Denkt noch jemand von euch mittelfristig über Trennung nach?

    • (1) 03.07.16 - 11:37
      unschlüssig

      Schönen Sonntagmorgen,

      kurz zu mir: Ich habe zwei Kinder (letztes Kindergartenjahr und Grundschule) und denke inzwischen immer mehr über Trennung nach.

      Früher wollte ich auch nie heiraten. Nach vielen Jahren Tätigkeit im rechtlichen Bereich war mir eigentlich bewusst, wie wahrscheinlich es ist, sich irgendwann scheiden zu lassen.

      Zwei Kinder später sah das dann anders aus. Und aus Versorgungs- und finanziellen Gründen, wenn ich das mal so plump ausdrücken darf, hielt ich es dann doch für angebrachter, eine Heirat einzugehen.

      Naja. Fast alle Leute hier mit Kindern sind auch verheiratet. Da ist kaum jemand dabei, der es nicht ist, sofern nicht schon schnell ohnehin wieder getrennt gewesen.

      Mit einem Job zwei Kinder zu ernähren und überhaupt sozialversicherungspflichtig zu arbeiten, ist ja nicht gerade einfach. Da bin ich schon froh, über meinen Mann zumindest krankenversichert zu sein.

      Kurzum: wir haben sehr oft Streit. Meistens zwar über Belanglosigkeiten. Aber mein Mann ist ein Choleriker und auch ich bin sofort auf 180. Da wird auch gebrüllt. Naja. Handgreiflichkeiten gibt es zumindest keine.

      Ich rege mich aber immer sehr schnell wieder ab. Naja, zumindest meistens.

      In letzter Zeit habe ich aber so eine Phase, wo ich darüber nachdenke, wie es nun weitergeht. Die Kinder werden ja immer größer und selbstständiger. Klar, ich kann dann wieder mehr arbeiten irgendwann. Sie kommen ja dann eh später aus der Schule nach Hause. Aber das war es dann? Arbeiten gehen? Die Kinder gehen ihre eigenen Wege? Naja. Dann sieht man sich ja nicht mehr so viel. Wenn beide jeden Tag arbeiten.

      Aber auch was die Arbeit angeht, habe ich da nicht so große Perspektiven.Was man in meinem Beruf an Weiterbildung machen kann, hab ich schon gemacht. Das Problem ist einfach, dass man in meiner Branche eben nicht viel verdient. Der Beruf an sich macht mir schon Spaß. Und es ist mit fortschreitendem Alter meiner Meinung nach auch nicht zu verachten, wenn man keinen Schichtdienst hat, nicht am Wochenende arbeiten muss und im Büro immer im Warmen und Trockenen sitzt.

      Aber ob ich mir das die nächsten ??? Jahre vorstellen kann. Tja, wie viele Jahre sind das denn? Mit welchem Eintrittsalter in die "Rente" soll man denn bitteschön heute rechnen? 70? Na, bravo. Das sind mithin noch weit über 35 Jahre.

      Klar. Dann kann man sich was leisten, mal in Urlaub fahren oder sich Haus und Garten hübsch machen. Oder mal mit seinem Mann essen gehen. Aber die Hauptgemeinsamkeit, also die Kinder, ist ja dann irgendwann weg. Wenn man Glück hat, kommen irgendwann die Enkel. Wenn es anders läuft, ziehen die Kinder weg und man sitzt trotzdem allein da. Weiß man ja nicht.

      Familiär läuft bei uns nicht viel. Kaum Kontakt zu meiner Mutter, ab und an zu meinem Vater (sind geschieden) und die Eltern meines Mannes sind nicht mehr die Jüngsten und auch da muss ich sagen, lege ich aufgrund gewisser Vorkommnisse keinen allzu großen Wert auf ständige Treffen. Sonst besteht im Grunde keine nähere Verwandtschaft außer einer Schwägerin, mit der wir uns aber auch nicht so oft treffen. Klar. Geburtstage und so.

      Bei meinem Mann sieht es beruflich so aus, dass er da wohl eher nicht aufsteigen wird. Also Perspektive nicht so rosig. Wobei er jezt nicht so schlecht verdient. Aber der Burner ist es nicht.

      Deshalb frage ich mich: Stecken andere auch in so einer Krise?

