2016 oder 1916

    • (1) 08.05.16 - 13:51
      auseineranderenzeit

      Hallo,

      ich weiß manchmal echt nicht, was hier schief läuft und ob ich einfach falsch liege oder in ein spießiges Umfeld gerutscht bin oder was auch immer..... :-(

      Wir (42 und 45) haben 3 Kinder: 10,8 und 2. Seit 5 Jahren bin ich selbständig freiberuflich. Da wir uns (wenigstens hier) einig sind, dass die Kinder nicht in die Ganztagsbetreuung sollen, arbeite ich so, wie sie in der Schule und bei der Tagesmutter sind.

      Mein Mann hätte am liebsten eine Vollzeit-Ehefrau-Mutter-Hausfrau.

      Das führt seit Jahren immer wieder zu Streitereien. Mit dem 3. Kind hatte er die Hoffnung, dass ich es nicht mehr schaffe und aufhöre und zuhause bin. Obwohl ich ganz klar kommuniziert habe, dass ich das nicht tue.

      Alles in allem ist er maximal unzufrieden und verweigert sich im Haushalt. Er räumt mal die Spülmaschine aus aber die Mülleimer quellen regelmäßig über und das Bad, was seine Aufgabe ist, wird einfach nicht geputzt. Keine Zeit.

      Also bin ich berufstätig, kümmere mich um die Kinder und mache den Haushalt....

      Zu seiner grundsätzlichen Unzufriedenheit kommt nun bei ihm noch hinzu, dass ich in der Lage bin, alle dieses Aufgaben zu erledigen während er ja "nur" arbeiten geht.
      Um sich nun besser zu fühlen, hat er angefangen, seinen Frust in Streitereien abzubauen die er vom Zaun bricht wenn die Kinder im Bett sind. Dabei beleidigt er mich und weist mich auf alles hin, was seiner Meinung nach nicht ordentlich nicht sauber genug oder was auch immer ist. Gerne kommt auch der Vorwurf, ich würde die Kinder vernachlässigen.

      Gestern hatte er draußen auf unserem Parkplatz rumgeräumt und es stand dann noch die Rutsche der Kinder, ein BobbyCar und ein Fahrrad dort. Ich parkte daneben und brachte die Einkäufe rein.
      Abends warf der mir dann vor, dass ich den Parkplatz nicht so aufgeräumt hatte, dass er da auch parken kann.
      Nach dem gestrigen Mittagessen hatte ich den Kleinen ins Bett gebracht und mich mit einem Eis auf die Couch gesetzt und im TV gezappt. Da hatte er mich sofort angeranzt, wie ich denn bitte schön bei dem tollen Wetter vor dem TV sitzen könnte und die Küche wäre auch noch nicht aufgeräumt....

      Ich könnte x-Beispiele hier schreiben.....

      Zu allem übel habe ich auch noch das Bedürfnis, zum Sport zu gehen. "Meinst du nicht, dass du schon genug Freiheiten hast?"
      Aha-bis dato war mir noch gar nicht klar, dass ich mich im offenen Vollzug befinden... :-(

      Ich war kürzlich mehrere Tage tagsüber in einer Fortbildung. Mein Mann hatte Überstunden abgebaut und war zuhause.
      Aus meinem Umfeld tönt es nun, das wäre doch ganz toll, dass er das macht und keinesfalls selbstverständlich....

      In den letzten Jahren war er x-mal über Nacht in Weiterbildungen, da hat keiner gesagt wie toll das doch ist dass ich ihm das ermögliche?

      Ich kann es nicht verstehen, wieso ich 2016 permanent in Gleichberechtigungs-Streitereien oder -Diskussionen verwickelt bin :-(

      Es macht mich mittlerweile einfach nur noch fertig und ich bin total frustriert.

      Warum können wir uns nicht gemeinsam um unsere Kinder kümmern, gemeinsam die ungeliebte Hausarbeit erledigen und gemeinsam ein Hobby/Sport pflegen? Ich verstehs nicht :-(

      Ich habe ihm mittlerweile gesagt, dass ich die Scheidung möchte. Was durch die Kinder und die Hauskredite nicht von heute auf morgen geht. Das weiß er zum einen, zum anderen macht ihn das noch frustrierter und Streitsüchtiger.

