Bin ich unfähig eine Freundschaft zu führen oder ist es einfach Pech?

    • (1) 30.03.16 - 20:22
      lonesome-me

      Hallo,

      ich wende mich mit diesem Thema an euch, weil ich unabhängige Meinungen brauche.

      Es geht darum, dass ich keine Freunde habe bzw. ich nicht verstehe warum das so ist.

      Vor vielen Jahren schon habe ich meine beste Freundin und meinen besten Freund verloren. Die beiden waren ein Paar und haben sich getrennt. Ich saß zwischen den Stühlen und blieb am Ende auf der Strecke. Daran hatte ich lange zu knabbern und es fiel mir schwer mich auf neue Freundschaften einzulassen.

      Dann lernte ich 2013 jemanden kennen. Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und es entwickelte sich eine Freundschaft daraus. Wir hatten jeden Tag Kontakt und waren immer für einander da, wenn es dem anderen nicht gut ging. Ich hatte damals eine echt miese Beziehung und er wurde von seinem besten Freund wie Luft behandelt.

      Wir konnten über alles reden und vertrauten uns - so kam es mir damals zumindest vor.

      Anfang 2015 wechselte ich den Job und musste nun mehr arbeiten und auch im Schichtdienst. Der Kontakt wurde weniger. Gleichzeitig verbesserte sich wohl der Kontakt zwischen ihm und seinem besten Freund wieder. Irgendwann war ich die einzige, die sich meldete. Als ich teilweise 6 - 8 Wochen am Stück gar nichts hörte, bohrte ich natürlich nach, ob etwas nicht in Ordnung wäre oder ob er sauer wäre. Dies verneinte er jedes mal und meinte, er wäre halt etwas schreibfaul, aber es wäre nichts.

      Es vergingen wieder etliche Wochen und ich hörte nichts von ihm. Ich habe es dann noch mal angesprochen, dass ich das Gefühl habe, er hätte keinen Bock mehr auf mich, denn anders konnte ich mir das nicht erklären. Wir haben uns so gut verstanden und auf einmal kam einfach nichts mehr von seiner Seite. Er blieb dabei, es wäre alles in Ordnung.

      Dann kam es zu einer Situation, die mich sehr verletzt hat und danach habe ich ihm eine ziemlich heftige Nachricht geschickt. Das war vielleicht etwas übertrieben, aber ich fand die Situation so dermaßen arschig.

      Wir waren beide oft beim örtlichen Fußballverein. Oft genug habe ich ihn gefragt, ob er mitkommen will..es kamen immer Ausreden. "Ich bin müde..", "ich muss noch putzen..", "heute gab ich keine Lust..".

      Da hatten wir uns schon Monate nicht gesehen. Eine Bekannte (die Freundin seines besten Freundes) schrieb ihm ebenfalls, ob er nicht kommen wollte. Tja...15 Min später war er da! Ich hatte ihm nach seiner Absage vorher noch geschrieben, dass ich dann auch gleich gehe. Hätte ich mich nicht mit jemandem festgequatscht, dann hätte ich gar nicht mitbekommen, dass er noch aufgetaucht ist.

      Wollte dann da keine Diskussion anfangen und hab ihm eben dann geschrieben, dass ich sein Verhalten scheiße finde und er mir doch einfach sagen soll was sein Problem ist. Er blieb dabei, es gibt kein Problem und fertig.

      Mitte letztens Jahres habe ich ihm dann noch zum Geburtstag gratuliert und seitdem nie wieder etwas gehört. Vorhin habe ich ihm geschrieben, weil ich für mich einfach einen Schlussstrich ziehen wollte. In seiner Antwort hat er mich dann auch wissen lassen, dass er keinen Wert mehr auf die Freundschaft legt. Damit ist das Thema endlich durch.

