Mein Freund und der Alkohol

Hallo

ich befürchte mein Freund ist Alkoholiker.

Ich bin mit ihm seit nun schon seit 7 Jahren zusammen. Ich liebe ihn wirklich über alles, er war schon meine Jugendliebe. Wir haben viel erlebt, zusammen Krankheiten und Jobprobleme gemeistert und uns immer unterstützt.

Er hat schon immer mal ein Bier getrunken, manchmal beim Feiern mehr, weil seine Freunde auch alle trinken das ist ganz normal bei denen.

Aber jetzt ist es so, dass er jeden Tag so 6 bis 8 Bier trinkt. Ab ca 18 Uhr Nachmittags wenn er heim kommt bis er um 23 Uhr oder 24 Uhr ins Bett geht. Er meint es sei ganz normal, er ist kein Alkoholiker, ihm schmeckt es einfach und es ist nichts hochprozentiges.

Ich kann es jedoch nicht mehr sehen. Ich hasse es. Wenn die Kinder um 21 Uhr endlich schlafen kann man sich mit ihm nicht mehr richtig unterhalten weil er schon angetrunken ist. Er arbeitet viel, Abteilungsleiter, viel Verantwortung unter der Woche. Am Wochenende trinkt er dann soviel, dass er schon nicht mehr geradeaus laufen kann, mit Freunden, Spaß haben, nicht weil er es braucht sagt er sondern weil es ihm Spaß macht. Ich weiss nicht mehr was ich machen soll.

Verlassen will ich ihn nicht, ich möchte ihm helfen. Jedoch wenn ich sage, dass er sich helfen lassen soll, dann wird er wütend und meint, er hat kein Problem.

Wenn er nicht viel trinkt ist er der allerliebste und aufmerksamste Mensch. Wir haben zwei Kinder um der er sich so tagsüber gut kümmert wenn er Zeit hat. Aber mein Sohn hat ihn schon betrunken erlebt und das war nicht schön.

Er hat ihn angepöbelt als er nachts aufgestanden ist und ins Wohnzimmer kam und ihn angebrüllt er soll sofort wieder in sein Zimmer und sich nicht mehr blicken lassen. Mein Sohn war ganz entsetzt und wusste nicht was los ist. Er hat sich nicht von der Stelle weg bewegt und ihn angestarrt. Da hat er ihn am Arm gepackt und in sein Zimmer geschleift und ins Bett gesteckt. Es hat ihn nicht gejuckt dass er geschrien hat.

So etwas würde er niemals tun wenn er nüchtern ist. Da ist er geduldig und verständnisvoll und geht auf die Kinder ein. Er hat sich dann am nächsten Tag bei ihm entschuldigt und ihm gesagt es ging ihm nicht gut.

So etwas möchte ich nicht mehr erleben. Ich will dass er sich helfen lässt. Doch wie stelle ich es an? Dass er Hilfe annimmt? Ich will ihm nicht mit Trennung drohen, das würde mir als Erpressung vor kommen. Aber langsam halte ich das nicht mehr aus.

Wie kann ich vor gehen?

Hallo!

Bitte geh unbedingt zu einer Selbsthifegruppe, die meisten Gruppen für Alkoholiker haben auch angeschlossene Gruppen für Angehörige. Du bist schon längst in einer Co-Abhängigkeit drin, deckst ihn, ermöglichst ihm das Trinken - da kommst Du alleine aber wirklich nicht raus.

Lass Dir da bitte von erfahrenen leuten helfen, das kannst Du nicht alleine.

Ich ermögliche ihm das trinken nicht. Ich sage ihm jeden Tag wie sehr es mich anwidert dieses Bier und sein Verhalten wenn er betrunken ist.

Du bleibst aber trotzdem bei ihm. Du erträgst ihn, wenn er betrunken herum pöbelt und schützt nicht mal Deine Kinder vor ihm. Und am nächsten Tag ist alles wieder beim aten, egal wie sehr er herum gepöbelt hat.

