Welche Verpflichtungen kommen auf mich (Mutter) nach einer Trennung zu?

    • (1) 19.05.16 - 08:48
      Rosi Ratlos

      Guten Morgen,

      ich spiele mit dem Gedanken mich von meinem Mann zu trennen. Wir sind jetzt über 15 Jahre zusammen und haben 3 Kinder. Schon seit einiger Zeit beschäftigt mich der Gedanke und immer wieder schiebe ich ihn zur Seite, weil ich denke jeder hat mal eine Krise in der Ehe und nach so langer Zeit sollte man doch wissen was einem am Partner liegt. Aber das ist genau der Punkt: Ich empfinde nichts mehr für meinen Mann :-( Ich liebe unsere Kinder, aber für ihn ist irgendwie kein Platz mehr in meinem Herzen. Er ist mein erster Partner. Wir sind schon seit der Schulzeit zusammen. Vielleicht tue ich mir auch deswegen in der Entscheidung so schwer. Ich kenne ja keine Trennungen. Auch hab ich hier keine Familie, die mich bezüglich der Kinderbetreuung unterstützen könnte, wenn ich arbeiten bin. Da bin ich schon ab und an auf meinen Mann angewiesen.

      Mich interessiert, was für Verpflichtungen nach einer Trennung auf mich drauf zukommen. Wir haben kein Eigenheim, sondern wohnen zur Miete. Einer von uns beiden würde dann ausziehen. Wir haben schon immer getrennte Konten. Die Dinge sind also kein Thema. Ich bin berufstätig zu 50% mit einem festen Job im ÖD. Kann irgendjemand verlangen, dass ich diesen Job aufgebe, nur damit ich irgendwo anders mehr verdiene (natürlich auch mehr arbeite, was dann einen erneuten Engpass bei der Kinderbetreuung verursacht), nur damit ich alle Kosten ohne staatliche Hilfe allein meistern kann? Einfach so aufstocken mit den Stunden geht leider nicht. Ansonsten komme ich monatlich einigermaßen gut über die Runden. Mein Mann unterstützt mich aktuell auch nicht finanziell. Er zahlt halt die Miete allein. Alle anderen Ausgaben für mich, die Kinder und z.T. auch für ihn leiste ich allein.

      Wenn man sich trennt, MUSS man sich dann auch scheiden lassen oder kann man weiterhin verheiratet bleiben und worauf hat diese Entscheidung Einfluss? Kommen nicht auch noch irgendwelche Termine beim Jugendamt dazu? Wer entscheidet, welches Kind bei wem bleibt? Ich würde gern alle 3 behalten, auch wenn das sicher stressig wird. Aber jetzt bin ich ja auch meist mit allen 3 allein beschäftigt. Auch könnte mein Mann durch seine Arbeitszeiten die Kinder gar nicht betreuen.

      Was muss ich noch einplanen? Der Kindesunterhalt wird bei der Berechnung meines Einkommens ja sicher mit dazu gezählt, bevor es staatliche Zuschüsse gibt. Und was ist, wenn er sich weigert für die Kinder etwas zu bezahlen? Wenn ich die Miete alleine zahlen muss, wird es bei mir schon sehr eng. Von der Höhe der KM müssten wir nicht mal umziehen und die Kinder könnten weiterhin hier zur Schule und in den Kindergarten gehen.

      Ich weiß, ich sollte eine Trennung nicht allein vom Finanziellen abhängig machen. Wenn es nicht mehr geht, geht es nicht mehr. Schon allein der Kinder zuliebe. Ich glaube die spüren auch, dass ich nicht mehr so glücklich bin wie früher und ich möchte auch nicht auf Dauer so weiterleben wie jetzt.

      Danke schon mal für eure Antworten.

      • Hallo, wie alt sind denn die Kinder?

        Keiner kann dich zwingen, mehr oder woanders zu arbeiten, wenn du die Kinder behältst und keine Unterhaltspflicht hast. Erst wird geprüft, ob du Anspruch auf Ehegattenunterhalt hast. Parallel dazu (und das geht vor) ob und wieviel dein Mann an kindesunterhalt zu zahlen hat. Abzulesen an der Düsseldorfer Tabelle nach bereinigtem Einkommen und Abzug hälftigem Kindergeld.

