Ich kann einafch nicht mehr

    • (1) 15.05.16 - 10:10
      Kann_nicht_mehr_

      Hallo zusammen,

      es geht zwar nicht nur um Partnerschaft, aber hier kann ich anonym schreiben.
      Mein Mann ist vor 2 Jahren an Krebs erkrankt, leider ist er bis heute nicht geheilt, nimmt regelmäßig Medikamente und der Krebs ist still gelegt, kann aber jederzeit wieder ausbrechen. Das belastet uns (vor allem ihn) natürlich sehr, aber wir versuchen so normal wie es geht zu leben. Wir haben 2 Kinder (8 u 4), vor allem der Große ist momentan sehr, sehr anstrengend. Er flippt wegen jeder Kleinigkeit aus, so bald er was sucht und es nicht findet schreit er rum. Er leidet zur zeit sehr an seiner Pollenallergie, was ihn verständlicherweise auch sehr unzufrieden macht. Wir versuchen es ihm alles so angenehm wie möglich zu machen, aber es zerrt sehr an unserern Kräften diese täglichen Ausraster. MAn traut sich schon gar nichts mehr zu sagen aus Angst dass er gleich wieder ausflippt. Die meiste Zeit muss ich mich um alles kümmern, da mein MAnn viel im Bett liegt und schläft da die Medis ihn sehr müde machen. Ist auch ok, aber ich merke wie ich immer mehr abbaue. Ich kann einfach nicht mehr. Ich gehe Vollzeit arbeiten (mein Mann ist Frührentner) und wir haben keine Omas oder so in der Nähe die mir/uns groß helfen können. Bis jetzt habe ich immre die Zähne zusammen gebissen und gedacht es muss halt irgendwie weoter gehen, aber jetzt bin ich an einen Punkt gekommen wo ich das Gefühl habe bis hier her und nicht weiter. Der Kleine fängt jetzt auch schon an den Großen nachzumachen und kriegt auch seineWutanfälle. Ich will immr alles gut machen, auf der Arbeit und zuhause, aber ich hab das Gefühl je mehr ich das versuche desto mehr entgleitet mir alles. Bei uns zuhause ist es momentan einfach nicht mehr schön, jeder meckert jeden an, mein Mann will seine Ruhe, ich versuche die Jungs still zu halten damit er schlafen kann und würde mich am liebsten in eine Ecke setzen und heulen :(
      So, das tat jetzt gut das mal alles aufzuschreiben. Vielleicht habt ihr ja ein paar liebe Worte für mich

      LG

      Hi
      Es ist ganz toll was du alles schaffst und bisher geschafft hast.
      Es ist bewundernswert dass du so lange " funktioniert " hast.

      Es ist wirklich super dass du merkst dass auch du jetzt Unterstützung brauchst!!

      Alleine das du diesen Zeitpunkt gefunden hast für dich , edierten Sohn und deine Familie und nicht einfach aufgibst zeigt was für eine tolle Frau und Mutter du bist.

      Hier im Forum hast du zwar die Chance alle mal rauszulassen doch ich denke eine regelmäßigere Hilfe für dich bzw. Deinen Sohn ganz wichtig!!
      Jemand außenstehenden mit dem man regelmäßig reden kann.

      Gönn dir vielleicht auch mal einen Nm in der Woche (1-2 Std. ) nur für dich. Vielleicht wenn er gerade Therapie hat, oder frag eine Nachbarin/ Freundin,.... Dann hast du mal zeit zum Energie tanken. Es ist ganz wichtig dass du genug Energie hast.....aber du darfst auch einfach nur mal weinen.

      Eines muss ich allerdings auch noch anmerken. Lass die Jungs laut sein, dein Mann wird auch so ( durch die Medis) oder mit ohrenstöpsel schlafen können. Dann werden Sie sich bestimmt auch schneller wieder zuhause -zumindest ein bisschen - wohler fühlen.

      Hallo!

