Mein Partner und mein Sohn

    • (1) 21.06.16 - 17:12

      Hallo,
      Die Situation ist schon in ähnlicher Konstellation im Netz diskutiert worden, aber eben nur in ähnlicher. Deshalb würde ich gerne schildern wie es bei mir ist und freue mich über eure Meinungen bzw Ratschläge.

      Mein Partner, M. (65j) und ich (53j) haben uns vor 2 Jahren kennen und lieben gelernt. Er ist seit 12 Jahren geschieden, hat 2 Kinder (17 und 20), die beide bei der Mutter wohnen und noch zur Schule/Uni gehen.

      Ich habe ein Kind, 18j, er geht auch noch zur Schule, lebt bei mir. Ich war immer schon Alleinerziehende, mein damaliger Partner und Vater des Kindes ist leider früh verstorben.

      M und ich leben räumlich ein wenig auseinander und sehen uns 1 x während der Woche, da kommt M immer zu mir und am Wochenende haben wir uns bis vor kurzem immer abgewechselt, also ich einmal zu ihm, er einmal zu mir.

      Als ich M kennenlernte war für ihn klar, dass mein Sohn zu mir gehört und er bezog ihn auch in Unternehmungen mit ein, etc.

      Er sagte auch sehr schnell dass ich die Frau bin, mit der er alt werden möchte und so haben wir auch immer wieder mal über das zusammenziehen gesprochen. Also ich soll zu ihm ziehen, da er im Eigentum wohnt.

      Alles wäre super, nur in letzter Zeit häufen sich Ereignisse, die ich nicht schön finde und die mir zu denken geben.

      So hat er anfangs über die Frisur meines Sohnes gemeckert, hat gemeint, dass ein Schulkamerad seiner Tochter auch so eine Frisur gehabt hätte und als er ihr gegenüber Avancen gemacht hat, hätte sie gesagt: Leg dir erst eine anständige Frisur zu, dann kannst du dich wieder melden.

      Dann hat er immer wieder die schulischen Leistungen meines Sohnes aufs Äußerste bemängelt und ihn als Versager hingestellt. Nicht direkt ihm gegenüber, Gott Sei Dank, aber bei mir. Außerdem müsse er mit 18 längst flügge sein, genau wissen wie es mit seiner Zukunft aussieht und auch zu seinem Lebensunterhalt selbst beitragen. Sprich, wenn ich zu M. ziehe, dann soll mein Sohn sein Apartment und Lebensunterhalt mitfinanzieren oder komplett alleine tragen, da ich ja Miete bei M. bezahlen werde und deshalb dann auch nicht mehr viel Geld für meinen Sohn habe. Und - er möchte er auf keinen Fall, dass, wenn ich zu ihm ziehe, mein Sohn mitkommt.

      M. möchte inzwischen auch nicht mehr zu mir kommen, denn er fühlt sich total von der Atmosphäre bei uns gestresst. Gut, ich gebe zu, dass es in letzter Zeit häufig kracht zwischen meinem Sohn und mir, sei es wegen seiner Pflichten im Haushalt, weil er wieder mal nachsitzen muss in der Schule, weil er in sein Zimmer raucht, etc. Ist halt schwierig und teilweise auch sehr ermüdend, weil immer wieder dieselbe Leier, aber wenn ich mich im Freundeskreis umhöre, durchaus nicht untypisch für Teenager. Manche sind halt "schwieriger" und manche nicht.

      Ich finde es einfach "schwach" von meinem Partner, sich hier gleich gestresst zu fühlen. Klar hat er diese alltäglichen Reibereien nie gehabt, bleibt ja alles an seiner Ex hängen, die ziemlich lange das alleinige Sorgerecht hatte.

      Und die Aussage, dass mein Sohn auf keinen Fall mitkommen kann - ganz abgesehen davon, mein Sohn möchte sowieso nicht mit, weil er hier in unserer Umgebung bei seinen Freunden bleiben möchte.

      Aber immerhin kenne ich nun seine Einstellung meinem Sohn gegenüber ganz genau.

      Die beiden Kinder meines Partners sind übrigens Musterschüler und auch sonst scheint alles perfekt zu sein. Mein Sohn musste 2 x wiederholen, er ist sehr lernfaul, wäre intelligent, aber hat einfach null Bock.

      Und - was mir noch einfällt, er erzählt seinen Kindern auch immer brühwarm, was mein Sohn immer so alles "anstellt" oder verbockt hat.

      Ich hoffe es ist jetzt nicht zu verwirrend, ich musste mir meinen Frust von der Seele schreiben.