      Ich könnte mir gar vorstellen, später alleine zu leben. Das stelle ich mir ganz reizvoll vor. Tun und Lassen, was man möchte. Wobei dann der finanzielle Aspekt schon nicht so toll ist. Wenn man keinen gut bezahlten Job hat.

      Kochen, was man will, kommen und gehen, wann man will, alles entscheiden, so wie man es selbst will. Ich kann gut alleine sein. Ich genieße es, alleine zu sein. Dann kann ich tun und lassen, was ich will, lesen, in die Stadt gehen usw.

      Mein Mann hat im Grunde keine Interessen. Er hantiert schon auf dem Grundstück oder geht spazieren mit seinem Vater. Aber Hobbys hat er keine.

      Ich liebe Blumen, Tiere (Katzen) und lesen. Stadtbummel, essen gehen usw. Er ist da eher nicht für zu haben. Er ist eher jemand, der seine Ruhe haben will, sich nach der Arbeit vor den Fernseher setzt und abends auch. Von Aktivität keine Spur.

      Tja. Immer öfter beschleicht mich doch der Gedanke, ob ich nicht was ändern könnte. Aber wäre das denn dann besser? Ein anderer Mann? Wäre ich wahrscheinlich auch nicht mit zufrieden. Haben ja alle ihre Macken. Vor allem: Einen brauchbaren zu finden, wäre doch eh wie ein Lottogewinn. Der genau so wäre, wie man es sich vorstellt? Wohl kaum in meinem Alter. Die sind entweder verheiratet, Junggeselle (nicht ohne Grund) oder getrennt mit Altlasten und das käme für mich nicht in Frage. So Patchworkfamilie und so. Nee. Niemals. Da bliebe ich lieber bis ans Lebensende alleine. Da hätte ich keine Lust zu.

      Unsere Kinder lieben natürlich ihren Vater und er ist auch ein guter Vater. Er unternimmt viel mit ihnen und kümmert sich gut um sie.

      Naja. Vielleicht geht es jemandem von euch ja ähnlich?

      Schönen Sonntag noch. Bin gespannt auf eure Meinungen...

      • Hi,
        das klingt alles nicht wirklich nach Liebe.
        Aber es ist das, was viele Ehen nach längerer Zeit ausmacht.
        Gewohnheit, Verbundenheit über die Kinder, gemeinsames Konto...
        Für mich war das auch nicht alles.
        Ich bin nach zehn Jahren Ehe gegangen. Es hätte weiter so vor sich hin laufen können.
        Wir waren nach außen ein gutes Paar und es war o.k., zusammen zu leben.
        Aber für mich war der Gedanke schrecklich, dass das alles war.
        Ich hatte noch den Glauben, echte Liebe wieder zu spüren, Abenteuer im Leben, echte Gemeinsamkeit...
        Jetzt sind seit der Scheidung sechs Jahre vergangen und ich frage mich, warum habe ich damals so lange gewartet. Um so jünger Du bist, um so mehr findest Du noch Deinen eigenen Weg.
        Hör auf Dein Herz und lebe!
        LG, smarti

        Meiner Meinung nach solltest Du wieder arbeiten gehen. Das bringt im besten Fall auch eine Erfüllung oder Befriedigung. Je länger Du wartest umso schwieriger wird es.

        Das wäre auch die Grundlage für eine etwaige Trennung.
        Aber vielleicht verändert sich allein dadurch, dass Du eine berufliche Aufgabe hast, auch Dein Eheleben.....

        • (4) 03.07.16 - 12:32

          Arbeiten gehe ich. Bloß nicht so viele Stunden seit den Kindern. Und Vollzeit mag ich noch längst nicht gehen. Und bei Teilzeit vs. 450 Euro ist es aktuell immer besser, 450 Euro zu wählen naja, manchmal bekomm ich auch was mehr vom Chef geschenkt und es sind 500 oder 600, wenn ich Glück hab). Sonst heißt es wieder nachzahlen bei der Steuererklärung. Und man muss ja auch die Abzüge sehen, die man hat.

          In meinem letzten sozialversicherungspflichtigen Job musste ich für 630 Euro 20 Stunden die Woche arbeiten und nun verdien ich nicht viel weniger für höchstens 14-15 Stunden.

