswegen finde ich das wichtig.

      Warum das alles passiert ist, wird seine Gründe haben und das ist sein Bockmist.
      Wahrscheinlich hat er Angst, dass ich das zu emotional reagiere.

      • "XY, ich habe hier gerade diesen Brief gesehen, worum geht es da? Hast du ein Kind, das in Vollzeitpflege lebt?" ...

        Und dann sieht man, wie es weiter geht.

        So hätte ich es gemacht. Und auch jetzt noch würde ich offen und ehrlich das Gespräch suchen. Du hast den Brief gesehen, du kannst ihn dann auch fragen, was es damit auf sich hat.

        L G

        White

        (11) 29.02.16 - 21:30

        Ich sehe das wie Du - Kind ist Kind, egal, wo es lebt. Trotzdem solltest Du Dich vor einem Gespräch genau fragen, wie Du mit seinen Antworten umgehst. Eben gerade wenn Du einen bestimmten Verdacht hast, warum er Dir das verschwiegen haben könnte. Es ist halt ein sensibles Thema. Finanzen, Geschwister, Erbfolge, all das muss man irgendwann besprechen.

        Das meinte ich eben, mach Dir erst einmal selbst klar, wie Du all das siehst, bevor Du mit ihm darüber sprichst. Dass die Sache jetzt durch einen Zufall herauskommt und er sich so gar nicht dazu äußert kann auch Gründe haben, die Du nicht vermutest. Beispielsweise, dass man ihm in der Vergangenheit schwere Vorwürfe gemacht hat, warum er das Kind nicht zu sich nimmt.

        (12) 01.03.16 - 15:05

        Du hast den Brief gesehen und alles andere sind Mutmaßungen ....im Endeffekt weißt Du doch gar nichts über das Kind oder das Verhalten Deines Freundes.

        Zitat: "Diese hat es wohl verbockt oder sich dazu entschieden, dass es in Vollpflege wohl besser aufgehoben ist. Vielleicht haben sie es auch gemeinsam entschieden."

        Er ist der Meinung, das Kind gehört allgemein zur Mutter...aha, dann gibt er lieber sein eigenes Kind weg, weil er Vater ist?
        Oder hatte er eine gewalttätige oder kriminelle Vergangenheit, hat Drogen genommen...warum er das Kind hätte gar nicht haben könnten....
        Vielleicht war er sich damals der Verantwortung nicht bewußt, vielleicht hatte er auch einfach kein Bock.

        Vielleicht denkt er heute komplett anders, weil er Erwachsen geworden ist und möchte nicht diesen schwarzen Punkt seiner Vergangenheit breittreten und wartet einfach ab, wie sich die Beziehung entwickelt.

        Vielleicht hat er auch einfach kein Bock aufs Kind und löscht es sozusagen aus seinen Lebenslauf?

        Und dieses "ich habe zufällig einen Brief gesehen"...mein Mann hat auch seine Post offen auf dem Tisch liegen oder email geöffnet aber sorry, da werfe ich keinen Blick drauf auch wenn wir 0,0 Geheimisse in diesem Bereich haben....außer es hängt etwas an der Klotür, so dass ich das lesen MUSS!
        Aber das scheint ein Urbia-Ding zu sein "ganz zufällig habe ich eine email gelesen, zufällig durch den Verlauf geklickt, zufällig private Post gelesen....

        lisa

    (13) 29.02.16 - 21:28

    Warum wünschst du dir, du hättest den Brief nicht gesehen?

    Sei doch froh drum!

    "Altlasten" hin- oder her. Die Existenz eines leiblichen Kindes zu verschweigen, geht einfach nicht. Wie stellt sich dein Freund das denn vor?

    Ich würde ihn auf jeden Fall mit meinem Wissen konfrontieren und nicht Katz-und-Maus spielen. Dafür ist die Sache zu groß.

    Grüße

    Hallo!

    Es klingt ja nicht gerade wie eine Sternstunde seines Lebens. er hat ein Kind bekommen, offenbar nicht innerhalb einer festen Beziehung, was schon mal die Chancen, das Kind als Mann aufziehen zu dürfen deutlich verschlechtert. Weil der Vater erst gar keine Chance hat, eine echte Bindung aufzubauen, bevor es zur Trennung kommt.

    Die Mutter konnte oder wollte sich nicht kümmern, und er sah sich nicht in der Lage, von jetzt auf sofort eine Betreuung auf die Beine zu stellen und sich um ein Kind zu kümmern, dass er nur sehr oberflächlich gekannt hat, erst rcht in einer noch recht frischen Ehe mit einer anderen Frau, die ja da auch ihre Zustimmung hätte geben müssen.

    Er kommt also finanziell für das Kind auf, und ja, vielleicht (hoffentlich!) gibt es auch Besuchskontakte, aber warum betrifft es eure gemeinsame Planung so sehr? Hättest Du Dich nicht in ihn verliebt, nur wenn er weniger verdienen würde? Darum geht es Dir doch unterm Strich, dass er "Verbindlichkeiten" für Unterhalt hat, oder?

    Nachdem das ganze keine Sache ist, auf die er besonders stolz sein wird finde ich es recht normal, das nicht gleich in der Kennenlernphase zu erzählen. Und wahrscheinlich empfindet er es so, dass ihr immer noch in der Kennenlernphase seid, so mit einer Fernbeziehung wo man sich nicht so oft sieht.

    Hallo!

    ich finde jeder der nicht gerade süße 17 ist hat nun mal eine Vergangenheit und wenn man wirklich gelebt hat, hat man eben auch einiges richtig gemacht und auch Fehler gemacht. Das ist nun mal der Vorteil nicht mehr ganz jung zu sein.

    Ich finde aber auch wichtig zu wissen wie mit Fehlern umgegangen wird. Hypotheken die final abgetragen sind, muss ich nicht wissen, aber ein KIND ist definitiv nie eine abgeschlossen Sache. - Für mich nicht und es wäre eine unüberwindbare Meinungsverschiedenheit zwischen mir und meinem Partner, wenn er es so sehen würde. Für mich wäre es also nicht nur "ein fader Beigeschmack", wenn er nichts über ein vorhandenes Kind erzählen würde.

    Man kann dann immer noch diskutieren und geteilter Meinung sein ob der Umgang mit dem Kind der richtige ist.

    LG, I.

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