Hallo!

Mein Vater ist auch Alkoholiker und wurde sehr aggressiv darunter. Ansonsten war er ein lieber Kerl. Meine Mutter versuchte ihm zu helfen, aber er sah das Problem nicht. Die Spirale ging abwärts und meine Mutter trennte sich. Ich war noch im kiga zu der Zeit. Ab da lebten wir wirklich schön und unbeschwert. Ein Alkoholiker muss es selbst erkennen. Ansonsten kann man ihm nicht helfen. Für ein Kind ist ein alkoholkrankes Elternteil die Hölle.

Ich würde mich auch dringend an eine Selbsthilfegruppe oder Beratungsstelle wenden. Die kennen sich aus und können sicherlich sehr gute Tipps geben.

Alles Gute

Ninly

Es hat nichts aber auch gar nichts mit Erpressung zu tun, wenn man einen Zustand, den man selbst unerträglich findet, geändert haben möchte. Es ist dein Leben und das Leben deines Sohnes, welche unter diesen Bedingungen leiden. Ich würde daher nicht nur mit Trennung drohen, sondern diese nötigenfalls auch durchziehen.
Viel Glück für euch

Du möchtest es zwar nicht mehr erleben, aber Dir ist jetzt schon klar, dass Du das immer öfter erleben wirst. Wenn Du das für Dich so entscheidest, ist es ok, aber nicht für Deine Kinder.

Ich hatte einmel für über 50 Jahren so ein Erlebnis, dass ein Alkohliker mich mitgezerrt hat. Bis heute habe ich einen Ekel vor Betrunkenen. Und bei mir war es ein Fremder, nicht auch noch der Vater, vor dem ich mich hätte ekeln müssen. Das Gefühl wird Deinem Sohn für immer bleiben, Du solltest ihm das ersparen. Du kannst Dich quälen lassen (wird schon noch kommen), halte aber Deine Kinder da raus.

Ich hätte eine klare Ansage: "Entweder Du hörst mit der Sauferei auf, oder ich bin weg!"
Er wird natürlich abstreiten, dass er säuft. Aber hier kommt es nicht auf sein Urteil an, sondern auf Deins und das Deiner Kinder.
Beim nächsten Vorfall wäre ich weg für eine Weile. Das kannst Du jetzt schon vorbereiten, das nächste Mal kommt ganz bestimmt. Sieh zu, dass Du bei Eltern oder Freunden für eine Weile unterkommen kannst. Bring schon mal Klamotten und sonstige Notwendigkeiten hin.

Wenn er dann wieder ausfällig wird, nimm sofort die Kinder und sei zwei Wochen weg. Wenn Du sehr viel Glück hast, wacht er dann auf, wahrscheinlich aber nicht. Dann mußt Du Dir eine dauerhaftere Bleibe suchen. Als Abteilungsleiter verdient er ja sicher nicht schlecht, ich würde dann sofort Unterhalt verlangen. Und geh nur nicht nach zwei Tagen zurück, dann wird alles von vorne losgehen.

Profesionelle Hilfe ist auf jeden Fall angebracht.
Gruß Bernd

Du hast nach 50 Jahren noch Erinnerungen daran? Ich dachte eigentlich er vergisst diesen Vorfall nach einigen Wochen wieder. :-(

Es fällt mir so schwer mir vorzustellen ihn zu verlassen.

Doch so eine Trennung auf Zeit kann ich mir doch vorstellen, wenn so etwas noch einmal vor kommen kann. Bisher war es das erste Mal, obwohl es schon seit einiger Zeit so extrem ist. Doch er ist immer erst richtig angetrunken wenn die Kinder schlafen, deswegen haben die bisher nichts mit bekommen.

Dieser Vorfall war ein Schock für uns alle, auch für ihn. Ich denke so kennt er sich auch selbst nicht.

