wofür das alles?

    • (1) 01.05.16 - 21:47
      frühlingsdepri

      Hallo!

      Hier geht's irgendwie um alles... beziehung, beruf, familie...
      Wahrscheinlich werden viele denken "ist die blöd!" #klatsch Aber ich weiß grad einfach nicht weiter...

      Ich bin damals aus der schule gekommen, abi in der tasche - und keinen schimmer, was ich mal machen will. Hab 1 jahr als föj gearbeitet (naja arbeite....) und hab dann eine lehre als tierarzthelferin angefangen. Könnte mir ja gefallen. Medizin war schon meins, aber da ich nicht die besten nerven hatte und schon als freiwillige im DRK alles falsch machte, waren tiere vielleicht ein guter Kompromiss.

      Ich ging mit viel engagement und fleiß an die ausbildung und war ruckzuck überfordert. Ich fing an tiere zu schlagen, habe meiner firma 15000 € schaden durch eine unachtsamkeit eingebracht...
      Dann wurde ich schwanger, stieg bald wieder ein und verbrachte nach 6 monaten erst mal 4 wochen in der psychiatrie. Gut. Abschluss geschafft, festanstellung in einer tierklinik gefunden. Ich kam mit dem Stress und dem schichtdienst nicht klar. Ich hab es so gehasst, an wochenenden oder feiertagen zu arbeiten und zu sehen, wie andere ihre freie zeit genießen!

      Ich kündigte und fing ein studium an. Was ich damit machen wollte, wusste ich nicht. Ich war nur neugierig auf das studium und hatte spaß daran, neues kennenzulernen, ohne allzu viel Engagement an den Tag zu legen. Vordergründig hielten mich alle für einen streber. Fakt war, dass ich daheim nichts auf die reihe bekam. Ich habe daheim fast nie gelernt. Mein kind war verhaltensauffällig und insgesamt, war ich oft sehr froh, an der uni sein zu dürfen und nicht daheim. Außerdem nahm ich mehrere jobs an. Zeitung austragen, bar, burger king, hilfswissenschaftler in verschiedenen bereichen.
      Dann kam kind nummer zwei und ab da zerbröckelte alles.
      Ich brauchte zwei jahre um mich zu fangen. Alle meine Freunde schlossen vor mir ihr studium ab und starteten ins berufsleben und gründeten familien.
      Ich beendete mein studium mit 2, 5 jahren verzögerung und fing an mit arbeiten. Die stelle flog mir durch zufall zu. Ich hab keine vorstellung, was ich sonst gemacht hätte.
      Immer noch krieg ich daheim den A... nicht hoch. Vorbereiten? Selbststudium? Freizeitgestaltung? Beziehungspflege? Ich bin so stinkendfaul, dass es mir im weg steht. Auf arbeit gelte ich als streber, weil ich meine unorganisiertheit und meine mangelhafte vorbereitung durch verkürzte pausen und überstunden zu kompensieren versuche. Daheim sitze ich (wie jetzt) auf dem sofa und daddel mit dem smartphone rum.

      Ich habe einen beruf gewählt, in dem ich mich ständig weiter entwickeln muss. Und ich weiß nicht wohin.
      Ich habe mir jetzt in den kopf gesetzt, systemische sprachtherapeutin zu werden. Ich scheine das ganz gut zu können (die kollegen schicken mich immer vor, wenn schwierige leute bearbeitet werden müssen), muss aber dringend lernen, mich abzugrenzen.
      Lerntherapeutin wäre auch nicht schlecht. Das Lernen an sich interessiert mich sehr. Ich wollte eine ganze zeit lang sehr gern in die forschung, aber inzwischen merke ich, dass es besser für mich ist, wenn ich die effekte meiner Arbeit miterlebe, statt sie als daten am bildschirm zu sehen.

      Soweit so giut. Einfach diese linie verfolgen.

      Aber wofür? ??
      Wenn ich mir vorstellen soll, wie ich mit 50 im leben stehe, dann habe ich davon keine idee! Ich weiß nicht wofür! Mir graut vor der vorstellung, noch 37 jahre lang mo bis fr den großteil des tages auf arbeit zu verbringen und ständig darauf zu achten, dass ich nicht stecken bleibe....
      Wofür das?
      Dann kommt gleich das nächste: mein Mann und ich sollten unsere beziehung pflegen. Und ich weiß nicht wie. Nichts ist gut. Was ich gut finde, findet er blöd. Was er gut findet, verschiebt er auf überübermorgen.
      Unsere wochenenxen sind so laaaaaangweilig. Ich will mal reisen. Spontan irgendwo das zelt aufschlagen, irgendwas verrücktes machen... und dann kriegt keine den popo hoch...

