Kind des Partners

    • (1) 27.05.16 - 17:51
      capri-sonne

      Hallo

      in letzter Zeit gibt es leider oft Probleme mit dem Kind meines Freundes. Früher sind wir sehr gut ausgekommen und ich fand ihn ganz süß doch in letzter Zeit nervt er mich nur noch. Er hört nicht, er macht nur Mist, er ärgert unsere Tochter, es ist nicht auszuhalten. Und das schlimme ist, mein Freund setzt ihm keine Grenzen. Er lässt ihn alles machen und sieht alles nicht dramatisch. Immer bin ich die Böse die schimpft. Er ist nun seit gestern bei uns bis Sonntag und ich habe jetzt schon die Schnauze voll von ihm. Wie soll das nur bis Sonntag gehen? Er ist leider sehr verzogen und versteht kein nein. Am liebsten würde ich mit meiner Tochter bis Sonntag zu meinen Eltern weg fahren, dann soll er sehen wie er mit seinem Sohn zurecht kommt. Das findet er wiederum nicht gut und möchte auf heile Familie machen. Doch mir fällt es immer schwerer und meine Tochter sagt auch sie mag ihn nicht mehr. Ich weiss nicht wie man das Problem lösen kann.

      Für Ideen wäre ich dankbar.

      FG
      Mona

      • Es gibt mehrere Lösungsmöglichkeiten, die aber letztendlich alle darauf hinauslaufen, dass Dein Freund einsehen muss, dass sein Sohn Grenzen und zumindest eine gewisse Grunderziehung braucht. Ich würde mal mit Gesprächen und Literatur zum Thema Erziehung und Grenzen beginnen, vielleicht sieht er schnell ein, dass er dem Kind so keinen Gefallen tut?

        • (3) 27.05.16 - 19:20

          Er sieht ihn nicht so oft, vielleicht alle 2 Monate und denkt dann er müsste er ihn verwöhnen. Und der weiss das und nutzt es gnadenlos aus. Er ist frech, tut was er will, bekommt dauernd etwas geschenkt und muss hier nichts tun. Meine Tochter fühlt sich benachteiligt weil sie hier Regeln einhalten muss und mithelfen muss und er nicht.

          • Das mag der Grund sein, ist aber noch lange kein kindgerechtes Verhalten. Und das kann Dein Freund schon einsehen. Sein Sohn kann sich an alle Regeln halten, wie die Tochter auch und man kann beide zusammen an den gemeinsamen Tagen verwöhnen. Vielleicht weiss er einfach nicht so genau, wie er das umsetzen kann? :-)

      (5) 28.05.16 - 07:40

      Hallo :) erst mal eine dicke Umarmung für dich. Du darfst mir gerne ein Pn schreiben ;-)
      Also ich habe es so gelöst, dass ich einfach jeden früh Arbeiten war, nicht mehr ans Handy ging wen irgendwas war und nachmittags gleich zu Freunden.

      Und plötzlich merkte mein Freund was seine Tochter für eine ist.

      Jetzt gibt es auch mal Grenzen und Regeln vom Papa und schwupps die Wupps, unser zusammen leben läuft auf einmal viel besser. Klar ab und zu gibt es noch reiberei und ich bin an manchen Tagen total genervt aber ich glaube das gibt es überall mal. Beispiel gestern.

      Sie war den ganzen Tag schon launisch und hat mittags mit ihrem Papa schon wieder Zoff gehabt, er hat sie trotz allem zu ihren freunden raus spielen gelassen. ( ich hab sie den ganzen Tag nicht zu Gesicht bekommen ) um 21 Uhr hat er ihr dann geschrieben sie soll um 22 Uhr nach Hause kommen. Wieder war sie Zickig und wollte nicht. Dann haben wir uns kurz besprochen was jetzt wohl am Sinnvollsten währe und habe uns geeinigt, mit so einem Ton was sie drauf hat soll sie jetzt sofort nach Hause kommen und Handy verbot für die nächsten Tage. Und das hat er ihr dann aber schön alles selber gesagt. Erst war sie Bockig und hat kein Wort geredet, ist gleich auf ihr Zimmer verschwunden und die Türen geknallt. Dann bin ich zu ihr rein und habe gesagt das es so nicht geht sie soll sich bei ihrem Papa entschuldigen. Kurz darauf kam sie hat sich entschuldigt wir haben alle gemeinsam darüber geredet was jetzt eigentlich los war und gut war es.

      #sorry für das jetzt doch sehr lang gewordenes Beispiel :-D
      Aber vielleicht wäre das ja eine Lösung für euch? Lass deinen Mann durch greifen. 1. du bist nicht die dumme 2. er merkt wie viel misst der kleine baut.

      Und wenn er das dann begriffen habt könnt ihr immer gemeinsam nach Lösungen suchen.