Ich habe gesagt ich möchte so etwas nie wieder mit machen. Und die Kinder sollen das natürlich auch nie wieder mit machen.

Ich versuche mich mit dem Gedanken anzufreunden zu meinen Eltern zu gehen wenn es noch einmal passiert.

Lüg Dir doch bitte nicht selber in die Tasche, wenn Dein Mann um18 Uhr daserste Bier aufmacht, dann hat er bis 21 Uhr schon so viel intus, dass die Kinder sicher merken, dass der papa nicht mehr ganz normal ist.

Dann kommt Dein Sohn einmal noch raus - ein einziges mal, was ja schon eher ungewöhnlich ist, das Kinder immer und jeden Abend sofort in ihren Zimmern bleiben. Schon das würde mich ja eher stutzig machen, dass eure Kinder sonst nie nochmal was wollen oder nochmal aufstehen.

Und dann so ein Ausfall, natürlich vergisst der Kleine das nicht sondern behält das als sehr beängstigende Erinnerung für ein ganzes Leben.

>>>Er hat sich dann am nächsten Tag bei ihm entschuldigt und ihm gesagt es ging ihm nicht gut.<<<

So eine Entschuldigung macht aber nicht 1% von dem wieder gut, was er bei deinem Sohn angerichtet hat.

>>>und es ist nichts hochprozentiges.<<<

Das ist ja mal eine Milchmädchenrechnung. Die Menge machts. Die Menge Alkohol in acht Flaschen Bier entspricht einem halben Liter Weinbrand.

Das mit der Entschuldigung das kann sein. Es war mir trotzdem wichtig dass er sich entschuldigt damit mein Sohn weiss es war falsch das Verhalten. Die Menge hat sich immer gesteigert, bei zwei Bier habe ich gedacht es ist nicht tragisch. Bei drei dachte ich o.k. muss das jetzt wirklich so viel sein. Doch es wird immer mehr.

Hallo,

stell Dir eine Frage: nach welcher Situation wärest Du bereit Dich zu trennen, um Dich und die Kinder zu schützen? Alkohol bringt das Schlimmste in einen Menschen hervor. Du hast selbst erlebt, wie Dein sonst geduldiger, liebevoller Ehemann als besoffener Vater seinen Sohn körperlich angeht und ihn schlecht behandelt. Welche Steigerung benötigst Du, damit Du gehst?
Einen Alkoholiker kannst Du nicht helfen, das kann er nur selbst, wenn er will. In erster Linie zählen die Kinder, nicht er.

LG
Lexy

Einem Alkoholiker kannst du am besten helfen in dem du ihn fallen lässt. Dem muss es in der Regel erst richtig dreckig gehen. Ich bin was das betrifft aber kein Experte nur so wie du es beschreibst klingt es für mich danach als wäre es der Anfang der Sucht. Kannst du in ruhe mit reden? Wenn ja würde ich das tun und mit ihm zum Arzt gehen und mich da beraten lassen. Ich würde prompt die Schiene fahren das ich ihm sage ich habe angst um dich und mache mir sorgen bitte lass uns zum Arzt gehen wenn der sagt es ist alles okay dann ist es ja gut. Es ist auch nicht so das Alkoholiker nur hartes zeug trinken gibt auch welche die nur Bier trinken.

<<< Er meint es sei ganz normal, er ist kein Alkoholiker, ihm schmeckt es einfach >>>

Dann soll er doch mal auf "bleifrei" umsteigen wenn es "nur um den Geschmack" geht.

Ich gehe aber jede Wette ein, dass er stinksauer wird wenn man ihm diesen Vorschlag unterbreitet, weil es definitiv um die Wirkung geht....nicht um Spass...nicht um Geschmack....alles nur scheissdumme Ausreden von ihm, wie sie jeder SUCHTKRANKE von sich gibt, um sein Verhalten zu rechtfertigen...sowohl vor sich selbst, als auch vor anderen.

