Mein Leben vergeudet

    • (1) 01.07.16 - 10:11
      20-Jahre- zu - spät

      Hallo

      Ich brauche Hilfe von Außenstehenden.
      Ich bin vor 20 Jahren ungeplant schwanger geworden in einer frischen Beziehung (5 Monate). Er wollte das ich abtreibe, tagelang hat er mich versucht dazu zu überreden. Ich habe mich geweigert. Er ist mit mir zusammen geblieben, das Kind kam.

      Seitdem! kommt in Streitereien immer wieder der Vorwurf er hätte mich nicht gewollt aber das Kind wäre ja auch seines und deswegen hat er mich nicht verlassen.

      Wir haben noch 2 weitere Kinder bekommen. Geplant. Dazu äußert er sich nie wenn ich ihn frage warum er bei mir blieb und noch weitere Kinder mit mir akzeptiert hat.

      Wir haben eine schwierige, mittlerweile Ehe, er ist sehr stur und nachtragend und vergisst nichts!

      Er ist auf dem Standpunkt: ich muss froh sein dass er es mit mir aushält aber ich habe quasi sein Leben auf dem Gewissen.
      Es wird immer schlimmer mit ihm. Er gibt mir für alles die Schuld, isoliert mich( wir haben keine gemeinsamen Freunde), schimpft über meine Mutter ( wie dumm diese wäre u sie mich nicht richtig erzogen hätte), zieht sich komplett zurück u macht immer sein eigenes Ding.

      Er ist der Meinung da er arbeitet hat er sein Soll erfüllt. Er finanziert alles und das wars.

      Ich merke wie mein Leben an mir vorbei schwimmt.
      Immer wenn ich beruflich durchstarten wollte hat er mir Knüppel zwischen die Beine geworfen.

      Wir leben im Ausland. Ich bin aufgeschmissen. Meine Nerven werden immer dünner, ich will mich mit niemandem mehr treffen, leide unter Heimweh und gleichzeitig habe ich panische Angst zu gehen.
      Manchmal denke ich, ich nehme die Kinder und haue ab. Wir stünden vor dem nichts.

      Dann resigniere ich. Es ist zu kompliziert. Und dann ertappe ich mich, wenn nach einem Streit wieder Ruhe einkehrt, dass ich erleichtert bin. Nicht wegen ihm, sondern dass ich nichts unternehmen muss. Dass ich keine Konsequenzen zu tragen habe.
      Das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Es gibt noch sicherlich mehr Details aber das muss bis hierher genügen.

      Ich weiß garnicht was ich will. Dadurch dass wir keine Freunde haben, kann ich mich auch niemanden anvertrauen. Ich weiß nicht wie ich alles einschätzen soll.

      Hat er recht? Darf er das alles weil ich vor fast 20 Jahren einer Abtreibung nicht zu gestimmt habe? Grob zusammen gefasst...
      Danke. Vielleicht hat jemand einen Gedanken Anstoß.

      • das klingt alles sehr traurig. und zwar für euch beide und das erste kind.

        was willst du denn? willst du ihn denn? oder willst du dich eigentlich trennen? oder willst du den kindern weiterhin ein heim geben?

        (3) 01.07.16 - 10:31

        Ich glaube ich will ihn nicht mehr. Ich habe den Eindruck er" rächt" sich seit so langer Zeit schon.
        Das ist total traurig, da hast du recht. Mein großes Kind kennt ja diese Geschichte nicht.

        • Ja, für mich klingt das auch nach Rache - dass er selber enttäuscht ist ist ja ok, aber rächen ist nicht gut für eine Partnerschaft
          ich vermute Eure Kinder sind mittlerweile aus dem Gröbsten raus. darum würde ich Dir raten zu gehen. Dein Leben ist noch nicht vorbei. Noch hast Du die Chance auf eine glückliche Beziehung.

          Toi Toi Toi

      >>Hat er recht? Darf er das alles weil ich vor fast 20 Jahren einer Abtreibung nicht zu gestimmt habe? Grob zusammen gefasst...<<

      Deine Frage ist doch nicht ernst gemeint? Warum sollte er sich, weil du nicht abgetrieben hast, sich so verhalten dürfen?

      Es war ein Fehler mit ihm zusammen zu bleiben und noch weitere Kinder zu bekommen, so dass du - vermutlich auch bedingt dadurch, dass ihr im Ausland seid, finanziell von ihm abhängig bist.

      Hast du noch nie an Scheidung gedacht oder zurück nach Deutschland zu gehen? Ich hoffe, ihr lebt in einem europäischen Land.
      Dein Mann müsste, zumindest solange du nicht arbeitest, dir und den Kindern Unterhalt zahlen. Tut er es nicht, müsstest du hier in Deutschland Hartz IV beantragen und das Soz. Amt holt sich das Geld von deinem Mann.

      Überlege erst mal, was du willst. Wenn du mit deinem Mann zusammen bleibst, dann wird dir nichts anderes übrig bleiben, als so weiter zu leben, wie bisher. Dein Mann scheint sehr verbittert zu sein.
      Wenn du einen Schlußstrich ziehen willst, dann fang an zu überlegen, wie du es anstellen kannst. Ansonsten sitzt du in zwanzig Jahren vor dem selben Dilemma wie heute.