      Ich weiß, ich muss weiterleben und daraus was machen. Mich entwickeln und so. Aber selbst in einem beruf, den ich laut kollegen gut mache, fühle ich micht nicht so wohl, dass mich die aussicht auf arbeiten mit spannung oder freude erfüllt. Mich erfüllt gar nichts mit spannung und freude. Meine kinder nicht. Mein mann nicht. Meine arbeit nicht.
      Alles ist schwer und erfüllt mich mit widerwillen. Ich mag nur auf dem sofa liegen und meine ruhe haben...

      Ich muss mich morgen aufraffen und weiter machen.
      Uffff...

      Wie macht ihr das?
      Was gibt euch den mut, weiter zu machen?
      Wie habt ihr gewusst "ich werde vdiesunddas" und habt das angefangen - und was sorgt dafür, dass ihr morgens aufsteht und den alltag meistert?

      Mich jagt mein Pflichtgefühl morgens hoch. Aber ich hasse es :-(

      • (2) 01.05.16 - 22:19

        Systemische Gesprächstherapeutin... nicht sprachtherapeutin.
        Blöd wenn das hirn am WE auf standby läuft...

        Hallo!
        Uff, so zusammengefasst wirkt es wirklich auf den ersten Blick wie ein Loch, aus dem man nur schwer wieder herauskommt. Aber diesen inneren Schweinehund kennen wir glaube ich alle und oft ist es gerade das Pflichtgefühl, dass uns weitermachen lässt, auch wenn wir gerne der Faulheit nachgeben würden. Bei mir sind zum Beispiel die Kinder diejenigen, die mich motivieren - bevor ich die hatte, bin ich auch so manches Wochenende versackt. Du scheinst dir aber auch sehr viel gleichzeitig vorgenommen zu haben (Kinder und Ausbildung), dass dir das zu viel wurde, kann ich gut nachvollziehen

        Wenn man bedenkt, wie wenig Motivation du für Ausbildung und Beruf hast, scheinst du viel mit Intelligenz oder einer guten Aufnahmefähigkeit herauszureißen. Die Motivation findest du entweder, indem du das Hobby oder die Lebensweise findest, die dich begeistert oder wenn der Leidensdruck der Unzufriedenheit zu groß wird. Gute Vorbilder wären auch nicht schlecht, gibt es eine Freundin, deren Beruf bzw. Lebensmotto du gut findest und dem du nacheifern würdest? So ein Ziel im Leben (große Reise, Haus, genügend Geld für Mode, Hobbies etc.) motiviert eben auch gewaltig.

        Irgendwo scheinst du ja schon das Bedürfnis nach Aufregung und Abenteuer zu haben, aber kannst es nicht umsetzen. Wenn du mit den Kindern zelten gehen möchtest oder was erleben willst, pack alles Notwendige ein und ziehe ohne deinen Mann los. Meiner ist auch so ein Wochenend-Lethargiker, der am liebsten hockt und von der Woche entspannt. Dann unternehme ich etwas mit Freundinnen, die auch Kinder haben oder schließe mich mal einer anderen Familie an.

        Vor allem aber solltest du versuchen, aus den kleinen Dingen Freude zu schöpfen. Ein gemütlicher Tag vor dem Fernseher kann toll sein, wenn er nicht täglich stattfindet. Ein Spaziergang oder Natur allgemein, eine nette Bank und ein Buch während die Kinder auf dem Spielplatz spielen, ein Shopping-Tag nur für dich etc. Daraus entwickelt sich Zufriedenheit und die ist m.M.n. super wichtig.

        Vielleicht überschattet aber auch eine Depression dein Leben, da könnte eine Beratung beim Arzt oder eine Gesprächstherapie Wunder bewirken. Soweit die Vorschläge eines Laien, vielleicht bekommst du noch weitere gute Ideen.. Aber am Ende liegt es an dir, in Aktion zu treten, bevor die 50 irgendwann da ist und du auf Jahrzehnte von Unzufriedenheit zurückblickst.

        Liebe Grüße,
        #winke
        Watte

      Du hast Tiere geschlagen? Ich bin wahrlich kein Tiernarr, aber ich bin echt geschockt. Ich will ja nicht die Fakekeule schwingen, aber es fehlt nicht mehr viel!

      Habe ich das richtig verstanden, der Aufenthalt in der Psychiatrie war aufgrund eines Zusammenbruchs? Und wie lautete(n) da die Diagnose(n)?

      "Mich erfüllt gar nichts mit spannung und freude."

