Seitensprung verzeihen, geht das?

    • (1) 11.04.16 - 09:16

      Hallo an alle,

      Ich bin es noch einmal (http://m.urbia.de/forum/27-trennung/4751535-schwanger-und-mann-trennt-sich-verzweifelt).

      Je mehr Zeit vergeht, desto mehr kommt ans Licht. Mein Mann, der mir (24.SSW mit dem 2. Kind) Donnerstag eröffnete, dass er sich nicht mehr sicher sei und nicht wüsste ob er mich noch liebe, scheint darüber hinaus schon länger Gefühle für seine Arbeitskollegin zu hegen und war wohl auch eine Woche zuvor mit ihr im Bett. Er hat mich diesbezüglich über Monate belogen: wenn er sich mit ihr traf, wenn er angeblich am Wochenende arbeiten musste, nur um ihr bei ihrem Dienst zu helfen.

      Dennoch ist er nicht ausgezogen. Er Will erst einmal einen Termin zur psychologischen Beratung wahrnehmen, sodass er überhaupt weiß, was er will. Die letzten Tage war er hier, ob aus Mitleid, Versntwortungsgefühl oder echter Zerrissenheit, ich weiß es nicht. Ich selbst bin wie gelähmt. Alles wechselt sich ab: Hoffnung, Trauer, Wut, Enttäuschung, der Gedanke, dass ich ihn liebe und auch diese Zeit mit ihm überstehen will.

      Im ersten Moment, als er mit der Wahrheit heraus rückte, war ich erleichtert und dachte, ich kann den Seitensprung evtl. verzeihen. Jetzt muss ich aber immer öfter daran denken. Er ist arbeiten und das Kopfkino steht nicht still, obwohl er versprochen hat keinen Kontakt zu suchen, bis er sich über UNS im Klaren ist.

      Ich möchte ihm diese Entscheidung ungern abnehmen indem ich die Beziehung beende, auch, wenn ich selbst nicht genau weiß, ob und wie es weiter gehen könnte.

      Jetzt stellt sich mir natürlich immer wieder die Frage, ob so ein Vertrauensbruch überhaupt verzeihlich ist?!? Wie wäre das bei euch? Habt ihr in einer Beziehung vielleicht eine ähnliche Krise überstanden? Oder mache ich mir etwas vor und reite seit Tagen einen Toten Gaul?

      Sorry für den langen Text, aber schreibt mir, egal was euch dazu einfällt, ich bin über jede Ablenkung dankbar, ich werde sonst noch irre hier!

      LG Eure Joeri

      • Ich denke, ob der Vertrauensbruch verzeihlich ist hat viel damit zu tun, wie dein Mann nun weiterhin mit dem Ganzen umgeht.

        Wenn er das Ganze nimmt, um mit Hilfe von außen oder auch alleine einen Weg zu finden, dass ihr wieder zueinander findet, dann denke ich, kannst du auch verzeihen.
        Vergessen wirst du es sicherlich niemals.

        Wenn er nun aber rumeiert, die andere doch noch heimlich trifft, sich komisch verhält und du einfach dein Misstrauen nicht los wirst, anfängst zu schnüffeln, weil du ahnst, dass im Hintergrund immer noch mehr läuft als sein sollte, dann wird es eine Endlosschleife, die dich mürbe machen wird.

        Ich an deiner Stelle würde nicht ihm die Entscheidung überlassen, ob er gehen will oder nicht. Triff du erstmal für dich die Entscheidung, ob du dich auf den Kampf einlassen möchtest. Wenn du dazu "ja" sagen kannst, dann erst ist von Belang, ob er eure Beziehung auch weiterführen will.

        Vielleicht wäre es auch gar nicht so verkehrt, für eine Weile eine räumliche Trennung herbeizuführen, damit ihr zur Ruhe kommen könnt und er merken kann, ob ihr ihm fehlt oder nicht. Manchmal merkt man ja erst, dass etwas fehlt, wenn es nicht mehr da ist.

        Aber : überstürze nichts. Was immer du für einen Weg gehen möchtest, lass dir Zeit, diese Entscheidung zu treffen.

        Alle Gute

        Hezna #klee

        • Danke für deine Antwort,
          Das Schreiben hier hilft mir definitiv, meine Gedanken weiter zu sortieren.

          Ich habe für mich beschlossen, diesen Weg zu gehen, da ich die Auseinandersetzung mit ihm benötige um wenigstens ansatzweise zu begreifen. Ich brauche die Auseinandersetzung mit ihm, das war die Grundvorraussetzung, damit er hier bleiben darf. Ich versuche jetzt das zu tun, was mir weiter hilft. Und noch bin ich Willens nicht alles hin zu schmeißen. Ob es klappt- wer weisß?!?