      Liebe Grüße N

    (7) 28.05.16 - 08:50

    Hallo,
    es ist völlig unmöglich, sich aus der Ferne und nur auf Basis dessen, was du erzählt hast, ein Bild zu machen, weshalb das Folgende auch nur eine Idee aus einer anderen Perspektive sein kann, absolut wertfrei.
    Du schreibst nicht, wie alt der Junge ist. Wenn ein Kind, das vorher umgänglich war plötzlich renitent wird ohne dass sich etwas in seinem Leben geändert hat, kann es manchmal schlicht der Pubertät zugeschrieben werden. Auch in diesem Fall wäre es aber nicht ratsam, das "Problem" nur beim Kind und seinem Vater zu sehen, weil diese Anti Haltung dem Jungen gegenüber nur dazu führt, dass er sich ausgeschlossen fühlt und die neue Partnerin, sowie das "neue" Kind seines Vaters als Feindbilder erleben würde. Ist der Junge noch weit entfernt von der Pubertät, steckt vielleicht genau dieses Gefühl des Ausgeschlossenseins hinter seinem Verhalten und der Versuch, die Zuneigung seines Vaters zu testen, die von Kindern gerne darin erkannt wird, keine Grenzen aufgezeigt zu bekommen. So anstrengend das alles für dich sein mag, man darf das Kind nicht außer Acht lassen. Es ist ein Trennungskind, das seinen Vater mal für sich hatte und das nun zusehen muss, wie andere Menschen eine scheinbar bedeutende Rolle im Leben seines Vaters einnehmen. Es als schwarzes Schaf zu stigmatisieren kann großen Schaden anrichten und wäre auch für euren Familienfrieden kontraproduktiv. Wie du schreibst, sieht er seinen Vater nur alle zwei Monate. Irgendwie nachvollziehbar, wenn er sich dann an den seltenen Wocheneneden bei euch sowas wie eine Exklusivrolle wünscht. Eure Tochter hat ihren Vater jeden Tag für sich. Das sollte sie auch begreifen. Und, dass sie nicht mehr das Kind ihres Vaters ist als ihr Halbbruder. Für den Vater müssen beide Kinder gleichwertig sein, was er den Jungen aber kaum spüren lassen kann. Dennoch ist pures Verwöhnen nicht die Lösung. Die Familie muss die Sache gemeinsam angehen, indem sie sich dem Jungen als Einheit zeigt und ihn auch für ihn deutlich erlebbar wie selbstverständlich mit einschließt. Was spräche dagegen, ihm anzubieten, sich an so einem Wochenende ein Freizeitprogramm aussuchen zu dürfen, weil er leider so selten bei euch sein könne und ihr alle möchtet, dass er es schön habe? Mag sein, dass das sowieso geschieht. Das war nur ein Beispiel einer Möglichkeit von mehr Integration. Fakt ist: Kein Kind ist böse und kein Kind gehört in die Sündenbockrolle. Wenn ein Kind "spinnt", stimmt i.d.R. mit dem Familiensystem etwas nicht und daran hat jedes Familienmitglied seinen Anteil.

    • (8) 28.05.16 - 09:58

      Er ist noch nicht in der Pubertät, er ist 8. Vielleicht fühlt er sich ausgeschlossen doch das liegt an der Entfernung. Er kann nicht öfter bei uns sein. Doch so wie er sich aufführt, würde ich einen öfteren Besuch nicht aushalten. Wir versuchen ein Wochenendprogramm zu machen was für alle Kinder passt. Wenn er es sich aussuchen dürfte, würde nie etwas zustande kommen was für unsere Tochter auch interessant ist. Gehen wir auf einen Spielplatz ist es für ihn langweilig, gehen wir in den Zoo ist es für ihn langweilig, gehen wir schwimmen ist es für ihn langweilig. Er hat keine Lust auf nichts

      • (9) 28.05.16 - 11:08

        Klar, klingt alles nicht einfach. Habe in einem anderen Beitrag gelesen, dass er auch auf Seiten seiner Mutter ein weiteres Halbgeschwisterchen bekommen hat. Das ist eine interessante Info. Aus Sicht des Kindes -bloß eine Theorie- eventuell ein gefühlter "Austausch" an allen Fronten. Dem Jungen scheint es jedenfalls nicht gut damit zu gehen, was ihn natürlich nicht berechtigt überall Unruhe zu stiften. Das wird aber auch nicht seine bewusste Absicht sein, sondern er weiß sich als Achtjähriger nicht anders zu helfen. Du wirst das Problem nicht alleine lösen können. Die Hauptarbeit sollte da bei seinen leiblichen Eltern liegen. Wenn da nichts passiert, wird er mehr und mehr den Unmut anderer auf sich ziehen und sich in der Vorstellung, nicht mehr wichtig zu sein bestätigt fühlen. Vielleicht kannst du deinen Mann ja überzeugen, auch in Rücksprache mit seiner Ex aktiv zu werden, wenn du das Gespräch suchst und er merkt, dass du dir Sorgen um den Jungen machst.

Wie alt ist denn der Junge?

