Ich habe niemanden

    • (1) 27.05.16 - 22:15
      bindungsunfähig

      Hallo zusammen!

      Langsam glaub ich wirklich, dass ich komisch bin. Zumindest wird mir das immer wieder gesagt. Frage ich dann aber was genau mich so komisch macht, bekomme ich keine Antwort mehr.

      Mich macht das wirklich traurig, denn ich bin oft einsam. Wie schon geschrieben, ich habe niemanden. Keine Freunde, keine Familie. Nur meine Tochter. Als sie noch klein war, war ich in Krabbelgruppen etc. Hab immer versucht Anschluss zu finden. Aber nichts war von größerer Intensität. Irgendwann zogen sich früher oder später alle wieder zurück. Frage ich warum, heißt es nur "du bist komisch ". Toll. Seit über einem Jahr bin ich jetzt Single und eigentlich laufen meine Beziehungen immer gleich ab. Ich lern jemand kennen komm irgendwann mit ihm zusammen und irgendwann stellt der dann fest das ich keine Freunde habe. Entweder ergreift er dann die Flucht, oder besser noch, er stellt mir ein paar seiner Freunde vor, die mich über kurz oder lang auch wieder komisch finden. Dann dauerts nicht lange und er ist auch wieder weg.

      Ich weis mir langsam nicht mehr zu helfen. Wenn ich nur wüsste was ich immer falsch mache. Aber keiner sagt es mir. Ich bin echt verzweifelt. Egal was ich versuche um irgendwo Anschluss zu finden, es klappt nicht. Langsam halt ich das nicht mehr aus. Tag für Tag allein zu sein.

      Sorry, ich musste das mal los werden. Vieleicht gibts ja jemand dem es ähnlich geht.

      traurige Grüße

      • Hallo,

        das hört sich ja gar nicht gut an. Hast du mal überlegt, einen Verhaltenstherapheuten oder so aufzusuchen? Vielleicht kann man mit sowas helfen das du positiver Rüberkommst? "Seltsam" ist auch echt ne blöde Aussage. Klammerst du vielleicht zu sehr? Redest du zuviel/zuwenig?

        Warum hast du keine Familie - zzumindest bei der darf man ja "Seltsam" sein wie man will. Ich würde ehrlich mal gucken ob es sowas wie Kurse für Sozialkompetenz etc. gibt.

        Ich bin auch n sehr "gewöhnungsbedürftiger" Mensch. Zu ehrlich, zu redselig, zu laut. Trotzdem hab ich zumindest meine besten Freunde/meinen Mann und Kinder und meine Familie. Anschluss finde ich aber auch nur eher schwer :(

        LG

        • (3) 27.05.16 - 22:43
          bindungsunfähig

          Meine Mutter ist vor 4 Jahren gestorben. Wir hatten aber nie ein Mutter Kind Verhältnis. Aufgewachsen bin ich bei meinen Großeltern bis meine Oma starb. Dann war ich bei einer Pflegefamilie, die taugte aber rein garnix. Später dann noch im Heim. Das waren eigentlich die schönsten Jahre meines Lebens. Man legte wert auf meine Meinung und einen Freundeskreis hatte ich aufeinmal auch. Als ich dann auszog war der Traum auch wieder vorbei. Jeder ging eigene Wege und die meissten zogen weiter weg....

          Ich hatte eine beschissene Kindheit. Musste bereits mit 5 Jahren eigentlich schon erwachsen werden und den Haushalt für meine Großeltern führen da die aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht mehr konnten....

          Ein paar mal hab ich schon versucht das alles mit einem Psychologen zu verarbeiten. Aber die Reaktion war immer die gleiche. Die Augen wurden weit aufgerissen und die Psychologen können garnicht glauben was sie hören. Am Ende werd ich nur wieder zum nächsten geschickt, der mir auch nicht helfen kann oder will.