      Hallo Du fühl Dich erstmal gedrückt, denn das was Du jetzt durchmachst ist nicht leicht und das zudem auch noch in den anderen Umständen.
      Dein Mann ist sich nicht sicher... nunja sicher war er sich schon als er sich in die Kollegin versenkte...
      denn das macht man wissendlich und willendlich, ich geh mal davon aus das DU garantiert nicht mit dem Gewehr im Anschlag hinter ihm gestanden hast und ihn dazu gezwungen hast.
      Meistens läuft das so ab, man ist auf der Arbeit hat viel da zu tun und unter den Kollegen unterhält man sich zwangsläufig auch mal über privates....
      Wenn es dann noch bei Euch Krach gegegben hat und er eh son Typ marke Mundfaul ist ( wohl gemerkt daheim nicht bei anderen) und jene Kollegin ihm zu gehört hat und ihn vielleicht auch noch ein bisschen angehimmelt.. dann fühlte er sich als King Larry...tja und weil das so schön ist jemanden um sich zu haben der einen ja so Toll und super hält dann fällt man leicht in die Rolle des Opfers mit der Drachenehefrau zu Hause...und weils so schön ist das man ja soooo bedauerd und getröstet wird nimmt man das Sexuelle auch gleich mit weil Ehefrau aufgrund der vermeintlich daheim herrschenden miesen Stimmung ja so böööööse ist...
      Das das Selbstbetrug vom Kerl ist hat der noch nicht geschnallt....egal.. ist nur ne Erklärung für Dich warum und wieso .. denn so eine Erklärung bekommt man von einem Mann nicht sofort( wenn überhaupt) -----
      Auch wenn Du nicht die böse sein willst, verweise ihn des Hauses, zumindest für eine Zeitlang... denn er hat sein "Gewissen" erleichtert und fühlt sich quasi frei und fordert Dich damit auf das so hinzunehmen wie es ist...und am punkt Null Vor dem Scheiß nahtlos anzuknüpfen und weiter zu machen....
      Du brauchst Zeit für Dich, gerade jetzt in dieser Situation, er kann dann diese Zeit der Abstinenz vond er Familie nutzen um zu beweisen das er sich anfängt zu festigen und erkennt was er wirklich will... denn im Moment hat er beides, die Ehefrau daheim, die kocht, putzt und wäscht..und da ist dann noch jene Kollegin die er sich bestimmt warm hält...
      Ich weiß es ist schwer, aber wenn er länger noch daheim ist kannst Du nicht aus deinem Gefühlswirrwar heraus und anfangen klar zu denken....was DU eigentlich willst....

      Ich erzähl Dir das mal wie das bei mir war:

      Mein Mann und ich waren mitten in der Übungsphase zum gemeinsamen Nachwuchs...
      da wir immer Spaß am Sex haben war es für mich eigentlich eine sehr schöne Zeit...und ich dachte für ihn auch....weil wir eben aus unseren vorherigen Beziehungen jeder ein Kind mit in unsere Ehe gebracht haben war für uns kalr wir möchten gerne gemeinsamen Nachwuchs.
      Tja und mittendrin wurde ich krank, bekam eine Blasenentzündung nach der anderen....ab Oktober hatte ich quasi jede Woche ne Entzündung.. mein Doc schickte mich zum Urologen im Nov....Schwanger werden unter Antibiose ist ja nicht soooo sinnvoll...mein Mann war mit, weil ich das nun wissen wollte ob bei uns ein Pingpong effekt herrschte... wir waren in einer Gemeinschaftspraxis jedoich bei unterscheidlichen Ärzten...im gespräch sagte mir der Urologe ich würde mich richtig verhalten was abputzen und Intimpflege anbelangt, und da machte es auf seinem PC pling ann das Untersuchungsergebis meines Mannes sei da... da wurde das Gesicht finster der PC aus meinem Blickfeld gedreht.. und ich bekam ne Hammer Antibiose verordnet...mein Mann jedoch nicht...okay.. dachte sich soll dann wohl so sein....
      Tja im Frühjahr des darauffolgenden Jahres wurde ich schwanger... und hatte da auch immer wieder mal mit Infektionen zu kämpfen und unter anderem Streptokokken des Typus A...( Nicht gut für Schwangere) Ostersamstag des folgejahres nach der Schwangerschaft bekam ich dann alles heraus....
      Der Zufall brachte es ans Licht...mein Mann räumte seinen Aktenkoffer aus und schmiss alles Alte raus...unter anderem das gleiche Medikament wie ich damals vor der Schwangerschaft bekommen hatte....
      Ich fragte nach, eine Erklärung bekam ich nicht...stattdessen wurde auf Angriff gegangen...ich hätte paranoia. etc...
      Ich hab es da gut sein lassen dachte mir aber meinen Teil und habe dann auf mein Bauchgefühl vertrauend geschnüffelt ( ich weiß soll man nciht aber wenn mein Bauch anfängt mir zu sagen ähhh da stimmt was nicht geh ichdem nach) tja und ich bin dann recht schnell fündig geworden... er war im Bordell genau an dem einzigen Abend an dem ich aus dem Haus war mitten in unserer Übungsphase....wenn ich daran zurück denke, wir hatten an diesem Abend auch noch Sex miteinander...könnte ich kotzen...er war kurz vorher bei einer Prostituierten und hatte nur wenige Stunden später mit mir Sex...
      Ich hab alles in Frage gestellt....und ihn damit konfrontiert...ich habe mit ihm gesprochen.. eine plausible Erklärung für sein Verhalten konnte er mir nicht geben...warum er das getan hat, wieso gerade da wo ich dachte es sei alles in Ordnung und vorallem wenn man weiß möchte ein Kind wieso gerade dann?
      Die Antwort dazu war ein Schulterzucken.... der nächste Tag war die Hölle... wir hatten das Haus voller Gäste.. er meinte da einen auf Superdad machen zu müssen...ich sagte ihm in einem stillen Augenblick schauspielern braucht er nicht und er kann mal ganz kleine Brötchen backen...denn das ist noch nicht durch...
      Wir haben in getrennten Zimmern geschlafen, ich habe ihm viele Fragen gestellt die er alle beantwortet hat auch wenn es ihm sichtlich zuviel wurde und er genervt war... ich habe immer zu ihm gesagt.. eh ICH muss damit fertig werden wenn die Ehe noch nen Sinn haben soll dann hat er sich dem zu stellen ansonsten kann er gerne gehen...dann verliert er eben alles Haus, Frau und Kinder...denn ER hat sich in einer anderen versenkt nicht ich... er hat den Fehler gemacht...und er hat mich in gefahr gebracht.... ich wurde ja in der Schwangerschaft getestet auf HIV und div, Krankheiten habe das aber zur Kontrolle nochmals durchführen lassen... er musste das ebenso und diesmal war ich mit dabei bei der Besprechung...
      Ich habe laaaaaaaannnngggggeeee gebraucht ihm zu verzeihen, vergessen kann ich es nicht.. jedoch ist er mir als Mensch und Vater sehr wichtig....Fehler macht jeder im Leben... EINMAL gestehe ich ihm diesen Fehler zu...aber sollte er das nochmal machen bin ich weg..,das weiß er....WER weiß denn was ich mal tun werde? Ich kann nicht sagen ich werde das NIE tun... davon kann sich keiner Freisprechen....aber Wiederholungen lasse ich nicht gelten...
      Wir haben daraus gelernt, den anderen nicht für Selbstverständlich anzusehen, sondern das dieser Mensch trotz allem auch Bedürfnisse hat die Gehör finden wollen und sei es eben nur das das sich Aufmerksamkeit nennt....
      Ich nehme mir Bewußt Zeit für meinen Mann und rede mit ihm auch über andere Dinge wie Kinder, Arbeit und was wer wie wo zu erledigen hat....eben auchüber seine Wünsche, Gedanken, Befürchtungen, Politik( ähhhh gäähnned langweilig für mich) Sport etc...er macht es ebenso.. wir bemühen uns immer umeinander .. das ist anstrengend und nicht immer leicht.. gerade dann nicht wenn die Kinder krank, man selber tod müde ist.. es müssen ja nicht stunden gespräche sein aber 5 min...verändern vieles, denn es macht dem anderen deutlich man schätzt einander....
      Interessanter Weise ist mein Mann seit diesem Seitensprung von ihm und meinem Wissen davon ( ich weiß nur von dem einen ) sehr darauf bedacht das mir kein anderer Mann zu sehr schöne Augen macht...ohne das er gleich aktiv wird....