      Ihr alle braucht psychologische Hailfe, vor allem auch die Kinder. Die leiden ja am meisten drunter, schließlich wissen sie, sehen sie, wie schlecht es ihrem Vater geht, und haben ganz große Angst, dass er eben sterben könnte. Wo am Anfang die Hoffnung überwogen hat, hat sie die Realität eingeholt, es ist jetzt schon zwei jahre nicht wirklich besser geworden.

      Dein Sohn braucht Dringend Hilfe, jemanden der das professionell mit ihm aufarbeitet, wo er seine Sorgen lassen kann, ohne Dich damit zu belasten.

      Und auch Du und der Kleine solltet euch Hilfe suchen, schließlich betrifft es euch alle. Nur sucht sich eben der Große ein deutliches Ventil im Moment.

      Wegen der Pollenallergie: Bekommt er Medikamente? Ohne meine Antihistaminika wäre ich im Moment auch unerträglich, weil Allergien eben auch sehr heftig werden können. Da gibt es aber sehr gute Mittel, und zwar eine ganze Reihe an Wirkstoffen, bis man einen gut verträgt. Das ertragen ohne Medis ist totaler Unsinn.

    • Bitte sprich mit dem Sozialberater des Krankenhauses, in dem Dein Mann therapiert wurde/wird. Ihr braucht als Familie dringend psychologische Hilfe und vielleicht kann man Dir hier etwas vermitteln.
      Das geht so nicht weiter - irgendwann klappst Du zusammen und Deine Kinder zeigen ja auch schon massive Auffälligkeiten.
      Vielleicht auch bei Caritas usw. nachfragen - aber auf keinen Fall mehr so weiterwursteln.
      Es gibt ganz sicher Hilfen für euch, man muss sie nur finden.
      Ganz liebe Grüße und alles Gute für euch
      von Moni

      Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass du dir anderweitige Hilfe holen kannst. Frage bei SEINER Krankenkasse nach einer Haushaltshilfe, sie ist eine große Erleichterung für den Haushalt und das kochen. Und auch mal abholen der Kinder. Deinem Mann und auch eurer Familie steht sie nämlich zu. Somit hast du hier mehr Entlastung und etwas mehr Zeit für deine Kinder und deinen Mann. Die Krankenkasse ist auch verpflichtet sie zu bezahlen.

      Eine Mutter Kind Kur ist noch nicht wichtig... ich rate dir eher den Alltag besser zu organisieren und dir Unterstützung zu holen. Damit du nicht so schnell ausbrennst. Wir hatten auch kurz ehrenamtliche Hilfe, was sehr gut war.

      Mein Mann war über 10 Jahre sehr krank, Und wir hatten 2 Jahre lang - ohne Unterbrechung - eine Haushaltshilfe da, da ich auch hab Vollzeit arbeiten müssen. Und meine Kinder waren zu der Zeit 2 und 5. Ich habe funktionieren müssen, ob ich wollte oder nicht. Aber diese Situation ließ keine Möglichkeit offen. Es ist so, entweder gehst du unter oder du musst durch...

      Eure Familie lebt anders als die "normalen" Familien. So ist es leider.... So eine Krankheit ist eine große Belastung für euch alle. Lasst sie aber zu und integriert sie als ein Teil eures Lebens, dann lernt ihr auch damit besser umzugehen und lebt etwas glücklicher. Du musst für dich kleine "Inseln" schaffen, die nichts mit deiner Familie zu tun haben wie Sport oder Malerei oder Musik... Darin kannst du dich stärken und Kräfte sammeln. Und suche für deinen Sohn Hilfe beim Kinderhospiz - sie helfen den Angehörigen!!! Dein Sohn ist aggressiv, es ist ein Hilfeschrei. Google einfach nach Kinderhospiz in deiner Umgebung.

      Es ist wichtig, dass du dir bewusst bist, dass es "morgen" nicht aufhören wird. Dass es nicht wirklich besser wird. Also musst du schauen, dass du deine Kräfte behältst und sie nicht zu schnell verbrauchst... Und packe das Problem dort an wo es ist, nämlich im Alltag.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

      Drücke dich lieb

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