Umfrage: Wie geht ihr mit negativen Gefühlen um?

    • (1) 09.06.16 - 08:29
      Umfrage 0815

      Hallo, ich möchte von euch gerne mal wissen, wie ihr mit negativen Gefühlen in einer Beziehung umgeht.
      Es interessiert mich deshalb, weil ich eine neue Partnerschaft habe, die ganz anders ist als die vorherigen, tausendmal besser und es gibt ein sehr liebevolles Miteinander!

      Trotzdem schleichen sich auch ab und an negative Gefühle ein wie beispielsweise Eifersucht. Das soll aber jetzt nur ein Beispiel sein.
      In vorherigen Beziehungen habe ich gelernt negative Gefühle in mich reinzufressen und ja nicht anzusprechen um Schlimmeres zu vermeiden. Bei meinem jetzigen Partner habe ich das Gefühl ihm alles Mögliche anvertrauen zu können und das ist sehr schön, aber ich mache Negatives immer noch ausschließlich mit mir selbst aus. Ich bin da sehr unsicher das richtige "Maß" zu finden.
      Anders gesagt wo beginnt Rücksichtnahme und wo hört sie auf. Will sagen man muss ja nicht seinen Partner mit allem was man sich so denkt belasten, aber manche Dinge müssten ja auch angesprochen werden weil sie sonst unverarbeitet rumgären. Andererseits will man vielleicht auch nicht unnötig für Unruhe sorgen...
      Ich finde da nur für mich gerade keine zufriedenstellende Lösung und wäre deshalb interessiert wie ihr das so handhabt.
      Auch nur ein Beispiel, Missverständnisse, klärt ihr das sofort oder überlegt ihr erst einmal wie es gemeint sein könnte und fragt dann nach?

      Ich hoffe auf zahlreiche Antworten und das mein Text nicht zu verschwurbelt ankam #winke
      Letztlich geht es mir um die richtige Balance zwischen Ansprechen und eventuell Unruhe riskieren oder erst einmal Nachdenken und Dinge selbst verarbeiten.

      • (2) 09.06.16 - 09:05

        Generell spreche ich alles, was mich länger beschäftigt, an. Gerade Missverständnisse lassen sich meistens schnell aus dem Weg räumen, ohne das daraus eine längere Geschichte wird, die den anderen mit belastet. Bei uns ist es häufig der Fall, dass mein Mann auf der Sachebene kommuniziert, ich aber häufig Dinge auf der Beziehungsebene verstehe (als Kritik, die an mich gerichtet ist). Solche Situationen treten bei uns fast täglich auf und mittlerweile reicht eine kurze Nachfrage meinerseits, wie das genau gemeint war und gut ist. Wäre doch blöd, wenn ich mich wegen Dingen, die gar nicht so gemeint war, grämen würde und dann meinem Mann gegenüber vielleicht pampig würde, obwohl alles nur ein Missverständnis war. Also mein Rat: Missverständnisse schnell klären.

        Bei komplexeren Gefühlen wie Eifersucht, Wut etc. lass ich mir in der Regel mehr Zeit: Bevor ich meinen Mann damit konfrontiere, warte ich zunächst einmal ab, ob diese "Anwandlungen" nicht von allein verschwinden, und, tun sie es nicht, versuche ich zunächst für mich zu ergründen, woher diese Gefühle kommen, worauf genau ich z.B. genau eifersüchtig bin, wie ich auf die Idee komme, mein Mann könne eine andere Frau mehr wollen als mich etc. und versuche in der Regel diese Dinge erst einmal mit mir allein zu klären. Darunter verstehe ich aber nicht, sie in mich hineinzufressen, sondern lediglich mich zunächst einmal zu sortieren. Wenn ich meinen Mann nämlich damit konfrontiere, dann möchte ich genau sagen können, wo der Schuh drückt und ich möchte mich nicht in Vorwürfen verlieren, sondern mir auch bewusst sein, welchen Anteil ich an der jeweiligen Geschichte habe.