Es kann verschiedene Gründe geben, warum er sich jetzt so verhält, wie er es tut. Dem sollte dein Freund auch auf den Grund gehen. Wenn der Junge früher nett und umgänglich war, wird nicht plötzlich die Familie die Grunderziehung ausgesetzt haben und er mutiert zum Störenfried. Da kommen sicherlich mehrere Dinge zusammen.

Allerdings ist es nicht deine Aufgabe, den Jungen zu erziehen und ein soziales Miteinander an den Besuchswochenenden aufrecht zu erhalten.
Dein Freund hat es ja auch bequem. Er ist nicht der böse, einfordernde, meckernde Vater an den wenigen Tagen im Monat, denn das übernimmst ja du. So lange du das tust, sieht er sich nicht in der Pflicht. Läuft doch alles irgendwie.

Wenn er nichts unternehmen will, würde ich mich an den WE rausziehen aus der Patchworksache. Nur so sieht dein Freund, wie es läuft, wenn du keine Ansagen machst (kann natürlich auch nach hinten losgehen und die beiden allein verstehen sich blendend und kommunizieren 1A, weil der Junge dich und euer neues Kind als Störfaktor empfindet). Aber einen Versuch wäre es wert.

  • (11) 28.05.16 - 09:50

    Er ist 8. Ich habe schon gedacht ich werde einfach überhaupt nichts mehr zu ihm sagen und alles machen lassen, doch es funktioniert nicht. Weil dann meine Tochter die leidtragende ist wenn er sich aufführt. Dann muss ich doch wieder meckern. Oder wenn er sich dauernd am Süßigkeitenschrank bedient und meine Tochter darf nicht, dann kann ich auch nicht einfach nichts sagen. Deswegen ist es schwer sich komplett raus zu halten. Darum der Gedanke weg zu fahren und die beiden alleine zu lassen. Ob es dann 1 A laufen würde, keine Ahnung. Ich glaube aber nicht. Doch ich habe es noch nie getan, deswegen kann ich es nicht sagen.

    • Der Süßigkeitenschrank ist ja nur Kleinkram. Wenn du nicht willst, dass er sich bedient, dann such dir ein Versteck und Naschzeug wird von dir zugeteilt. Ist doch ganz einfach.

      Versuch es doch einfach mal mit dem Wegfahren. Eure Tochter leidet ja auch unter der Situation und da würde ich eckig werden. Sie kann am wenigsten dafür, dass dein Partner ein weiteres Kind hat, das regelmäßig zu euch kommt. Sie hat auch ein Recht auf ein entspanntes Wochenende. Das würde ich auch mal mit deinem Partner so kommunizieren. Es kann nicht sein, dass einer über Tische und Bänke geht und die andere sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr wohlfühlt.

      Was sagt denn die Mutter des Jungen dazu? Verhält er sich bei ihr auch anders als vor Jahren? Läuft es in der Schule rund?

      • (13) 28.05.16 - 10:45

        Laut der Mutter ist er auch zu Hause unmöglich geworden. Er hat vor einem Jahr auch dort einen kleinen Halbbruder bekommen und seitdem dreht er auch zu Hause durch und hört nicht. Er ist auch in der Schule eher der Klassenclown und stört oft die anderen. Sie weiss auch nicht was man da machen kann.

        • Ok...das ist zumindest eine mögliche Erklärung. Aber du wirst das Problem nicht lösen können und musst aufpassen, dass du nicht weiter in die Ecke der bösen Stiefmutter gedrängt wirst. Irgendwann wird er dir sagen, du habest ihm gar nichts zu sagen, du bist ja nicht seine Mutter. Wenn die Pupertät dazu kommt, spitzt es sich womöglich zu und ihr verliert völlig den Zugang zu ihm.

          Klären und lösen können es nur dein Partner und die Mutter des Jungen. Erstmal ist die Mutter in der Pflicht, weil er bei ihr lebt. Sich damit herauszureden, sie wisse auch nicht, was man da machen kann, ist wenig zielführend. Es gibt Hilfestellung von Schulsozialarbeite bis zur Familienberatungsstelle. Niemand muss alles wissen, aber man muss wissen, wann man sich Hilfe von Außen dazuholen sollte.

          Leider hast du eine ganz undankbare Position, aus der du dich dringend lösen solltest. Rede nochmal mit deinem Partner und mach ihm deutlich, dass er sich kümmern muss in Zusammenarbeit mit der Mutter des Jungen.

    Wie alt ist denn deine Tochter?

    Das mit den Süßigkeiten würde ich anders lösen. Für das Wochenende bekommt jeder eine Dose mit dem gleichen Inhalt. Wenn leer, dann leer - jeder hatte das gleiche und konnte es sich selbst einteilen.

    Ansonsten - fahr doch wirklich mal weg. Oder unternimm an den Wochenenden zumindest an einem Tag was mit deiner Tochter alleine... vielleicht ist das auch die Art des Sohnes auszudrücken, dass er mehr PapaZeit alleine haben möchte? Könnte ich schon verstehen, wenn er ihn so selten sieht - da ist ein normales Familienleben eigentlich gar nicht möglich.

    Was möchte der Junge denn machen?

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