Dazu kommt der Kontrollverlust der schon üble Auswirkungen zeigt.

Insofern: JA....Dein Mann IST Alkoholiker !

<<<Wie kann ich vor gehen?>>>

Da gibt es kein Patentrezept.....die betreffende Person muss erkennen dass sie ein Problem hat, und davon ist es so weit entfernt wie die Antarktis vom Äquator. Du könntest den Biervorrat weg kippen und seinen wahrscheinlich folgenden Wutausbruch danach völlig ruhig aussitzen. Halte ihm vor Augen wie sehr er sich ändert wenn er mit vollem Kopf agiert, und dass er sich darüber mal Gedanken machen soll.

Ein Sohn der vor seinem Vater Angst haben muss.....GEHT´S NOCH?

Oder Du stellst ihn vor die Wahl: Sprit oder Familie....und das hat nichts mit "Erpressen" zu tun. Soll er mal ein paar Tage bei seinen Saufkumpanen schlafen wenn er was trinken will....vielleicht reicht das ja schon damit er aufwacht.

1. Ich schließe mich den Ausführung von "Seelenspiegel" voll an - und er ist immerhin ein Mann (die beschönigen leider sehr oft und finden saufen männlich)

2. Ich war mit genau so einem Typen verheiratet. Nüchtern lieb, besoffen schrecklich.
Nein, er war kein Alkoholiker, ihm schmeckte es nur. Nein, er könne jederzeit aufhören.
Und ja - nur ich sei hysterisch - ER hatte natürlich kein Problem.
Irgendwann schlug er zu, als ich ihm Vorhaltungen machte. Zuerst mich, dann wollte er auf die Kinder los - das war sein letzter Tag bei mir. Ich hab ihn von jetzt auf nachher rausgeschmissen und mich scheiden lassen. Meine beste Entscheidung, obwohl ich massig Probleme dadurch hatte.

3. Mein Sohn war bei dem Trauerspiel damals keine 5 Jahre alt - und ja, er kann sich noch an das Sauf-Drama erinnern! Soviel zum Thema 'Kinder vergessen das'. Nein, solche Erlebnisse vergessen sie meist nicht.

4. DU kannst ÜBERHAUPT NICHTS machen, dass er Hilfe annimmt, wenn er es nicht will.
Höchstens die Pistole auf die Brust setzen - entweder du lässt dir helfen oder du gehst.
Das ist keine Erpressung - sondern reiner Selbstschutz - für Dich und Dein Kind; mit welchem Bild vom Vater wächst das Kind auf?
Aber das müsstest Du auch durchziehen. Seine Versprechungen sind für die Katz. Du brauchst es nicht "zu befürchten" - Dein Freund ist Alkoholiker - bei diesen Mengen und dieser Regelmäßigkeit - und bei der gezeigten Aggressivität.

Ich wünsche Dir alles Gute. Was Du tun sollst, musst Du selber wissen, dass kann Dir keiner raten. Aber es geht nicht "nur" um Dich sondern auch um Dein Kind.
LG Moni

Hallo!

Ich kann Dir nur einen Rat geben: schaff Deine Kinder da weg.

Er muss es selbst erkennen. Davon ist er noch Jahre entfernt.

Meine beiden Eltern waren/sind Alkoholiker. Es hat alles kaputt gemacht.

Du wirst erkennen müssen, dass es keine heile Welt gibt.

Es tut mir sehr leid. Ich weiß wie es ist. Es ist die Hölle. Erst recht für die Kinder. Und je älter die werden, um so mehr bekommen sie mit...

Ich wünsche Dir alles Gute! LG

Ich schreibe bei urbia normalerweise nichts zum Thema Alkohol, weil man hier meist schon ein Alkoholiker ist, wenn man mal ein Glas Wein zum Essen trinkt.
Aber: dein Mann ist definitiv Abhängig.
Das hat er vielleicht noch nicht erkannt, vielleicht kann er es auch nur noch nicht eingestehen, aber es ist definitiv so.