    • (5) 11.04.16 - 11:12
      Entscheidung nicht möglic

      Weißt du es heißt immer wenn widersprüchliche Gefühle aufeinandertreffen wie zB Wut -liebe ,Trauer -Hoffnung,....ist man blockiert und kann keine Entscheidung treffen.
      Ich denke es ist wichtig dass du deine Gefühle sortierst.
      Nur dann hast du die Möglichkeit etwas zu ändern. Ob jetzt verzeihen oder beenden sei dahingestellt.....Dee das ist eine sehr persönliche Entscheidung.
      Vielleicht brauchst du Abstand um deine Gefühle zu sortieren vielleicht schaffst du es mit externer Hilfe. Denkens darüber nach was du brauchst.
      Lg

      (6) 11.04.16 - 12:27
      Ich-sehe-es-anders

      Ich schreibe es immer wieder gerne, auch wenn es keiner hören will und es für Empörung sorgt.

      Nicht das Fremdgehen ist das Problem, sondern ein aus meiner Sicht falsches Verständnis von Monogamie. Aber ich gebe zu, ich bin fast 60 Jahre, dass ich das in jüngeren Jahren auch nicht geschrieben hätte, was ich heute schreibe.

      Der Mensch hat Verwandschaft zu Affen und die meisten Affenarten sind von natur aus nicht monogam. Auch 97 % der Säugetiere (das kann man in entsprechenden Fachliteratur nachlesen) sind nicht monogam. Auch der Mensch ist kein rein monogames Leben. Mind. 90 % der Menschen geben zu, dass sie auch mal fremd denken und da fängt ja für viele Menschen schon der Betrug an.

      Wir haben jedoch die Monogamie von Kindesbeinen "gelernt" und dies als "normal" in unser Leben integriert. Und Fremdgehen wird in der Presse und in jedem Film als schlimm dargestellt.

      Ich wurde vor 30 Jahren auch betrogen. Mir hat das den Boden unter den Füßen weggerissen und ich kam über den Betrug lange nicht hinweg, habe aber verziehen.

      Kürzlich sah ich eine TV-Sendung mit einer bekannten deutschen Sängerin, die auch im fortgeschrittenen Alter ist. Sie erzählte, dass ihr Ex-Mann sie betrogen hat. Sie hätte sich damals sofort getrennt; es sei der größte Fehler ihres Lebens gewesen. Ihr Ex-Mann sei ein so toller Mann gewesen, ein liebevoller Vater, einfach ein toller Mensch und sie könnte sich heute ohrfeigen, wegen so ein bißchen Sex alles hingeworfen zu haben.

      Mein Kommentar soll jetzt nicht das Fremdgehen als normal darstellen, aber vielleicht benötigt man einige Lebensjahre an Reife es anders einzuschätzen.

      • Hallo und danke für deine Antwort,
        Ich schreibe gleich auch noch etwas zur allgemeinen Situation, möchte aber hier noch einmal speziell etwas zu schreiben.

        Witzigerweise, bzw. Unerwarteterweise ist der Betrug als solches (also der reine Sex) nicht das für mich wirklich schlimme. Es kratzt an meinem Selbstwertgefühl ja. Aber was mich so traurig und wütend macht ist vielmehr der innere Betrug, die Lügen - und das über Wochen, Monate. Die Feigheit seinerseits, nicht mit offenen Karten zu spielen und der Versuch, dieses Spiel weiter Zu treiben, bis ich ihn festgenagelt habe, mit mir zu reden.

        • Mit diesen Gefühlen bist Du nicht allein, mir ging es damals genauso. Der eigentliche Sex.... das war nicht das schlimmste, nein.

          Das man rückwirkend die ganze gemeinsame Welt in Frage stellt, weil man dermaßen angelogen wurde und was vorgemacht bekam - das war das Schlimme. und den eigenen Partner den man liebt nun in völllig neuem Licht zu sehen, einerseits so feige, andererseits so abgebrüht so etwas zu tun, einem "anzutun" ebenfalls.

          Damit muss man erstmal klar kommen.. #liebdrueck

          Lichtchen

          (9) 12.04.16 - 11:20

          das sehe ich anders.

          jeder, auch verheiratete, hat ein anrecht auf privatsphäre. diese darf er/sie schützen, auch mit lügen. man muss sich in einer beziehung nicht aufgeben, man darf geheimnisse haben. wir alle lügen täglich viele, viele male, nicht nur gegenüber unserem partner/in, sondern auch gebenüber freunden, kollegen, vorgesetzten. und das ist gut so, erhalten lügen in vielen fällen den öffentlichen frieden.

          was hätte ich davon meinem chef ehrlich zu antworten, dass er eine nulpe ist? meiner frau zu sagen, dass sie eindeutig mehr dick ist?

          die von vielen hier verlangte ehrlichkeit ist eine illusion, die viele einfordern und wenn sie sie bekommen, empört und wütend sind.

          und auch ich halte das ehezölibat für total überholt.