      Das - und weitere Textpassagen - könnte ein Hinweis auf eine vorhandene psychische Verstimmung sein, die Du möglicherweise schon seit Deiner Schulzeit/Pubertät mit Dir herumträgst.

      Mein Rat an dieser Stelle ist, Dich mal darum zu bemühen, herauszufinden, ob diese Unzufriedenheit medizinische Ursachen haben kann.

    • Pflichtgefühl ist kein schlechter Antrieb. ;-) Ohne das ginge es nicht. Egal bei was.

      Ich hab mich ein wenig wiedererkannt in deinem Text. Von Natur aus bin ich auch eine kleine Chaotin. Alles auf einmal und nichts richtig. Sehr flexibel, flink und auch ein gewisses Talent, mich selber gut zu verkaufen.

      Erst jetzt merke ich, wie viel Energie auf diese Weise flöten geht. Man muss ständig irgenwas suchen. Man muss versiffte Termine neu organisieren, hat Stress und ewigen Zeitdruck. Jede Handlung braucht dreimal länger als nötig und man hat dadurch den Kopf nicht frei für die wichtigen Dinge.

      Es hat bis jetzt gebraucht, bis ich das verstanden habe. Erst jetzt habe ich begonnen, mein Leben wirklich zu organisieren. Dinge geregelt kriegen und System in mein ganzes kleines Universum zu bekommen.

      Der Aufwand, den ganzen Kram zu sortieren scheint erstmals gewaltig. Aber es lohnt sich 1000fach. Einen Schrank zu öffnen und einen gesuchten Gegenstand mit dem ersten Griff zu finden, ist jedesmal ein kleines Glücksgefühl für mich. Wäsche waschen, falten und ab in den Schrank. Glücksgefühl. Termine vorgenommen, abgemacht, erledigt. Glücksgefühl und Motivation für die nächste Aufgaben.

      Mein chaotisches Gehirn ist mir trotzdem von Nutzen: Wenn Dinge nicht laufen, wie sie sollten dann bin ich flexibel genug, um schnell umzudisponieren.

      Ich rate dir auch mal Ordnung zu schaffen. Schritt für Schritt. Erst die kleinen, dann die grösseren Dinge. Teile grosse Aufgaben auf in kleinere, gut zu bewältigende Schritte.

      Nutze Werkzeuge. Es gibt Zeitplaninstrumente wie Pomodoro oder Papierplaner wie (sorry, Werbung) z.B. den personal Coach "Klarheit".

      Und noch was: Klar, ist dir so einiges in den Schoss gefallen. Aber, das ist es, weil du du bist. Auch Chancen bekommt man nicht einfach so geschenkt.

      Alles Gute, thyme

      • Hallo,

        sehr schön geschrieben - mit diesem Schweinehund habe ich früher auch ewig gekämpft.
        Was habe ich manchmal irgendwelche Unterlagen gesucht - ich bin wahnsinnig geworden.
        Schade um die Zeit.

        Aber es sind wirklich Glücksgefühle.

        Morgens gleich nach dem Kaffee die "unangenehmsten" Dinge in Angriff nehmen.
        Termine, Telefonate, Papierkram.
        Erledigt.

        Und seitdem ich früher mal so richtig ausgemistet habe, kommt mir auch nicht mehr so viel Kleinkruscht und Tüddelkram ins Haus.

        LG

        (9) 02.05.16 - 12:29
        frühlingsdepri

        Du sprichst mir aus dem Herzen

        Ja, wenn ich mal den Popo hochkriegen, mal wieder für Ordnung sorge, dann kommt dieses Glücksgefühl, was du schreibst.
        Ich hab manchmal das Gefühl, dass ich ohne meinen Hang, mich ständig zu überlasten, gar nichts mehr machen würde. Als ich studiert habe, da gab es eine Phase, wo ich es nicht mal bis zum Kindergarten geschafft habe. Hab mich überhaupt nicht mehr aus der Wohnung getraut...
        Jetzt MUSS ich mich einfach zusammenreißen. Hab heute Urlaub und hänge echt durch... aber morgen geht es weiter und ich MUSS einfach funktionieren...

        • Es raubt viel Energie, Dinge NICHT zu machen, Energie, die dann eben fehlt. Wie gesagt: Nimm dir kleine Schritte vor, nicht das grosse Ganze auf einmal. Jede Aufgabe lässt sich in Einzelschritte zerlegen, die zu schaffen sind. Es braucht nicht so viel, wichtig ist, dass du

          Kauf dir einen grossen Wochenplaner und nimm dir Zeit, die Dinge MACHBAR einzuteilen und, wenn erledigt, mit einem fetten Strich abzuhacken. Plane auch Ruhepausen ein und schreibe auch das Gute eines Tages in die Agenda.

