mein Mann der grosse Schweiger

    • (1) 14.06.16 - 20:36
      Gast2016

      Hallo!
      Heute muss ich mir auch mal meinen Frust von der Seele schreiben.
      Wir sind seit 15 Jahren ein Paar und fast 10 davon verheiratet.

      Es hat schleichend begonnen vor etwa 2 1/2 Jahren. Er hat immer mehr genörgelt, alle seien blöd aber er weiss wie es geht. Zu Beginn waren es nur die Arbeitskollegen, da fehlt mir der Einblick ob das sein könnte! Dann war es auch im privaten so er hatte keine Freunde mehr und keine Hobbies. Und dem Alkohol viel mehr zugesprochen als ihm gut tut!
      Er war auf jeden Fall sehr unzufrieden (alles andere kann ich als Laie nicht beurteilen)
      Heute befinden wir uns auf einem guten Weg, er hat neue Kontakte geknüpft umd ein altes Hobby wieder belebt.
      Geblieben ist der Alkohol und abhanden gekommen ist uns die Fähigkeit miteinander zu reden.

      Mal vom Alkohol abgesehen dacht ich, ich kann damit leben -er war noch nie der grosse Redner. Aber es kostet mich mehr Kraft als ich erübrigen kann und mittlerweile auch will.
      Bei einem Missverständnis zu fragen wie war das gemeint, dann herrscht Klarheit und gut ist. So sollte es sein und so war es auch. Jetzt sagt er "Dann sag ich halt nichts mehr!" Aber ich will doch wissen was in ihm vorgeht. Im Moment weiss ich mehr von meiner Kollegin als von ihm.
      Er schweigt alles tot frei nach dem Motto wenn wir nicht darüber reden gibt es das Problem nicht!
      Ich hab ihm schon gesagt das ich das Gefühl hab wir verlieren uns so und dennoch... Ich kann nicht einfach da anknüpfen wo wir vor 2 1/2 Jahren aufgehört haben. Ob er das kann oder will evl weil er sich schämt, Angst hat oder was weiss ich, dass weiss ich leider nicht!
      Ich schwanke für mich beängstigend zwischen ich kann so nicht mehr weiter machen und so schlimm ist es doch nicht er zeigt dir doch seine Liebe im Alltag. Für ein paar Worte wirst das doch nicht aufgeben.

      Danke fürs lesen bis hier her. Vielleicht hat ja noch jemand einen Tipp als Ausenstehender ist es manchmal leichter

      • (2) 15.06.16 - 10:52
        schweigen... ...

        hallo.
        für mich persönlich wäre das so ein Punkt, wo ich den Eindruck habe, dass da mehr schief hängt als nur eine Kleinigkeit. Und ab da wäre für mich klar, dass ich nicht diejenige bin, die den Mann therapieren kann. Eine Weile geht es vielleicht, etwas auszugleichen - aber auf Dauer?

        Zusätzlich schreibst du von einem Alkoholproblem...

        Mein Eindruck ist, dass es dir helfen könnte, wenn du deine Grenzen klar machst und deine Wünsche äußerst. Auch diese Ambivalenz, dass du seine Liebe spürst und erlebst und diese wertschätzt. Vielleicht kann er es so verstehen, dass du nach Wegen suchst, wie ihr mehr Nähe finden könnt, die euch beiden gut tut.
        Für mich liest es sich so, wie wenn er mit sich selbst eigentlich kämpfen würde und das Problem in sich versucht zu überdecken. Und da hilft m. M. nach nur, dass du sagst, dass du so nicht weiter kannst und wohin du möchtest. Und entweder er bewegt sich und nutzt diesen Moment als Chance für sich - oder er verliert sich noch mehr. Aber das hast du nicht in der Hand. Ich würde professionelle Hilfe in Anspruch nehmen... aber vielleicht braucht es bei euch diesen Schritt nicht. Das kannst du besser einschätzen.

        lg

        Wenn du ein Problem mit dem Alkoholkonsum deines Mannes hast, dann könnte dir vielleicht eine Al-Anon Gruppe helfen. Eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Problemtrinkern. Findest du unter www.al-anon.de.

        Ansonsten... wenn er nicht mit dir redet, finde ich das schon blöd. Würde ich für mich mal überlegen, we lange ich da noch Bock drauf hätte und einfach mal Klartext sprechen. Wie stellst du dir dein Leben in 5 Jahren mit diesem Mann vor?

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