Mein Mann sagt er wäre krank! Wie, wo, was?

    • (1) 02.03.16 - 22:05

      Hallo ihr lieben,

      Ich bin völlig planlos und verwirrt.. Verängstigt.

      Mein Mann war zwei Wochen krankgeschrieben wegen Grippe, das erste mal in den ganzen Jahren das er krank zu Hause war. Das kenne ich nicht, nun gut.

      Ich merkte schon lange das ihn was belastet.. Als er am Montag wieder anfangen sollte, verschlief er, ließ sich extrem lange Zeit zur Arbeit zu kommen. Er ist bei einem Handwerk angestellt (nur er und sein Chef). Mein Mann ist ein sehr schlechter Redner wenn es um seine Bedürfnisse oder Gefühle geht.

      Er schrieb mir eine Stunde später eine whatsapp "Ich sitze im Firmenwagen und könnte nur heulen, ich habe keine Kraft mehr zu den Kunden zu gehen, ich glaube ich stehe kurz von einem Burn out!"

      Und das von meinem Mann, der die Krankheit immer belächelt hat. Er kam ziemlich schnell wieder nachhause und sagte er überlege zu kündigen.

      Er arbeitet seit 10 Jahren dort, mein Mann war noch nie in seinem Leben arbeitslos.

      Er sagte direkt hinterher das er sich das alg ausgerechnet habe und wir damit die Fixkosten zahlen können. Ich bin noch in Elternzeit, wir haben 3 Kinder. Wir haben ein Haus vor 3 Jahren gekauft, vor kurzem ein größeres Auto.

      Mein Mann fragt mich nach Rat und ich weiß einfach nicht was ich ihm sagen soll. Natürlich merkte ich die Veränderung, seine Nerven sind extrem dünn. Er isst kaum noch, er starrt permanent Löcher in die Luft, ist sehr nachdenklich und in sich gekehrt.

      Ich weiß das er es ernst meint wenn er sagt er kann nicht mehr, dann kann er wirklich nicht mehr.

      Sein Verhältnis zu seinem Chef ist sage ich mal etwas angespannt da er 2 Wochen ausgefallen ist.

      Ich habe ihm vorgeschlagen sich erst mal weiter krankschreiben zu lassen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Ist das falsch? Er hat ein schlechtes Gewissen dem Chef gegenüber, der aber auch locker eine Aushilfe finden würde.

      Sollte er gleich Kündigen? Was sollen wir tun?

      Ich hab das Gefühl das all das alleine auf meinen Schultern lastet. Könnt ihr mir einen Rat geben wie mein Mann bzw wir am besten vorgehen sollten?

      Ich brauche ihn schließlich als Papa, meinen Ehemann und nicht als Wrack. Aber ich hab auch tierische Zukunftsängste.

      • Dein Mann soll auf keinen Fall kündigen- er soll sich krank schreiben lassen, denn er ist auch krank! Wenn seine Probleme aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen entstanden sind , sollte er sich aber langfristig anderweitig bewerben. Was war der Auslöser für seinen Zusammenbruch ?

        Solange er krank ist, könntet ihr tauschen: er bleibt zu Hause und Du gehst arbeiten. So kann er sich erholen und ihr habt trotzdem keine allzu schlimmen finanzielle Einbußen.

        • Das war auch meine Idee! Dies geht aber nur 6 Wochen richtig? Dann gibts Krankengeld oder?

          Ich habe etwas sorge das er alles auf den Job schiebt, dabei ist es vielleicht die gesamt Situation?!

          Unsere Ehe läuft gut, aber unsere Zwerge sind sehr anstrengend, das Haus, die Renovierungsarbeiten, verlangt von ihm auch viel ab.

          Ich denke, es ist von allem etwas.

          Ich möchte nicht das er es bereut und die finanziellen Einbußen noch alles verschlimmern.

          Er hat die fixe Idee in seiner Arbeitslosigkeit seinen Meister zu machen und sich dann woanders zu bewerben.

          Soll er warten bis er gekündigt wird? Geht das solange er krank ist?

          • Er will also gezielt arbeitslos werden, um dann seinen Meister zu machen. Das ist jetzt etwas ganz anderes. Nämlich eine schlechte Idee, die er gleich wieder vergessen sollte. Er stünde dann ja dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung in der Zeit , weil er lernen und evtl sogar zur Schule gehen muss, oder? Mit anderen Worten : er wäre gar nicht arbeitslos in Sinne von berechtigt, entsprechende Leistungen zu beziehen. Was das ist, ist ja wohl klar. Nichts, was rechtlich und moralisch ok ist.

            Hat er tatsächlich ein Burn Out, braucht er Ruhe und Behandlung .

    (6) 02.03.16 - 22:22
    Heute mal schwarz

    Guten Abend!
    Ich kann mir gut vorstellen, dass der Schock groß ist. primär die Sorgen um die Gesundheit und dann bzgl der finanziellen Situation. Ich kann nur erzählen, wie ich da reagieren würde. Ich würde meinem Mann raten, dies bei seinem Hausarzt zu äußern. Theoretisch wird er dann krank geschrieben (die nächsten Wochen sind ja einkommenstechnisch gesehen erst mal abgesichert) und bekommt, wenn es gut läuft, eine Überweisung für Psychotherapie... Wenn er das denn so will. Habt ihr bzw er bereits in Erwägung gezogen, dass er sich von außen helfen lässt? Wenn es ganz arg ist und der Therapieplatz auf sich warten lässt, gibt es ja auch Notfall-Ambulanzen für psychische Probleme und die Ansprechpartner vor Ort können einem wirklich gut helfen und mit denen sind auch nächste Schritte gut zu besprechen.... Stationäre/ambulante Therapie etc.
    Ich wünsche euch alles gute

    LG

    • >>>und bekommt, wenn es gut läuft, eine Überweisung für Psychotherapie...<<<

      Da muss gar nichts "gut laufen"....für eine Psychotherapie baucht man keine Überweisung.

