Grenze ist überschritten aber: warum kann ich nicht gehen?

    • (1) 08.06.16 - 08:14

      Hallo Community,

      ich habe hier ein wenig mitgelesen allerdings ist mein Fall etwas kompliziert und ich hoffe auf Rat.

      Mein Mann und ich sind seit über 10 Jahren zusammen, 9 davon verheiratet und haben eine vierjährige Tochter. Unsere Ehe ist über die Jahre etwas eingeschlafen, wir haben uns sehr auseinandergelebt, uns in unterschiedliche Richtungen bewegt.
      Vor einem Jahr kauften wir uns ein Haus zusammen, um unseren gemeinsamen Traum zu erfüllen und mit der Hoffnung daran zu wachsen, durch die Renovierungen und Projekte wieder zueinander zu finden aber das Gegenteil traf ein: Geldsorgen, viel Streit, noch mehr Arbeit und noch weniger Zeit, die wir zusammen verbringen.

      Ich gehe arbeiten, kümmere mich um unser Kind und unternehme viel mit ihr. Er geht auch arbeiten und hat nebenher noch eine Firma, so dass er oft auf Montage ist. Wir haben keine gemeinsame Freizeit. Meine Gefühle für ihn haben sich über eine lange Zeit von ihm distanziert, ich habe öfter über eine Trennung nachgedacht, allerdings nie den Schritt gewagt. Im Kopf und Herzen war ich eigentlich schon getrennt.

      Vor zwei Monaten dann habe ich meinen Mann betrogen und es ihm vor kurzem gesagt. Für mich stand fest, ich trenne mich jetzt. Das war der eindeutige Beweis, dass mich nichts mehr an meinem Mann hält.
      Er ist seit dem am Boden zerstört, weint viel, isst nichts mehr, trauert um alles, was wir bisher aufgebaut haben und bittet mich zu bleiben.

      Nun kam es am WE zu einer Extremsituation, die ich noch nicht (be-)greifen kann.
      Ich wollte mit meinem Kind bei einer Freundin übernachten, unsere Kinder sind miteinander befreundet. Da bat mich mein Mann um ein letztes vernünftiges Gespräch, ich sollte doch bitte nach Hause kommen. Das tat ich dann nach langem hin- und her auch. Ich dachte, so viel sei ich ihm noch schuldigt.
      Er hatte viel Alkohol getrunken, was er sonst nicht macht, und wieder geweint, gefleht, gebettelt, ich solle ihm nicht alles wegnehmen. Die Situation war so fürchterlich, dass wir uns umarmten und auch küssten. Als mir seine Nähe zu viel wurde, ging ich ins Schlafzimmer und bat um Abstand. Das konnte er aber nicht akzeptieren. Er folgte mir, schmiss mich ins Bett, zog mich aus und hatte Sex mit mir, gegen meinen Willen. Ich bat ihn aufzuhören, weinte, schrie, trat aber er hielt mich nur fest und zogs durch und sagte nur immer wieder "Hat der´s dir auch so besorgt?" Danach eskalierte das ganze: er schrie rum, beschimpfte mich, zerschlug Sachen in unserem Haus und zerschmetterte alle unsere Telefone. Er holte auch ein Messer hervor und wollte sich vor meinen Augen verletzen.
      Das war die längste und fürchterlichste Nacht meines Lebens. Ich hatte richtig Angst vor ihm.

      Nachdem er eingeschlafen war habe ich das Haus verlassen und habe bei meinen Eltern geschlafen. Am nächsten Morgen suchte er mich auf und wir redeten und redeten und redeten viel.
      Gestern waren wir zusammen bei einem Psychologen, der uns sagte, dass einer ausziehen müsse, weil die Gefahr da sei, dass so etwas wieder passiert.
      Und was mache ich? Ich bin daheim und spiele meinem Kind die fröhliche Familie vor.
      Mein Mann zieht wieder Hoffnung daraus, dass ich noch hier bin und möchte weiterhin mit mir eine Paartherapie machen.

      Was kann ich nur tun??
      Ich bin auch kein Monster und kann ihn in dieser schweren Situation, in der wir stecken, nicht hängen lassen. Ich möchte ihn trösten, er tut mir so Leid und ich habe fürchterliche Gewissensbisse weil so viel auf meinem Mist gewachsen ist.

      • (2) 08.06.16 - 08:26

        Wenn das ganze ein Chance haben soll dann musst du ausziehen!! Eine Chance für dich alleine oder aber für euch!
        Klar ist das nicht lustig aber Abstand braucht ihr unbedingt!!
        Ich bin sogar der Meinung es ist besser wenn du gehst, aber das ist jetzt wirklich eine ferndiagnose.
        Abstand Distanz Neuanfang

        Vielleicht ist das wichtig um zu wissen was man braucht und will!! Um zu verarbeiten was da genau vorgefallen ist.

        Bleiben ist keine Option sondern verlängert den Zustand in dem du schon seit langem steckst.

        Wenn er "normal" tickt müsste er dir eigentlich nach so einem Vorfall eine Trennung / Abstand anbieten.
        Was sagt er dazu??

        (3) 08.06.16 - 08:55

        ------- Im Kopf und Herzen war ich eigentlich schon getrennt.

