Ich weiß nicht weiter

    • (1) 27.03.16 - 11:03
      traurig.....

      und bin einfach nur traurig.

      Kurz zur Vorgeschichte.

      Mit 16 Mutter geworden und die erste Zeit bei meinem Eltern mit Kind gelebt. Das Kind wurde zum größtenteils von den Großeltern erzogen.

      Später bin ich ausgezogen und es gab eine Schlammschlacht um das Kind, so dass ich dieses erstmal in eine Pflegefamilie gab. Ich wollte nicht mehr das jeder an den Armen des Kindes zieht. Das hatte meinen Eltern nicht gefallen.

      Ein halbes Jahr war mein Kind in dieser Pflegefamilie und musste dort leider schreckliche Erfahrungen machen. Dann nahm ich sie von heute auf morgen zu mir zurück.

      Aus dem Kind wurde ein verwöhntes Kind, welches alles bekommen hat was es wollte, Disziplin, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen..... all das musste das Kind bei meinen Eltern nicht lernen.

      Immer haben meine Eltern sie aus allem " gerettet"

      Heute mit 16 hält sie sich nicht an Regeln, bekommt nichts auf die reihe und hat weder zum arbeiten noch für die Schule Lust.

      Sie verlässt die Schule mit einem wenn überhaupt Hauptschulabschluss. Wenn sie denn bekommt hat sie weder einen weiteren Schulplatz noch eine Ausbildungsstelle.

      Von der Schule aus musste sie ein Praktikum absolvieren was natürlich gut ist um in das Berufsleben zu schnuppern. Meine Mutter findet sowas ausnutzerei und teilt das auch so mit.

      Mittlerweile haut sie Nachts ab. Letzte Woche hat sie mir Geld geklaut und mich als Assi Mutter dahin gestellt, bei mir ist alles scheiße usw. weil sie nicht alles darf.

      Den Job den sie nebenbei hatte wurde ihr auch gekündigt.
      Ich weiß, dass die Grundbasis in den ersten LJ prägen aber ich kann die Jahre nicht zurück drehen. Ich bin seit vier Jahren im Dauerhaften Kontakt mit der Schule die ihr auch helfen möchten aber alle Lehrer sind natürlich blöd, ich bin immer wieder im Kontakt mit Jugendamt und Familienhilfe aber auch diese ist blöd.

      Obwohl es letzte Woche mit dem klauen war, und sie erst mitten in der Nacht heim kam nachdem ich ihr mit der Polizei gedroht habe, habe ich natürlich heute für sie auch ein Osternest gemacht. Braucht sie nicht und sie bleibt im Bett.

      Sie hat Morbus Crohn und muss Medis nehmen. Tut sie nicht. Ich kann sie ihr nicht rein prügeln.
      Sie hat mittlerweile extrems zugenommen. Sie nimmt sich vor abzunehmen aber scheitert wie an allem. Ich bot ihr an, gemeinsam zum Sport oder laufen zu gehen, setzte kleine Ziele von 2-3 Kg mit einer Überraschung.

      Egal wie und was ich versuche, es interessiert sie nicht. Sie möchte zu meinen Eltern oder zu meiner Schwester. Dem habe ich nicht zugestimmt weil es sich da nicht ändert. Dort lernt sie es nicht sondern bekommt alles fürs nichts tun.

      Mittlerweile habe ich keine Kraft mehr und bin soweit sie gehen zu lassen, da ich noch zwei andere Kinder haben; die sich ziemlich viel von ihr abgucken und bei jeder Diskussion schon so anfangen das sie dann auch weg wollen.

      Habt ihr einen Rat für mich ? Wie würdet ihr handeln ?

      Danke, fürs offene Ohr.

      • Hallo,

        ich dachte immer Morbus Crohn äußert sich durch Gewichtsabnahme #gruebel

        Man lernt aber immer noch dazu.

        Was ich an Deiner Geschichte nicht verstehe:

        Sie ist als kleines Kind zu Pflegeeltern gekommen, wo Du sie weg geholt hast.

        War sie dann doch wieder in der Betreuung ihrer Großeltern? Anders kann ich den Satz "Aus dem Kind wurde ein verwöhntes Kind, welches alles bekommen hat was es wollte, Disziplin, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen..... all das musste das Kind bei meinen Eltern nicht lernen." nicht so recht einordnen.

        Deine Tochter braucht Hilfe und zwar psychologische, vielleicht auch zusammen mit Dir eine Familientherapie. Und es ist egal, ob sie Familien- oder Erziehungshilfe blöd findet (sie ist noch in der Pubertät, da findet man alles blöd).