      Allerdings verstehe ich einfach nicht warum man nicht über Sachen reden kann, die einen nun mal stören. Ich war immer ehrlich und habe ihn immer wissen lassen, wenn mich etwas ankotzt. Das war dann auch der Grund warum er keinen Bock mehr hatte. Ist ja auch einfacher die Freundschaft zu beenden, als daran zu arbeiten. Finde ich echt schade. Mit seinem besten Freund ist er jetzt auch wieder ganz dicke..ich komme mir vor wie ein Lückenfüller.

      Sorry für's ausheulen, aber was mach ich denn falsch? Bin ich zu ehrlich? Soll ich Dinge, die mich stören für mich behalten? Ich weiß es nicht. Bin gerade einfach enttäuscht, weil ich die ganze Zeit einfach damit abgespeist wurde, dass nix ist und dann BÄÄM!!! kommt einfach, dass er auf mich und meine Freundschaft keinen Wert mehr legt.

      Traurige Grüße..

      • Das was du von einer Freundin oder einem Freund erwartest, haben die meisten Menschen in Beziehungen. Und nicht mal dann gilt immer: für dich lass ich alles stehen und liegen.
        Jeden Tag sehen, jedes Problem durchsprechen, das geht vielleicht noch Anfang der 20ger, danach verändern sich Freundschaften.
        In meinem Umfeld ist es inzwischen so, dass die Leute ihr eigenes Leben haben, d.h. Hobbys, in denen sie Zweckbekannte treffen, z.B. beim Sport und damit einen Großteil ihres Plauderbedarfs decken. Ein oder zwei Whatsappgruppen, in denen virtuell geplaudert wird, dann der Partner, evt. Kind(er), für die man Zeit haben möchte. Ein- bis zweimal in der Woche ein Treff mit Freunden und da die meisten Leute in der Regel mehr als einen Freund haben, wechselt das von Woche zu Woche.
        Manche sieht man häufiger, manche weniger häufig... bei mir kann es durchaus vorkommen, dass ich eine gute Freundin einen Monat lang nicht seh.
        Liegt mal an mir, an ihr oder an beiden.

        Ich will damit nur sagen: streue breit, erwarte nicht zu viel, dosiere niedrig.
        Ein Freund ist keine Lebensgemeinschaft.
        Ein Freund muss nicht jedes deiner Probleme kennen und du nicht die seinen, Fröhlichkeit und Leichtigkeit werden in Freundschaften oft unterschätzt.
        Überdenke dein Konzept von Freundschaft neu - und nicht jeder Bekannte muss ein Freund werden.

        • (3) 30.03.16 - 21:04

          Danke für Deine Antwort und dass Du Dir das alles durchgelesen hast. Vielleicht kam das falsch rüber, also was meine Erwartungen betrifft. Ich erwarte keinesfalls, dass man sich jeden Tag sieht oder jeden Tag Kontakt hat. Das war nur um zu beschreiben wie eng wir anfangs waren.

          Allerdings ist es für mich auch keine Freundschaft, wenn man mehrere Monate nichts voneinander hört. So ab und zu mal fragen wie es dem anderen geht oder was es neues gibt finde ich eigentlich normal.

          Ich sehe Freundschaften schon ähnlich wie Beziehungen. Wenn man nicht daran arbeitet, dann gehen sie irgendwann kaputt.

          Man muss auch nicht JEDES Problem besprechen, aber ich erwarte einfach absolute Ehrlichkeit.

          In Zukunft wird das Thema "Freundschaften" bei mir vermutlich sowieso erst mal eine untergeordnete Rolle spielen. Ich bin für's erste bedient und verwende meine Energie jetzt lieber in meine Schwangerschaft und meine Familie.

          GLG

          • Wieso schreibst du unter jede Antwort, Danke werde mich aber jetzt um meine Familie kümmern?
            Das ist genau das, was die meisten ohnehin tun.
            Und es klingt für mich wie: Danke für das auskot**en aber Rat brauche ich keinen.