          • (10) 12.04.16 - 11:59

            wir alle lügen täglich viel Male????

            also, seit Jahren, seit vielen Jahren übe ich mich darin, ehrlich, respektvoll und authentisch zu sein - mir und den anderen gegenüber. Und ich kann sagen, dass ich seltenst lüge (ich kann mich gerade nicht daran erinnern, möchte es aber nicht ausschliessen).

            ob der Chef eine "nulpe" ist oder nicht: ich sehe, was er kann, worin seine Stärken sind und in welchen Bereichen er sich schwer tut. Wenn es nötig ist, sage ich etwas. Und wenn es Bereiche betrifft, die ich besser lasse, dann halte ich mich da raus. Und man kann Dinge auch diplomatisch vermitteln, ohne dass der andere sein Gesicht verliert.

            Mein Mann verträgt die Wahrheit...

            streng genommen haben wir alle unsere Stärken und Schwächen. deswegen muss man niemanden verurteilen. aber man kann Wege suchen, die verbinden und mehrere Leute stärken.

            wenn ich das "ehezölibat" überholt finde, kann ich das in der Beziehung klären und die Konsequenzen abstimmen. dazu muss man nicht lügen und dem anderen etwas vormachen.

            du hast echt krasse Ansichten, was das Lügen betrifft...

            • (11) 12.04.16 - 12:15

              "und man kann Dinge auch diplomatisch vermitteln, ohne dass der andere sein Gesicht verliert."

              selten eine so schöne umschreibung für lügen gelesen. könnte von meiner schwester stammen. aber es bleiben lügen. und vor meinem chef, selbst wenn er eine nulpe ist, habe ich soviel respekt, das ich ihm nicht "die wahrheit" sage. dazu fehlt mir übrigens auch komplett das mandat.

              ich unterstütze dein anliegen dir gegenüber ehrlich zu sein. wenn diese ehrlichkeit dann auch positive konsequenzen hat, umso besser.

              auch deine anmerkung zum ehezölibat halte ich für richtig: viele paare reden nämlich überhaupt gar nicht darüber, wie sie sich eine beziehung vorstellen. da könnten doch von anfang an soviele missverständnisse ausgeräumt werden!

              hat dein mann soviele fehler, die er von dir erläutert bekommen muss? der arme! dabei versuche ich doch immer, meinen partner (und auch die partnerschaft) möglichst positiv zu sehen. also ich versuche ehrliches feedback hauptsächlich nur dann zu geben, wenn es von meinem partner verlangt wird. gelingt mir ehrlicherweise nicht immer, im streit rutscht dann schon mal "die wahrheit" raus.

              meines erachtens ist einer der gründe, wieso der partner der TE fremd gegangen ist, die TE selbst. sie hat im nestbautrieb und konzentration auf ihre schwangerschaft einfach ihren partner und seine bedürfnisse vergessen. klar, auf schwangere muss ganz, ganz viel rücksicht genommen werden, aber was ist mit dem erzeuger? da geht es ja nur noch um die schwangerschaft, sie selbst schreibt ja, das das babyzimmer - total unnötig - ja vor der geburt fertig sein muss. hätte sie sich doch auch mal um ihren partner gekümmert.

              • (12) 12.04.16 - 12:25

                dein Schreiben ist provozierend und z.T. so interpretierend, dass der weitere Text auf Unterstellungen und Annahmen beruht.

                ist das dein Stil?

                Natürlich habe ich meinen Teil dazu beigetragen. Wir haben beide Fehler gemacht und Vieles ist ungesagt geblieben, schon vor der Schwangerschaft. Was unterm Strich bleibt, ist die derzeitige, beschissene Situation. Irgendwie muss es weiter gehen, was nicht ganz einfach ist angesichts der Tatsache, dass ich manchmal immer noch nicht weiß, ob sich mein Kopf noch auf meinem Hals befindet...

                (14) 12.04.16 - 16:40

                Ooooh man(n)....da ist ja jedes Thekengespräch geistreicher...#niko

                Es war einmal, ein Äpfelchen und ein Birnchen, diese wurden ständig verglichen, aaaaber ....#aha

          Sorry, aber so etwas kann man auch nur unter einem Schwarznick schreiben #klatsch Mir wäre das auch zu peinlich mit meinem offiziellen Nick #rofl

          Wenn du das Ehezölibat für überholt hälst, dann hoffe ich, dass du nicht verheiratet bist. Jedem das seine, sage ich da nur...