          • Ich finde einen Minijob grundsätzlich vorübergehend nicht verkehrt. Auch aus den Gründen, die du anführst. Viele bemängeln ja die fehlende Berücksichtigung bei der Rente. Das ist lächerlich, was bei einem womöglich unterhälftigen Job an Rentenpunkten zusammen kommt. Es bringt unter dem Steich mehr ein, 100 € vom Minijob in die private Vorsorge zu stecken als in die gesetzliche Rentenversicherung über einen sozialversicherungspflichtigen bei dem geringen Gehalt.

            Allerdings kommst du so beruflich nicht weiter. Das ist es doch, was du auch bemängelst. Wann willst du anfangen, dich eventuell neu zu orientieren? Den richtigen Zeitpunkt gibt es dafür nie und irgendwann bist du zu alt dafür, wenn die Kinder endlich groß sind.

            An deiner Stelle würde ich mir überlegen, wo die Reise beruflich hingehen soll. Finanziell unabhängig zu sein, ist nämlich die Voraussetzung für die Umsetzung deiner privaten Wümsche.

      (6) 03.07.16 - 14:22

      Ja, mir, Mann, geht es z.T. ähnlich, auch es beruflich und familiär weniger problematisch ist, als es bei dir anklingt.

      Was meine Frau und mich verbindet derzeit sind ebenfalls v.a. die Kinder, vielleicht das Haus. Ansonsten viel Streit, gerade auch wg. Kleinigkeiten, wenig Zärtlichkeit und miteinander geschlafen haben wir seit Jahren nicht mehr.

      Wenn ich die Statistik höre, wonach die Scheidungsrate noch mal massiv anzieht, sobald die Kinder aus dem Haus oder zumindest aus dem Gröbsten raus sind, dann denke ich: Das kann ich mir gut vorstellen, und zwar deutlich besser, als mit meiner eher herrischen Frau noch 35 Jahre und ohne Sex zusammen zu bleiben.

      Zugleich: Wenn ich mir alte Bilder anschaue, dann denke ich daran, dass wir auch sehr schöne Zeiten hatten und uns mal ganz gut ergänzt haben. Und vielleicht kriegen wir ja auch doch noch mal die Kurve, auch wenn ich noch nicht sehe wie.

      • Ich denke mir so, wenn ich das lese: was ist schlimm daran sich zu trennen, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Kann man das nicht einfach mal ganz pragmatisch, unpathetisch sehen und sagen: okay, wir haben die Kinder gemeinsam groß gezogen und für die Zeit war es auch gut, dass wir zusammengehalten haben und nun beginnt ein anderer Lebensabschnitt.

        Ich meine, wir leben doch eigentlich in Zeiten in denen so etwas ganz problemlos möglich ist (mal abgesehen von den Kosten für eine Scheidung)

        • Ich meine einfach: alles hat seine Zeit. Es ist okay, auch was gehen zu lassen wenns nicht mehr gut ist.

          (9) 04.07.16 - 07:54

          Vielleicht ist in der Tat die Angst davor größer als der Vorgang selbst. Ich denke halt, das kann man doch den Kindern nicht antun, aber die eigentliche Frage ist vielleicht sogar, was wir Ihnen momentan antun, wenn wir uns fast täglich mit einem Haufen ungelöster Probleme fetzen. De facto ist es bei uns 70% Kulisse und 30% Nostalgie, was uns zusammenhält. Manchmal frage ich mich, ob mich das auch latent aggressiv gegenüber den Kids macht, weil ich ja weiß, ohne sie wäre nicht in dieser unglücklichen Beziehung und das noch für die nächsten 15 Jahre oder so...

          • Dazu kann ich nur sagen: Kinder im Teenageralter 14+ können eine Trennung schon recht gut verkraften, sie können es verstehen und du kannst mit ihnen offen darüber sprechen. Okay, eine Trennung der Eltern ist für die Kids nie schön, aber alles hat seine Grenze und Enttäuschungen gehören nun mal zum Leben, kein Elternteil sollte sich wegen der Kinder so quälen.. ein bisschen anders sehe ich es schon, wenn die Kinder noch sehr klein sind.

            • (11) 05.07.16 - 21:28

              14+ sagst Du? Ok, five years down, ten to go, dann bin ich wieder auf dem Markt ;-)

              • ha ha ha... naja, 10 Jahre, Kleinigkeit.