            Mag sein dass du nicht erwartet hast dass man sich jeden Tag sieht, aber gerade deine Aussage, dass du nur zeigen wolltest, wie eng ihr wart, spricht Bände.
            Wieso brauchst du überhaupt diese Enge in einer Freundschaft ? ich wiederhole mich, aber das ist nicht gerade üblich und du solltest Freunde nicht mit Partnern verwechseln!

            Dass ihr euch am Ende nur noch alle paar Monate gelesen/gehört habt, war so weil schon längst der Wurm drin war.
            Du kannst niemand zur Ehrlichkeit zwingen.
            Das nur mal am Rand .
            Jeder hat das Recht einen Konflikt zu meiden.
            Und gerade bei Freunden kann man Sachen auch mal stehenlassen und muss nicht alles ausdiskutieren...
            Vielleicht stört ihn an dir was, was so zu deiner Persönlichkeit gehört, dass du es weder ändern kannst noch willst.
            Zum Beispiel deine Forderung nach "EhRlichkeit".
            Heraus käme bei einem Gespräch nur deine rechtfertigung warum dir das wichtig ist, damit er das endlich verstehen möge, aber ändern würdest du es eh nicht, also wieso sollte er es ansprechen?
            Es gibt dazu auch andere Sichtweisen.
            Manche Leute brauchen mehr Zuspruch, erwarten dass gerade Freunde sie nicht hinterfragen. Finden es wichtiger Spaß zu haben als Probleme zu wälzen. Und wenn man an den Punkt kommt wo man ein Konfliktgespräch führen könnte, steigen viele einfach aus, schließlich hat man ja keine Beziehung.
            Und das ist ihr gutes Recht . ihr habt Vielleicht doch nicht so gut zusammengepasst .

            Du hast auf niemand das Recht, hast auf Ehrlichkeit kein Recht, und du kannst eine Freundschaft auch auslaufen lassen ohne vorangegangenes Problemgespräch so wie das die meisten machen. Und nicht trotzig warten bis der Freund "Schluss"-macht.
            Es ist keine Beziehung.
            Alles okay wenn alles nach nicht okay aussieht heißt einfach nur: will darüber nicht reden. Halte ich für sinnlos.
            Und das ist auch eine Ansage.
            Du kannst dir überlegen ob du das akzeptierst oder eben nicht und wenn nicht, die Freundschaft abhaken. Dann ist der Ball bei dir.
            Außerdem bin ich sicher dass es gar nicht so weit gekommen wäre, wenn du mehrere Freunde oder gute Bekannte gehabt hättest.
            Dein Freund ist nicht verantwortlich dafür sich um dich zu kümmern bloß weil du sonst niemand hast.

      (5) 30.03.16 - 21:10

      Du klingst ein bisschen anstrengend. Es wirkt so, als würdest du dich sehr auf eine einzige Person fixieren und von dieser dann erwarten, dass auch sie keine Freunde haben darf neben dir und es die absolute Pflicht zur gegenseitigen Offenheit gibt. Mir wäre das zu eng und ich würde auf Distanz gehen. Wenn du aber dann gleich klammernd nachrückst, würde ich dauerhaft das Weite suchen.

      Ich habe aus alten Zeiten drei richtig gute Freundinnen ins Erwachsenenalter rüberretten können und von allen dreien höre ich in der Regel wochenlang nichts. Und einige Probleme kann ich mit der einen besser besprechen als der anderen usw.. Trotzdem wären wir, wenn es hart auf hart kommt, sicher füreinander da.

      Vor einigen Jahren habe ich der Liebe halber durch einen Umzug mein komplettes altes soziales Umfeld hinter mich gelassen und ich habe echt unterschätzt, wie lange das dauert, neue echte Freunde zu finden. Das braucht einfach viel Zeit und Geduld, bei mir hat das fast 5 Jahre gedauert, bis ich das Gefühl hatte, Menschen gefunden zu haben, bei denen es richtig passt.

