Meine Krankheit macht alles kaputt

    • (1) 06.04.16 - 08:10
      Bin verwirrt

      Hallo ihr,

      bin total am Ende.

      Habe 12/2015 Brustkrebs (alles im frühen Stadium) erfahren und dann wurde 1/2016 darauf operiert und nun seit 2/2016 bekomme ich Chemo.

      Nun seit meiner 3. Chemotherapie ist bei meinem Mann und mir nur der Wurm drin, es ist nichts mehr harmonisch, haben auch eine Kleine Tochter von 2 Jahre. Wenn wir uns sehen haben wir nur noch Streit, von Liebe kann ich gar nicht mehr reden, bei mir keine Liebe mehr vorhanden ist, mein Mann sagt noch das er mich liebt (er steht mir auch bei, geht immer mit zur Chemo). Wir hatten auch schon lange keine Zeit für uns, seit die Kleine da ist...

      Ich traue mich gar nicht es auszusprechen das ich keine Liebe mehr für ihn empfinde, und ich erstmal Abstand brauche. Ich weiß echt nicht mehr was ich machen soll?! Aber so kann es auch nicht mehr weiter gehen :-(

      Habt ihr ein Tipp für mich?!

      LG

      • >>Habt ihr ein Tipp für mich?!<<
        ja. Als aller erstes musst du heraus finden, was DU eigentlich willst. Wie soll deine Zukunft aus sehen?

        • (3) 06.04.16 - 08:50

          Eigentlich mit meinem Mann alt werden :-(

          • gut. Dann musst du auf dieses Ziel hin arbeiten.

            Dazu gehört aber erst mal, dass du gesund wirst!
            Rede mit deinem Mann, sag ihm, dass bei dir z. Zt. alles total durch ein ander ist und du erst die ganzen Behandlungen schaffen musst. Das ist Ausnahmezustand und Streiten ist deiner Gesundheit nicht zu träglich.
            Ich wünsche dir alles Gute, dass du wieder kpl. gesund wirst und dein Leben wieder "normal" läuft.

            PS. Rein interesse halber, hast du die Pille genommen und wenn ja, wie lange?
            Danke für Antwort

      Es tut mir sehr leid, dass du das alles durchmachen musst. Das ist eine Ausnahmesituation, jeder geht anders damit um. Das hat nichts mit Liebe zu deinem Mann zu tun. Ich denke, dass sich alles wieder ändern wird sobald du die Therapie erfolgreich hinter dich gebracht hast. Der eine ist anlehnungs- und liebesbedürftig, du eben nicht. Sage es deinem Mann so wie du es hier schreibst. Er soll jetzt auf deine Wünsche eingehen und das akzeptieren. Zusätzlichen Beziehungsstress solltest du vermeiden, mehr auf dein Bauchgefühl hören was dir gut tut.

      Meine Mutter hatte mit 46 auch Brustkrebs im frühen Stadium. Nach dem Entfernen des kleinen Tumors aus dem Gewebe (etwa erbsengroß) und der Lymphknoten unter einer Achsel, bekam sie lediglich Bestrahlungen und keine Chemo. War das bei dir nötig? Meine Mutter ist nun 65 und hatte seitdem keine Krebserkrankung mehr. Wie du siehst, kann alles gut ausgehen was ich dir vom Herzen wünsche.

      • (8) 06.04.16 - 08:52

        Danke für deine Antwort!
        Ich bekam auch den Wächterlymphknoten entfernt und bekomme das volle Programm erst Chemo, dann Bestrahlung uvm

    Hallo,

    erst mal alles, alles Gute für dich!
    Was du / ihr da gerade durchmach(s)t ist natürlich eine Extrembelastung, auch für die Familie.

    Du erwähnst einerseits, ihr hattet lange keine Zeit mehr für euch, andererseits, daß du gerne Abstand möchtest. Bekommst du im Zuge deiner Krankheit demnächst eine Reha? Das wäre ja dann schon ein Stück weit Abstand, erst mal auf Dauer. Wobei ich mir zwar vorstellen kann, daß er dich dort, schon alleine wegen dem Kind, auch besuchen wird.

    Bekommst oder hattest du denn auch eine Hormonbehandlung? Ich kenne mich nun mit der detaillierten Behandlung nicht so gut aus, weiß nicht ob man das gleichzeitig zur Chemo macht. ICh weiß nur von einer Freundin, die nach Brustkrebs eben Hormonbehandlung bekam... und die Hormone spielen wirklich eine große Rolle, eben auch im Beziehungs- bzw. Liebesleben.

    Ich denke schon, daß du ausdrücken darfst, wie es dir momentan geht, dass dies für deinen Heilungsprozess sogar sehr wichtig ist! Aber dennoch solltest du keine voreiligen Entscheidungen treffen. Gerade so eine Krankheit weist einem wahrscheinlich letztendlich wirklich ein Stück weit den Weg, den man weitergehen soll.

    LG

    • (10) 06.04.16 - 09:01

      Danke für deine Antwort!

      Die Hormontheraphie bekomme ich erst nach der Bestrahlung, die Chemo zieht sich erstmal bis August und dann 1 Monat Bestrahlung und dann geht's zur Reha, werde aber eher eine Mutter-Kind Kur da ich die Kleine mitnehmen werde.

      • Konzentrier dich einfach jetzt auf dich, bzw. auch als Familie auf das Wesentliche. Ich meine, du solltest diese Streitereien nicht überbewerten, ich kann mir einfach vorstellen, daß ihr momentan schon hin und wieder an euer Limit kommt, daß die Krankheit an die Substanz geht.

        Du schreibst ja, daß du mit deinem Mann gemeinsam alt werden möchtest. Das ist für deinen Mann momentan auch sicher keine einfache Zeit, er ist natürlich besorgt um dich.

        Ich wünsche dir, daß das alles wieder gut wird. Ich kenne einige Frauen, die Brustkrebs überstanden haben (auch mit Chemo), zum Glück ist die Medizin da heutzutage sehr weit.

        LG

Bekommst du oder ihr als Familie auch psychologische Unterstützung?

Wenn nein: Ich würde dir raten, Hilfe zu suchen. Eine derart existenzielle Bedrohung ist schwer auszuhalten, sowohl für dich als auch für deinen Mann.

Nimm dir Zeit, um alles schrittweise anzugehen.

Alles Gute, thyme

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