Krankheit und Kinderwunsch

    • (1) 06.04.16 - 19:18
      Fassungslos

      Hallo,
      Ich bin kurz nach der Heirat schwer erkrankt und kann infolge dessen keine Kinder mehr bekommen.

      Wir hatten aber immer davon gesprochen dass wir noch ein gemeinsames Kind möchten.
      Mein Mann hat eine Tochter aus einer früheren Beziehung genau wie ich.
      Während meiner Erkrankung ist das Thema nicht mehr präsent gewesen und die Ärzte haben uns ja auch aufgeklärt dass ich unfruchtbar sein werde.
      Für mich war das aber alles nichts wichtig, denn ein unerfüllter Kinderwunsch war in der Situation wirklich ein Luxusproblem für mich.
      Nach mehreren Jahren Therapien bin ich nun stabil und jetzt eröffnet mir mein Mann dass er nicht damit klar kommt dass er kein Kind mehr mit mir haben kann.
      Er sagt , dass nichts mehr so ist wie Wortes uns an unserem Hochzeitstag ausgemacht hatten und er sich von mir trennen möchte.

      Ich bin so fassungslos und enttäuscht.

      Ich sagte dann er wisse das doch schon einige Jahre, dass es mit dem Kind nichts mehr wird, abgesehen davon bin ich mittlerweile auch zu alt und in den Wechseljahren.
      Er meinte dann er hätte mich nicht im Stich lassen wollen in einer schweren Zeit aber er hätte schon damals gewusst dass er mich verlassen würde wenn es mir besser geht.
      Soll ich dafür jetzt auch noch Danke sagen dass er aus Mitleid bei mir geblieben ist...bei seiner unfruchtbaren kranken Frau...ich komme mir vor wie ein wertlose Stück Müll.
      Ich bin noch nie so gedemütigt worden.
      Erwarte ich Viel wenn ein Mann zu seiner steht such wenn sie keine Kinder bekommen kann?
      Hättet ihr eurem Mann oder Frau verlassen wenn raus gekommen wäre dass er oder sie unfruchtbar ist?

      Das kommt ja auch oft genug ohne irgendwelche Vorekrankungen vor.

      Das hat doch nichts mit Liebe zu tun....

      • Hallo!

        Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für viele Menschen ein Problem, und Du liest hier öfter von Frauen,die Trennungsgedanken haben, weil ihr Partner keinen Kinderwunsch hat.

        Warum darf das bei einem Mann nicht so sein und warum soll Deine Erkrankung dafür sorgen, dass es für ihn jetzt nicht schlimm ist, kein weiteres Kind mehr haben zu können?

        Ich kann gut verstehen, dass Du sehr verletzt bist, aber wenn für ihn ein weiteres Kind so wichtig ist, dann ist das eben so.

        >>>Hättet ihr eurem Mann oder Frau verlassen wenn raus gekommen wäre dass er oder sie unfruchtbar ist?<<<

        Hätte, wäre... ich glaube nicht, dass jemand so eine Frage in den blauen Dunst hinein beantworten kann.
        Selbst wenn, was hilft es dir in deiner Situation, zu wissen, ob irgendwelche Urbianer deine Frage mit "ja" oder "nein" beantworten?

        Dein Mann hat dich verlassen, weil er noch Kinder möchte, dieser Wunsch ist größer als seine Liebe zu dir. Das ist bitter, Verlassenwerden ist immer bitter.

        >>>Soll ich dafür jetzt auch noch Danke sagen dass er aus Mitleid bei mir geblieben ist...<<<

        Hätte er dich während deiner Krankheit verlassen, wäre er auch der Arsch gewesen.

      (5) 06.04.16 - 19:50
      ich kann dich verstehen

      hallo,

      ich kann dich gut verstehen, auch dass du jetzt alles hinterfragst. Du bist vermutlich froh, dass du alles gut überlebt und überstanden hast.

      Du kannst Kinderwunsch und Liebe nicht auf eine Waage stellen - das wäre wie Äpfel und Birnen zu vergleichen. Es kann immer sein, dass sich im Leben des einen so stark etwas ändert (auch beruflich), dass der Partner für seine Herzenswünsche keinen Platz hat. Und dann muss man eine Entscheidung treffen. Und er trifft sie für den Kinderwunsch. Und das ist - so weh es auch tut - irgendwie gut. Wenn der Wunsch bei ihm so groß ist, wird er mit dir und neben dir nicht glücklich werden/bleiben. Und dann ist es besser, so früh es möglich ist, klare Sprache zu sprechen.

      Bei manchen Menschen ist der Kiwu nicht so groß, die können anders entscheiden. Aber bei manchen ist das so und dann ist es tatsächlich besser, getrennte Wege zu gehen. Und vermutlich hätte jeder Zeitpunkt der unpassende gewesen... es tut mir so leid für dich!