      Freundschaften müssen wirklich langsam wachsen und diesen Prozess kann man nicht beschleunigen, erst recht nicht durch Druck. Daher schließe ich mich den Worten meiner Vorrednerin an: Streue deine Suche breit, fixiere dich nicht auf eine Person, lass dir sympathischen Menschen Luft und Gelegenheit, auch auf dich zuzugehen und schau doch mal, ob du in deiner Freizeit nicht unter Leute kommst, die deine Interessen teilen. Ein gemeinsames Hobby ist immer ein gutes Fundament.

      #winke Die Alltagsprinzessin

      • (6) 30.03.16 - 21:45

        Ja, klingt echt anstrengend. Ich wollte einfach nur erklären wie eng wir anfangs waren. Natürlich darf er Freunde neben mir haben. Es ging mir viel mehr darum, dass ich das Gefühl hatte nur der Lückenbüßer zu sein. Jetzt kommt er ja mit seinem besten Freund wieder klar und da brauch er mich nicht mehr. So fühle ich mich gerade.

        Und was die Offenheit bzw Ehrlichkeit betrifft..Ja, ich erwarte eine ehrliche Antwort, wenn ich etwas frage. Wenn mich etwas stört, dann sag ich es der Person, denn nur so kann sich etwas ändern. Hätte er direkt ehrlich geantwortet, als ich ihn das erste Mal gefragt hatte, dann hätte man es da schon beenden können. Jemanden so hinzuhalten finde ich arschig.

        Ich bleibe jetzt erst mal für mich und stecke meine Energie in meine Familie.

        GLG

    Hej,

    also meiner Erfahrung nach passiert das unheimlich oft im Leben, dass Freunde kommen und gehen.

    Vielleicht ist es bei dir auch so dass du, weil du eben nicht so viele Bezugspersonen hast, dich immer besonders auf eine Person fokussierst, sodass die Erwartungen demjenigen zu viel werden. Könnte zumindest sein. Das allerdings, trotz Nachfrage, dir gegenüber dann nicht ehrlich zu sagen, finde ich recht armselig und spricht auch dafür, dass du tatsächlich Lückenbüßer warst.
    Aber wieso schleppst du das so lange mit dir rum, fast schon liebeskummerähnlich? Dass du ihm nicht so viel bedeutest hast wie er dir wär doch durch sein Verhalten bereits lange klar - wozu da noch ein formeller Schlussstrich, der letztlich noch einmal neu weh tut?

    Ich kann natürlich im Wesentlichen aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Bin jetzt 27 Jahre alt und habe meine beste Freundin seit 14 Jahren und meinen besten Freund seit 8 Jahren. Abgesehen von diesen beiden Konstanten ist es ein Kommen und Gehen in meinem Freundeskreis. Da sind auch immer mal Leute dabei, mit denen man in bestimmten Zeiten sehr viel, sehr intensiven Kontakt hat, und nach einer Zeit dann gar nicht mehr. Prinzipiell halte ich das für normal. Die wenigstens Freundschaften halten ein Leben lang.

    Wenn ich von meinen besten Freunden spreche, dann meine ich damit auch nicht, dass ich mit ihnen täglich Kontakt habe. Gut, in Zeiten von Whatsapp schickt man schon häufig mal ein Foto o.ä., aber wir wälzen nicht jeden Tag Probleme. Längst nicht. Wir sind über die Jahre erwachsen geworden, haben unser eigenes Leben mit Job und/oder Familie. Doch wenn es hart auf hart kommt, ist der andere immer da.
    Aber solche Freunde zu finden braucht wirklich Zeit - und ja. Auch Glück.

    • (8) 30.03.16 - 21:36

      Danke für Deine Antwort.
      Ich glaube, ich schleppe das so lange mit mir rum, weil ich einfach so enttäuscht bin. Es dauert lange bis ich jemandem vertraue und so schaffen es die meisten nicht über den Status eines Bekannten hinweg. Wenn ich dann jemanden wirklich als Freund bezeichne, dann vertraue ich dieser Person und ich verstehe nicht warum man mich so hinhält.