        Ich wünsche Euch, dass Ihr Eure Probleme zusammen in den Griff bekommt.

        GLG #klee

        • (3) 27.03.16 - 17:29

          Hallo und danke für deine Antwort.

          Sie achtet nicht auf ihre Ernährung und wenn sie mal keinen Schub nimmt man zu. Sie kennt ja keine Grenzen.

          Als ich sie wieder bei mir hatte, habe ich den Umgang zu den Großeltern nicht untersagt. Sie hatten also tagtäglich Kontakt und Einfluss. Ich muss dazu sagen das ich trotz allem den Absprung nicht geschafft habe.

          Ein Bsp : Tochter hat fünfen auf dem Zeugnis. Trotzdem bekam sie von meinem Vater Geld mit den Worten, das nächste Zeugnis wird besser. Immer wieder habe ich versucht sie mit ins Boot zu holen aber nichts half wirklich.

          Mir ist klar, dass es damals eine schwere Zeit war, vor allem für sie und so habe ich ihr angeboten eine Therapie zu machen welche sie ablehnt. Sei es Einzeln oder zusammen. Ich kann sie nicht zwingen.

          lg

      Hi,

      da habt ihr ja beide schon viel gemeinsam durchgemacht!
      Ich kann verstehen, dass du deine Tochter nicht gehen lassen möchtest. Und auch, dass du keine Kraft mehr hast!

      Ich würde dir Raten dir Hilfe beim Jugendamt zu holen. Klingt erstmal schlimm für die meisten. Erst Recht, wenn man so negative Erfahrungen mit einer Pflegefamilie gemacht hat. Es gibt beispielsweise die Möglichkeit einer ambulanten Hilfe, ein Erziehungsbeistand für deine Tochter. D.h. es kommt jemand zu dir nachhause und beschäftigt sich aber hauptsächlich mit deiner Tochter. Klar gehören da auch Eltern/ Familiengespräche dazu, aber gerade bei so "auffälligem" Verhalten ist es sinnvoll Hilfe in Anspruch zu nehmen.
      Ich erlebe das tagtäglich in meiner Arbeit und so vielen Jugendlichen tut es gut, auf diese Weise wieder richtig ins Leben zu kommen. UND die Hilfe ist freiwillig!!!

      Liebe Grüße

      • (5) 27.03.16 - 17:36

        Hi,

        ich habe keine Scheu mich ans Jugendamt zu wenden. Das schlimme ist, ich bin selbst im pädagogischem Bereich tätig und es fühlt sich an als hätte ich versagt.

        Ich habe mit dem Jugendamt Kontakt gehabt und wir hatten auch schon eine SPFA. Eine total liebe Frau, die sich auch Zeit für meine Tochter genommen hat. Sie sind gemeinsam mal einen Kaffee bzw Kakao trinken gegangen. Als meine Tochter heim kam hat sie nur gemault. Alles war sch.... und die nervt.

        Ich fühle mich einfach Hilflos.

    (6) 27.03.16 - 16:23

    Hallo traurig,

    Deine Situation ist schlimm. Ich kann nachfühlen, wie es Dir geht, weil auch ich zuschauen musste, wie nein Sohn mit 15 Jahren anfing, sein junges Leben vor die Wand zu fahren. Das Schlimmste war meine völlige Hilflosigkeit. Bei uns war aber die Ausgangslage günstiger mit einem stabilen Elternhaus.

    Mein Sohn hat sich entschieden, drei Monate vor dem Abitur die Schule abzubrechen, um nachts mit seinen Freunden zu feiern, Drogen und viel Alkohol zu "genießen". Kleinkriminalität und Drogen/Alkohol gehörten für ihn ab 15 Jahren fest zum Leben. Sozialarbeiter, Jugendamt, Psychologen, KJP und bis zu einer gewissen Grenze Lehrer haben sich mit uns um ihn bemüht, aber er WOLLTE nicht. Jetzt ist er 25, wir haben keinen Kontakt mehr zu ihm, er fehlt mir entsetzlich - und doch weiß ich, dass ich seine Art zu leben täglich zu sehen nicht ertragen würde. Er ist der Mensch, der er ist, er lebt, wie er will, und ich muss ihn lassen.

    Hol Dir die Hilfe, die Du brauchst; das Jugendamt kann Dich beraten. Mein einziger Trost ist, dass ich alles versucht habe. Dur wünsche ich, dass es besser läuft und, wenn keine Hilfe greift, Du Dir eines Tages sagen kannst "Ich habe alles versucht!".

    LG, auch.traurig

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