      Aber streng genommen bekommst du in deinem Leben Platz für einen Partner, der dich genauso liebt und mit welchem du intensiver und ehrlicher glücklicher werden kannst.

      Ich wünsche es dir von Herzen und gratuliere dir, dass du dein Leben wieder hast - und wünsche dir das Beste

      Oh, das ist eine schwere Situation.

      Ich kann euch beide verstehen. Euer größter Wunsch war, noch ein gemeinsames Kind zu bekommen, das war dann nicht mehr möglich.
      IHM war scheinbar (so sagt er) von Beginn der Diagnose klar, dass er sich trennen würde, sobald du stabil genug seist.
      DU hast die Ansicht vertreten, Hauptsache, du bist gesund, ihr seid zusammen, dann könnt ihr auch euren unerfüllten Wunsch gemeinsam betrauern.
      Wie gesagt, verstehe ich beides.

      Ich hätte es fair gefunden von IHM, wenn er dir von vornherein gesagt hätte, "tut mir leid, aber ich WILL mit der Frau an meiner Seite noch ein Kind bekommen, du kannst keine Kinder mehr bekommen, also bist du nicht mehr die Frau an meiner Seite."
      Dann hättest du umgehend gewusst, wo ihr steht.
      So hat er gute Miene zu bösem Spiel gemacht und du fällst jetzt in ein tiefes Loch. Zumal er ja auch sagt, das alles sei ihm sofort klar gewesen, das meint, er hat dir die ganze Zeit etwas vorgemacht.

      Es wird aber genau das Dilemma sein: Verlässt man den schwer kranken Partner, und zwar eben WEIL er krank ist? Ist das moralisch vertretbar? Für deinen Mann war es das scheinbar nicht, aber jetzt denkt er, kann er gehen, denn dir geht es wieder besser.

      Das alles ist tragisch, für euch alle, letztlich sind ja auch zwei Mädchen betroffen, die nach dem Schicksalsschlag "schwere Krankheit bei Mama/Bonusmama" nun eine Trennung miterleben müssen.

      Letztlich denke ich, dein Mann hat Schiss, sich seinen letzten großen Wunsch nicht erfüllen zu können. Das ist einerseits legitim, andererseits mies dir gegenüber.

      Aber, und versteh das bitte nicht falsch, Trennungen sind oft mies dem einen gegenüber, der sich nicht trennen will.

      Such dir für die nächste Zeit Unterstützung, Hilfe, in Form von Freunden oder auch Profis, die die Trennung begleiten.
      Ich wünsche dir viel Kraft, damit du mit diesem herben Schlag fertig wirst.

      Aber lass den Mann gehen, seine Unehrlichkeit war in seinen Augen eine Schonung dir gegenüber.

      Wenn er das denn alles wirklich so meint und das nicht nur vorschiebt.

      L G und alles Gute

      White

    • Das tut mir sehr leid. Wenn er gar kein Kind hätte, könnte ich es sogar noch nachvollziehen, aber er hat ja schon eins. Ich finde es fies, dass er dich deswegen verlassen will. Wahrscheinlich liebt er dich nicht mehr und schiebt die Unfruchtbarkeit nur vor. Alles andere ergibt irgendwie keinen Sinn, meiner Meinung nach.

      Alles Gute!

      Ich verstehe das so: der Mann wollte ein Kind mit DIR und nicht ein Kind um jeden Preis, egal mit welcher Frau. Dann bist du krank geworden und es ging nicht mehr und ihr beide habt ja schon Nachwuchs. Für mich ist die Liebe deines Mannes nicht stark genug gewesen, deine Erkrankung hat ihn überfordert. Jeder liebende Mann wäre überglücklich wenn es der Frau besser ginge (ich sah die Reaktionen der Männer in meiner Verwandtschaft nach diveresen Krankheiten der Frauen) Deiner will dich verlassen und sucht nach Gründen. Also nimmt er den Kinderwunsch, denn dagegen kannst du ja nichts sagen und bist machtlos.

      Auf so jemanden kannst verzichten. Von wegen "in schlechten Zeiten"

      alles Gute

      • (9) 06.04.16 - 22:08

        Deine Worte machen mich traurig.
        Daran hab ich noch gar nicht gedacht.
        Ich danke dir für deinen Beitrag.

        (10) 07.04.16 - 07:30

        Wenn es so gewesen wäre, wie du sagst, dann hätte er sie auch schon bei der Diagnose verlassen können und nicht erst Jahre später. Die "schlechten Zeiten" hat er mit gemacht.

        Und jetzt ist sie stabil und er versucht sich, einen Teil SEINES Lebens zurückzuholen.