      Sex haben wir seit 2 Jahren keinen mehr, weil ich nicht mit einem Mann schlafe, der mich fortwährend dermaßen schlecht behandelt. Was seine Laune noch mehr verschlechtert und angeblich hat er nun herausgefunden, dass ich eine Affäre habe. Welche ich nicht habe.

      Das nimmt er nun zum Anlass, mich auch hier zu beleidigen: "dann kannst du dich ja von deinen Typen durchficken lassen" und mich zu kontrollieren in dem er abends vor dem Kalender steht und meine Termine durchgeht. Sollte ich einen Vormittag frei haben, stichelt er, dass ich da Zeit habe für f.... und hat auch schon an einem freien Vormittag mittags zu hause auf mich gewartet.

      Das geht doch so nicht?? Während ich das hier schreibe, kommt mir das schon total absurd vor :-(

      Heute ist ja Muttertag, hurra.

      Gestern abend lief ja oben beschriebener Streit ab, (ich putzte zu wenig, ich kümmere mich nicht um die Kinder usw.) in dem er mich auch als Prinzessin von XY (Wohnort) beschimpfte.
      Ich hab ziemlich den Kaffee auf heute und er sagte eben tatsächlich, das wäre doch positiv gemeint gewesen.

      Das macht er auch oft - haut eine Beleidigung nach der andere raus und wenn ich sage er soll endlich damit aufhören und mich in Ruhe lassen, entgegnet er macht doch gar nichts....

      Nichts machen stimmt in einem Fall sogar, das Bad habe ich heute morgen an Muttertag selber geputzt, nachdem ich abgewartet habe, ob er es wenigstens zu diesem Tag mal erledigt....

      Zu meinen Eltern habe ich seit Jahren keinen Kontakt mehr. Er stichelt dann auch gerne, dass ich nach einer Scheidung ja niemanden mehr hätte, er schon. Ich wäre dann ganz alleine und würde ja mit niemandem zurecht kommen und irgendwann wollen auch die Kinder mit mir nichts mehr zu tun haben....

      Ich versteh nicht, wie das alles so enden konnte... :-(

      • Hallo,

        warum bist Du mit Deinem Mann zusammen? Kein Respekt, kein Miteinander als Paar, kein Sex - habt Ihr es mal mit einer Paartherapie versucht? Ich habe den Eindruck, daß Dein Mann unzufrieden ist und zu wenig Selbstbewußtsein hat. Indem er Dich niedermacht, Dich nicht unterstützt, will er sich besser fühlen. Für mich ist das keine Basis für eine Ehe. An Deiner Stelle hätte ich mich schon längst getrennt.

        LG
        Lexy

        Hut ab das du es mit so einem bisher ausgehalten hast! Lass dir diesen psychoterror nicht gefallen! Wir leben im 21. Jahrhundert wenn er das nicht begriffen hat dann hat es wenig Sinn!

        Ich würde mich trotz Hauskredite ect. von ihm trennen du kannst besser alleine mit deinen Kindern in einer kleinen Wohnung glücklich werden als das du so lange bei ihm bleibst bist du eine gebrochene Frau bist! Wenn du magst kannst du mir gerne per Pn schreiben. Ich könnte mir gut vorstellen das es hilft wenn du mal mit jemanden reden/schreiben kannst.

        Ich kann das insofern gut nachvollziehen weil ich bin alleinerziehend und habe bereits eienr gescheiterte Ehe hinter mir und auch zu meiner Familie keinen Kontakt nur zu mmeiner Schwester.

        bei einer scheidung waere doch er der mops und nicht du.
        liebst du ihn noch? hast du noch gefuehle fuer ihn?
        wuerde dir eine trennung leicht fallen?
        auf jeden fall ist dein mann echt daneben.

      • Wenn du schon formuliert hast, dass du die Scheidung willst, meinst aber noch warten zu müssen, wegen Kinder und Haus und er so derbe reagiert, ist doch die ganze Sache eh schon gescheitert.

        Ihr quält euch nur noch und führt einen schlimmen Kleinkrieg.