                Irgendeine Dame schrieb hier mal: Auch wenn sie aus einer unglücklichen Ehe in eine glückliche Beziehung wechselte, so vermisst sie doch jeden Tag ihre Familie - denn nie mehr ist es das selbe sein wie damals.

                Und dennoch: ohne Liebe zusammenleben gelingt nicht, denke ich. Ich kann es mir nicht vorstellen.

    (14) 03.07.16 - 22:37

    Ich denke alle die in einer langjährigen Ehe leben oder lebten wissen, dass Ehe selten bedeutet -glücklich bis ans Lebensende-. Ich denke gerade durch dieses angeblich "glücklich" wird den Paaren vorgegaukelt, dass die meisten Paare ja glücklich sind, nur die eigene nicht. Kinder sollen die Familie abrunden, aber bringen das Paargebilde nicht selten ins Wanken. Es ist eine hohe Kunst für Mann und Frau trotz KInder immer noch eine für Beide zufriedenstellende Ehe zu führen. Bei vielen Paaren ist mehr Schein als sein und ich möchte gar nicht wissen, was hinter den Wänden immer abläuft.

    Viele Paare bleiben daher nicht zusammen, da sie doch soooo glücklich sind, sondern doch mehr aus Verantwortungsbewusstsein und mangels besserer Alternative.

    Aber es gibt auch genug Paare, die aufgeben und hoffen, dass mit dem nächsten Partner alles besser wird und merken dann nach einem Zeitraum x, dass auch der nächste Partner seine Stärken und Schwächen hat.

    Ich persönlich habe auch immer überlegt weiter machen oder trennen und durchgehalten bis die Kinder groß waren. Ich wollte nicht, dass die Kinder zwischen Vater und Mutter hin- und hergeschoben werden oder ich sie nur alle 2 Wochen sehe. Alle Alternativen waren für einfach schlechter als zu bleiben. Und das obwohl ich jahrelang wenig Liebe und Zärtlichkeiten in meiner Ehe erhalten habe.

    • (15) 03.07.16 - 22:55

      "Alle Alternativen waren für einfach schlechter als zu bleiben. Und das obwohl ich jahrelang wenig Liebe und Zärtlichkeiten in meiner Ehe erhalten habe."

      Siehst du das heute, mit etwas Abstand, immer noch so? Oder bereust du es, dich nicht früher getrennt zu haben?

      Grüße
      Luka

      • (16) 03.07.16 - 23:12

        Das sehe ich heute auch noch so. Ich habe lange über alle Lösungsmöglichkeiten hin und her überlebt und habe bewußt die Entscheidung getroffen zu bleiben bis die Kinder aus dem Haus sind. Außerdem war und ist meine Frau eine der liebsten und sympathischten Frauen, die ich je kennen gelernt habe; einfach ein ganz toller Mensch, der mich jedoch am langen Arm verhungern lies.

        Ich bin auch in einem Alter, wo ich nicht mehr darüber nachdenke "hättest Du damals nur ....". Mein gelebtes Leben kann ich nicht mehr ändern. Wie mein Leben bei einer anderen Lösung ausgesehen hätte, weiß niemand.

        Meine Ex-Frau und ich haben auch immer wieder mal über Trennung gesprochen. Sie wollte es auf keinen Fall. Sie wollte einfach die damalige Sicherheit und das Familienleben nicht aufgeben.

        Ich habe dabei weniger an mich gedacht. Wenn ich nur an mich gedacht hätte, hätte ich viel früher gehen müssen. Wir gingen auch als Paar abständig miteinander um und es gab wenig Streit. Nach außen waren wir die Traumfamilie. Dass wir nur noch sehr selten Sex hatten, wusste ja niemand.

        • (17) 04.07.16 - 07:27

          Wenn der Sex dss hauptsächliche Problem war, warum hast du dir das nicht woanders geholt?

          Am besten mit dem Einverständnis deiner Frau?

          Sie wollte unbedingt an dee Ehe festhalten, wollte die Trennung vermeiden.

          Warum hast du dann nicht deine Bedürfnisse klar gemacht und ihr gesagt, dass du das nur unter der Bedingung machst, wenn du dir den Sex woanders holst.