        Bitter für die TE, aber legitim. Wie stark ein Kinderwunsch sein kann, liest man hier jeden Tag. Und was sind die Ratschläge? Richtig: Verlass ihn, du hast noch eine Chance auf Mutterschaft, such dir einen anderen Mann.

        • (11) 07.04.16 - 08:40

          Ja, so ist es wohl.

          Nur ist es bitter für mich, denn ich bin krank und mein Kinderwunsch bleibt ja auch unerfüllt.

          Nur für mich ist es nach meiner Erfahrung einfach auch nicht mehr so wichtig.

          Ich habe existentielle Bedrohung erfahren, daher kann ich über Menschen die anderen raten eine glückliche Partnerschaft weg zu werfen nur weil der Partner kein weiteres Kind möchte, nur den Kopf schütteln.

          Man kann dich in so was auch rein steigern und darüber vergessen was man schon hat.
          Generell denke ich dass viele Menschen im Irrglauben leben dass sie immer noch etwas mehr brauchen um glücklich zu sein.

          Ich bezweifle aber dass das so stimmt.
          Ich habe im Koma gelegen, zwei Wochen lang.
          Konnte nichts mehr.
          Und was ich nie wollte war Mitleid.

          Mein Mann wusste das.
          Und seine Heuchelei ist das Schlimmste für mich.
          Nur damit er als ehrenwerter Ehemann da steht der seine bedauernswerte Frau nicht im Stich lässt ist er bei mir geblieben.

          Diese Art Unterstützung ist einfach nur erbärmlich und ich hätte darauf gerne verzichtet.
          Alles nur Lüge weil er meint sich nochmal vermehren zu müssen....im Opa Alter.

          Und weißt du was: ich blöde Kuh war auch noch loyal.
          Denn ich habe im Krankenhaus einen netten Mann kennen gelernt,
          Wir haben uns regelmäßig getroffen und er hat mir wirklich sehr gut getan.
          Aber ich habe auf seine Versuche mich näher kennen zu lernen, nicht reagiert, weil ich die Ehe mit meinem Mann sehr ernst genommen habe und das eben nicht gefährden wollte.
          Schön blöd von mir.

          • Hätte es dich in irgendeiner Weise weitergebracht, wenn du zur Betrügerin geworden wärst? Hätte es deine Ehe gerettet?

            Du bist an einem anderen Punkt im Leben als dein Mann. Du setzt deine Prioritäten anders als er und du hast eine existenzielle Erfahrung gemacht, die dein Mann so nicht erfahren hat. Er hat dir beigestanden, solange er es für nötig errachtete. Und jetzt trennen sich die Wege.

            Du bist im Moment verbittert und wütend, das verstehe ich, das ist dein gutes Recht.

            Nur bringt es dich - längerfristig - nicht weiter.

            "Man kann dich in so was auch rein steigern und darüber vergessen was man schon hat."
            Ja, kann man. Das gilt auch für dich. :-)

            Sei wütend. Eine Zeitlang. Und dann geh weiter.

            • (13) 07.04.16 - 09:28

              Ich habe das Ganze schon einem Anwalt übergeben und die Schlösser austauschen lassen.
              Ich werde es ihm nicht leicht machen.

              Er bekommt nichts aus der gemeinsamen Wohnung.

              Auch unseren Hund werde ich behalten.
              Ich kann die Scheidung eine ganze Zeit lang raus zögern und das werde ich auch tun.
              Frühestens in 3 Jahren wir er das durch bekommen.

              Uns: ich will Geld von ihm.
              Ich werde ihn ausnehmen wie eine Weihnachtsgans, ich kann nicht arbeiten und er musste Unterhalt zahlen.

              Ihm wird kein Geld mehr bleiben für noch ein Kind.
              So lasse ich nicht mit mir umgehen.
              Mein Anwalt ist Gott sei Dank jemand der bereit ist alle Register zu ziehen.
              Und mein Mann wird seine Lektion lernen müssen.

              Er hat im Moment nicht mal eine Hose zum Wechseln weil ich ihn nicht rein lasse.
              Er wird dafür wohl die Polizei bemühen müssen. ..eher kommt er hier nicht rein.

              • du hast geschrieben, dass er selbst krank ist und zur Dialyse muss. Also das ist ganz schön verantwortungslos da noch ein Kind zu wollen. Weiß nicht ob er noch eine Frau findet, die ein Kind mit so einem kranken Mann zeugen möchte. Ich kann wetten, dass er das früher oder später merkt und irgendwann um Verzeihung bittet. Eine "gute Partie" als potenzieller Mann und Vater ist er in jeder Hinsicht nicht mehr. Kopf hoch:-)

                Du beschreibst die Handlungsweise deines Mannes als erbärmlich.
                Du scheinst aber kein Stück besser zu sein, ganz im Gegenteil.

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