      • (7) 01.07.16 - 10:39
        20- Jahre- zu- spät

        Die Frage war echt ernst gemeint. Ich bekomme das so lange schon so eingetrichtert. Wenn ich ihn frage wieso er sich nicht von mir getrennt hat sagt er das ist auch sein Kind, also sehr paradox.
        Ich lebe weit weg, nicht in Europa. Ich fühle mich so kraftlos, ohne Mut. Ich habe noch nie mit jemandem darüber gesprochen.
        Danke für deine Antwort.

    Für mich klingt es so, als habe er eine Methode gefunden, Dich klein und gefügig zu halten. Es war aber seine Entscheidung, wegen des Kindes mit Dir zusammen zu bleiben, das kann er Dir nicht vorwerfen.

    Für eine Trennung brauchst Du ganz sicher Hilfe, es kommt ja auch darauf an, in welchem Land Du bist. Deine Kinder sind ja wohl auch schon älter, wenn das älteste Kind 20 oder 19 ist? Gibt es dort wo Du wohnst Hilfeleistungen irgendwelcher Art für Frauen, die alleinerziehend sind?

    • (9) 01.07.16 - 10:50
      20-Jahre-zu-spät

      Es ist eine Methode von ihm, das glaube ich auch. Sie funktioniert sehr gut.
      Ich habe ihm schon einige Male vorgeschlagen uns hier vor Ort zu trennen damit die Kinder ihren Anschluss nicht verlieren. Sie sind schulpflichtig u besuchen keine deutschen Schulen.
      Aber das will er nicht, er sagt das finanziert er nicht. Ich selber habe keine Aussicht hier auf eine Arbeit durch die ich leben kann.

      Als ob er mich quälen will. Gleichzeitig sagt er ich solle Verantwortung für meinen Fehler von vor 20 Jahren übernehmen.

      • Gibt es denn vor Ort Anlaufstellen für Frauen in Deiner Situation?

        Dass er sein Kind nach 20 Jahren immer noch als Fehler bezeichnet lässt tief blicken. Wirft allerdings ein viel schlechteres Licht auf ihn, als auf Dich. Hat er keine Angst davor, dass das Kind das irgendwann erfährt?

Hallo,

du machst diesen Mist echt schon 20 Jahre mit?

Und schaffst dir von dem Typen noch zwei weitere Kinder an, obwohl er schon das erste nicht wollte?

Du solltest dein Leben langsam mal in die Hand nehmen sonst vergeudest auch die nächsten 20 Jahre.

Such dir einen Job, damit du nicht finanziell von ihm abhängig bist. Im Übrigen, dass du keine Freunde hast, ist nicht die Schuld deines Mannes . Er wird dich ja nicht zu Hause festgebunden haben oder dich eingeschlossen haben.
Auch mit Kind(ern) kann man rausgehen und mit Bekannten/Freunden etwas unternehmen!!! Und wenn es nur ein Besuch auf dem Spielplatz ist bzw. dort kann man Leute treffen, wo sich vielleicht eine Freundschaft ergibt.

Meine Einschätzung deiner Lage: du hättest dich nicht so abhängig machen sollen. Allerdings hat dein Mann auch kein Recht, dir vorzuwerfen, du hättest sein Leben ruiniert.
Auch ihm hätte es frei gestanden, sich von dir zu trennen. Er hätte dem Kind trotzdem ein (guter) Vater sein können.
Vielleicht wäre es besser gewesen, ihr hättet einander beizeiten frei gegeben, damit jeder von euch sich ein glückliches Leben aufbauen kann.

Ach so: hast du keine Familie, die dich erst einmal unterstützen könnte?

Dir alles Gute

Nici

  • (13) 01.07.16 - 10:43

    Danke für deine Antwort und Gedanken Anstöße. Du hast sehr recht!
    Ich habe einige wenige Bekannte. Aber mit denen tausche ich mich oberflächlich aus. Zusammen haben wir keine Freunde.
    Meine Familie ist nicht hilfreich.

    >>Im Übrigen, dass du keine Freunde hast, ist nicht die Schuld deines Mannes . Er wird dich ja nicht zu Hause festgebunden haben oder dich eingeschlossen haben.>>

    Auch wenn ich deinen restlichen Text sehr aussagekräftig finde, muss ich dazu doch kurz was einwerfen, einfach weil ichs selbst erlebt habe. Ich war kontaktfreudig, hatte viele Bekannte und Freunde, engen Kontakt zur Freunde. Und dann kam der falsche Mann.