          • (11) 02.05.16 - 12:54

            fehtl noch was, entschuldige.

            Wichtig ist, dass du dranbleibst.

            Gemäß dem Spruch:

            "Wie isst man einen Elefanten?" - "Langsam und Stück für Stück!"

            So habe ich es auch gemacht.

            Erst einmal alles aufgelistet, was zu tun ist und dann im Kalender eingeteilt.

            Manchmal z.B. auch mal etwas umgeswitcht.
            (Beispiel: geplant war etwas im Garten - dann war aber Regenwetter. Also habe ich dafür mal alle Akten, Unterlagen im Wohnzimmer ausgebreitet, durchgesichtet, aussortiert und sie wieder sauber in Ordner geheftet)

            Und es war jedes Mal ein kleiner Jubelsieg, wenn wieder etwas erledigt war.

            Am schlimmsten war es, als wir das Haus gebaut haben.
            Plus Neugeborenes, Handwerker, Umzugskartons, Mann mit 18h-Job, keine Großeltern/Babysitter....es war zum Schreien!

            Glaube mir, das ging über ein Jahr.
            Was habe ich oft andere beneidet, die im Sommer fröhlich in der Stadt flanierten und im Café saßen oder im Winter auf den Weihnachtsmarkt bummelten.
            Ich stand da wie die Staubmaus in einer alten Cargo und habe gewerkelt oder geputzt.

            Und dann gab es Tage, da war ich einfach auch mal platt - aber dafür unzufrieden, weil es eben daheim aussah wie bei Schweins!
            Nichts passte zusammen, alles war provisorisch, nur Kisten, Staub, Fliesen, Farbeimer.
            Der Garten war nicht gemacht..

            Vor allem meinem Mann fehlte die Zeit, weil er ja auch so viel arbeitete.

            Und das Meiste von den großen Arbeiten konnte ich alleine nicht anpacken.

            Das Schlimmste war wirklich, den ganzen Kram auszumisten.

            Geschirr, was uns nicht mehr gefiel, Klamotten, Dekokrams, Zeug....

            Dann waren noch Baumittel (Dämmwolle, Flexmörtel, volle ungeöffnete Farbeimer - die übrig waren), unbenutzte Werkzeuge, ein Satz Reifen (das Auto war bereits verkauft), viel zu viel Baby-Erstlingszeug (lieb gemeinte Geschenke, aber war der Maus schon zu klein), Möbel die wir nicht mehr wollten und so viel Zeug, was nur rumstand.

            Ich hatte Kleinanzeigen geschaltet, ging auf Flohmärkte und mehr.
            Und es kam ein hübsches Sümmchen dabei rum - das durfte ich dann sogar behalten (mein Mann meinte, nach der ganzen Schufterei darf ich mir mal was Schönes gönnen)

            Aber noch schöner war, das endlich dieses fürchterliche Baustellen-Umzugschaos verschwunden war und wir uns wieder wohl fühlten.

            LG

            • (13) 03.05.16 - 10:01

              Das mit dem Elefanten ist ein ziemlich guter Spruch #pro

              mir fällt es oft schwer, überhaupt anzufangen...
              Mal ein Beispiel: unser Schreibtisch. Auf diesem Schreibtisch befindet sich ALLES. Farbe vom (unfertigen) Modellflugzeug meines Mannes - darf ich nicht wegräumen, findet er sonst nicht wieder.
              CDs, die mein Mann neu einlesen musste, weil die Daten irgendwie kaputt gegangen sind - darf ich nicht wegräumen, sonst weiß er nicht, welche er schon eingelesen hat.
              Eine leere Flasche Scheibenreiniger für das Auto - darf ich nciht wegräumen, sonst findet er sie nicht wieder, wenn er sie in (zitrillionen) Jahren wieder mal braucht. 2 große Stapel Akten - die Hälfte davon seins. Darf ich nciht wegheften, weil ihm meine Art die Akten zu ordnen nicht gefällt. Würde ich alle Akten so heften, wie ihm das gefällt, würde er seinen kram wegheften - komisch, ICH finde alles auf Anhieb! :-[ Meinen Vorschlag, wenn ihm meine Art zu Heften nicht gefällt, soll er die Ordner doch selbst umsortieren, beantwortet er für gewöhnlich gar nicht erst.
              Ich darf auch keinen Karton mit Akten machen, die seine sind, weil er es ja dann nicht findet.
              Seinen kram heftet er nicht selbst weg.