          Wie kann man auf so was Tolles wie ein befriedigendes Sexualleben freiwillig verzichten, vor allem.wenn man wie du, das ja auch vermisst hast?
          Ich finde es immer den besseren Weg, sich zu trennen, wenn etwas Essentielles nicht stimmt.
          Kinder kommen auch mit getrennten Eltern klar.
          Dieses Argument finde ich nicht ausreichend um selbst jahrelang unglücklich zu sein.

          Ist es nicht eher Bequemlichkeit und die Kinder müssen als Vorwand her halten?

          • (18) 04.07.16 - 08:00

            Es ist sicher auch Bequemlichkeit dabei oder auch Angst vor Veränderung. Aber trotzdem ist das Argument mit den Kindern nicht falsch und finde ich als Motiv, zu bleiben und auszuhalten, durchaus respektabel.

            Und man ist irgendwie auch so erzogen, dass Kinder und Familie das wichtigste sind - das schmeißt man nicht eben mal weg für ein paar Orgasmen, platt gesagt.

            Aber die Frage ist vollkommen berechtigt, ob man damit wirklich jemandem einen Gefallen tut.

            (19) 04.07.16 - 23:23

            Wer sagt denn, dass ich mir es nicht woanders geholt habe?

            Natürlich habe ich das. Dafür werde ich hier doch immer wieder kritisiert. Ich sei fremd gegangen etc.

            Und natürlich habe ich meine Frau gefragt, wie ich denn das für mich lösen soll, wenn sie keine Lust hat und ich aber. Ich wurde nur ungläubig angeschaut.

            Und natürlich habe ich ihr auch gesagt, dass ich mir dann Sex woanders hole. Ich habe sogar mit offenen Karten gespielt und sie hat es mir nicht geglaubt. Sie hat sogar 3 x mitbekommen, das sich andere Frauen für mich interessieren und auch das hat sie nicht wachgerüttelt.

            Sie hat das Thema Sex, Nähe etc. einfach ausgeblendet. Sie wollte nicht und ich hatte dann auch nicht zu wollen. Ich weiß nicht wie sie darüber gedacht hat, wie ich das mich löse. Ich weiß nicht, ob sie sich überhaupt darüber Gedanken gemacht hat. Ich habe auch hunderte Male gefragt, was ich denn anders machen soll, woran es liegt, aber es wurde nur mit einem "ich weiß es nicht" abgetan.

            Hauptgrund war, das habe ich jedoch erst nach vielen, vielen Jahren heraus gefunden, fehlende Selbstliebe. Meine Frau mochte sich selbst nicht. Sie mochte ihren Körper nicht und wer das nicht mag, lässt auch ungern einen Mann an sich ran. Das wurde in ihrer Kindheit schon im Elternhaus geprägt.

            **Ich finde es immer den besseren Weg, sich zu trennen, wenn etwas Essentielles nicht stimmt. Kinder kommen auch mit getrennten Eltern klar. Dieses Argument finde ich nicht ausreichend um selbst jahrelang unglücklich zu sein. Ist es nicht eher Bequemlichkeit und die Kinder müssen als Vorwand her halten? **

            Nein, ich war ja nicht jahrelang unglücklich. Sagen wir es so. Ich war nicht glücklich mit meinem Liebesleben zu Hause. Ich hatte ja "mein" Liebesleben, nur halt nicht zu Hause. Man gewöhnt sich halt daran. Es ist ein anderer Weg, so wie es sich vielen nicht vorstellen können, da für die meisten Menschen -auch hier im Forum-, alles unter einem Dach stattfinden muss. Unsere Ehe war ja auch nicht zerrüttelt. Wir waren beste Eltern mit wenig Streit. Wir funktionierten beide gut wie in einer WG.

            Natürlich ist Trennung eine Option. Wir waren jedoch so verstrickt und einfach auch ziemlich abhängig voneinander. Das hat wenig mit Bequemlichkeit zu tun, sondern mit einem Abwiegen "was verliert man und was könnte man gewinnen?".