        Wer die Kinder behält müsst ihr unter euch klären, wenn sie alt genug sind, können sie auch befragt werden. Wenn du allerdings immer die hauptbezugsperson bist, dürfte es da keine Probleme geben. Wegen der Wohnung kannst du so argumentieren, dass die Kinder nicht aus ihrem gewohnten Umfeld müssen (Schule und co).

        Wenn das alles geprüft ist, schaust du, ob du mit Wohngeld und evtl kinderzuschlag weiterkommst. Ansonsten beantragst du ergänzendes alg2.

        Du hast viele Fragen - und das ist gut, weil es zeigt, dass du dir viele Gedanken machst. Allerdings lässt sich das meiste nicht pauschal beantworten, viele Fragen müssen direkt mit deinem Partner geklärt werden. Dafür sind gerade bei den Themen, die die Kinder angehen, gemeinsame Gespräche unter Vermittlung des Jugendamtes sehr sinnvoll. Das sinnvollste wäre, wenn du zunächst einen Gesprächstermin auf dem Jugendamt bei dem für euren Bezirk zuständigen sozialpädagogischen Sachbearbeiter ausmachst, um abschätzen zu können, welche Tragweite deine Trennungsentscheidung für deine Kinder haben wird - das kannst du auch zunächst allein und ohne Mann machen, um dich vorab informieren zu lassen.

        Außerdem solltest du einen Termin bei eurer Unterhaltsstelle am Jugendamt/Landratsamt ausmachen. Dort wirst du über die finanziellen Auswirkungen einer Trennung beraten, erfährst in welcher Höhe dir bzw. deinen Kindern Unterhalt zusteht, welche Möglichkeiten es gibt, um Fördergelder zu beantragen, sowie wie der Unterhalt durchgesetztwerden kann, falls dein Mann sich hier Querstellt (wohlgemerkt: Es geht um den Unterhalt für die KINDER, denn zu dem ist er verpflichtet). Es gibt allerdings auch Paare, die sich nicht scheiden lassen und mit Hilfe der UNterhaltsstelle eine Unterhaltsvereinbarung ausmachen und schriftlich fixieren, die fernab der gerichtlichen Entscheidungnnot im Einvernehmen eine Lösung für die finanziellen Fragen sucht) - wende dich einfach an die UNterhaltsstelle und lass dich beraten, die (zumeist) Damen dort wissen sehr genau, was sie tun können, um dir/euch zu einer einvernehmlichen Lösung zu verhelfen, aber auch was sie unternehmen müssen, falls es zu Problemen kommt.

        Viel Glück, ich wünsche euch die richtigen Entscheidungen!

        • (4) 19.05.16 - 10:26

          Ich vergaß: Deine PFLICHT wird es auf jeden Fall sein, deinen Kindern trotz Trennung einen regelmäßigen und unbeschwerten Umgang mit dem Vater zu ermöglichen. Egal was ihr außenrum vereinbart. Besonders deswegen, weil es keinen "echten" Streit gab, sondern "nur" die GEfühle weg sind, sollten du und dein Mann sich bemühen, die Trennung möglichst einvernehmlich und ohne Streit vor den Augen der Kinder über die Bühne zu bringen. Die Lösungen sollten immer auf Elternebene getroffen werden, um die Kinder nicht unnötig zu belasten.

      http://www.urbia.de/forum/27-trennung

      denn -

      eine Rettung Deiner Ehe scheint nicht Dein vornehmliches Ziel zu sein. Es geht Dir eher um administrative Abläufe. Da frag doch besser Menschen, die sich in dem entsprechendem Forum tummeln.

      Deine Fragen pauschal zu beantworten wäre fahrlässig. Daher wäre eine rechtliche Beratung durchaus sinnvoll.

      Und: nein... man muß sich nicht scheiden lassen.

