Mein Partner mit MS

    • (1) 15.03.16 - 16:17

      Hallo Ihr Lieben,

      gibt es hier vielleicht welche unter Euch, die von MS betroffen sind, sei es jetzt selbst oder durch Angehörige oder Partner?

      Ich bin seit 9 Monaten in einer Beziehung mit einem wundervollen Mann. Wir haben uns damals über Tinder kennengelernt und gleich schwerst in einander verliebt #verliebt Er hat mir von Anfang an ganz offen von seiner Erkrankung erzählt und ist sehr gut medizinisch eingebunden. Hat 2008 die Diagnose bekommen, eine schwere Zeit mit ständigen Schüben durchlebt, sich aber mit ganz viel Willensstärke aus dem Rollstuhl herausgekämpft. Seine Beine sind so gut wie gefühllos, er braucht also immer einen visuellen Input um das Gleichgewicht halten zu können. Ich finde das alles wahnsinnig bewundernswert und habe, glaube ich, noch nie einen stärkeren Menschen kennengelernt.

      Jetzt zu meiner Frage: Seit seiner Diagnose hatte er keine Beziehung mehr und dachte immer, er würde unter dieser Voraussetzung nie wieder jemanden finden. Wir haben natürlich nicht ein so spontanes Sexleben, wie andere frisch verliebte Paare. Er muss das schon immer ein bisschen planen. Aber ich denke, wir haben einen Weg gefunden, der für uns beide sehr erfüllend ist :-D

      Nun überlegen wir, im nächsten Jahr zusammenzuziehen. Ich weiß, ist noch ein bisschen hin, aber ich mache mir jetzt meine Gedanken, wie ich das mit der Hausarbeit dann am besten löse. Momentan verbringen wir die Wochenenden immer bei mir. Er möchte mir dann immer im Haushalt helfen, ich habe aber immer diesen Reflex, ihm zu sagen, er bräuchte das nicht und ich könnte das schon machen. Nun mache ich mir Sorgen, ob ihn das wenn wir erstmal zusammen wohnen vielleicht vor den Kopf stößt. Ich mag ihm einfach gern helfen und die Sachen, die für ihn beschwerlich sind, übernehmen, aber merke auch, dass ich dazu tendiere, dann alles an mich zu reißen. Wie kann ich das am besten in den Griff kriegen und das am besten so, dass er sich nach wie vor gebraucht fühlt, aber auch weiß, dass er sich auf mich verlassen kann und ich gern Sachen übernehme, die ihm vielleicht schwerer fallen? Wahrscheinlich bin ich durch meinen Exmann da auch ein bisschen übervorsichtig und mache mir zu viele Gedanken (bei ihm war grundsätzlich alles immer ein Drama). Muss nur versuchen, da für mich/uns jetzt einen gesunden Mittelweg zu finden.

      Wie handhabt Ihr das so mit Eurem Partner? Habt Ihr feste Aufgaben verteilt?

      Liebe Grüße
      Jenny

      • (2) 15.03.16 - 16:25
        nur eine Erfahrung...

        ... nicht mit MS, aber dennoch vielleicht vergleichbar:

        lass ihn so viel wie geht selbst machen, er soll seine Selbstständigkeit und Eigenständigkeit nicht verlieren und sich nicht bald wie ein Pflegefall fühlen müssen!

        Wenn etwas nicht geht, kann man immer noch weiter überlegen, wie und welche Hilfe/Unterstützung in Anspruch genommen werden soll - aber erst dann.

        Fazit bei uns: so normal leben wie möglich , wie alle anderen Paare auch. Und jedes Paar ist einzigartig!

        lg

        (3) 15.03.16 - 18:16

        Hallo,
        Ich habe selbst MS und aktuell ähnliche Beschwerden mit meinen Beinen und auch meinem Gleichgewicht wie dein Freund.

        Mit ist klar das jeder da anders tickt, aber:

        ICH würde durchdrehen wenn mein Mann sich mir gegenüber so verhalten würde wie du es tust ( sorry )

        Ich empfinde mich nicht als behindert und möchte auch nicht so behandelt werden.
        Ich habe diese Krankheit und lebe damit. Je nachdem was sie mir antut finde ich einen Weg damit umzugehen.

        Ich finde es echt süß das du dir deine Gedanken machst aber meinst du nicht auch dein Freund sagt dir bescheid wenn irgendetwas für ihn nicht machbar ist?

