ungeplant schwanger

    • (1) 05.03.16 - 17:36
      sicher nicht

      Hallo,
      ich bin ungeplant schwanger mit dem 3. Kind.
      Und wir haben eine handfeste Krise deswegen.

      Unsere beiden Kinder sind 10 und 6 und schon das zweite Kind war von meinem Mann mehr erwünscht als von mir.

      Aber letztlich konnte er mich. überreden und Nr. 2 ist somit geplant entstanden.

      Das dritte jetzt ist weder von ihm noch von mir gewünscht.

      Er sagt aber , er kann sich vorstellen es zu behalten während ich das überhaupt nicht kann.
      Jede Faser in mir sagt, ich will nicht.
      Ich bin schon Ende 30 und finde es einfach vom Alter her für mich absolut unangebracht, so alt noch mal ein Kind zu bekommen.

      Ich hasse die Einschränkungen, die Fremdbestimmung, die ein Baby mit sich bringt.

      Beim 2. Kind war mein Mann 1 Jahr zu Hause, das war die Voraussetzung damit ich überhaupt den Gedanken an ein zweites Kind zugelassen habe.
      Und trotzdem fand ich die ersten beiden Jahre schlimm.
      Ich habe mir Zeit gelassen um in mich zu gehen, ich weiß es seit 4 Wochen und ich bin mir mittlerweile sehr sicher dass ich abtreiben werde.
      Da ich nicht mehr viel Zeit habe werde ich diese Woche den Termin ausmachen.

      Mein Mann ist geschockt, dass ich das Kind wirklich nicht behalten möchte.

      Er hatte so gehofft dass ich mich nach dem ersten Schock noch daran gewöhne.
      Ich denke jetzt natürlich darüber nach was meine Entscheidung für unsere Ehe bedeutet.

      Es tut mir weh daran zu denken dass es das Ende sein könnte und unsere Familie zerbricht.

      Aber das würde sie auch wenn ich gegen meine Überzeugung das Kind austrage.
      Ich käme damit nicht klar, jeden Tag ein Kind zu sehen was ich nicht wollte und dann wird ja auch noch erwartet dass man das Kind liebt, sich kümmert und deine negative Gefühle nicht zeigt ...ich weiß nicht mehr weiter.

      • Hallo,
        ich finde du hörst dich sehr eindeutig an was deine Einstellung zu dem Kind betrifft.
        Deine Sorgen in Bezug auf eure Ehe sind begründet.
        Da dein Mann ganz offensichtlich es ja genau anders sieht.
        Ich würde euch raten, jetzt aktuell nochmal einen Beratungstermin aufzusuchen ob Abbruch ja oder nein. Alle Termine solltet ihr gemeinsam besuchen.

        Im weiteren Jahr wäre eine Paartherapie eine gute Lösung.
        Sollte es ein Abbruch werden, benötigt ihr als Paar bestimmt Hilfe und Begleitung um damit umzugehen.

        Auch wenn du dich für das Kind entscheidest, brauchst du bestimmt noch Hilfe um deine Gefühle und Sorgen zu verarbeiten.

        Alles Gute

        PS: ich bin 37 J. und mit meinem zweiten Kind gewollt schwanger. Alles eine Sache der Einstellung.

        (3) 05.03.16 - 18:50
        entkoppelungsversuch

        hallo,

        wenn es machbar wäre, die Erwartungen der anderen (wie man als Mama mindestens sein sollte) zu entkoppeln von allen anderen Überlegungen - würde das was ändern?

        Das Ende der Ehe müsste das auch nicht bedeuten - egal, wie du dich entscheiden würdest. Ob die Ehe daran zerbricht (bei beiden Optionen) hängt von anderen Faktoren ab, beispielsweise wie ihr als Team funktioniert, wie ihr miteinander sprechen könnt, wie nah und verbunden ihr euch sonst fühlt usw. Es würde in jedem Fall etwas "aufzuarbeiten" geben,
        1. Option: er muss mit der Trauer zurecht kommen und du mit der Entscheidung und dass du ihm das zu(ge)mutest (hast)
        2. Option: euer Rollenverständnis, deine Erlaubnis "Karriere"-Mama zu sein und Wege finden, wie ihr beide aus dem Alltag das größte Glück gewinnen könnt.
        In jedem Fall mutet jeder von euch dem anderen etwas zu und beide müsst ihr Wege finden, damit zurecht zu kommen.

        Ich würde in deine Überlegungen miteinfließen lassen, wie du in 20 Jahren darüber denken könntest (begrenzte Zeit des Fremdbestimmtseins, eure Kinder haben ein Geschwisterchen mehr, könntest du es selbst verkraften?).