      Natürlich habe ich im Laufe der Zeit gemerkt, dass ich scheinbar mehr in der Freundschaft gesehen habe als er. Aber ich lasse so etwas ungern einfach auslaufen, sondern brauche einen klaren Schnitt. Auch wenn es darum geht, sich mal zufällig über den Weg zu laufen. Ich weiß jetzt woran ich bin und kann mich dementsprechend verhalten.

      Ich konzentriere mich jetzt erst mal auf mich und meine Familie.

      GLG

Du bist zu melodramatisch.
Such Dir Hobbys wo Du unter Leute kommst und werde lockerer und unverbindlicher.
Pass auf, dass Du nicht die Leute einengst.
Ich z.B. hab so viel um die Ohren, dass ich die Krise kriegen wuerde, wenn mich jemand so belagert.
Haeng Dich im Job rein, such Dir Hobbys, vielleicht noch ein Haustier, dann wirst Du so viel zu tun haben, dass Dir keine Zeit zum Gruebeln bleibt.
Und sobald Du viel zu tun hast und locker und "leicht" bist, werden die Leute zu Dir Kontakt suchen.
Vor allem wenn man mit Dir Spass haben kann. Ueber Probleme reden ist ab und an mal ok, aber sollte keine Dauerbeschaeftigung in Freundschaften sein, denn sonst wird man fuer den anderen zu "schwer".

Bist Du eine Frau? Warum hängst Du Dich so an einrn Mann dran der scheinbar schon lange keinem Bock mehr auf Dich hatte? Sicher war es blöd von ihm wie er die Freundschaft beenden wollte aber hast Du keine Würde? Du hast doch gemerkt, dass er nicht mehr will.

Wenn Menschen sich nicht so verhalten wie Du es möchtest wirst Du das nicht ändern können. Dann musst Du Dein Verhalten ändern, wenn Gespräche nicht nützen. D.h. keine hohen Erwartungen stellen und sich zurück ziehen.

Ich rede überhaupt nicht gerne mit Freunden über meine Probleme. Die bereden ich mit meinem Mann und eher selten mit Freunden. Ich würde wahnsinnig werden wenn meine Freunde sich ständig melden würden. Ich hab Familie, nen Job, Haushalt, treibe Sport usw. Ich bin erwachsen. Und da ich recht viele Freunde und Bekannte habe muss ich slle irgendwie unter einen Hut bekommen.

Es ist schwer wenn man erwachsen ist tiefe Freundschaften aufzubauen. Versuch Freunde in der gleichen Lebenslage wie Du zu finden. Gemeinsamkeiten verbinden.

LG und alles Gute

Vielleicht liegt's ja einfach gar nicht an dir sondern du warst wirklich "Lückenbüßerin" in dem Moment wo es ihm nicht gut ging und inzwischen hat sich das geändert.

Das ist zwar blöd aber einfach unter Pech zu verbuchen. Mach' nicht direkt ein grundsätzliches Problem draus.

Ich finde Ehrlichkeit in Freundschaften normal und doch, auch eine Freundschaft kann bestehen wenn man sich nur alle paar Monate spricht. Geht mir mit einem Freund aus dem Studium so den ich cirka alle zwei Jahre treffe. Aber wenn, dann ist alles wie immer von der ersten Minute an.
Aber ich war auch schon immer jemand der wenig Freunde hatte, die dafür aber sehr beständig.
Schau doch einfach mal drauf wie's früher bei dir war dann hast einen Anhaltspunkt dafür ob es ein Problem bei dir ist oder einfach "dummgelaufen".