        Ich würde dir raten deinen Freund nicht wie ein rohes Ei zu behandeln (sowas nervt) und mit ihm darüber zu sprechen wo er Hilfe braucht und wo nicht.
        GLG

        PS
        Den Haushalt mit zwei Kindern mach ich fast allein ;-)

        Ich habe eine sehr gute Freundin mit MS, das ist ja noch mal was anderes als in einer Beziehung, aber sie will so normal wie möglich behandelt werden, mit der Option, wenn etwas gesundheitlich nicht geht, nur kurz Bescheid sagen zu müssen.

        Teilt euch den Haushalt erstmal normal auf, und wenn Du merkst, es geht grad nicht anders, übernimmst Du eben etwas mehr.

      • Hallo,

        ich denke, Du behandelst ihn am besten wie einen erwachsenen Menschen, der sich und seine Fähigkeiten selbst einschätzen kann und diesbezüglich mit Dir offen spricht..

        Wenn er Dir helfen will und kann, freu Dich (auch für in). Wenn er nicht kann, wird er es Dir selber sagen.
        Mein Mann hat auch deutliche körperliche, sehr schmerzhafte Einschränkungen. An guten Tagen macht er alles wie gewohnt. An schlechten Tagen gibt er Aufgaben ganz oder teilweise ab.
        Er würde sehr stinkig werden, würde ich da die Mutti für ihn geben.

        Grüße

        Danke für Eure Antworten, Ihr Lieben. Ich muss mich da echt ein bisschen besser in den Griff kriegen. Bin eh schon von Natur aus ein fürsorglicher und mütterlicher Typ, da muss ich ein bisschen an mir arbeiten. Ist für mich das erste Mal, dass ich mit dieser Erkrankung in Kontakt komme, deswegen bin ich für jedes bisschen Input dankbar. Habe mich schon ordentlich belesen, aber es ist ja doch immer was anderes, das von anderen Betroffenen zu hören.

        Liebe Grüße
        Jenny

      • (7) 16.03.16 - 13:39

        Meine Mutter hat MS. Mein Vater rührt Zuhause keinen Finger. #aerger

        Ich hatte MS. Ich sage "hatte" weil ich seit 13 Jahren schubfrei und von einer halbseitigen Lähmung wieder befreit bin. Es gibt durchaus Behandlungsmethoden abgesehen von Interferon etc., ich habe es mit rein pflanzlichen Mitteln hinbekommen .

        Mein Vater ist Heilpraktiker und hat sich sehr in dieses Thema hineingekniet.
        Falls Du mehr dazu wissen möchtest gern per PN.

        Grundsätzlich war ich damals froh wenn man mir abnahm was ich nun wirklich nicht mehr konnte, alles andere habe ich aber immer selbst machen wollen, auch wenn es schwerfiel!
        Du wirst schon herausfinden WOBEI Du ihm wirklich helfen musst und wobei nicht.
        Lass' ihn erst mal machen!

        LG, katzz

        Hallo

        Also ich selbst hab da gar keine Erfahrungen mit aber eine meiner besten Freundinnen hat auch vor ein paar Jahren einen Mann mit ms kennen gelernt. Er bekam die Diagnose ganz unverhofft so richtig plötzlich von jetzt auf gleich kurz nach dem Sie zusammen gekommen sind. Bist du bei facebook? Meine Freundin ist bei facebook , ob sie hier noch angemeldet ist weiß ich gar nicht.

        Hi,

        ich habe MS und mich würde das tierisch nerven ;-). Bin seit 2005 erkrankt. Es wissen allerdings auch die wenigsten Menschen hier. Daher werde ich wenig in Watte gepackt - kann aber auch daran liegen, dass ich nach Außen einen sehr fitten Eindruck mache (ich kann auch schon mal den Hof pflastern oder schwere Renovierungsarbeiten verrichten). Mein Mann fragt mich immer mal wie es mir geht - selbst das nervt manchmal #schein. Ich sage bescheid wenn mir etwas zuviel ist und schone mich dann - aber etwas extra abnehmen und um mich rumschleichen - die nächsten 40 Jahre....

        Entspann dich und bitte ihn einfach das er dir bescheid sagt wenn er Hilfe braucht. Er muss noch das restliche Leben damit klarkommen - evtl auch wenn er nicht mehr betüddelt wird (Beziehungen können ja auch mal scheitern).

        Lg

        Hi du! ICh habe zwar keinen Partner mit MS aber kann verstehen das du ihn nicht überlasten willst. Wenn er dir aber selbst anbietet etwas zu tun und es gerne möchte würde ich ihm einfach sagen er soll das tun wo er weiß damit kommt er gut zurecht. Du kannst ihm ja auch sagen das er ruhig so offen sein soll wenn etwas nicht geht weil du das nicht immer weißt und manches vielleicht auch nicht gleich dran denkst. Du freust dich über Hilfe aber auf jeden Fall. Das erscheint mir der beste Weg.

        Ela

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