Ich trenne mich -vielleicht...

    • (1) 15.04.16 - 21:56
      ohje was jetzt

      Hallo, ich stehe am Wendepunkt. Die Böse bin zwar eigentlich ich, aber ich überlege trotzdem, wie alle aus folgender Situation möglichst glimpflich davon kommen:
      Ich habe mit 21 Jahren meinen Mann kennenlernt, mit 24 das erste Kind bekommen, mit 26 geheiratet. Inzwischen haben wir 3 Kinder, ein großes Haus, sichere Jobs... und ich überlege mit meinen mittlerweile 36 Jahren, ob das jetzt alles war. Mein Mann ist ein toller Vater. Als Partner war in den letzten Jahren sehr, sehr unaufmerksam. Wir lebten nebeneinander her, haben kaum Gemeinsamkeiten, sind nur Eltern. Die Partnerschaft ist schon seit einigen Jahren tod. Meine liebe zu ihm ist weg. An Trennung habe ich in den letzten Jahren immer mal gedacht, aber es nie durchgezogen. “So schlimm ist es ja alles nicht, sei doch nicht so egoistisch und glücklich mit dem, was du hast. Es könnte ja auch schlimmer kommen“, habe ich gedacht.
      Jetzt habe ich mich in einen anderen Mann verguckt und eine Affäre angefangen. Ich muss dazu sagen, ich kenne den anderen schon sehr lange, wir sind auf einer Wellenlänge. Es geht nicht nur um Sex, es sind Gefühle im Spiel. Ob es im Alltag passen würde, weiß ich natürlich nicht. Aber darum geht es eigentlich auch gar nicht.
      Mein Mann weiß davon. Ihm tut es sehr weh und dennoch versucht er jetzt alles, um die Ehe bzw. die Familie zu retten. Macht mir Geschenke, ist ständig präsent und will helfen etc. Mich nervt das eigentlich und mir wäre am liebsten, er würde gehen. Tut er aber nicht.
      Ich traue mich nicht die Trennung auszusprechen, weil ich nicht weiß, wie es weitergeht, weil ich damit die Familie zerstöre. Den Kindern den Vater nehme.
      Hätten wir keine Kinder, wäre ich ohne schlechtes Gewissen weg. Gäbe es den anderen nicht, würde ich bleiben, bis in ein paar Jahren vielleicht jemand anders da wäre...

      Mit meinem Mann kann ich mir einfach nicht vorstellen, im Alter zusammen zu sein und und was zu unternehmen. Vor 15 Jahren hat es mit uns gepasst, wir wollten beide Familie, hatten dieselbe Einstellung. Für mich passt es jetzt aber nicht mehr. Schon lange eigentlich nicht mehr.

      • (2) 15.04.16 - 22:35

        Wärest Du ein Mann, würde man Dich hier in Stücke zerreisen und Dir vorwerfen, keine Eier in der Hose zu haben und fremd gehen ist wohl das Letzte hier in diesem Spießerforum.

        Dir geht es wie vielen Partnerschaften/Ehen. Ehe ist doch das pure Glück (denkt man).

        Ist die Sicherheit und der Alltag erst mal da, passiert es schnell, dass man in einem Trott ist und ein Anderer hat dann leichtes Spiel (wenn man es zuläßt).

        Bleibt man, ist es halbherzig. Geht man, ist immer schlechtes Gewissen dabei, dem Ehemann und den Kinder gegenüber. Aber auch mit dem Anderen kehrt irgend wann der Alltag ein.

        Einen echten Tipp habe ich nicht. Lediglich für Dich der Hinweis, dass es vielen Ehen so geht und viele Menschen vor einer ähnlichen Entscheidung stehen. Ich stecke auch in so einer Situation.

        Ich verstehe nicht, was eine Trennung damit zu tun hat, Kindern den Vater wegzunehmen?!?