        Egal welchen Weg ihr gehen solltet, würde ich eine Trauerzeit einplanen (entweder wg. dem Kind oder wegen dem, was du für eine Zeit aufgibst). Ich würde nach Ritualen suchen, die euch beide in eurer Ehe stärken. Und ich würde mich mit meinem Mann zusammensetzen und Zukunftsvisionen besprechen. Vielleicht findet ihr dann Wege, wo ein sowohl als auch möglich wäre...?

        lg

        • (4) 05.03.16 - 20:51

          Danke für deine Antwort.

          Da ist was dran.
          Wir haben in den letzten 4 Wochen sehr viel geredet, waren zweimal bei einer Beratungsstelle.
          Er hat mir keine Vorwürfe gemacht und wir haben beide versucht unsere Gefühle für den anderen nachvollziehbar darzustellen.

          Aber unsere Vorstellungen sind einfach nicht miteinander vereinbar

          Er möchte nicht nochmal ein Jahr zu Hause bleiben.
          Die Option, dass er nur 8 Wochen daheim bleibt und das Kind dann den ganzen Tag in eine Betreuungseinrichtung kommt, hat er abgelehnt. Das hatte die Dame von der Beratungsstelle vorgeschlagen.

          Für mich sind das alles keine Alternativen.
          Denn ich muss das Kind austragen, diese Bereitschaft habe ich aber nicht.
          Ich möchte das Kind einfach nicht haben.
          Daran ändern alle Hilfen der Welt nichts.

          Denn ich wäre immer noch die Mutter, die ihre Verantwortung nicht abgeben kann und die irgendwann einem Kind die Frage beantworten muss warum sie so desinteressiert oder abweisend war .
          Ein Kind was so aufwächst , hat sicher schlechte Voraussetzungen mal ein Glückliches Leben zu führen.

          Und ich möchte auch nicht den Rest meines Lebens immer vor Augen haben was ich falsch gemacht habe...

          • (5) 05.03.16 - 21:27
            entkoppelungsversuch

            über die Voraussetzungen für ein glückliches Leben entscheidet (nachgewiesen) nicht nur die Mutter. Je nachdem wie viel Resilienz diese kleine Persönlichkeit mitbringt, wie die Kindheit mit den Geschwistern erlebt wird und dann...
            ein Vater, der viel Zeit verbringt und eine Mutter, die sehr wenig Zeit verbringt - aber glücklich aus dem Berufsleben nach Hause kommt, das wäre auch ein Modell...

            wenn der Vater nicht zu Hause bleiben möchte UND nicht möchte, dass das Kind außerhalb eures Zuhauses betreut wird, dann ist es ja unmöglich...

            stellt er sich so quer oder verstehe ich das nur so? aber eine win-win-Möglichkeit kann ich hier gerade nicht erkennen... :-( schade.

            • (6) 05.03.16 - 21:56

              Du musst bedenken dass mein Mann das Kind auch nicht wollte, sich aber prinzipiell vorstellen kann es zu behalten wenn seine Bedingungen erfüllt werden.

              Er war in dem einen Jahr Elternzeit sehr unzufrieden, wir haben sehr viel gestritten, die Atmosphäre hier war sehr schlecht.

              Eine sehr feindselige Umgebung für Kinder.

              Während wir uns angeschrien haben, haben die Kinder oft stundenlang sich selbst überlassen geweint.
              Ich hab dann meistens meine Sachen genommen und bin für einige Wochen untergetaucht. ..dann wsr er ganz allein und wusste nicht ob und wann ich wieder komme.
              Er will das auch nicht nochmal erleben.

              Er möchte dass ich diesmal dass ich zu Hause bleibe obwohl klar ist dass das keine Lösung ist.
              Ich denke er will es mir heim zahlen und will auch nur deshalb das Kind behalten.

              Dann will er nämlich mal wochenlang weg bleiben und mir mal zeigen wie toll das ist.
              Nein...es wird ein Abbruch werden.
              Er hat mir vor einer halben Stunde mitgeteilt dass er es auch für die bessere Lösung hält.
              Außerdem hat er gesagt er will die Scheidung. ..gut so das wäre nämlich auch mein nächster Schritt gewesen.

              Aber wer nimmt die Kinder?
              Er arbeitet viel genau wie ich. Allein wird er das nicht schaffen. ..dann muss eine Kinderfrau her.

              • Na ja so wie du die Situation jetzt schilderst ist denke ich ein Abbruch wirklich der bessere Weg bei euch und auch für das Kind (nicht böse gemeint)

                Was die Scheidung angeht, denke ich auch wenn ihr in der Vergangenheit schon so viele Probleme hattet und die Kinder solche schlimmen Situationen erleben mussten, denke ich auch das ist besser erstmal. Vielleicht findet ihr nochmal zueinander, vielleicht auch nicht das wird erst die Zeit zeigen.

