Gehen oder bleiben?

    • (1) 23.03.16 - 16:43
      gehenbleiben

      Hallo, ich bin seit 17 Jahren mit meinem Mann zusammen, seit 11 Jahren verheiratet. Wir haben drei Kinder, Eigentumswohnung, beide berufstätig.

      Mich stören seit vielen Jahren einige Dinge in der Partnerschaft und an ihm. Genauer eingehen mag ich darauf nicht. Ich habe aber oft versucht, die Sachen anzusprechen, die mich stören. Er hat es sich angehört, aber es tat sich nix. Jahrelang...
      Mein Fehler war, dass ich ihm nie erzählt habe, wie ich mich dabei fühle. Ich hab es immer geschluckt und weitergemacht.
      Leider haben weder ich, noch er dabei gemerkt, wie sehr ich mich emotional von ihm entferne. Es ist von meiner Seite inzwischen keine Liebe mehr vorhanden. Ich befürchte, dass sie auch nicht wiederkommt. Wir leben im Moment als WG zusammen. Er liebt mich sehr und will alles versuchen, damit ich nicht gehe. Er bemüht sich wirklich und ich bin ihm sehr wichtig. Spät erkannt, aber immerhin. Kann meine zu ihm Liebe wiederkommen? Momentan widern mich seine Bemühungen eher an.

      Wären die Kinder nicht, wäre ich längst weg (das weiß er auch).
      Wir versuchen es jetzt mit einer Paartherapie als letzte Möglichkeit. Ich weiß überhaupt nicht, ob das was bringt.

      Zu allem Unglück habe ich mich nun auch noch verliebt. In einen Mann, der genau das hat, was mir an meinem Mann fehlt und den ich schon sehr lange und gut kenne. Das war überhaupt nicht geplant, aber abschalten kann ich das Gefühl nun mal nicht. Dem anderen geht es genauso...
      Ich will mich nicht sofort in eine neue Partnerschaft stürzen und weiß auch, dass nach der Verliebtheitsphase der Alltag eintritt und alles nicht mehr so rosig ist oder vielleicht sowieso nicht funktioniert, weil er ja auch Macken hat usw.
      Aber die Gefühle sind nun mal da. Mein Mann weiß davon. Er findet es natürlich nicht gut, aber akzeptiert es. Er arbeitet an sich und hofft, dass ich mich wieder für ihn entscheide.
      Und ich stehe so zwischen den Stühlen...

      Wäre der andere nicht, würde ich bei meinem Mann bleiben mit der Gewissheit eine Ehe ohne Liebe aufrecht zu erhalten. Hauptsächlich der Kinder wegen und um nicht alleine sein.

      Ja, ich weiß, das ist ziemlich verwerflich und die meisten hier heißen so etwas natürlich nicht gut.

      Gehe ich, hätte ich wahrscheinlich jedesmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich meinen Mann ansehe und ich hätte nicht die Zweifel, eine Chance verpasst zu haben. Unabhängig davon, ob es funktioniert oder nicht.
      Ich weiß wirklich nicht, was der richtige Weg ist. Ich befürchte, egal was ich tue, den größten Fehler meines Lebens zu machen.

      Ratschläge?

      • Ganz ehrlich....? Geh!

        Du hast die emotionale Trennung bereits in eurer Ehe vollzogen. Die Gründe zu bleiben sind rein pragmatischer Natur. Eine Paartherapie macht m. E. auch nur Sinn (wenn es auf einen Neuanfang hinauslaufen soll), wenn man den Kopf frei hat. Das hast du aber nicht. Du bist in den anderen verliebt, der all das hat, was du dir wünschst. Dagegen kann dein Mann nur schwer ankommen. Vielleicht hilft aber die Paartherapie bei einer geordneten Trennung.

        Aus Mitleid bei jemandem zu bleiben ist die schlechteste Variante. Dafür ist das Leben zu kurz und zu wertvoll. Das habe ich heute erlebt. Wir haben eine gute Freundin begraben. Sie haben Haus, Hund und Kinder. Lebten aber jahrelang eine eher lieblose Zweckgemeinschaft. Als sie sich endlich durchrang, sich von ihrem Mann zu trennen, kam die tragsiche Diagnose. Zwei Jahre hat sie gekämpft, war sehr tapfer und ihr Mann wollte unbedingt wieder eine Annäherung. Sie wollte und konnte es nicht und zog 5 Monate vor ihrem Tod noch aus dem gemeinsamen Haus aus. Sie genoss nochmal das Leben, wir waren im Herbst noch zusammen tanzen und feiern. Sie verliebte sich sogar noch neu. Bis sie vergangene Woche aufgeben musste. Wir haben häufig theoretisch darüber gesprochen, wie eine Trennung aussehen könnte. Und heute denke ich, hätte sie es nur eher durchgezogen und nicht aus reinem Pragmatismus der Kinder wegen, wegen des Hauses und vielleicht auch wegen etwas Angst vor dem Ungewissen durchgezogen.