        • Klar muss das nichts miteinander zu tun haben. Aber ich kann gerade selbst aus eigener, leidvoller Erfahrung sagen, dass man seinen Kindern damit ersteinmal sehr weh tut. Egal, wie gut man versucht, die Situation für die Kinder zu gestalten.

          • Klar ist das für Kinder nicht lustig.

            Eine unglückliche Beziehung der Eltern mibekommen, in der fremdgegangen und dauernd gestritten wird, bzw. Eiszeit herrscht, ist für Kinder aber noch viel unlustiger.

            Wie ich selbst aus eigener, leidvoller Erfahrung sagen kann.

            Ende mit Schrecken verkraften Kinder wesentlich besser als Schrecken ohne Ende.

        (6) 16.04.16 - 08:37

        Nicht?

        Jetzt wenn die Kinder aufwachen ist der Vater immer da. Putzt sich mit im Bad die Zähne, sitzt mit am Frühstückstisch. Fährt die vielleicht zu Schule, ist jeden Abend dabei, schau mit fern, fragt wie die Schule war. Schimpft wenn man was blödes gemacht hat. Ist aber da, täglich, immer, ist einfach greifbar.

        Nach der Trennung wird er auch der Vater bleiben, klar, aber der Alltag wird nicht mehr da sein. Er wird alle 2 Wochen kommen und die Kinder mit in den Zoo oder zum schwimmen nehmen. Es wird ein Fernseher Abend geben mit Chips und Cola und viel Spaß. Und die restliche Woche wird er nicht da sein. Vielleicht sogar 2 Wochen.

        Dieses "man nimmt den Kindern den Vater nicht" ist eine schöne Theorie. In meinen Augen aber nur die Theorie.

        K

        • Der alte Alltag wird eben abgelöst von einem neuen Alltag.

          Es liegt allein in den Händen der Eltern, dass der Papa nach der Trennung nicht zum "alle-2-Wochen-und-dazwischen-Funkstille-Papa" degradiert wird.

          (8) 16.04.16 - 14:35

          Wie recht du hast!

          Immer diese Schoenrederei...wenn sich Eltern trennen, ist fuer Kinder schlimm, sehr schlimm.

          Klar ist staendiges Streiten etc auch nicht gut - aber da sollten die Eltern ansetzen, daran arbeiten, alles geben, um das hinzubekommen. Auch wenn es Verzicht und Kompromiss bedeutet. Wer Kinder in die Welt setzt, hat nunmal eine riesige Verantwortung. Es gibt so viele kaputte Familien.

          Diese Sprueche, lieber getrennte Eltern als unglueckliche, kommen ja meist von Getrennten, die ihr Gewissen erleichtern wollen. Man sollte an seinem Glueck arbeiten, fuer sich und gemeinsam.

    (10) 16.04.16 - 06:35

    Huhu mit dem anderen kommt aber auch schnell der alltag. Mein mann war und ist auch ein echter hingucker.

    Ich war auch in einer unglücklichen ehe und habe mich daraus gelöst.

    Sind nun 5 jahre zusammen und ja der alltag ist eingekehrt. Stress hier, stress da, da bleiben romantische gefühle schnell auf der strecke.

    An so einem dilemma sind immer beide schuld.

    Das was neu ist schimmert und glitzert aber wenn da erstmal der lack ab ist....

    Ich wünsche dir viel #klee

    Liebe TE,

    ich würde Dir raten um Deine Ehe zu kämpfen.

    In meinem Umfeld kenne ich nur einige wenige Frauen, die nach der Trennung von ihren (jetzt Ex-)Ehemännern glücklich geworden sind.
    Der Grund hierfür ist, dass sie sich selbst beruflich verwirklichen wollten und die entsprechenden Partner sich dieses Konzept für sich und ihr Leben nicht vorstellen konnten. Diese Frauen sind mit ihrem Leben überwiegend zufrieden.