        Warum gehst du nicht?

        So wichtig kann ein Haus nicht sein. Und für die Kinder ist es sicher besser getrennte Eltern zu haben als diesen Kleinkrieg zuhause zu erleben.

        Kein Kredit der Welt würde mich bei so einer Wurst von Mann halten, der mich mit seinem kleingeistigen Machogehabe im "offenen Vollzug" (sehr treffend!) halten will.

        LG

      • Da wir im 21. Jahrhundert leben, kannst du deinem Mann den Vorschlag machen, dass du Vollzeit berufstätig sein willst und er kann Vollzeit den Haushalt und die Kindererziehung übernehmen, damit er mal merkt, was er von dir verlangt.

        Vielleicht würde es auch helfen, wenn du mal drei Wochen zur Kur fährst. Damit er mal sieht, was so alles liegen bleibt, wenn du nicht da bist.

        Warum habt ihr überhaupt das 3. Kind bekommen, da muss doch vorher schon einiges im argen gelegen haben?!

        Trenn Dich. Das hat keine Zukunft mehr!

        Puuuuuhhh....erst mal: Hut ab vor dir! 3 Kinder, selbstständig, die ganze Organisation die dahinter steckt, der Stress, die Arbeit....und dann so einen Vollpfosten als Partner.

        Ehrlich? Ich bin bei weitem nicht so belastbar wie du. Das bringt dir jetzt auch nichts außer dich vielleicht bald an deine Grenzen. Mein Rat daher: Den Mann aussortieren. Vielleicht hast du dann mit gut Glück noch alle zwei Wochenenden für dich.

        Liebe Grüße von einer alleinerziehenden Einlingsmama in Vollzeit arbeitend ohne 2-wöchentliche Unterstützung aber wenigstens ohne emotionalem Stress weil doofen Partner auch schon lange aussortiert.

        (10) 08.05.16 - 19:43

        "Ich versteh nicht, wie das alles so enden konnte... :-( "

        Ich verstehe das schon. :-)

        Im stressigen Alltag mit Kindern, rutscht man schneller in einen Teufelskreis, als einem lieb ist. Man befindet sich dann in einer rasant schnellen Abwärtsspirale und findet den Ausgang nicht mehr, bis irgendwann die Anzahl der gegenseitigen Verletzungen so groß ist, dass die Trennung der einzige Ausweg scheint.

        Du siehst selber, dass eure Situation verfahren ist. Ihr seid zum jetzigen Zeitpunkt beide (!) so schwer verletzt, dass ein gutes Gespräch wahrscheinlich schon lange nicht mehr möglich ist. Ich denke, da kann nur ein neutraler Mediator weiterhelfen. Ich denke, dass es auch im Sinne eurer Kinder wäre, wenn man in einer Ehetherapie herausfinden würde, welche unerfüllten Bedürfnisse hinter den vielen Nebenkriegsschauplätzen stehen. Kann es einen weiteren gemeinsamen Weg noch geben? Wenn ja, wie? Oder ist eine Trennung der richtige Weg, weil man nicht mehr in dieselbe Richtung blickt?

        Das gilt es für euch herauszufinden.

        Liebe Grüße
        Luka

        1916! In diesem Jahr befinden wir uns! So kommt es mir auch ständig vor.
        Letztendlich hat sich wenig bis nichts geändert. Arbeitest du als Frau "nur" zu Hause, machst du ja nichts. Arbeitest du Teilzeit ( die größte Mogelpackung überhaupt) bist du wohl nicht ganz belastbar und arbeitest du Vollzeit leiden die Kinder.

        Ich schalte nur noch auf Durchzug. Rede mal mit deinem Mann Tacheles. Entweder ihr wollt an eurer Ehe festhalten, dann ändert was.Oder nicht, dann quält euch nicht länger.

        (12) 09.05.16 - 07:29

        Hallo,

        ich schreibe Dir als glückliche Ehefrau, Mutter von drei Kids - nicht berufstätig, aber auch mit Haus.

        Bei Euch denke ich ist das Grundproblem dass es von Beginn an keine klare Regelung gab für beide Seiten wie das Thema Haushalt und Kids organisiert wird.