      • (8) 02.03.16 - 22:45
        Heute mal schwarz

        Vielen Dank für den Hinweis! Ich weiß aus dem persönlichen Umfeld, dass diejenigen, die in der Situation waren, eine Überweisung bekommen haben. Unabhängig davon, halte ich es dennoch für richtig, zunächst zum Hausarzt zu gehen, wenn man nicht weiß, an wenn man sich wenden kann. Dass mit der Überweisung war dann falsch, da nicht nötig.

        Schönen Abend noch.

        • >>>Unabhängig davon, halte ich es dennoch für richtig, zunächst zum Hausarzt zu gehen,<<<

          Das sehe ich auch so, aber ich habe hier schon häufig gelesen, dass manche Angst davor haben, dem Hausarzt zuviel peiszugeben und dann lieber gar nichts unternehmen.

    Soweit haben wir noch nicht gesprochen, wir stehen gerade bei dem Punkt wie es überhaupt weiter geht.

    Ich denke das er denkt wenn er erstmal "Ruhe" hat sich alles von alleine regeneriert. Diese Unzufriedenheit und das alles hat vor einem Jahr angefangen. Ich weiß das er viel davon hält was ich dazu meine und wahrscheinlich das annimmt was ich sage, irgendwie ist er nicht mehr Herr der Lage um zu entscheiden wie es weiter gehen soll. Ich fühl mich echt überfordert. Er schaut mich als fragend an und wartet quasi auf eine Anweisung von mir. Das klingt seltsam aber so kommt es mir vor.

    • Leider wird es unter Ruhe selten besser, sondern oft verschlimmert sich der Zustand erstmal. Die Gedanken rasen mehr und mehr und man rutscht oft noch tiefer ins Loch!
      Wir haben dieselbe Situation vor 3 Jahren gehabt!

      Bitte geh mit deunem Mann zunächst zu eurem Hausarzt und vertraut euch ihm an. Dann kann zumindest schon eine "Erstversorgung" stattfinden.

      Gern kannst du mich per PN anschreiben!

      Liebe Grüße und starke Nerven!!!!
      Nina

(12) 02.03.16 - 22:26
Heute mal schwarz

Ich habe geschrieben "wenn es gut läuft, bekommt er eine Überweisung zur Psychotherapie",

Ich meine damit, wenn es nötig ist, bekommt er sie. Es kann lsnn ja bei deinem Mann auch eine kurzfristige Überforderung sein. Aber das wird er mit seinem Arzt ja sicher erörtern und einschätzen können

Hallo,

Sowas passiert wenn man ewigkeiten alles in sich reinfrisst und es nicht schafft über Probleme zu sprechen, du schreibst ja selbst er ist nicht gut im reden.
Ich denke also nicht das sich seine Lage schlagartig bessert wenn er von heut auf morgen kündigt.
Sollte ihn die berufliche Situation belasten sollte er sich besser weiter krankschreiben lassen und sich umorientieren.
Wenn er jetzt kündigt bekommt er doch ohnehin erstmal eine Sperre, könnt ihr die finanziell überbrücken?

Wenn seine Probleme ganz anderer Natur sind als die im Job zieht ihn womöglich die Arbeitslosigkeit noch weiter runter, bis er sich so gar nicht mehr aufraffen kann.

Besser wäre sich dem Arzt anzuvertrauen,für sich selbst erstmal zu ergründen was genau Sache ist und diese dann anzugehen. Vielleicht kann er zur Erholung erstmal eine Kur beantragen um wieder auf die Beine zu kommen und dann kann er weitersehen was er mit seinem Job anfangen will.
Einfach nur kündigen und den Kopf in den Sand stecken löst in den seltensten Fällen irgendwelche Lebenskrisen.

LG

Wenn er kündigt, hat er erstmal drei Monate Sperre und kriegt keinen Cent.

Ob ein "wichtiger Grund" vom Amt akzeptiert wird, der die Sperrzeit vielleicht nicht in Kraft treten lässt, kann keiner voraussagen, da kann die Klärung dauern.
Außerdem macht es sich für künftige Bewerbungen auch nicht so günstig, wenn man selber kündigt.
Er hat offensichtlich viel zu lange Probleme in sich reingefressen. Er soll sich weiter krankschreiben lassen und schnellstens eine Therapie anstreben, der Hausarzt kann ihm bei der Suche eines Therapeuten behilflich sein, die haben meistens Listen.

Wenn ihr nur die Fixkosten zahlen könnt, ist ja noch lange nicht alles bezahlt bei drei Kindern. Deswegen - keinesfalls selber kündigen.
LG Moni

Auf jeden Fall weiter krank schreiben lassen!!!
Wenn er jetzt nicht die Notbremse zieht, wird er noch viel kraenker werden!!!
Ihr braucht einen Hausarzt dem Ihr vertrauen koennt. Geh mit ihm zusammen zum Arzt. Und dann besprecht Ihr was es fuer Optionen gibt. Kur oder laenger krankschreiben.
Dann muss sich Dein Mann erholen und Du kannst fuer ihn Bewerbungen schreiben. Er kann den zu den Vorstellungsgespraechen. Da dann aber nix davon sagen, dass er sich krank fuehlt.
Wenn Ihr es geschickt anstellt, kann er noch seinen Resturlaub zwischen den zwei Jobs nehmen und kann dann erholt was Neues beginnen.

Wenn er unbedingt in seiner jetzigen Firma bleiben will, hilft nur ein offenes Gespraech mit seinem Chef.

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