    Wenn man sich für einen andernen Mann trennt, gibt eine mir unbekannte Chance glücklich zu werden.
    Hier lese ich immer mal wieder von glücklichen Zusammenführungen die auch lange Zeit halten.

    Allerdings kenne ich keine dieser Frauen in meinem realen Leben. In ihm sind viele Frauen heimlich sehr unglücklich, reden zwar nur selten darüber aber bereuen oft auch die Trennung. Vermissen ihren Partner und den Vater ihrer Kinder, das ganz normale Familienleben.

    Aktuell hast du eine Einstellung, die deine Ehe nicht mehr retten kann. Vielleicht gibst du Euch noch einmal eine Chance?

    • *es

      (13) 16.04.16 - 09:57

      Danke für deine Antwort.
      Der Punkt ist eben, dass ich mich nicht wegen den anderen trennen möchte. Er soll nicht der Grund für die Trennung sein. Ich muss herausfinden, ob mein Mann der Mensch ist, mit dem ich alt werden kann...
      Das Konzept er und ich hat mal gepasst. Aber mehr als Elternschaft ist da nichts mehr. Ich bleibe wegen der Kinder.

      Mit ist völlig klar, dass der andere auch seine Macken hat und irgendwann der Lack ab ist.
      Aber will ich ewig mit jemanden zusammenleben, den ich nicht liebe? Die intakte Familie nach außen, aber wie es mir dabei geht, ist egal? Damit kann ich mich nur schwer anfreunden.
      Ich möchte schon um meine Ehe kämpfen, aber mein Herz spielt da leider nicht mit.

      • In einer Ehe MÜSSEN BEIDE Seiten aufeinander zugehen und das jeden Tag neu....
        Klar ist das nicht einfach wenn Kinder Haus und die damit verbundenen Verpflichtungen einher gehen...
        ABER hast Du in der gesammten Zeit mal mit Deinem Gatten darüber gesprochen? Dem ernsthaft gesagt " Hör zu dies und das passt mir nicht, ich würde das gerne ändern, wie siehst Du das?Ich habe das Gefühldas die Ehe den Bach runter geht..wir sind ja nur noch Eltern ..."
        Da Du nichts davon geschrieben hast, geh ich mal pauschal davon aus das dem nicht so ist...
        Dein Mann versucht Dir nun all das zu geben was Du eigentlich haben wolltest die GANZE Zeit über....und jetzt von einem anderen bekommst...
        Das er das macht kann man ihm hoch anrechnen ... ICH hätte Dir die Tür gezeigt und gesagt :" Zieh aus zu Deinem Stecher bis Du weißt was Du willst..."
        Denn für mich liest sich das so als ob Du Dir das verdammt bequem machen möchtest...
        einerseits willst Du Dich nicht trennen...( Haus, versorgt sein , Kinder) und andererseits willst Du aber das Leben in vollen Zügen geniessen und eben das mit dem Neuen ....
        DAS FUNZT nicht....
        So wirklich lieben tust Du den wohl nicht, denn sonst wäre es Dir ja schlichtweg egal was andere denken und Du würdest Dich trotz aller Verpflichtungen für den Neuen entscheiden....
        Verwerflich finde ich es das Du anstatt um Deine Ehe zu kämpfen und da eine Veränderung reinzubringen, Dir lieber etwas anderes gesucht hast...( ist auch um längen einfacher als aus dem alten Trott auszubrechen)...
        Und da alles neue ja soo aufregend ist, ist das natürlich viiiiiiiiieeeeeeellllllllll besser als das was man hatte...
        Anstatt gemeinsam einen Ausweg zu finden, liest es sich für mich so als wenn Du nur darauf gewartet hast das Dein Gatte den Arsch bewegt und auf Dich zu kommt und Dir den roten Teppich ausrollt......
        Jetzt wo er um Dich kämpft und Dir zeigt das er immer noch Gefühle für Dich hat, NÖÖÖÖÖÖÖÖÖ will ich nicht er soll gehen ( am besten aus dem Haus, mich jedoch und die Kinder weiter finanzieren) damit ich mit dem neuen meinem Spaß haben kann....
        An Deiner Stelle wäre ich deinem Mann auf knien dankbar das er Dir noch ne Chance gibt und sei es auch nur um der Kinder willen....
        Setz Dich hin und mach Dir endlich klar was Du willst und dann zieh das durch....
        Wenn Du den anderen doch sooo liebst dann geh zu dem, ohne wenn und aber.....ABER halte die Kinder so weit wie möglich raus....
        Wenn Du und Dein Mann reden müsst, dann ALLEINE ohne die Kinder gleich zu involvieren...den ein Hin und Her ist nicht gut...
        Wäre ich an Deiner Stelle, würde ich den anderen zischen lassen, mich bei meinem Mann entschuldigen und ihm rede und Antwort stehen....
        Zudem würde ich das was geschehen ist zusammen mit ihm aufarbeiten....und mir die größt mögliche Mühe geben um dem zu beweisen und dauerhaft zu zeigen das man mir vertrauen kann....
        Das alles benötigt sehr viel Zeit und setzt vorraus das man das auch wirklich will....