      Sehe ich das zu eng? Eine Freundin meinte, mein Sohn wäre schon erwachsen und würde bald dein eigenen Wege gehen. Aber ich müsste /muss immer daran denken, ich bin so enttäuscht ????

      Vielen Dank und liebe Grüße

      Biggi

      ?

          • (5) 22.06.16 - 11:36

            ja klar, aber das läuft dann so "nebenbei". Einen Partner, der gleich sagt, du zahlst Miete, während er sich einens schönen Lenz macht..nein danke. Das ist doch keine Partnerschaft.

            • Na aber wenn die Frau sich nebenbei einen schoenen Lenz macht (was soll das ueberhaupt bedeuten?) dann ist das ok? Wir leben im 21. Jahrhundert. Maenner und Frauen sollten gleichermassen ihren Beitrag leisten. Vor allem wenn man nicht verheiratet ist und sich keiner um z.B kleine Kinder kuemmen muss.

              • (7) 22.06.16 - 12:59

                Ihr versteht nicht, was genau ich meine. Ist mir auch egal. Mir ist nicht nach diskutieren mit Urbianer-Mutties! (die alle ach-so emanzipiert sind...:-p )

                • Ich hatte nicht gelesen, dass das Haus Eigentum ist. Das ist natuerlich eine andere Sache.

                  Also alles gut, du kannst dich wieder abregen ;-)

                  Und ja, ich bin tatsaechlich recht emanzipiert, aber vermutlich auch eine andere Generation (vielleicht auch nicht) als die meisten hier in dieser Diskussion.

              Naja,ich würde es davon abhängig machen, ob es sich dabei z.B. um ein schon abgezahltes Haus handelt.
              (und ich verwette meinen dicken Hinter: Genauso wird es sein !)

              Da würde ich im Läääben keine Miete zahlen ! Würde ich nicht einsehen. Beteiligung an alle Nebenkosten:Selbstverständlich!

              Aber es kann nicht Sinn und Zweck einer Partnerschaft sein,das sich ein Part an den anderen bereichert.Die Gute soll Miete zahlen UND schmeisst für den Herren noch den gesamten Haushalt.UND muss sich noch Story über ihren "missratenen "Sohn anhören.
              Ich denke der Gute wäre nicht so geschmeidig ,wenn sie mal den Spieß umdreht und über seine Töchter lästert...:-p

    Ich kann verstehen, dass Du entäuscht bist und ich würde unter den Umständen nicht zu ihm ziehen.
    Er akzeptiert Deinen Sohn keinesfalls und das muss er, wenn er mit Dir eine Beziehung führt.
    Mich würde seine Verhalten in Bezug auf Deinen Sohn sehr abschrecken.

    Bleib erstmal wo Du bist und sag ihm auch warum. Er soll sich das mal im Umkehrschluss vorstellen, wenn Du so über seine Kinder sprichst.

    Uff, an deiner Stelle würde ich NICHT zusammenziehen. Zumindest nicht in den nächsten paar Jahren.
    Abgesehen davon: Mit 18 sind die allergröbsten Teenagerjahre eigentlich vorbei. Immerhin ist er volljährig. Könnte es sein, dass du das Leben deines Sohnes etwas zu bequem gestaltet hast in der Vergangenheit? Wenn ja würde ich das sofort ändern, unabhängig von einem Zusammenzug, du tust ihm keinen Gefallen, wenn du ihn künstlich in der Kindheit lässt.

    lg thyme

    • Hallo, ja ich habe natürlich Fehler gemacht in der Vergangenheit und meinem Sohn das Leben bequem gestaltet. Ich wollte mein schlechtes Gewissen dadurch ein wenig kompensieren, er ist ohne Vater aufgewachsen, ich musste den ganzen Tag arbeiten, etc.

      Aber jetzt jammern nützt auch nichts, es ist wie es ist.

      Ich hätte mir einfach mehr Rückhalt von M. gewünscht. Aber das war auch Wunschdenken. Leider.

      Als ich M. anfangs nichts von den Schwierigkeiten erzählen wollte, war er fast beleidigt. Und jetzt stresst ihn alles. Natürlich ist es stressig, aber in einer Familie ist doch nicht immer alles super sonnig.

      • Nein, in einer Familie ist nicht immer alles super. Das muss es auch gar nicht, das Leben ist nur mal nicht nur super. Darüber reden und eine (gemeinsame) Lösung finden sind für mich jedoch grundlegende Dinge in einer Familie. Das nennt man Wachsen.

        Tragen und Getragenwerden sind existenzielle Dinge.

        lg thyme

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