    Wenn ich etwas mit Freunden plante nörgelte er nur - und weil man seinen Partner ja auch glücklich machen will, schraubt man die Planung mit Freunden mit der Zeit etwas zurück. Ist ja irgendwann auch verständlich, dass er gern Zeit zu zweit verbringen will... (1. Denkfehler - aber das sieht man erst später)

    Wenn man allein zu Freunden geht/was mit Freunden macht, muss man sich nachher ewige Litanein anhören, weil der/die doch so blöd sei, außerdem was von einem woll, man das nur noch nicht umrissen hätte, die warten ja nur auf eine Gelegenheit - und man denkt sich, naja, dann halt eben weniger Kontakt zu XY, wenns den Hausfrieden hält. (3. Denkfehler - aber auch hier: auf den ersten Blick erscheints noch logisch, ist ja auch ziemlich kräfteraubend, wnen man jedesmal, wenn man das Haus allein verlassen hat, anschließend zuhause dicke Luft hat)

    Wenn ich telefoniert habe, hat er entweder irgendwas so lautes gemacht, dass ich das Telefonat schnell beenden musste oder sofort das Telefon gebraucht, für einen viel wichtigeren Anruf (wir hatten damals nur ein Telefon, mein Handy hat er immer mit irgendeiner Ausrede einkassiert - bspw. dass sein Vertrag viel teurer war etc und er deswegen vonmir aus telefonieren musste. Und dann hat er es irgendwo nicht mehr gefunden - also war ich meistens ohne Handy. Am Anfang dachte ich, er ist nur schusselig und mein Vertrag war ja wirklich günstiger. Als mir die Systematik dahinter bewusst wurde, war es bereits zu spät, er erklärte mir, dass ich kein Handy bräuchte, um angeblich mit anderen Männern zu flirten und er es bei sich aufbewahren würde - tja, zu spät erkannt)

    Wenn dann doch Freunde kommen, sitzt ER entweder mit miesepetriger Miene daneben und sorgt für unangenehme Stimmung (in der anfangsphase), Schlechte Stimmung macht keinen Spaß, also läd man seltener ein und Besuch hat weniger Lust zu kommen. Später ist es dann richtig ausgeartet und er hat begonnen Besuch gezielt zu beleidigen - mit der Folge, dass der dann natürlich ausgeblieben ist (z.B. nach dem Klingeln, wenn ich die Tür geöffnet habe laut gerufen: "Ist die fette Kuh schon wieder da?" - schön so, dass der Besuch es hört). Ansprechen hat nur eins bewirkt: Nämlich die Aussage, dass er doch nix dafür kann, wenn meine Freunde keinen Humor haben. Nachdem mein Selbstbewusstsein zu dem Zeitpunkt bereits schwer geschädigt war, habe ich weitere Diskussionen nicht mehr geschafft. Aber wie gesagt, das war bereits zu einem sehr fortgeschrittenen Zeitpunkt. Irgendwann kam dann bei mir noch hinzu, dass ich meine blauen Flecken und schmerzenden Glieder nicht rechtfertigen wollte, weshalb ich Sozialkontakte irgendwann aus eigenem Antrieb gemieden habe.

    Eins ist natürlich klar: Diese Isolierung von Freunden und Familie funktioniert bei selbstbewussten Menschen, die fest im Leben stehen weniger gut, als bei harmoniebedürftigen, unsicheren Menschen. Nur dass sich "Partner" die gern isolieren und kontrollieren keine Selbstbewussten Menschen, die fest im Leben stehen suchen... Dazu kommt, dass parallel zur Isolierung häufig ein schleichender Prozess läuft, der das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl abschwächt, man beginnt sich selbst zu misstrauen, glaubt nach ständiger Herabwürdigung und Demütigung der eigenen Wahrnehmung nicht mehr.

    Deshalb verstehe ich deinen Satz zwar von deiner Warte aus (du wärst wahrscheinlich ein Mensch, der sich NICHT isolieren ließe), möchte aber auch anmerken, dass es durchaus ein häufiger Aspekt von Gewalt im häuslichen Umfeld ist, dass tatsächlich ein Partner gezielt den anderen isoliert, ohne dass dieser inder Lage wäre, sich zu wehren.

    • Hallo,

      oh mein Gott, da hast du ja was durch.

      Aber ich denke, da du es hier im Forum gepostet hast, steht es Oberkante Unterlippe bei dir und du möchtest dich mit deiner Lebens- bzw. Partnerschaftssituation nicht mehr abfinden oder arrangieren.

      Darum auch meine Frage, ob du vielleicht im Heimatland Familie hast, die dich übergangsweise unterstützen könnten, wenn du eine Trennung planst.

      In meinen Augen ist auch nur eine Trennung sinnvoll, denn ich glaube nicht, dass sich dein Mann noch einmal ändert und dir mit Respekt und Zuneigung begegnen wird.

      Ich gehe davon aus, dass deine Kinder nun nicht mehr allzu klein sind und sie in gewisser Weise schon etwas selbständiger sind, was die Sache für dich sicher leichter machen wird.

      Ich wünsche dir von ganzen Herzen, dass du nun tätig wirst und die Dinge in die Hand nimmst. Meine liebe verstorbene Oma hat immer zu mir gesagt: "Mädel, vergeude nicht dein Leben, du hast nur das eine..." 20 vergeudete Jahre kommen definitiv nicht wieder. Du hast es aber jetzt in der Hand dafür zu sorgen, dass wenigstens die nächsten Jahre deines Lebens nicht vergeudet sein werden.

      LG

      Nici

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