Wichtig finde ich bei Freundschaften nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Jede Misstimmigkeit unter dem "Vorwand" der Ehrlichkeit auszudiskutieren zermürbt jede Freundschaft. Und ist meistens auch völlig unnötig! Wenn man sich wohlgesonnen ist erledigen sich viele Sorgen und scheinbare Probleme ganz von allein, ohne dass man die Freundschaft durch Problemewälzen und Eifersucht strapaziert.

Mal ein Beispiel: ich hatte mitbekommen, dass eine Freundin an ihrem Geburtstag andere Freundinnen eingeladen hatte und mich nicht. Das hat mich gekränkt. Später habe ich mitbekommen, dass es die Einladung zu einem mittäglichen Käsefondue war, und ich bin Veganerin. Es war also logisch und überlegt, dass sie mich nicht dazu geladen hatte. Es hatte NICHTS damit zu tun, dass sie mich nicht als Freundin sah oder mich nicht hätte dabei haben wollen. Es hatte eine ganz einfache Erklärung.

Ich denke also nicht, dass du nicht in der Lage bist eine Freundschaft zu führen. Ich denke aber deinen Freundschaften könnte es gut tun, etwas mehr Freiraum zuzulassen und nicht so penetrant auf die "Ehrlichkeit" und "Klärung von Problemen" zu pochen - besonders, wenn der andere da vielleicht gar kein Problem sieht. Und auch zuzulassen, dass eine Freundschaft nicht immer gleich intensiv ist - es gibt engere und lockerere Zeiten. Das ist ganz normal.
LG d.

P.S, Die Männer, die ich kenne, sind übrigens noch viel allergischer auf "Problemewälzen" als die Frauen. Damit schlägt man den besten Freund in die Flucht. :-)

Erfahrungsgemäß liegt die Lösung derartiger Probleme darin, sich vor allem mal um sich selber zu kümmern. Unternimm etwas, was dir Spaß macht oder tue etwas, was dir gut tut. und zwar nicht darum, um dich abzulenken, sondern, damit du wieder in eine bessere Gefühlslage kommst. Bedenke, dass du selber für deine Emotionen verantwortlich bist und nicht von den (manchmal sehr seltsamen!) Aktionen deiner Zeitgenossen. Um sich in eine bessere Stimmung zu bringen, gibt es eine Übung, die ist so einfach, dass es fast schon blöd klingt..: Nimm einen Bleistift und halte ihn zwischen deinen Zähnen ohne dass die Lippen ihn berühren und halte ihn eine Minute lang so (du wirst damit 'gezwungen' ein fröhlicheres Gesicht zu machen) - du wirst dich danach besser fühlen. Was wie eine dumme Spielerei klingt, hat einen tiefen physiologischen Sinn: Wie wir mit unserem Körper umgehen und wie wir uns fühlen, hängt eng zusammen! Darum: tue dir gutes, das wird dich in jeder Hinsicht aufbauen. Andere Tipps und hilfreiche Artikel findest du z.B. auch unter http://mein-wunschpartner.com/category/blog/
jedenfalls mal viel Freude mit der Bleistiftübung ..;-)

Hallo,

ich bin auch der Meinung, dass man wahre und wirklich gute Freunde nicht regelmäßig sehen muss, damit die Freundschaft bestehen bleibt.

Ich zB habe vier wirklich sehr sehr gute Freunde, die kenne ich zum Teil schon seit 20 Jahren. Mit meinen besten Freund bin ich schon gemeinsam zur Schule gegangen, wir haben viel miteinander erlebt in den vergangenen 20 Jahren und er ist ein verdammt wichtiger Teil in meinem Leben. Dennoch sehe ich ihn vielleicht alle 2 Monate mal, ich habe Kinder und einen Partner, er ist ebenfalls vergeben und arbeitet unter der Woche 120 km weit weg. Da ist es oft nicht leicht, einen Termin zu finden...und dennoch ist diese Freundschaft was ganz Besonderes. Schreiben und telefonieren tun wir ohnehin regelmäßig.