"So etwas möchte ich nicht mehr erleben."
Nun ja, dann wirst du die Kinder aus seinem Kontrollbereich entfernen müssen ,wenn er betrunken ist- also JEDEN TAG! Du kannst also niemals wieder abends weg, nicht zum yoga oder mit den Mädels um den Block, keine Abendveranstaltung der Firma, nicht mal ne Weihnachtsfeier vom Fußballverein, denn du würdest deine Kinder mit einem Menschen alleine lasen, der in seinem zustand massiv aggressiv und sicher zunehmend gewalttätig wäre. so ein leben willst du?

"Ich will dass er sich helfen lässt. Doch wie stelle ich es an? Dass er Hilfe annimmt? "
Nun ja, wir Menschen sind, spätestens wenn wir ins Erwachsenenalter kommen eigenverantwortliche Wesen. Du kannst nichts FÜR IHN wollen. Du kannst nu Entscheidungen für dich treffen und du MUSST Entscheidungen für deine Kinder treffen. du kannst keine für deinen Mann treffen und es gibt auch keinen psychologischen Trick um ihn zu übertölpeln, damit er nun alles so sieht wie du. Diese Hoffnung musst du komplett aufgeben. ER wird auch zukünftig SEINE Entscheidungen treffen- DU musst DEINE treffen.

"Ich will ihm nicht mit Trennung drohen, das würde mir als Erpressung vor kommen. Aber langsam halte ich das nicht mehr aus."

Nun ja- du musst dir die Frage stellen. will ich SO leben? sollen meine Kinder SO leben?
Wenn du das mit Ja beantwortest, dann ist es in der tat sinnlos. Wenn du aber sagst, du möchtest so nicht leben, dann würde ich in folgenden Schritten vorgehen

1. Gespräch führen mit ganz klaren Bedingungen, unter denen du dir ein weiteres zusammenleben vorstellen kannst
2. Angebot diesen Prozess mit Hilfe einer Paarberatung unterstützen zu lassen
3. Wenn er weder bereit ist, sich dem anzunähern, was du als akzeptables verhalten einer Partnerschaft/ Familie definierst und er nicht bereit ist daran zu arbeiten mit Unterstützung einer Beratung, dann bleibt dir nichts anderes als eine Trennung- so lange bis die Bedingungen wieder gegeben sind, unter denen du dir eine Beziehung und ein Familienleben vorstellen kannst

Ich hatte eine Phase in meinem Leben, wo ich es genauso gemacht habe wie dein Mann. Allerdings nicht 6-8 sondern "nur" 4 Flaschen Bier. Aber jeden Abend.

Das kann man sich angewöhnen. Bei mir war es eine Bewältigungsstrategie für eine sehr harte Lebensphase, und eine Selbstmedikation gegen meine Depression. Alkohol lindert die Symptome, vorübergehend. Das Gedankenkreisen hört auf, man fühlt sich besser.

Ich bin weiterhin jeden Tag zur Arbeit gegangen, und habe auch sonst alles im Griff gehabt. Trotzdem- das IST Suchtverhalten, und wenn dein Mann nicht dumm ist (wovon ich ausgehe)- dann ist ihm das klar.

Ich habe eines Tages einfach aufgehört. Hatte für 3-4 Tage ein psychisches Problem (und habe daher mit alkoholfreiem Bier kompensiert), aber nie körperliche Symptome. Dann war Ruhe. Ich habe dann für 3 Monate komplett auf Alkohol verzichtet, mittlerweile trinke ich bei Anlässen oder zum Grillen gern mal einen Wein. Das "Abend- Ritual" ist aber nicht mehr nötig. Und es hat sich auch keinerlei echte Abhängigkeit entwickelt. Zum Glück. Bei mir war es wirklich eine reine Willenssache.