                Was deinen letzten Satz wegen der Kinder angeht, klingt es für mich so als wenn du eh davon ausgehst das er die Kinder nimmt? Es klingt für mich so und das es dir auch "lieber" wäre wenn du schon öfters wochenlang einfach weg warst. Ich denke da haben die Kinder ja dann auch eher eine stärkere Bindung zum Vater als zu dir. Eine Kinderfrau wäre eine Überlegung, weil du ja dann auch Unterhalt zahlen musst für die Kinder auf jeden Fall, dann geht es vielleicht finanziell und zur not geht er vielleicht einfach weniger Stunden arbeiten um sich um die Kinder zu kümmern. Bei scheidungsunterhalt kenne ich mich gar nicht aus ob ihr euch den Zahlen müsst und wer wem, denke mal das wird dann über Anwälte geklärt werden müssen.

                Ansonsten noch vielleicht über das wechselmodell nachdenken, falls das in euren Jobs möglich ist.

                Ich hoffe das ihr es für eure Kinder irgendwie gut hinbekommen werdet. Versucht trotz Trennung gute Eltern für die beiden zu bleiben und ich hoffe es geht euch dann auch jeweils besser wenn der Streit zwischen euch nicht mehr so oft ist.
                Manchmal passen zwei Menschen nunmal leider nicht zusammen und man muss dann einfach versuchen das beste für die Kinder daraus zu machen.

                LG

                Schlimm das kinder in solchen Verhältnissen aufwachsen müssen. Wieso gibst du es nicht zur Adoption frei?

              Warum bist du nicht wenigstens einmal im Leben Frau genug und gibst deine kinder ab?

        (11) 06.03.16 - 02:13
        Kann dich verstehen

        Hey, wir haben auch bekannte bei denen wieder eine Schwangerschaft im Raum stand und sie war 42. Sie hatte KInder die schon grösser waren (13 und 16 damals). Der Altersunterschied ist natürlich enorm gewesen. Aber der Hauptfaktor war, dass sie auch mal wieder leben wollte. Die Kinder waren nicht mehr klein, sie konnte wieder mehr für sich tun und natürlich auch mit ihrem Mann. Ich denke irgendwann will man auch wieder leben und für sich sein. Ich denke nicht dass es das aus eurer ehe bedeutet. Hinter so einer Entscheidung muss man wirklich stehen, vor allem sind es wieder 18 Jahre Verantwortung.

        Ich bin grundsätzlich keine befürworterin von Abtreibungen, aber in deinem Fall ist es sehr gut nachvollziehbar

(12) 05.03.16 - 18:53

meine Mutter wurde mit 41 das letzte Mal schwanger

es hat seine Vor- und Nachteile gleichermaßen - aber die Vorteile überwogen bei ihr eindeutig...

  • (13) 05.03.16 - 20:26

    Natürlich hat alles Vor- und Nachteile.

    Aber für mich kommt ein Kind in dem Alter auf keinen Fall in Frage.
    Ist eine ganz subjektive Einstellung, da es sich für mich völlig falsch anfühlt.

    Genau wie manche sich mit Anfang 20 zu jung fühlen.

    Da gibt es kein Richtig oder Falsch.

    Und es ist nur ein Grund: ich schaffe das nicht nochmal. ..die Schwangerschaft, die Geburt ( absoluter Horror ).
    Die ersten Monate, ich habe nie gestillt, und trotzdem fand ich es schrecklich ein Baby im Haus zu haben.
    Es löst in mir einen Fluchtreflex aus.
    Mein Mann hat fast alles übernommen, bei Kind 2 war ich ständig beruflich unterwegs, das war Absicht, denn ich wollte nicht zu Hause sein.
    Das hält mein Mann mir noch heute vor und ich glaube nicht dass es nochmal funktioniert, wenn ich mich komplett raus halte.
    Das hat unserer Ehe schon einen Knacks verpasst.

    Wenn ich das Kind jetzt bekomme ich wieder kaum Interesse zeige, wird unsere Ehe das nicht überstehen.
    Daher ist es für meinen Mann wahrscheinlich leichter zu verkraften wenn ich abtreiben als jahrelang allein gelassen mit drei Kindern da zu stehen...

    • (14) 05.03.16 - 21:21

      das stimmt, da gibt es weder richtig noch falsch...

      und - das finde ich schon krass... wenn er unbedingt möchte und du sagst, du kannst und willst nicht, dir dann Vorwürfe zu machen, dass du dich raushältst. ich denke, das ist der entscheidende Punkt! Wenn der Rückhalt nicht bedingungslos da ist, würde ich vermutlich auch so entscheiden, dass ich es mir gegenüber 100% vertreten kann.

      habt ihr diesen Punkt schon so klar besprochen?

      lg

Vielleicht solltest du mal dein hirn einschalten und verhüten.. Wenn man so gar kein kind will!

Widerlich die Gattung Mensch.

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