              Ich finde, dass er noch größere Probleme mit dem Antrieb als ich hat.
              Wenn ich also was anfange, muss ich stets gegen seinen Phlegmatismus und seine Engstirnigkeit kämpfen. So viel Energie habe ich nciht. Ich bräuchte wen, der mich unterstützt und mich zurückholt, wenn ich mich mal wieder aus lauter Hilflosigkeit in Kleinigkeiten verliere.

              Ich weiß, das ist kindisch und ich sollte genug A** in der Hose haben und selbst aus dem Knick kommen... Aber es ist wie schwimmen gegen den Strom - wenn du nicht paddelst, fällst du zurück, wenn du auf 0 kommen willst, musst du dich dann doppelt anstrengen.
              Manchmal habe ich das Gefühl, andere Leute haben so einen kleinen standby-Motor, der ihnen zumindest den Standort sichert und ich muss das alles mit Hand machen. Ich begreif nicht, wieso das so ist :-(
              Das ist so irre anstrengend :-(

    Hallo!

    Meine Motivation sind meine Kinder, meine Träume und auch mein Charakter.
    Ich habe bereits zwei Kinder und erwarte nun das dritte. Unsere Große ist sehr krank und wird vermutlich ein Leben lang ein Pflegefall bleiben. Die Kleine ist hingegen sehr pflegeleicht. Ich studiere durchgängig und arbeite zudem an der Uni. Nun habe ich auch noch eine Thrombose bekommen,die mich voll umhaut.
    Mein eigentliches Berufsziel werde ich mit dieser Konstellation nicht ausüben können. Es ist ein 24 Stunden Job. Also bin ich auf Lehramt ungeschwenkt. Für mich persönlich ein nicht erstrebenswerter Beruf. Also schnupperte ich in die Forschung. Vom Hocker hauen tut mich nichts davon. Aber ich möchte gerne ein Haus und mir auch Urlaub leisten können. Wir müssen zudem gut vorsorgen, damit unsere Große nicht irgendwann in ein schlechtes Pflegeheim muss, wenn wir sterben. Also werde ich wohl als Lehrerin los gehen. Allerdings schließe ich das Studium zu meinem Traumberuf auch ab, weil ich vielleicht doch irgendwann die Chance bekomme darin tätig zu sein.

    Sehr wichtig ist, dass man sich einen Ausgleich schafft. Bei mir ist es zb das Schreiben. Ich war lange für eine Zeitung tätig, habe kleine Veröffentlichungen in Anthologien und habe immer schon davon geträumt einen Roman zu veröffentlichen. Auf Grund des Stresses blieb das lange Zeit auf der Strecke. Erst als ich es wieder anfIng, fand ich meinen persönlichen Ausgleich wieder. Egal was aus der Schreiberei wird, macht es mich glücklich. Da muss ich im Studium und in der Arbeit nicht mehr zu 100% aufgehen. Hobbys sind wichtig.

    Vielleicht solltest du dir auch einen Ausgleich suchen? Malen, schreiben, Handarbeit, Sport oder oder oder.

    Zudem würde ich mir noch mal einen Psychologen suchen. Ich denke, dass dir das helfen könnte. Manchmal benötigt es mehr als eine Therapie oder eine stationäre Unterbringung.

    Ich sende dir liebe Grüße

    Ninly

    Ich hasse es auch, jeden Morgen aufzustehen, nur um meine Rechnungen bezahlen zu können.

    Ich mag mein Privatleben, aber ich hasse mein Arbeitsleben (gegen meinen eigentlichen Job habe ich nichts, aber alles drumherum ist einfach nur zum Ko...). In unserer Ecke ist es nur sehr schwer, einen guten Job mit guter Bezahlung zu finden, wo man auch noch was vom Leben hat. Deswegen ist ein Jobwechsel so gut wie ausgeschlossen. Komplett raus aus dem Job geht auch nicht -wie gesagt, irgendwie muss ich mir mein Leben finanzieren. Und das macht mich manchmal ziemlich traurig. Wenn ich mir vorstelle, dass das so noch 30 Jahre weitergeht, dann werde ich noch trauriger.

    Wenn ich dann so traurig bin, hilft nur eins: sich einreden, dass ich es eigentlich wirklich gut habe. Ich habe einen tollen Mann, ein schönes Haus mit schönem Garten und eine halbwegs gesunde Familie. Man sollte sich nicht an den Menschen messen, denen es besser geht, sondern an den vielen, die es viel schlechter haben als man selbst. Manchmal sollte man einfach dankbar sein, für das, was man hat.

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