Jung verheiratet & Kinder bekommen, jetzt stellt man Partner infrage

    • (1) 06.07.16 - 07:55
      Mitte20

      Mein Mann und ich kennen uns seit er 18 und ich 17 bin. Zusammen sind wir seit vier Jahren, verheiratet seit 3 und haben ein 2 jähriges Kind. So weit so gut.

      Wir haben viel gelernt in dieser Zeit. Klar, wenn man ein Kind hat, muss man ganz anders planen und zusammenarbeiten. Ich sag mal so, damals war er der perfekte Mann für mich. Unsere Interessen waren deckungsgleich, vor unserem Kind hat jeder sein süppchen gekocht und es war sehr gleichberechtigt. Ich hatte auch immer Schmetterlinge im Bauch, wenn ich ihn gesehen habe.

      Unser Kind hat mich sehr verändert, ich hab mich halt entwickelt, habe die Hauptverantwortung und bin jetzt eher in einem Umfeld von Mitte 30/40 jährigen. Die Gespräche sind sehr bereichernd. Da kommt mir mein Mann immer so unreif vor. Er ist halt 27. er ist der, den ich mit 17 wollte. Er sieht auch noch aus wie mein traummann, nur dass mir sowas mittlerweile nicht mehr wichtig ist.
      Also eigentlich hab ich mich gewandelt. Ich kann mit ihm als Mensch nichts mehr anfangen, auch wenn ich ihn natürlich trotzdem sehr gerne habe. Ich weiß gar nicht wie ich mit diesen Gefühlen umgehen soll.

      Wir ziehen gerade in unsere traumwohnung und bauen unsere Zukunft weiter auf. Und ich will das auch nicht wegwerfen. Merke nur, dass ich mich wieder für andere Männer öffne.

      Es ist das Gefühl von Freiheit, was mir fehlt. Mal schauen wohin es sich entwickelt.

      • Zwischen 20 und 30 macht man halt noch mal eine enorme Persönlichkeitsentwicklung mit und Menschen entwickeln sich in andere Richtungen. Das ist ganz normal.

        Wer sich so früh kennenlernt und bindet, läuft halt dann Gefahr, dass man sich auseinander entwickelt und dann kommt die Trennung. Das muß nicht zwingend so sein, aber mehrheitlich ist es so.
        Dazu kommt dann noch das Gefühl etwas verpaßt zu haben, vor allem wenn früh Kinder da sind.

        Gehe in Dich und reflektiere, was will ich? Wenn Dein Mann nicht mehr paßt, dann trenne Dich, sonst wirst Du immer unzufriedener werden.

        • #pro

          (4) 08.07.16 - 00:15

          Danke sehr klar geschrieben! Reflektieren tu ich die Situation schon lange. Ich weiß einfach wer er ist und was er zu geben bereit ist. Dass wir umziehen ist schon ein wichtiger Schritt.

          Wenn unser Kind und das finanzielle nicht involviert wäre, würde ich wahrscheinlich gehen. Aber dann hätten wir ja auch eine ganz andere Grundsituation, man kann das nicht vergleichen.

          Mir fehlt auch ehrlich gesagt eine stabile Betreuung für mein Kind. Ich hoffe sehr, dass wir nächstes Jahr einen Platz bekommen. Aber er springt halt nichtmal ein, wenn ich wichtige Termine habe etc.

      "habe die Hauptverantwortung und bin jetzt eher in einem Umfeld von Mitte 30/40 jährigen."

      Wo ist dein Mann in der Zeit? Und warum nicht bei dir? Welche Verantwortung trägst du genau, welche er? Warum hast du die Hauptverantwortung trotzdem dass du das Kind betreust (davon gehe ich aus)? Arbeitet er nicht?

      Was genau fehlt dir bei deinem Mann?

      K

      • (6) 08.07.16 - 00:08

        Mein Mann arbeitet. 7 Tage die Woche. Er steht noch ganz am Anfang seiner Karriere. Es rentiert sich finanziell nicht mal wirklich. Er drängt mich in die Rolle der Hauptverantwortlichen. Das war alles anders geplant. Selbst wenn ich krank bin, nimmt er sich nicht frei. Manchmal geht Familie für mich halt vor. Wir haben da unterschiedliche Prioritäten.