        Vor zwei Monaten dann habe ich meinen Mann betrogen und es ihm vor kurzem gesagt. Für mich stand fest, ich trenne mich jetzt.-----

        Du bist feige und ich frage mich echt, was sowas soll. Er vergewaltigt Dich und jetzt tut er Dir leid und Du willst ihn trösten. Was sind das für Spielchen?

        Für ihn ist das Betrogen-werden, sowie das Hoffen und Bangen viel schlimmer als ein klarer Schnitt - es ist ein Tod auf Raten.

        Er ist nun allerdings auch kein Opfer mehr, die Vergewaltigung ist unverzeihlich. Ich denke nicht, das ihr noch weiter herum eiern solltet - die Dinge sind viel zu weit gegangen.

        Alle beide verhaltet ihr euch so grundfalsch, dass das Lesen alleine schon weh tut. Dadurch fügt ihr euch Verletzungen zu, die nicht mehr zu heilen sind.

        Jetzt steh' endlich zu deiner Aussage, dass du dich trennen willst und quäle den armen Mann nicht weiter. Geh endlich!

      • >> Er folgte mir, schmiss mich ins Bett, zog mich aus und hatte Sex mit mir, gegen meinen Willen. Ich bat ihn aufzuhören, weinte, schrie, trat aber er hielt mich nur fest und zogs durch und sagte nur immer wieder "Hat der´s dir auch so besorgt?" Danach eskalierte das ganze: er schrie rum, beschimpfte mich, zerschlug Sachen in unserem Haus und zerschmetterte alle unsere Telefone. Er holte auch ein Messer hervor und wollte sich vor meinen Augen verletzen. Das war die längste und fürchterlichste Nacht meines Lebens. Ich hatte richtig Angst vor ihm.<<

        Und DAS reicht dir jetzt nicht zum Gehen bzw. Rennen?
        Dagegen ist dein Seitensprung doch eine Lapalie - Auslöser hin oder her!

        (6) 08.06.16 - 09:38

        Ausziehen. Was genau soll noch passieren? Erst betrügst du ihn, dann lässt du ihn zappeln, dann kommts zur Eskalation. Zieh aus und klär das Ganze.

        lg thyme

      • Hallo,

        das tut mir sehr leid, was Ihr da gerade durch macht, aber was Du mit Deinem Mann machst, ist ein "Bestehen" aus Mitleid. Du liebst ihn nicht mehr, er "vergewaltigt" Dich in der Ehe und Du überlegst immer noch? Bitte, beendet diesen Wahnsinn, es hat doch keinen Zweck mehr. Er kommt irgendwann darüber hinweg.

        LG

        Tja, ich denke du leidest noch nicht genug. #gruebel Wenn irgendwann ein Punkt kommt wo du das nicht mehr ertragen kannst, dann wirst du gehen. So weit bist du aber anscheinend noch nicht und siehst nicht, dass deine Ehe eigentlich schon vorbei ist.

        Ging es Dir nach dem "Reden, reden, reden" besser?

        Wirst Du nie wieder Angst vor ihm haben? Wirst Du ihn je wieder respektieren?

        Dann versuche es,

        ich würde eine räumliche Trennung vorziehen.

        Wo war Euer Kind während des körperlichen Übergriffes? Ich hoffe bei der Freundin.

        (10) 08.06.16 - 10:14

        Stimmts wirklich so?
        Frischling...#kratz#augen#gruebel

      (12) 08.06.16 - 10:41

      Du bist die allerletzte, die ihm gerade helfen oder ihn trösten kann.

      Das einzige, was du machen kannst, ist klar in deinen Entscheidungen zu bleiben: Du willst gehen? Dann geh. Und bleib weg.

      Die Vergewaltigung, die ich hier mit Sicherheit nicht schön reden oder gar entschuldigen will, ist Folge deines Eiertanzes: Du hast eine Affäre, beichtest sie, willst gehen, bleibst aber doch, lässt deinen Mann betteln, obwohl du keine Chance mehr siehst. Ihr streitet euch, dann küsst ihr euch.
      Merkste was? Das ganze Hin und Her muss für deinen Mann eine höllische Gefühlsachterbahn sein, weil er immer mal wieder Hoffnung schöpfen kann, dass du es dir vielleicht doch noch anders überlegt. Und du sendest so widersprüchliche Signale, dass ich zumindest nachvollziehen kann, wie es zur Eskalation kommen konnte.

      Begrab deine Gewissenbisse, der Karren ist gegen die Wand gefahren.

      Lasst euch in Ruhe und lasst Zeit vergehen. Vielleicht könnt ihr, in ferner Zukunft, irgendwann wieder vernünftig miteinander reden. Jetzt nicht.

      #winke Die Alltagsprinzessin

      (13) 08.06.16 - 11:14

      Furchtbare Situation.

      Da er keine Entscheidung trifft, liegt es an dir, die Dinge in die Hand zu nehmen.
      Eine (räumliche) Trennung halte ich für unumgänglich.

      Das, was ihr beide momentan betreibt, ist psychische und auch physische Folter.

      Nicht selten haben sich Paare in so Situationen umgebracht. Geh.

      Gruss
      agostea

      Ganz einfach pack dein Kind und deine Sachen und geh und vor allem gehe zum Arzt und zum Anwalt der hat dich vergewaltigt! Mit so einem kannst du nicht mehr zusammen bleiben, Alkohol hin oder her das kann man nicht entschuldigen!

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