            • also ich kaufe ihr das ab. Mir ging es ähnlich. Wurde 2 mal weiter geschickt bis ich bei der richtigen Person gelandet bin, Liegt vllt auch daran dass es bei mir "nur" 5 Jahre waren in denen ich schlimmes mitmachen musste... keine Ahnung

          Vielleicht gibt es eine Selbsthilfegruppe für deine Kindheitsodyssee? Aufgewachsen im Heim oder Doofe Pflegeeltern, Kindesmissbrauch oder hast du davon eine psychische Erkrankung bekommen wie Depressionen oder Essstörungen oder Borderline oder so? Da kannst du auch Gleichgesinnte kennen lernen.

          Eine Kirche eignet sich auch gut, um Kontakte zu knüpfen, da kann man im Chor mitsingen, beim Kirchenkaffee aushelfen... am besten eine charismatische, da gibt es auch viele Außenseiter.

          Psychologen gibt es viele schlechte, ich habe viele Therapien gemacht, ich habe dadurch eher Freunde verloren. Oder durch die Krankheit, keine Ahnung.

          Wo ich aber Kontakte geknüpft habe, war bei einem stationären Aufenthalt. Da ist man länger zusammen mit meistens sehr netten Leuten, die es auch nicht immer leicht hatten.

          Lag

        • (7) 28.05.16 - 08:37
          Hi Freaks look at me

          Ach Quatsch nun jammer mal nicht so rum. Was meinst du, was Psychologen sich alles für Scheiße anhören müssen, ich bin selbst eine :-D Wir kriegen tagtäglich Horrorstorys erzählt und jede ist auf ihre Weise einzigartig und im Erleben desjenigen besonders schlimm, außergewöhnlich und grauenhaft. Dieses Erleben will ich dir auch nicht absprechen, aber ich will das mal ein wenig daran relativieren, dass du mit deiner beschissenen Kindheit nun einmal nicht alleine da stehst. Und wer eine tolle Kindheit hatte, den sucht das Schicksal noch auf andere Art und Weise heim. Spätestens mit Mitte 30 hat es jeden Mal so richtig derbe erwischt, glaube es mir! Krankheiten, Todesfälle, Trennungen, all das was das Leben so an Gemeinheiten zu bieten hat. Also, nur weil deine Kindheit furchtbar war bist du jetzt nicht sonderlich exklusiv oder per se gezeichnet und ein Außenseiter auf diesem Planeten. Von diesem Trip würde ich an deiner Stelle mal ganz schnell runterkommen. Weißt du auch warum? Weil der ziemlich einsam macht! ;-)

          Entschuldige bitte, aber kein anständiger Psychologe reagiert so, wie Du es beschreibst. Entweder bist Du an Menschen geraten, die sich als Psychologen ausgegeben haben, aber keine waren (Lebensberater, gewisse Homöopathen mit entspr. Weiterbildung) und völlig unprofessionell arbeiten oder Du verschweigst hier die Wahrheit.

          Ein guter Therapeut wird sicher sein Mitgefühl ausdrücken, wenn Du über schwierige oder schmerzhafte Vorkommnisse Deiner Kindheit sprichst, aber niemals wird er sich mit einer Entsetzensreaktion Dir gegenüber äußern und Dir dann auch noch sagen, Du wärst falsch bei ihm. Wenn das tatsächlich stimmt dann solltest Du Dir nochmal jemanden suchen, der sein Fach beherrscht. Das kann natürlich ein paar Anläufe dauern, genau deswegen bekommt man ja die probatischen Sitzungen mehrmals von der Kasse zugestanden. :-)

          • (9) 28.05.16 - 11:06
            Mirauchpassiert

            " aber niemals wird er sich mit einer Entsetzensreaktion Dir gegenüber äußern und Dir dann auch noch sagen, Du wärst falsch bei ihm"

            Genau das hat eine hochgelobte psychologische Psychotherapeutin mir auch schon einmal gesagt, nachdem sie meine Lebensgeschichte, die ich aufschreiben sollte, gelesen hatte - und ich musste die Therapeutin nach den probatorischen Stunden wechseln.

            Bis heute rätsele ich darüber nach, warum sie mich nicht haben wollte.War mein Fall zu leicht? Zu schwer? War sie auf eine andere Richtung spezalisiert?

