Er will sich trennen...

    • (1) 10.05.16 - 21:58
      Ernst?

      Hallo,

      in meiner Ehe krieselt es immer mal wieder, ohne Streit ist es aber eine sehr schöne Ehe, die ich mir auch für den Rest meines Lebens sehr glücklich vorstellen kann. Das Wort Trennung ist im Eifer des Gefechts schon ab und an gefallen, aber durchgezogen wurde es nie auch nur im Ansatz.

      Heute, nach einer Lappalie, bin ich mir nicht sicher, ob er nun nicht doch "Ernst macht".

      Emotional bin ich gerade total leer. Inhaltlich möchte ich gar nicht wirklich drauf eingehen, mich beschäftigt gerade, was passiert, wenn er nun wirklich gehen sollte...?!

      Wir haben zwei Kinder (Kleinkind und Säugling). Ich bin geplant für noch knapp drei Jahre in Elternzeit. Bekomme nicht viel Elterngeld, da ich zwischen den Kindern nur gering in TZ gearbeitet habe.

      Ich wurde vor einiger Zeit gut beerbt. Das Vermögen ist in ein Eigenheim geflossen, was nun nur noch gering restfinanziert wird. Zum Zeitpunkt des Erbes waren wir bereits verheiratet.

      Nun stellen sich mir einige Fragen. Leider dürfte eine gütliche Trennung kaum möglich sein. Mein Mann ist sehr emotional und launisch. Gepaart mit der Tatsache, dass seine Eltern ganz furchtbar geizig sind, ihre Rechte jedoch stets ganz genau kennen, gehe ich davon aus, dass er mir keinen Cent freiwillig überlassen würde, wenn seine Eltern ihn ebenfalls in diese Richtung drängen würden, hier nicht freiwillig auf etwas zu verzichten.

      Die erste Frage, wie sieht es denn grob mit in die Ehe investiertes Erbvermögen aus?

      Und das Nächste: ich wäre so vernünftig, im Falle einer Trennung das Haus zu veräußern, und erst dann wohnlich getrennte Wege zu gehen, um unnötige Doppelbelastung zu vermeiden. Mein Mann aber nicht. Wenn er nun einfach abhauen würde, muss ich den Kredit und die Wohnnebenkosten allein stemmen?

      Noch scheue ich mich, überhaupt an eine anwaltliche Beratung zu denken, wobei auch fraglich ist, wie objektiv eine solche Beratung wohl ist.

      Ach mann...

      Zerknirschte Grüße

      • (2) 10.05.16 - 23:02

        Die Liebe scheint nicht groß zu sein, wenn du für so etwas schon ein Kopf hast....

        • (3) 11.05.16 - 15:12
          auch getrennt lebend

          Wenn eine Trennung (evtl.) im Raum steht, sollte man sich auch über solche Dinge Gedanken machen, denn eine falsche Entscheidung oder falsch informiert zu sein und dadurch die falsche Entscheidung zu treffen, kann das Leben nach der Trennung und weit darüber hinaus sehr belasten!

      Generell haftet man in einer Ehe immer Gesamtschuldnerisch! Aber das wäre das letzte woran ich denke würde nach einer Trennung...

      • (5) 11.05.16 - 15:09
        auch getrennt lebend

        An was würdest du denn nach einer Trennung denken?

        Schön die Augen vor allem wichtigen verschließen und sich dem Kummer hingeben bringt einem nichts, wenn man hinterher nicht nur ohne Mann, sondern auch ohne Geld bzw. mit Schulden da steht.

        Ich finde die TE macht es genau richtig, so ist sie im Falle einer Trennung vorbereitet und informiert.

    (6) 10.05.16 - 23:48

    Mal langsam. Jetzt nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, sondern die Krise als Chance nutzen. Bei einer Trennung müsste er Dir und für die Kinder Unterhalt zahlen, das lässt dann die Trennwilligen häufig und schnell zur Besinnung kommen.

    Sollte es zu einer Trennung oder Scheidung kommen und ihr in der gesetzlichen Zugewinngemeinschaft leben, wird am Ende der Zugewinn in der Ehe berücksichtigt.