          Wenn du jedoch verheiratet bist, dann sollte man so fair sein und seine Ansichten auch dem Partner mitteilen. Wenn man das tut, dann spielt man mit offenen Karten und alles ist gut. Wenn nicht, dann ist man meiner Meinung nach nur feige, die Konsequenzen zu tragen.

          Aber gerade in einer Beziehung, die auf Vertrauen basiert, sollte es doch möglich sein, offen miteinander zu reden?! Was ist denn das bitte für eine Beziehung, wenn ich meinen Partner in so wichtigen Dingen anlüge, nur damit er Ruhe gibt bzw. ich meine Komfortzone nicht verlassen muss? #kratz

          Vor allem, wenn ich genau weiß, was mein Partner davon hält. Wenn mein Partner fremdgehen nicht toleriert und sich deswegen trennen würde, dann ist das doch seine freie Entscheidung! Wenn ich also Fremdgehe, dann muss ich mit den Konsequenzen leben und nicht wie ein Kleinkind versuchen alles zu verschleiern, damit ich glimpflich davonkomme #kratz

          Wenn man "mannsgenug" ist fremdzugehen, dann sollte man doch auch "mannsgenug" sein, mit offenen Karten zu spielen, oder nicht? #kratz Und da mache ich kein Unterschied, ob der Mann oder die Frau fremdgeht...

    >>Der Mensch hat Verwandschaft zu Affen und die meisten Affenarten sind von natur aus nicht monogam<<

    Da frage ich mich doch, wo das Problem unserer Evolution ist #kratz Wir Menschen sollen uns aus den Affen heraus entwickelt haben. Wir haben gelernt zu schreiben, zu lesen, uns die Fingernägel zu schneiden usw. Aber beim Thema "Monogamie" hat die Evolution einfach mal aufgehört? #kratz

    Für mich sind das leider alles "Ausreden" a la: Wir müssen unsere Gene weitergeben usw. Wir schleifen unsere Werkzeuge heute doch auch nicht mehr an Steinen, oder? Oder müssen unser Essen horten, weil es im Winter nichts mehr gibt? In allen Lebenslagen hat sich der Mensch angepasst. Aber in der EINEN Sache nicht?! Wäre doch schade, oder nicht? #kratz

    Für mich sind diese Versuche einer Argumentation eher ein "Herauspicken der Rosinen". Ich stimme dir zu, dass jeder den Begriff der "Treue" anders sieht. Der eine kann das gut trennen (S*x und Liebe), für den anderen gehört das zweifellos zusammen.

    • (17) 12.04.16 - 13:53
      Ich-sehe-es-anders

      Ich habe auf meinen Beitrag keinen Beifall erwartet, da ich mit meinen Kommentaren nicht selten anecke, da ich nicht zu den gesellschaftlichen Normaldenkern gehöre, nur weil es meine Umwelt von mir erwartet.

      Es ist nach jahrelangen Analysen aus Umfragen und vielen Gesprächen mit Menschen über das Thema Treue oder Untreue m e i n Ergebnis.

      Der Mensch hat sich tatsächlich beim Thema Treue nur bedingt weiter entwickelt. Alle Umfragen bestätigen, dass gaaaanz viele Menschen zumindest fremd denken. Viele tun es, kaum einer gibt es zu, weil es halt ein gesellschaftliches Tabu-Thema ist.

      Wer glaubt, dass nur wenige Menschen fremd denken und fremd gehen belügt sich selbst. Damit will ich es nicht gutheißen, sondern einfach mal die Tatsachen auf den Tisch legen.

      • >>da ich nicht zu den gesellschaftlichen Normaldenkern gehöre, nur weil es meine Umwelt von mir erwartet.<<

        1. hat das überhaupt nichts damit zu tun, dass ich zu den "gesellschaftlichen Normaldenkern" gehöre, nur weil ich den Treuebegriff anders fasse! 2. Viele in meinem Umfeld fassen den Treuebegriff anders auf als ich. Und? D.h. nicht, dass ich mich danach richte, was von mir erwartet wird. Ich lebe so, wie ICH es möchte und gutheiße...

        >>Wer glaubt, dass nur wenige Menschen fremd denken und fremd gehen belügt sich selbst.<<
        "Fremddenken" und "Fremdgehen" sind für mich zwei paar Stiefel #nanana Denn beim Fremddenken schade ich noch niemandem. Beim Fremdgehen ggf. schon, wenn mein Partner eine andere Vorstellung vom Treuebegriff hat...