            • Ich sprach ja auch von einem anständigen Psychologen und keinem Unanständigen. ;-)

              Scherz beiseite, Du meintest sicher den sachlichen Weiterverweis und keine emotionale Reaktion plus darauffolgende Ablehnung, wie sich das Beispiel der TE las, oder? Das kann einfach bspw. an der Fachrichtung und Spezialisierung liegen. Z.B. bieten manche nur Tiefenpsychologie, aber keine Verhaltenspsychologie an. Manche fühlen sich bei bestimmten Themen nicht gut genug spezialisiert, z.B. wenn es um Zwänge oder Essstörungen geht. Das sollte natürlich dann auch so formuliert werden, dass der Therapeut dem Patienten sagt, warum er ihn weiter schicken muss. Es ist ja eine Form der Ablehnung, die bei einigen Krankheitsbildern auch wieder ein Tief auslösen kann.

              Das heisst, wahrscheinlich war es nicht die Schwere Deines Falles, sondern sie befand nach Studium Deines Lebenslaufs, dass sie nicht die richtige Qualifizierung besitzt. Ich hoffe aber, sie war immerhin professionell genug und hat Dir alternative Therapeutinnen mit der richtigen Spezialisierung genannt?

              • (11) 28.05.16 - 14:18
                Mirauchpassiert

                Ja, ich meinte den Weiterverweis. Meine Therapeutin hat mir zwar eine alternative Therapeutin genannt, mit der bin ich aber nicht zurecht gekommen.

                Auch habe ich den Verweis tatsächlich als Ablehnung empfunden und er hat mich schwer getroffen. Es ist mir sehr schwer gefallen, den schon mühsam in Gang gesetzten Prozess des Vertrauen-Aufbauens als nutzlos geworden zu empfinden und wieder von vorne anfangen zu müssen. Für einen psychisch angeschlagenen Menschen ist dies eine große Hürde.

                • Manchmal dauert es eine Weile, bis man den passenden Therapeuten gefunden hat. Wäre schon günstiger gewesen, Dir zu sagen, auf welche Spezialisierung Du achten musst. Ich hoffe, Du hast trotzdem nicht aufgegeben und jemanden für Dich gefunden!

                  Sei versichert, das was Du beschreibst, lässt eher darauf schliessen, dass die Therapeutin für Dich wirklich die Falsche war. Es lag also nicht an Dir. Leider weiss ich aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis dass es durchaus auch in dem Gebiet, wo es so wichtig wäre, mit Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl zu arbeiten, doch auch vereinzelt unempathische Trampel gibt.

    Willkommen im Club! Vielleicht musst du einfach nur die passenden Leute treffen.... Ich habe nicht so unglaublich viele Freunde, aber dafür echte. Freunde, die mir ehrlich sagen, wenn ich irgendetwas falsch mache. Nicht mich fallen lassen und dann nur solche schwammigen Äußerungen von sich geben wie " du bist komisch"
    Tip von mir: Verbieg dich niemals. Das hält man nicht lange durch. Such dir Menschen, die dich so mögen, wie du bist.
    Lg Lyra

    Hallo,

    ich bin auch komisch und kenne ein paar komische Leute, mit denen ich befreundet bin.

    Wir waren so eine richtige Außenseiterclique in der Schule. Der picklige Schulstreber, der blasse Nerd und die Älblerin mit dem fiesen Dialekt treffen sich ab- und zu immer noch.

    Meine Freundin ist auch komisch und niemand mag sie, ich schon.

    Wenn du in München wohnst, sollten wir uns unbedingt kennen lernen ;-).

    Vielleicht bewegst du dich in den falschen Kreisen oder bist außergewöhnlich intelligent oder besonders dumm ;-).

    Irgendwo findest du schon deine Leute, vielleicht suchst du dir ein neues Hobby, einen Fanclub, kaufst dir ein Tier und suchst da Kontakte, keine Ahnung.

    Viel Erfolg auf jeden Fall!

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