        Das war bei uns anders - sobald ein Kind kommt bleibt einer daheim. Da wäre mein Mann auch gerne Vollzeithausmann geworden hätte ich den besser bezahlten Job gehabt. Zudem ist eine Selbstständigkeit noch ein Luxus den andere Muttis mit einer festen Arbeitszeit haben nicht haben. Du kannst ggf noch ein wenig mit den Zeiten jonglieren und das im heimischen Umfeld.

        An Deiner Stelle nimm die gesammten Hausunterlagen und lass Dich von einem unanbhänigen Finanzberater beraten wie das im Falle einer Scheidung ausschaut. Du bekommst für drei Kids Unterhalt (wäre das ggf nicht die Kreditrate?) und eventuell auch noch andere Zuschüsse. Wäre es machbar mehr dazu zu verdienen im Rahmen der Selbstständigkeit? Dein großes Kind ist im Alter wo ein Übertritt auf die nächste Schule bevorsteht - eh nachmittags alleine bleibt. Für die zwei anderen suche Dir eine nette Studentin die auch die Hausaufgabenbetreuung mit erledigt.

        Das wäre mein Weg. Nichts ist schlimmer als noch mehr Frust.

        VG Paula

        Dass du mit diesem von Minderwertigkeitsgefühlen geplagten Typen überhaupt noch zusammen bist...

        Er muss sich profilieren, indem er dich den ganzen Tag schlecht redet. Du machst eh alles alleine und musst dich noch beleidigen lassen? Ohne ihn bist du eindeutig besser dran!

        Ganz ehrlich... wenn du eh die Scheidung willst würde ich den Guten mal dezent auflaufen lassen.
        Ich würde dem weder was kochen, noch seine Wäsche waschen, noch für ihn einkaufen oder sonst was. Soll er doch selber sein zeug machen.#

        Blöde kommentare was du nciht gemacht hast würde ich einfach ignorieren oder im Schlimmsten Fall sagen "ich diskutiere nicht mit dir darüber!"

        Hallo!

        Ich dachte mir, Du willst vielleicht mal wissen, wie es 1916 wirklich aussah. Mein Urgroßvater hatte eine Kaffeerösterei. Meine Urgroßmutter hat mit ihm da gearbeitet und war im Laden. während er Hotels und Restaurants beliefert hat, hat Kunden bedient, die Bücher geführt und natürlich auch Kaffee geröstet, die Maschinen sind nicht kalt geworden, während mein Urgroßvater unterwegs war.

        Zu Hause war meine Urgroßmutter auch erst nach Ladenschluss, die Kinder sind mit im Geschäft aufgewachsen, haben da gespielt und geholfen - übrigens auch noch meine Mutter, deren Vater im Krieg gefallen war und deren Mutter arbeiten musste um genug Geld zu verdienen. Die ist morgens als Buchhalterin in ein Stoffgeschäft gegangen, während meine Mutter von den Großeltern in der Kaffeerösterei betreut wurde. Das ging so bis zum Tod meines Urgroßvaters.

        Einen kleinen Luxus hatte meine Urgroßmutter: alle zwei Wochen kam eine Waschfrau und sie haben gemeinsam die Wäsche gewaschen,da konnte mein Urgroßvater nichts ausliefern, weil seine Frau zu Hause war, um den ganzen Tag Wäsche auszukochen, auf dem Waschbrett zu bearbeiten, zu stärken und zu mangeln. Heute würde man das halt in die Waschmaschine werfen, damals war immer ein ganzer Arbeitstag im Eimer für zwei hart arbeitende Frauen.

        Es gibt viele Fotos aus der Zeit, also mit einer Hausfrau die zu Hause Kinder betüddelt, gekocht und geputzt hätte, hatte das Leben damals auch nicht viel zu tun. Die Kinder sind eben so nebenher gelaufen im Geschäft. Und das waren jetzt durch und durch bürgerliche Leute denen es nicht schlecht ging, die es sich leisten konnten ein teures Hobby wie Fotographieren zu pflegen und am Wochenende mit dem zug aufs Land zu fahren. Dafür war aber die Arbeitskraft meiner Urgroßmutter ebenso notwendig.

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