        Wenn sich zwei Menschen mit derselben Einstellung dazu finden, dann ist das super. Wenn nicht, dann ist das problematisch. Da stellt sich dann die Frage, ob eher auf die Gefühle des Partners geachtet wird oder die eigenen Bedürfnisse zuoberst stehen...

        Und die Tatsachen sind mir hinreichend bekannt. Dennoch bin ich der Meinung, dass ein Mensch kein Opfer seiner Triebe ist, sondern immer eine Wahl hat.

        • (19) 12.04.16 - 15:29
          Ich-sehe-es-anders

          Ich bin i.w. bei Dir. Wenn beide Partner das gleiche Verständnis für Treue und wie sie gelebt wird haben, ist das nahezu optimal.

          Das Thema geht aber über das "Opfer seiner Triebe" doch hinaus. Nicht selten und das sieht man auch in vielen Threads hier, liegen beide Partner bei der Quantität und Qualität nicht überein.

          Nicht selten nutzt sogar ein Partner seine "Macht" über den Sex zu definieren. Ich habe keine Lust und dann hast Du (Partner) auch keine Lust zu haben. Auch gerade deshalb und da kenne ich persönlich einige Beispiele in meinem Umfeld und zahlreiche hier im Forum, frage ich mich häufig: Was soll den der lustvolle Partner machen? Und auch deshlab habe ich inzwischen ein anderes Verständnis zu Treue und Untreue.

          Ein abendfüllendes Thema....

          • >>Nicht selten nutzt sogar ein Partner seine "Macht" über den Sex zu definieren. Ich habe keine Lust und dann hast Du (Partner) auch keine Lust zu haben. Auch gerade deshalb und da kenne ich persönlich einige Beispiele in meinem Umfeld und zahlreiche hier im Forum, frage ich mich häufig: Was soll den der lustvolle Partner machen?<<

            Ich frage mich immer wieder, warum "Trennung" hier anscheinend nie eine Alternative ist? #kratz

            Wenn mein Partner S*x nutzt, um seine Macht zu demonstrieren und mich "am langen Arm verhungern lässt"... möchte ich dann mit so einem Menschen noch zusammen sein? #kratz

            Und Argumente wie "Naja, aber sie/er ist eine gute Mutter/ein guter Vater" etc. zählen für mich nicht. Denn ich kann auch eine gute Mutter bzw. ein guter Vater sein, wenn ich getrennt von meinem Partner lebe.

            Meiner Meinung nach möchte man sich nicht trennen, weil man seine Komfortzone nicht verlassen möchte. Man wäre evtl. finanziell eingeschränkter, müsste sich eine Wohnung suchen, evtl. auch einen neuen Freundeskreis usw.

            Das hat doch eher was mit "Bequemlichkeit" und dem "Ich möchte die Konsequenzen meines Tuns nicht tragen" zu tun, oder nicht? #tasse

            • (21) 12.04.16 - 18:32
              Ich-sehe-es-anders

              *Meiner Meinung nach möchte man sich nicht trennen, weil man seine Komfortzone nicht verlassen möchte. Man wäre evtl. finanziell eingeschränkter, müsste sich eine Wohnung suchen, evtl. auch einen neuen Freundeskreis usw. Das hat doch eher was mit "Bequemlichkeit" und dem "Ich möchte die Konsequenzen meines Tuns nicht tragen" zu tun, oder nicht? *

              100 % Zustimmung. Das hat häufig auf beiden Seiten etwas mit Bequemlichkeit zu tun.

              Hier der/die Lustlose, die/der den Partner(in) verhungern lässt, aber gern die anderen guten Dinge der Partnerschaft genießt und auf der anderen Seite der/die Lustvolle, die nicht auf Sex verzichten will und es sich dann extern sucht.

              Natürlich wäre Trennung ein Weg. Beide wollen jedoch nicht aus der Bequemlichkeitszone heraus. Und nicht selten wird das Fremdgehen des Partners sogar akzeptiert.

              Und dann gibt es zig-Argumente. Keine Trennung aufgrund der Kinder, finanzielle Einschränkungen, Änderungen im sozialen Umfeld und noch viele mehr. Da ist es dann einfacher Sex, sich extern zu suchen.

