...ich bin verwirrt...

    • (1) 28.03.16 - 12:13
      *blue*

      Zuerst einmal möchte ich euch frohe Ostern wünschen #hasi

      Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll, weil ich gerade heute unglaublich durcheinander und nachdenklich bin...

      Am Besten fange ich mal ganz allgemein an:

      Ich bin 32 Jahre alt, bin seit Anfang des Jahres geschieden, habe zwei wundervolle und (natürlich ;-) auch anstrengende) Töchter im Alter von 8 und 6 Jahren, einen sehr liebevollen Partner und arbeite in Vollzeit.
      Wenn ich das so lese klingt es für mich nach: "Hey läuft doch."

      So fühlt es sich aber leider gar nicht an. Ich bin sehr oft traurig, ohne genau greifen zu können warum. Ich habe das Gefühl, dass alles was ich tuhe nicht gut genug ist, es mehr oder besser sein könnte. Dazu kommt, dass ich seit einigen Jahren unter für mich doch recht deutlichen Schlafptoblemen leide.
      Mein Partner mit dem ich sehr viel und über alles spreche, meint, er könne nur noch schwer mit mir umgehen, da ich mich durch ihn ständig angegriffen fühle...
      Selbst aus Kleinigkeiten entstehen vermeintlich ernsthafte Konflikte, die auf beiden Seiten dann in Unverständnis enden.
      Diese Situationen entwirren wir dann natürlich auch wieder, indem wir uns sammeln und dann vernünftig und erwachsen die Situationen durchsprechen.
      Aber häufig sitzen wir dann, im Nachhinein da und fragen uns: "Was war das denn für ein unnötiger Blödsinn?!?"#klatsch . Dabei sollte ich vielleicht am Rande erwähnen, dass mein Partner zwar sehr liebevoll, aber der totale Kopfmensch ist und ich im Gegenzug eben sehr emotional bin.

      Ich weiß, dass ich daran arbeiten muss, mit zwischenmenschlichen Konflikten rationaler Umgehen zu können, aber das ist aufgrund meiner Vorgeschichte, die durch Enttäuschungen, Verletzungen und Unzuverlässigkeit meiner Mitmenschen geprägt ist sehr schwer.

      Ich möchte nicht, dass es jetzt wie Gejammer klingt, aber irgendwo musste ich damit einfach mal hin.

      LG,

      • (2) 28.03.16 - 12:20

        du hast mit 32 Jahren schon ein ordentliches Programm hinter dir - relativ große Kinder, Job/Ausbildung/Trennung/Scheidung/neuer Partner....

        und du hörst dich etwas deprimiert an. Könnte sein dass das die Nachwirkungen deines bisherigen anstrengenden Lebens sind - Frauen die gewohnt sind, dass alles läuft und sie alles hinkriegen, merken oft gar nicht wie anstrengend das ist, was sie alles machen...

        Wie lang ist der Partner schon Partner? War er der Trennungsgrund? Wie beteiligt sich der Vater? Sind beide Kinder von ihm?

        Guck mal unter "larvierte Depression"

        Alles Gute

        • (3) 28.03.16 - 12:38

          Danke für deine rasche Antwort :-).

          Mein Partner ist seit etwas mehr als einem Jahr bei uns.
          Der Trennungsgrund war er nicht. Ich habe mich 2014 nach sieben Jahren Ehe von meinem Mann getrennt, weil ich mein Leben mit ihm nicht mehr ausgehalten habe. Es lagen viele Probleme zugrunde (finanzielle Probleme meines Mannes, Unehrlichkeit,...), die ich aber lange versucht hatte, gemeinsam mit ihm aufarbeiten zu können.
          Die Kinder sind beide von meinem Exmann.
          Mit dem Kindsvater, also meinem Exmann, wird es langsam etwas ruhiger, wir haben uns Hilfe in der Regelung des Umgangs gesucht und lassen uns durchs JA beraten. Er nimmt seine Pflichten und Termine, was die Kinder angeht von Anfang an wahr und tut dieses auch sehr gerne.
          Allerdings fällt es mir persönlich, aufgrund unserer Vorgeschichte und seiner Persönlichkeit sehr schwer mich mit ihm auseinander zu setzen.

          Eines meiner größten Probleme scheint tatsächlich zu sein, dass ich schon als Kind gelernt habe funktionieren zu müssen, egal wie es mir damit ging oder geht, nur damit es meinem Umfeld mit mir gut geht.

          LG,
          Blue

          • (4) 28.03.16 - 13:54

            Dann musst du da ran. Dieses Funktionierenmüssen, dann die gescheiterte Ehe die in so einer Konstellation häufig auch kein Zufall ist - funktionierende Frau sucht nicht (so gut) funktionierenden Mann damit sie weiter gut funktionieren kann - weil das ihr Konzept ist... Das ist sehr anstrengend. Vielleicht wäre es auch einfacher erst mal ohne Partner geblieben zu sein.

            • (5) 28.03.16 - 14:00

              Hmm....
              Deinen Denkansatz kann ich gut nachvollziehen.