        • (15) 16.04.16 - 17:05

          Toller Text! Wirklich!
          Man sagt doch immer so schön : zum Tango tanzen braucht man 2. Damit eine Beziehung/Ehe zerbricht gehören für mich auch immer 2.

          Ich finde die TE auch reichlich egoman..ich ich ich..er hat er hat er hat..was hat sie denn geleistet? Hast sie sich denn andersrum um ihren Mann bemüht? Vielleicht fühlte er sich in der Ehe auch ungeliebt von ihr aber poppt nicht gleich fremd.
          Dieses Ausgelutschte "er hat mich nicht mehr genug beachtet"..Kindergartenniveau! Und weil mir nicht mehr genug die Füße geküsst wurden, such ich mir n neuen Stecher. Mehr ist der andere langjährige ach so tolle Kerl doch nicht.

          Statt fremdzuf***** hätte sie mal ne Paartherapie vorschlagen können..dann hätte ihr Noch-Ehemann wenigstens gewusst dass es 5 vor 12 ist aber vermutlich hätte er es ihr von den Augen ablesen müssen was sie bewegt. Oder in seine Glaskugeln schauen müssen. Nur wer spricht, dem kann geholfen werden!

          Ich geb hier dir und guest Recht! Wäre ich der Ehemann hätte sie gehen können! Was will er mit so einer Frau? Die meint was "verpasst" zu haben? Nicht mehr mit der Kneifzange würde ich sie nochmal anfassen wollen geschweigedenn um sie "kämpfen" wollen. Soll sie gehen und glücklich werden! Aber sobald beim Stecher Alltag einkehrt und er vermutlich ebenfalls nicht mehr täglich mehrfach betäuert wie toll sie ist, wird er ebenfalls ersetzt..geht doch ratzfatz.
          Bin selbst noch recht jung denke ich (29) und seit 5 Jahren verheiratet (7 Jahre zusammen..also mit 22). Mein Mann war der 3te Mann in meinem Leben. Trotzdem denke ich nicht "mhm. .muss ich mich noch ausleben? Brauch ich mal n andren Pimmel?"..sorry..ist doch so. Entweder man sagt "Ja" zu einem anderen Menschen oder lässt es. Und sollte es Probleme geben sollte man REDEN oder sich andere Hilfe holen (Paartherapie).
          Sie erniedrigt und beleidigt ihn und will hier noch gutes Zureden und Kopftäscheln erhaschen. Ne ne. Das ist ne ganz widerliche linke Tour.
          "Was du nicht willst was man dir tut, das füg auch keinem andern zu!" Hoffentlich kommt es irgendwann zurück zur TE..und ihrem Mann wünsche ich dass er ne ganz tolle ehrliche Frau kennenlernt.

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