Hallo,

so aehnlich war es bei mir auch.

Etwa anderthalb Jahre lang, in einer schwierigen Phase, habe ich ca. eine halbe Flasche Wein pro Abend getrunken, manchmal mehr, zum entspannen und geniessen.
Dann habe ich aufgehört, da ich nicht in eine Sucht hereinrutschen wollte. Viele hätten da schon lange von Sucht gesprochen. Das Aufhören war aber interessanterweise kein Problem.

Das Ganze liegt nun auch schon wieder 2 Jahre zurück und ich trinke nur noch bei besonderen Anlässen oder schönen Abendessen Alkohol.

Bei meinem ging es meiner Meinung nach eine Zeit lang stark Richtung Alkoholiker. Er trank eigentlich jeden Abend seine 3-6 Bierchen. Samstag und Sonntags auch gerne mehr.

ER war dann immer sehr schnell gereizt. Gerade bei bestimmten Themen. Hat man sich dazu geäußert war falsch hat man nix gesagt war auch nicht richtig.

Meine Mutter fand das auch nicht gut konnte es Abends aber weitgehend ignorieren.
Als ich ihn drauf ansprach das es ja doch momentan ganz schön viel ist hat er mich natürlich angepamt. Mich geht das nichts an und er hätte keine Probleme mit dem Alkohol Konsum.

1 Woche habe ich jede Flasche Bier aufgeschrieben und ob 0,3 oder 0,5l
Da seine beiden Geschwister ihm die Synapsen doch wieder etwas zurecht rücken können habe ich mit ihnen drüber gesprochen. Die sehen sich 3-4 mal Wöchentlich.
Die zwei haben nicht schlecht gestaunt. Und haben versichert "unauffällig" ihn darauf anzusprechen.

Ich habe so viel Wasser gekauft wie er in der Woche Bier getrunken hat und es ihm dekorativ ins Wohnzimmer gestellt.

Er hat das natürlich erstmal nicht verstanden. Als ich ihm dann erklärte das,dass sein wöchentlicher Bierkonsum ist hat er große Augen gemacht.

Ihm kam es NIE so viel vor. Er trinkt mittlerweile ab und an mal eine Flasche Bier in der Woche. Am Wochenende auch mal 4-5 aber nicht mehr regelmäßig.

Zum Glück

Hallo,

Ich bin in einer ähnlichen Situation, nur sind bei uns keine Kinder im Spiel. Mein Freund hatte immer schon ein Alkoholproblem, welches er zwischendurch sehr gut im "Griff" hatte.. mehrere Monate ohne einen Tropfen Alkohol zu trinken.

Leider seit August 2015, hat es wieder angefangen. Das Ganze fing wegen Stress in der Arbeit an.. ein Bier da.. dann zwei.. dann wurden es auch ca. 6-8 Bier manchmal jeden Tag. Am Anfang dachte ich das ist nur so eine "Phase" und das kommt wieder gut. Man klammert sich wirklich an alles..

Seit Februar 2016, ging nichts mehr... er hat zum Glück Hilfe geholt und ist seitdem bei einem Psychologen, Depression wurde festgestellt. Auch ist er bei einem Suchtberater, zwar gab es viele Rückfälle, doch er ist auf einem guten Weg.

Kann es sein, dass dein Mann auch in Richtung Depression geht? Es ist sehr schwierig diese Krankheit zu "greifen" und zu verstehen.. ich habe sehr lange gebraucht. Habe ihm auch ein Verbot ausgesprochen, dass er zu Hause NICHT mehr trinken darf. Wenn er sich besaufen möchte dann draussen!

Leider kannst du nicht viel machen, ausser ihm "Grenzen" zu setzen.. er muss sich gestehen, dass er Hilfe braucht.

Wünsche Dir alles Gute.