            • (20) 05.07.16 - 19:52

              Ich hatte das anders verstanden, nämlich dass du eben deiner Frau zuliebe auf Sexualität verzichtet hast.
              Aus deinem Post war das für mich nicht ersichtlich, dass du für dich einen Weg gefunden hast .
              Allerdings verstehe ich das Verhalten deiner Frau nicht.
              Sie war sehr gleichgültig, was deine Bedürfnisse angeht.
              Wenn ich jemanden liebe, möchte ich doch auch dass er glücklich ist.
              Darauf mit Ignoranz zu reagieren und die anderen Frauen zu negieren, bedeutet ja schon, dass die es ausgeblendet hat.
              Aber es ist auch egal, wie ich das sehe.

              Du hast ja einen Weg gefunden, mit der Situation umzugehen und das getan hat, was du für richtig gehalten hast.
              Da gibt es keine einfachen Lösungen.

        (22) 04.07.16 - 08:01
        Nicht unähnlich

        Kann deine beiden Postings fast zu 100% unterschreiben - bin halt nur noch 15 Jahre oder so _vor_ dem Exit...

        (23) 04.07.16 - 21:19

        "Außerdem war und ist meine Frau eine der liebsten und sympathischten Frauen, die ich je kennen gelernt habe; einfach ein ganz toller Mensch, der mich jedoch am langen Arm verhungern lies."

        Die beiden Aussagen in diesem Satz widersprechen sich ganz schön. Wenn mein Partner auf meine Bedürfnisse pfeift, dann bin ich weit entfernt davon, diese Person mit Attributen wie "ein ganz toller Mensch" zu behängen. :-D

        Obwohl, "ein toller Mensch", kann ja tatsächlich sein. Aber: Kein guter bzw. mieser Partner.

        Ich persönlich bin da immer hin- und hergerissen: Wann ist der Zeitpunkt, an dem ich mein Lebensglück über das der anderen Familienmitglieder, insbesondere der Kinder, stellen darf? Diese Frage ist so schwierig zu beantworten. 20 Jahre in einer Ehe zu verharren, in der man emotional verkümmert, scheint mir persönlich zu lange.

        Aber natürlich hast du recht: Ob du als klassischer Wochenendpapa unter dem Strich glücklicher gewesen wärst, mit allen Problemen, die eine Trennung, inklusive Patchwork bereithält, das weiß niemand. :-)

        Grüße
        Luka

        • (24) 04.07.16 - 23:34

          Du hast das richtige geschrieben. .... "hin- und hergerissen". Genau, so war das jahrelang.

          Wie weit darf man sein eigenes Glück für die Familie zurück stellen? Auf diese Frage gibt es keine Patentlösung.

          a) aushalten b) trennen c) bleiben und einen anderen Weg für sich selbst finden

          Ich wählte c)

          Ein guter Freund von mir wählte mal b). Was passierte? Die Familie zerbrach völlig. Die Kinder redeten nicht mehr mit ihm. Ein Kind machte einen Suizidversuch und die Scheidung war ein stacheliger Rosenkrieg. Dieses Szenario hat mich sicherlich auch von b) abgehalten. Mein Freund war jedoch ein ziemlicher Egoist. Er fand dann eine neue Frau mit der er noch heute sehr glücklich ist und meint, "Das mit den Kindern täte ihm Leid, aber er hätte für sich alles richtig gemacht."

          • (25) 05.07.16 - 07:10

            Hmmm, letztendlich hast du es doch deinem Kumpel gleichgetan, oder nicht? Nur, dass er es nicht heimlich tun wollte, sondern es "öffentlich" gemacht und sich getrennt hat. Du dagegen, hast deinen Kindern eine "heile Welt" vorgespielt und hast deine Frau mit anderen Frauen betrogen. Findest seitdem immer tolle Ausreden für dich: der Kinder wegen, die Frau war schuld usw.

            Dein Glück ist nur, dass es deine Kinder bisher nicht mitbekommen haben bzw. jetzt einfach schon so groß sind, dass es ihnen vielleicht sogar egal ist?! Meinst du, wenn sie es jetzt erfahren würden, würde es ihnen leichter fallen?

            Die Handlung bleibt die gleiche. Der "Egoismus" (den du deinem Freund vorwirfst), ist der gleiche. Du versuchst dich hier immer schön rauszureden, dein Verhalten zu rechtfertigen und die Schuld immer den anderen zuzuschieben. Das, mein lieber Freund, ist eine arge Charakterschwäche!

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