Warum sollen Frauen immer irgendwie perfekte Mütter sein?

    • (1) 18.05.16 - 16:42
      9 out of 10

      Wenn ich mir hier manche Diskussionen anschaue und durchlese, wie z.B. von der Userin enemy, da frage ich mich im Verlauf immer, was man von Frauen als Mutter verlangt. Frauen haben sich immer und sofort für ihre Kinder zu entscheiden. Solche, die hin- und hergerissen sind zwischen einer Partnerschaft und Kindern und es an einem klaren Bekenntnis für ihre Kinder in den Augen mancher vermissen lassen, werden hier von einigen gnadenlos abgewatscht.

      Natürlich erwartet man von einer Mutter, dass ihre Kinder immer an erster Stelle kommen, sie zur Not auch für den Rest ihres Lebens ohne Partner zu sein hat, sollte nicht der Richtige dabei sein, eben einer, der ihre Kinder voll und ganz akzeptiert.

      Was mich am meisten an dieser Form moderner Hexenjagd ärgert, ist nicht nur das Frauenbild, was transportiert wird sondern auch, dass man das von Männern komischerweise nicht erwartet. Dieses bedingungslose Immer-für-die-Kinder-da-sein.

      Wenn eine Mutter nicht wie eine Mutter reagiert, wenn sie sich nicht sofort und ohne Wenn und Aber sich vor ihre Kinder schützend hinwirft, ist sie für einige keine vollwertige Mutter.

      Ich finde diese gesellschaftlichen Stereotypen schlimm. Solange man nicht das gleiche Verhalten auch von Vätern verlangt, sollte man es Frauen nicht vorwerfen, wenn sie mal nicht sofort das tun, was andere so für selbstverständlich halten.

      Das war's auch schon:-)

      • Hallo,
        mich würde erstmal interessieren und ich finde es wichtig zu wissen ob du ein Mann oder eine Frau bist.
        Gruß

        • (3) 18.05.16 - 17:07

          Warum ist das wichtig?

          Antwortest du einer Frau bei einer solcher geschlechterübergreifenden Frage anders als einem Mann?

          • Weil davon abhängig ist, wie ich mich erkläre!

            Aber bleib ruhig geheimnisvoll #augen

            Ich versuche meinen Standpunkt zu diesem Thema jetzt mal so zu erklären (da ich in der von dir genannten Diskussion auch Stellung bezogen habe).

            Als Mutter und derzeit Schwangere Frau würde ich niemals eine Minute zögern mich vor meine Kinder zu stellen. Sollte ein Mensch, auch der Vater meiner Kinder Übergriffe wagen, egal in welcher Form wäre die Entscheidung immer für die Kinder.
            Dies passiert aus reiner Liebe (vielleicht Instinkt) meinen Kindern gegenüber. Die Schutzlos sind, für die ich die Verantwortung trage, mit meinen Idealen der Erziehung im Kopf.

            Hätten mein Mann und ich unterschiedliche Ansichten in der Erziehung, Dinge die für mich überhaupt nicht vertretbar sind, würde ich mich immer für die Kinder entscheiden.
            Mit einer "perfekten" Mutter hat diese Überzeugung für die Kinder nichts zu tun. Sondern ist es eine Frage der inneren Einstellung zum Kind. Da die Frau nun mal das Kind zur Welt bringt, ist die Verbindung inniger und von einer bedingungslosen Liebe.

            Aufgrund dieser Empfindungen die ich meinen Kindern gegenüber habe, kann ich ein anderes handeln von Müttern nicht verstehen oder nachvollziehen.
            Das zugelassen wird, dass Kinder leiden aufgrund von Bedürfnissen der Frau.

            Da ich erwachsen bin und die Verantwortung für das Kind trage, sind die Bedürfnisse des Kindes wichtiger als meine.

            Gruß

            • (5) 18.05.16 - 18:13

              "Da die Frau nun mal das Kind zur Welt bringt, ist die Verbindung inniger und von einer bedingungslosen Liebe."

              Das mag ja auch alles richtig sein aber warum überträgt man dieses Bild auch auf andere? Es ist doch ein gesellschaftliches No-Go wenn eben eine Mutter nicht "bedingungslos" ihre Kinder liebt und sie über alles stellt.

              Ich habe hier schon von Frauen gelesen, die einfach diese ultimative Form von Mutterliebe nicht aufbringen können. Dann wird es hier gleich heftig. So wie in dem Thread weiter unten.

              Und dieses bedingungslose verlangt man von Müttern mehr als von Vätern. Zumindest steht die Frau schneller im Fokus der Kritik wenn sie nicht so reagiert wie es das Gesellschaftsbild von ihr verlangt.