        mmh. Ich meine Du solltest JETZT die Beziehung mit deinem Mann klären - am besten mit einer Paartherapie. Du hast einen grossen Teil Deines Lebens mit ihm verbracht, gemeinsame Kinder und gemeinsame Pläne gehabt. Gib ihm wenigstens die Chance sich zu verabschieden und versuche eine geordnete Trennung. Ich glaube, dann hättest
        Du auch kein schlechtes Gewissen mehr. Du bist ja auch den Kindern gegenüber verantwortlich. Versteh mich recht - ich meine nicht dass du bleiben sollst - aber es geht ja auch um das "wie" der Trennung.
        Du hast ja auch Zweifel, was den neuen Mann angeht - obwohl Du ihn ja schon länger kennst. Das hab ich jedenfalls so rausgelesen.., oder?

        Hallo,

        tja... einerseits gebe ich meinen Vorrednerinnen hier recht, andererseits muss ich einwenden: Dich auf diese neue Beziehung einzulassen, deswegen alles aufzugeben... das kann auch sehr unschön für dich enden. Denn nach der ersten Verliebtheit wirst du dich wohl auch an seinen Macken stören und ob das wirklich Bestand mit euch hat? Es hört sich zwischen deinen Zeilen nicht an.

        Wenn du aber denkst, daß du dich von deinem Mann in jedem Fall trennen willst und wirst, klar dann kannst du nun diesen Zeitpunkt wählen.

        Ob es Wert hat, an der momentanen Ehe noch zu arbeiten... das kannst du dir nur selber beantworten. Ein Leben in ständiger Unzufriedenheit ist für alle belastend! Vielleicht solltest du deine Sicht der Dinge aber dennoch auch einmal auf das lenken, was euch bisher zusammengehalten hat, was euch zusammengebracht hat, was sich in den letzten Jahren verändert oder auch verabschiedet hat und auch was ihr bisher zusammen geleistet, geschaffen habt. Ob du es dir absolut nicht vorstellen kannst, an seiner Seite alt zu werden... wenn die Kinder aus dem Haus sind?
        LG und alles Gute

      • Hallo

        <<<Ich weiß wirklich nicht, was der richtige Weg ist. Ich befürchte, egal was ich tue, den größten Fehler meines Lebens zu machen.

        Ratschläge? <<<

        Solange noch Zweifel bestehen---warum auch immer und Kinder betroffen sind, rate ich zur Ehetherapie.
        Die Entscheidung fällt leichter und ohne schlechtes Gewissen.
        Mir hat diese Ehetherapie ( zu spät natürlich, es war bereits 5 nach 12 )damals sehr geholfen um die Trennung durchzuziehen.

        L.G.

        (8) 24.03.16 - 15:23

        Hey du,

        mir kommt vor, du hast gerade meine "Geschichte" erzählt... Ich bin seit 21 Jahren mit meinem Mann zusammen, 15 Jahre verheiratet, 2 Kinder. Wir haben seit 1 Jahr eine massive Krise, haben die Paartherapie schon hinter uns, auch mit einer 21 tägigen Kontaktsperre. Mein Mann versucht ALLES mich zu halten, hat sich mittlerweile wirklich verändert (worum ich vorher 10 Jahre lang gebettelt habe)... aber bei mir regt sich keine Liebe mehr, nur mehr Verantwortungsbewusstsein keine Familie zerstören zu dürfen, einen Mann der einen liebt nicht verlassen zu dürfen... Mein Mann hat mir in den 21 Tagen nicht gefehlt, trotzdem habe ich es nicht geschafft mich von ihm zu trennen. Trotzdem es seit 1 Jahr für mich einen anderen gibt, dem mein Herz gehört (allerdings ist er bei mir auch gebunden) schaffe ich es nicht den Schritt der Trennung zu machen, weil mein Mann mir einfach leid tut. Andererseits denke ich mir, es ist auch mein Leben, SO werden wir wohl beide nicht mehr wirklich glücklich (er weiß ebenfalls dass ich mich verliebt habe und leidet auch darunter)

        Leider habe ich keinen Ratschlag für dich, wollte dir nur sagen es gibt auch andere, die in derselben (für mich wirklich beschissenen) Situation sind wie du..

        lg Saskja

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