    Warum zahlst du alles andere und dein Mann nur die Miete? Ist nicht sehr fair aufgeteilt, oder?
    Du solltest dir Unterlagen von ihm wie Lohnabrechnungen usw kopieren, damit du was hast anhand dessen man den Unterhalt für die Kinder und ggf für dich berechnen kann.
    Sollte dein Gehalt und der Unterhalt und das Kindergeld nicht ausreichen, dann kannst du noch Wohngeld und Kinderzuschlag beantragen.
    Und du solltest versuchen für die Zukunft die Stunden zu erhöhen, um dann mehr zu verdienen.

    • (8) 19.05.16 - 13:02

      Früher haben wir uns die Miete geteilt, als wir noch keine Kinder hatten. Seit die Kinder da sind, hat sie mein Mann komplett bezahlt, weil ich während der Elternzeit ja kein Einkommen groß hatte. Da ich jetzt auch nur Teilzeit arbeiten kann und will (um den Kindern die Betreuung zu ermöglichen, die mir wichtig ist), haben wir es so gelassen. Mein Mann kommt mit seinem Geld nicht wirklich aus. Ich weiß nicht wieso, aber bis zum Monatsende ist es immer alle. Um nicht wegen jeder Ausgabe diskutieren zu müssen, übernehmen ich meine Kosten und die für die Kinder inkl. Hobbys, Kleidung usw. Und dann halt Dinge, die jeder von uns braucht (Drogeriesachen, Essen usw.). Meine Freundin hat mich aber auch schon gefragt, wie ich das alles finanziell schaffe. Und für Urlaube bin auch ich diejenige, die spart. Wenn ich das nicht machen würde, würde wir nie wegfahren. Und wenn es nur für ein paar Tage ist.

      • Aber das ist doch dir gegenüber recht unfair, oder? Oder ist die Miete soooo hoch, dass es die anderen Zahlungen von deiner Seite ausgleicht? Kann ja nicht sein, dass er sein Geld für irgendwelchen Schmu ausgibt und du euer Leben finanzieren musst. Sind ja auch seine Kinder.
        Da deine Gefühle weg sind, würde ich die Trennung durchziehen. Und auch nach dem Trennungsjahr die Scheidung, da es finanziell gesehen besser ist geschieden zu sein. Zumindest wenn beide Ehegatten erwerbstätig sind. Wegen Versorgungsausgleich z.B.

Ich kann Dir nur zu Scheidung oder nicht antworten.
Du MUSST Dich natürlich nicht scheiden lassen. Je nachdem, wie das Leben weitergehen soll und wie man sich versteht, kann man auch dauernd getrennt leben. Das teilt man dem Finanzamt mit und bekommt dann die entsprechende Steuerklasse.

Außerdem hättest Du den Vorteil, weiter in der Krankenkasse beitragsfrei versichert zu sein, wenn Du mal, irgendwann, nicht arbeitest.

Je nachdem, wie der Alterunterschied ist, hat der Ältere, der zuerst in Rente geht, den Vorteil, dass er weiter die volle Rente erhält. Wenn Du Dich scheiden läßt, wird die Rente sofort aufgeteilt, auch wenn niemand in Rente ist. Wenn aber der Ältere in Rente geht, hat er sofort weniger, obwohl der arbeitende Partner nichts davon hat. Das Gesetz wurde , ich glaube 2008, entsprechend geändert. Wenn Kinder da sind, ist es ja wichtig, dass der Partner finanziell einigermaßen gestellt ist. Dem, der weiter arbeitet, kann es egal sein, der hat keine Nachteile.

Ich habe einen notariellen Trennungsvertrag aus diesen Gründen, meine Frau lebt mit einem anderen Partner zusammen. Den Erbfall kannst Du da auch mit reinnehmen, dass Erbe für den Partner ausschließen, beiderseitig.

Muß man sich überlegen, ob das für einen etwas ist.

Alles Gute
Bernd

Wie hoch ist die Miete? Wenn du mir deinen Einkommen den Alltag finanzierst du dein Mann "nur" die Miete zahlt, dann sollst du nach dem du Unterhalt und Kindergeld für 3 Kids bekommen hast, finanziell klar kommen. Wenn nicht, gibt es für mich 2 einfache Alternativen: billigere Wohnung oder mehr Einkommen.

Von der Stadt (Mitmenschen) zu leben finde ich nur in Ausnahmefall ok, für normalsterbliche ist es peinlich.

K

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