              • In dem genannten Fall könnte es ja evtl damit zu tun haben, weil die MUTTER selber ihren Partner als Problem dargestellt hat und zwar WEGEN seinem Umgang mit den Kindern.

                Also sieht sie ihn selber als Problem und zwar, weil er ein schlechter Vater ist. Das impliziert für mich (und wohl auch einige andere) dass sie ihre Kinder sehr wohl liebt und es sie verletzt, dass ihr Partner so mit den Kindern umgeht.

                Dem zufolge werden nicht nur die Kinder schlecht behandelt, sondern auch die Mutter, die das verletzt.

                Und die einzige die das verändern kann ist eben die Mutter.

                LG

              • Alle Antworten auf deine Fragen findest du in meinem Beitrag!

                (8) 18.05.16 - 19:17
                Empfinde ich anders

                "Da die Frau die Kinder zur Welt bringt, ist die Verbindung inniger und von einer bedingungslosen Liebe"

                Das mag nach deinem Empfinden so sein , hört sich aber in deiner FormulIrrungen wie eine unumstößliche Tatsache an.
                Ich habe das nicht so empfunden.

                Die Schwangerschaft hat diese innige Verbindung bei mir nicht ausgelöst.

                Und bedingungslos liebe ich mein Kind ehrlich gesagt auch nicht.
                Und nu?
                Ich habe mein Kind nach der Scheidung auch auf seinen Wunsch hin beim Vater gelassen.

                Hab ich deswegen was falsch gemacht nur weil mein Sohn nicht hauptsächlich bei mir leben wollte,
                Ist der Vater denn nicht in der gleichen Situation wie die Mutter und kann ebenso unter der Trennung leiden?
                Mein Sohn und mein Ex Mann sind glücklich mit der Regelung und ich sehe meinen Sohn ein bis zweimal pro Monat für ein Wochenende und die Hälfte der Ferien.

                Ich bin damit auch zufrieden denn ich konnte so voll und ganz meinem Beruf nachgehen und mit meinem Partner die freie Zeit genießen.

                Darf man das als Mutter nicht sagen? Dass man froh ist im Alltag sein Leben zu haben?

                • Ich dachte es mir doch.......

                  Möchtest du jetzt die ganzen vergangenen Grundsatzdiskussionen nochmal widerkäuen? Lies doch deinen Posts, aus dem Archiv nochmal durch.

                  Es beschleicht einen das Gefühl, als habest DU ein großes Problem mit eurer Situation und weniger die Gesellschaft oder das Umfeld. Wenn ich mich recht erinnere, gab es hauptsächlich neutrale Meinungen,, ob Kinder nun vom Vater oder der Mutter betreut werden oder ob Vater oder Mutter sich beruflich verwirklichen. Vielleicht solltest du mal dein Umfeld überdenken, wenn du alle 4 Wochen mit dem Thema ähnlicher Art um die Ecke kommst oder dir professionelle Hilfe holen und jemandem zum Reden.

                  (10) 18.05.16 - 21:38

                  Genau dies meinte ich.

                  Und die Reaktionen mancher auf deine Person und wie du Muttersein für dich selbst definierst.

                  Danke für dein Beispiel.

      Kein Wunder, dass Du jetzt lieber einen Schwarznick benutzt hast ....

      "Solange man nicht das gleiche Verhalten auch von Vätern verlangt, sollte man es Frauen nicht vorwerfen, wenn sie mal nicht sofort das tun, was andere so für selbstverständlich halten."

      Hö? Es gab hier auch schon (Stief)Väter, die gepostet haben, dass ihre Partnerinnen die Kinder nicht immer gut behandeln. Auch denen wurde geraten, einzugreifen und den Kindern beizustehen. Ich bilde mir sogar ein, der letzte entsprechende Thread ist noch gar nicht so lange her.. aber hier müsste ich mal die urbia-Recherche-Fraktion einschalten, das liegt mir nämlich nicht. Somit kann ich leider keinen Gegenbeweis antreten.

      Außerdem, geh mal ins Patchworkforum und lies nach, wie da die Next oft angegangen wird, wenn sie sich über die schlechte Erziehung des Partners auslässt oder darüber mokiert, wenn das Stiefkind nicht wie am Schnürchen funktioniert.

      Ich habe jetzt echt nicht das Gefühl, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird, sondern eher, dass es drauf ankommt, wie jemand die Sachlage schildert. Je dramatischer und akuter nämlich geschrieben wird, je heftiger kochen die Emotionen der Antwortenden hoch.

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