    Das Erbe, dass Du ins Haus gesteckt hast, ist jedoch kein gemeinschaftlich erwirtschafteter Zugewinn und wird daher am Ende heraus gerechnet!

    Einfaches Zahlenbeispiel:

    Vermögen am Anfang

    Du = 0, er = 0

    Vermögen am Ende
    Du = 150000 (50 % des Hauswertes) + 100000 (Erbe, die zur Schuldentilgung eingesetzt wurden) = 250000
    Er= 150000 (50 % des Hauswertes) = 150000

    Variante 1: Du behälst das Haus - Ausgleichszahlung an ihn 50.000 (50 % Wert des Hauses = 150000 - 100000 (Deine Schuldentilgung)

    Varinate 2: Er behält das Haus; Ausgleichzahlung an DIch 250.000 (50 % Wert des Hauses + Deine Schuldentilgung)

    Das heißt, dass was Du aus dem Erbe ins Haus gesteckt hast, gehört zu 100 % Dir.

    Zu den anderen Fragen, google einfach mal nach. Im Internet gibt es viele Infos zu Scheidung, Unterhalt etc..

    • (7) 11.05.16 - 05:19

      Danke für diesen Überblick.

      Ich werde mal abwarten. Ist es eine nutzbare Chance, wenn die Motivation zur Nichttrennung die drohende Unterhaltsverpflichtung ist?

      Unser größtes Problem ist ganz klar, dass wir gegenseitig der Meinung sind, der Andere trage die Hauptverantwortung für Streitigkeiten, das macht es grundsätzlich schwierig.

      Nochmal danke.

      • (8) 11.05.16 - 07:22

        darfst du dich als zeugin jehovas ueberhaupt scheiden lassen? ich dachte das sei bei euch verboten.

        • (9) 11.05.16 - 07:57

          Natürlich kann man sich auch als Zeuge Jehovas scheiden lassen. Wenn es allerdings aus einem anderen Grund als Ehebruch geschieht, dann ist man "biblisch nicht frei". D.h. ich kann mich scheiden lassen, bin aber nicht frei für einen neuen Partner/Ehe.

          Den Ehekarren kann man nunmal nur zu zweit ziehen, oder? Wenn einer nicht wirklich will, wird das auf Dauer nicht funktionieren.

        (12) 11.05.16 - 08:24

        ZB sowas wollte ich in schwarz vermeiden, aber dann habe ich beim antworten gepennt.

        Eine korrekte Antwort hast du ja schon erhalten. Ausserdem möchte ich mich ja nicht trennen. Ich wäre glücklicher, könnten wir unsere Streitigkeiten minimieren.

        LG

    Wie kann man ernsthaft in einer Ehe der Meinung sein, der andere trägt die Hauptschuld an allen Streitigkeiten?

    Wenn es soweit ist, ist doch klar, dass das Problem an anderer Stelle liegt.

    Ich würde mir an diesem Punkt Hilfe holen, damit man grundsätzliches schafft zu klären, eine gute Kommunikation wieder findet.

    • (14) 11.05.16 - 08:31

      Ich möchte es jetzt inhaltlich nicht breittreten, ich habe das hier schonmal ratsuchend gemacht, da schrie es aus jeder Ecke, von einem solch schlimmen Kerl müsse ich mich trennen. Ich finde so geschriebene Schilderungen wirken häufig heftiger.

      Natürlich bin ich auch nicht perfekt, habe aber das Gefühl, mich zu bemühen, während er es nicht tut. Leider denkt er genauso.

      Wir haben uns im Bekanntenkreis mal etwas Hilfe geholt. Danach war es lange deutlich besser. Professionelle Hilfe möchte er nicht.

      LG

Hallo!

Es ist nie "immer nur einer schuld" sondern meistens machen beide Fehler und verstärken damit gegenseitig die Probleme. Warum arbeitet ihr nicht erst mal an eurer Ehe und schaut, ob sie sich retten lässt, bevor ihr mit Kleinkind und Säugling gleich alles hin werft?

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