              Allerdings ist es schon so, dass ich gar nicht bewusst nach einem Partner "gesucht" habe und einige Monate mit meinen Mädchen alleine war, sondern eher das Gefühl hatte gefunden zu werden.
              Und bei ihm habe ich nach langem das Gefühl, dass da endlich jemand ist, der es einfach mal nur gut und ehrlich mit mir meint.

      (6) 28.03.16 - 14:06

      Hallo,

      ich glaube schon, wie du weiter unten auch schreibst, daß dies durchaus eine Eigenschaft sein kann, die einem eben von Kind an so anerzogen wird. Und solch ein Muster behält man dann größtenteils auch so bei bis es entweder absolut nicht mehr geht, oder bis jemand anders kommt, der einen dahingehend soweit beeinflussen kann, um umzuschalten.

      Dein Partner sagt dir ja nun, daß es für ihn offensichtlich manchmal schwer zu "ertragen" ist. Also, denke ich, ist es an der Zeit, versuchen umzuschalten. Das geht sicher nicht von heute auf morgen, aber du kannst sicher daran arbeiten. MAn muß wohl bei Kleinigkeiten ansetzen, das Glas halbvoll betrachten, wenn es halbleer ist, einfach mal "Fünfe gerade sein lassen" und v. a. solltest du versuchen, dir kleine "Oasen" zu schaffen, die deinen "Zufriedenheitstank" auffüllen. Überleg dir, was du gerne machst, was dir eine Freude macht. Das muß ja nix großartiges sein, es kann schon eine Viertelstunde am Tag hierzu beitragen. Du kannst es dir selbst am besten beantworten, was dir Freude macht: sei es ein schönes Essen zubereiten, ein Buch lesen, einen Kaffee mit einer Freundin trinken, ein Kreuzworträtsel lösen, malen, singen, tanzen oder auch mal ausgehen und einen "draufmachen".....

      Ich weiß was du meinst, weil ich es von mir selber sehr gut kenne. Ich war wohl viele Jahre einfach zu sehr in ein Muster verstrickt, zu denken, alles müsse "perfekt" laufen: Schule bei den Kindern, ihr Umgang mit Freunden etc., vieles an meinem Mann.... immer habe ich viel Gewicht darauf gelegt, was nicht passte, nicht hunderprozentig funktionierte... und habe dabei die vielen, vielen Dinge, die einfach passten übersehen. Unsere Ehe wäre daran fast gescheitert, und die KInder (17+19) haben mir dann in den letzten Jahren wirklich nahegebracht, was "wirkliche Sorgen" sind....
      Ich habe im Laufe der letzten Jahre wohl notgedrungen gelernt, wie wichtig es ist, meine eigene Zufriedenheit wieder zu erlangen und v. a. auch auszustrahlen. Es war nicht einfach, ich arbeite immer noch daran!
      LG

      • (7) 28.03.16 - 17:26

        Hallo,

        seit langem befinde ich mich in einem Prozess des Erkennens und versuche intensiv an mir zu arbeiten.
        Ich bin prinzipiell auch eher ein Optimist und versuche das positive an jedem Menschen und jeder Situation zu sehen.
        Mein Partner bezeichnet das allerdings als "zu lieb sein". Ich neige dazu, das Fehlverhalten anderer zu entschuldigen, um niemandem Unrecht zu tun.
        Ich versuche eben immer meinen Mitmenschen gegenüber so wohlwollend und respektvoll wie möglich gegenüber zu treten. Weil ich eben weiß, wie es ist gekränkt, kritisiert und respektlos behandelt zu werden.
        Um so dünnhäutiger bin ich dann wiederum meinem Partner gegenüber (vermutlich, weil die Beziehungsebene eine viel intensivere ist?).

    Ich war 13 Jahre alleinerziehend mit 2 Jungs im Abstand von 6,5 Jahren, Vollzeitjob und mind. 2 Nebenjobs. Ich hatte eine 65 Std Arbeitswoche, nebenbei Haushalt und Kinder. Irgendwann kam der Punkt wo ich mich gefragt habe, wo ich eigentlich bei der ganzen Sache bleibe.
    Ich habe gelernt mir kleine Oasen zu schaffen. Einfach mal ne halbe Std auf der Couch auch wenn sich die Wäsche gestapelt hat und die Küche nicht aufgeräumt war. Bin in meiner Zeit wo ich zwischendrin mal hatte, schnell auf einen Kaffee gegangen einfach spazieren. Am WE bin ich raus gegangen. Mit meinen Mädls zum feiern, auch wenn das bedeutet hat das ich nur 2 Std Schlaf abbekommen habe. Das war MEINE Auszeit und das hat mir aufgezeigt das es mich als Frau auch noch gibt.
    Das ist ein Lernprozess. Wir können nicht immer nur auf andere schauen, denn dabei gehen wir kaputt.
    Heute habe ich eine geregelte 40Std Woche, da ich wieder in einer Beziehung bin und mein Mann mir verboten hat nebenbei noch zu arbeiten. ;-)

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