        Ob das "gut" ist, weiß ich nicht. Hier im Haus fliegen halt keine aus Wut geworfenen Gegenstände durch die Gegend und manchmal wünsche ich mir mehr "Impulsivität", da ich glaube, dass auch Gewitter die Luft "reinigen" können. Andererseits kriegen wir auf unsere "reflektiertere" Art und Weise die Kuh in der Regel schnell vom Eis.

        #winke Die Alltagsprinzessin

        Hallo

        ich fresse nichts in mich rein, habe mir aber im Laufe der letzten Jahre einige Verhaltensänderungen angeeignet.
        Wenn ich schlecht drauf bin ,sage ich es und ziehe mich etwas zurück.
        Werde ich zu emotional aus dem Nichts, verlasse ich schon mal den Raum und zähle mindestens bis 10.
        Bestimmte negative Gefühle versuche ich zu überschlafen. Ich diskutiere nicht alle Befindlichkeiten mit meinem Partner, manchmal ist eine Freundin besser geeignet.
        Vorbild ist mir diesbezüglich mein Mann.Der lässt auch nicht alles ungefiltert raus.
        Natürlich bin ich emotionaler und temperamentvoller.Aber seine meist wohltemperierte Art zeigt Wirkung auf mich.
        Missverständnisse werden sofort ausgeräumt.

        L.G.

        Also bei mir muss es raus, wenn was ist. Sicher knallt es dann auch mal, aber meist ist es kurz und heftig, und dann ist es auch wieder ok. Bei sehr emotionalen Themen sprechen wir dann oft später oder am nächsten Tag nochmal ganz in Ruhe darüber. Wir sind damit bisher gut gefahren....

        Der Ton ist mitunterschon etwas rauh bei uns (gerade jetzt, oft übermüdet mit den 3 kleinen Kindern), und manchmal wird dann einer von uns auch etwas ungerecht, aber das ist alles nur von kurzer Dauer, wir sind glücklicherweise beide überhaupt nicht nachtragend. (Und fliegende Gegenstände oder Beleidigungen kenne ich nicht.)

        Ich könnte es anders gar nicht. Nie im Streit zu Bett. Und auch nicht mit einem Problem mit meinem Mann, dass ich vor mich herwälze, damit könnte ich ja doch nicht schlafen ;-)

      • Mir geht es ähnlich wie Dir, in meiner ersten Ehe wurde über Probleme nie geredet. Frei nach dem Motto, was man nicht anspricht existiert auch nicht.

        das halte ich persönlich für ungesund (war es ja auch) und halte es nun anders und habe auch den entsprechenden Partner an meiner Seite mit dem das geht.

        Es gibt kein wirkliches Rezept... ich spreche auch an, was mich zu sehr belastet, bevor ich das weiter mit mir rumtrage. Oft muss auch ich nach dem passenden Moment suchen, das ist nicht immer einfach. Kleine Alltagszickereien oder mal lospoltern bedürfen keiner großen Erklärung - Gerade Unzufriedenheiten die sich einschleichen oder Eifersucht schon. Ich brauche länger als andere um es anzusprechen, aber ich tue es heute - und konnte es bisher immer alles geklärt bekommen - mein Partner stellt sich meinen Fragen und Ängsten auch bedingungslos und nimmt mich ernst, wenn er weiß/merkt, wie wichtig das für mich ist.

        Eines ist für uns Regel, keine Problemgespräche nach 22 uhr.. so nach dem Motto, wir liegen grad gemütlich im Bett und im Dunklen "duuuuuuuuuuu... schaaaaaaaaatz...." das läuft nicht.

        Eine Zeitlang hatten wir auch mal einen festen Gespächstermin alle zwei Wochen, das fanden wir beide gut und nötig, sowas hilft auch sehr, Dinge dann auch anzusprechen, dann muss man nicht nach dem passenden Zeitpunkt suchen - es gibt ihn schon ;-).

        Nach nun über zwei Jahren zusammenleben spielt sich das alles so langsam richtig gut ein... die ersten Raufereien sind gut überstanden #pro

        Lichtchen

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