Meine beste Freundin kenne ich ebenfalls schon seit knapp 15 Jahren...sie hat auch Kinder und einen Partner und obwohl wir nur 5 Minuten voneinander entfernt wohnen, sehe ich sie auch nur 1x im Monat oder so. Es hat halt jeder seine Verpflichtungen und ist beruflich sowie privat eingespannt...aber auch sie ist was ganz wichtiges für mich und telefonieren tun wir mindestens einmal in der Woche.

Warum es bei dir und deinem Freund nicht geklappt hat mit der Freundschaft ist natürlich schwer zu sagen.....vielleicht warst du nur ein Lückenfüller (dann musst du das unter Pech verbuchen), vielleicht hatte er sich auch in dich verliebt und sich dennoch zurückgezogen....ist natürlich immer scheiße wenn eine Freundschaft einfach so zu Ende geht, ohne dass man einen richtigen Grund dafür genannt bekommen hat...nur leider kann man das Verhalten eines anderen Menschen nicht beeinflussen#schmoll.....

Mir ist es mit 20 Jahren auch mal so ergangen....ich hatte eine echt gute Freundin, wir haben viel zusammen gemacht und waren in derselben Clique. Die Freundschaft hielt knapp 4 Jahre, wir haben als Studenten auch zusammen gewohnt. Irgendwann habe ich meinen Exmann kennengelernt und bin mit ihm zusammen gekommen...von da an war auf einmal alles anders...sie hat kaum mehr auf meine Anrufe reagiert, hatte immer Ausreden wenn es darum ging, dass wir uns treffen oder sie wohin mitkommt....als ob sie eifersüchtig gewesen wäre weil ich nur jemanden hatte....keine Ahnung....

Irgendwann hat sie mir einfach so eröffnet dass sie ausziehen wird...wenn ich sie gesehen habe war sie immer scheiß freundlich zu mir aber ich habe gemerkt dass was nicht stimmt....

Na das Ende vom Lied war, dass unsere Freundschaft einfach ausgelaufen ist...ich hatte daran auch sehr lange zu knabbern, denn es ist wirklich mehr als unbefriedigend wenn man nicht einmal den Grund für so ein Verhalten kennt...sie hat mir diesen nie genannt und ohnehin auch immer abgestritten, dass da was ist#augen....

Das ganze ist jetzt 15 Jahre her und wenn sich sie heute noch sehe stößt es mir sauer auf#aerger....im habe jetzt natürlich damit abgeschlossen, aber damals habe ich mich auch lange Zeit gefragt, ob ich für sie nur Mittel zum Zweck war....tja, manche Menschen sind wohl einfach so.....

Ich wünsche dir alles Gute für deine Schwangerschaft#herzlich#klee und irgendwann werden bestimmt wieder Menschen auftauchen die dich so schätzen wie du bist#pro:-)!

Lg

Ich schreib das mal von der anderen Seite: Ich hatte bis vor kurzem einen guten Freund, und nun habe ich die Freundschaft aufgekündigt.

Der war ähnlich anstrengend wie du.

Ich kann es an gar nichts Bestimmten festmachen, aber auch mich wirkt es so, als würdest du grundsätzlich mehr von den Menschen erwarten, als diese zu geben bereit sind.

Mein "Ex-Freund" ;-) war auch so. Einmal in der Woche musste telefoniert werden, gerne dann auch stundenlang, egal, ob bei mir noch was anderes anlag. Am Ende der Telefonate ging's immer in die "Terminfindung", und wehe, ich hatte mal drei Wochenden am Stück was anderes vor. Es wurde immer anstrengender, immer mehr Last, immer weniger Spaß.

Ich hab das dann beendet und fühle mich seitdem um Tonnen erleichtert.

Vielleicht wirkst du genauso auf die Menschen? Ich empfinde schon deinen weinerlichen Wortschwall hier alles andere als anziehend...

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