              Du bist sehr konservativ eingestellt, was ich auch gar nicht verurteilen will. In jüngeren Jahren ist da für mich auch eine Welt zusammen gebrochen, heute sehe ich das Thema halt relaxter. Ich lebe heute mit meinem Partner offen, weil wir vom 1. Moment an offen mit dem Thema umgegangen sind. Wir wollten uns gar nichts versprechen, was wir nicht halten können und wollen. Es muss nicht sein, aber wenn, ist es kein Weltuntergang.

              Nur noch eins, da Du in einem Beitrag geschrieben hast, die "Männer sind Opfer ihrer Triebe"... Aber auch nicht wenige Frauen genießen mal fremde Haut. ;-)

Auch im hohen Alter soll man sich ja weiterbilden, also hier mal ein Artikel, der sich mit dem Thema befasst. Wobei noch anzumerken ist, dass das Thema Monogamie in der Wissenschaft eher kein weit verbreitetes Forschungsgebiet ist. Somit kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, dass dieses "wissenschaftliche" Argument öfters mal herangezogen wird.

http://www.spektrum.de/magazin/evolutive-ursachen-der-monogamie/820777

Übrigens teilen wir mit Mäusen ca. 95% unseres Erbgutes, heißt das jetzt, dass ich beim Anblick einer Katze in Panik verfallen sollte und von Morgens bis Abends Käse essen will?

  • (23) 12.04.16 - 18:07
    Ich-sehe-es-anders

    Danke für den Artikel. Der widerlegt aber jetzt nicht was ich schreibe ;-). Nein, wissenschaftliche Untersuchungen gibt es (leider) bei Menschen nicht dazu. Einige Umfragen, einige Schlussfolgerungen, einige Statistiken.

    Ich befürchte, dass aber auch wissenschaftliche Untersuchungen das Thema nicht unbedingt so aufhellen würden, da die wenigsten Menschen offen und ehrlich über das Thema sprechen.

    • Es ging auch gar nicht darum Deine These zu widerlegen, sondern vielmehr darum darzulegen, dass es Deinem vorgebrachten "wissenschaftlichen" Argument im Grunde an einer soliden wissenschaftlichen Grundlage mangelt.

      Es hat eben auch viele Vorteile für weibliche und männliche Menschen zumindest für einen "Brutzyklus" (bis die Nachkommen sich selbst versorgen können) monogam zu leben und eventuell darüber hinaus.

      Naja, persönlich halte ich es so, dass jeder mit wem auch immer Sex haben kann, so lange alle damit einverstanden sind und jeder die freie Wahl hat, was auch eine umfassende Kenntnis der Situation erfordert.

      • (25) 12.04.16 - 19:30
        Ich-sehe-es-anders

        *Es hat eben auch viele Vorteile für weibliche und männliche Menschen zumindest für einen "Brutzyklus" (bis die Nachkommen sich selbst versorgen können) monogam zu leben und eventuell darüber hinaus.*

        Ohne Frage ist dies die normalste und wahrscheinlich auch beste, zumindest die gesellschaftlich anerkannste Form des menschlichen Zusammenlebens und sehr viele werden auch so leben, jedoch es klappt nur nicht immer so. Siehe TE und viele andere Threads hier.

        Wissenschaftlich ist das Thema nur begrenzt untersucht. Es ist eher meine eigene "Wissenschaft" auf vielen Gesprächen und aus vielen diversen Quellen und das Thema Sex etc. ist einfach sehr taburisiert und das Sex-Business ist ein Geschäft mit Milliarden Umsätzen. Keiner gibt es zu, aber viele tun es.

        *Naja, persönlich halte ich es so, dass jeder mit wem auch immer Sex haben kann, so lange alle damit einverstanden sind und jeder die freie Wahl hat, was auch eine umfassende Kenntnis der Situation erfordert. *

        Es wäre wohl der ehrlichste Weg. Das wurde hier ja schon häufig geschrieben.

        Die Menschen sind jedoch nicht immer ehrlich. Dazu gibt es verschiedene Gründe dafür. Bequemlichkeit, Verlustängste, der Partner soll es nicht wissen, dass man mal Lust auf einen Anderen hat (da er es auch nicht akzeptieren würde). Also, es gibt genug Gründe, warum es eher heimlich gemacht wird. Damit sage ich nicht, dass ich es gut finde.

        Ich war vor 25 Jahren auch bestürzt als ich betrogen wurde. Heute würde mich es nicht mehr bestürzen. Ich verstehe aber, dass viele die Monogamie "heilig" sprechen. So sind wir erzogen, es wird uns als normal vermittelt etc. Und da sind wir wieder am Anfang meines 1. Kommentars.

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