        Der Umzug ist natürlich gerade auch kräftezehrend. Unterm Strich passt er für mich als Partner nicht und das wird immer klarer, je mehr ich zu mir selbst finde. Jetzt weiß ich nicht wie man damit umgeht. Wie lange guckt man sich das an?

    Hallo,
    bei einer aufkommenden Alltagslangeweile, Routine in der Beziehung und abklingen von Schmetterlingsgefühlen neigen wir Frauen schnell dazu, den Partner/ Beziehung anzuzweifeln.

    Es ist einfacher, dass was uns als selbstverständlich vorkommt und vor der Nase liegt in Frage zu stellen als sich mit seinen eigenen Gedanken und Entwicklungen auseinander zu setzen.

    Der Schrei nach Trennung passiert mir immer viel zu schnell und unreflektiert.
    Gruß

    (8) 06.07.16 - 08:27
    jungaltjungalt

    Ich habe meinen Mann mit 16 kennen gelernt und mein 1. Kind mit 18 bekommen. Kurz darauf das 2. Ich glaube deshalb nicht, dass man sich automatisch auseinander entwickelt, nur, weil man sich früh gefunden hat.

    Ich habe eher den Eindruck, dass du jemand kennen gelernt hast, den du sehr anziehend findest und dass du deshalb mit deinem Mann nichts mehr anfangen kannst. Dieser jemand ist anscheinend schon älter und du schiebst nun das Alter deines Mannes vor, anstelle klar zu sehen, woran dein momentan mangelndes Interesse an ihm wirklich liegt: daran, dass du dich verguckt hast und dich der andere mit seiner Persönlichkeit, seiner Reife oder was auch immer beeindruckt hat.

    Welche Freiheit fehlt dir genau? Die, etwas mit Männern anfangen zu können? Die, nicht mal schnell verreisen zu können oder abends ausgehen zu können? Ist Zweiteres der Fall, kannst du überlegen, wie du diese Freiheiten wieder erlangen kannst - dem Kind angemessen. Das Kind kannst du ja nicht wegzaubern.

    Du solltest unbedingt alles genau analysieren und auch deinen Mann einweihen, dass ihr Probleme habt als Paar. Nur so könnt ihr daran arbeiten, am besten in einer Paartherapie. Diese Chance solltest du euch unbedingt geben. Scheitert eure Beziehung dann immer noch, hast du es wenigstens versucht.

    Bitte schau nicht einfach passiv, wie sich alles entwickelt, sondern nimm die Entwicklung in die Hand! Eurem Kind zuliebe.

    • (9) 08.07.16 - 00:28

      Die Kontakte die ich habe sind Mütter mitte 30/40 und dann vielleicht noch die Männer von denen.

      Das ist seit zwei Jahren so und ich kann auch mit meinen Freundinnen von früher nichts anfangen. Mit den meisten habe ich nun keinen Kontakt und es ist ok, mit denen bin ich ja nicht verheiratet.

      Klar sprechen wir offen über alles! Mein Mann würde keine Therapie machen, wobei ich persönlich auch eher zu einer allgemeinen Beratung gehen würde, weil ich kein Freund von Therapie bin, aber das ist ne andere Sache. Letztlich muss man selbst auch aus der Lebenssituation entscheiden, das kann einem keiner abnehmen.

      Mir fehlt hier wirklich jegliche Freiheit! Er möchte die Kontrolle über mein Leben haben. Du brauchst nicht arbeiten aka ich möchte, dass du finanziell von mir abhängig bist. Er pocht aufs zweite Kind, ich will ehrlich gesagt nicht. In unserer Wohnung kann man sich schwer zurückziehen und Dinge die ich gerne mache wie zB laut Musik hören, mitsingen und dazu tanzen, werden missbilligend beachtet. Ich habe das Gefühl als Person immer weniger präsent zu sein. Er sagt auch gerne, dass ich ja nix tun muss außer aufs Kind aufpassen und ein wenig putzen. Ich empfinde diese Haltung als herabwürdigend. Er macht freiwillig nicht mal nen Topf sauber.

      So und dann hat mir tatsächlich ein Mann schöne Augen gemacht. Er flirtet einfach, mehr nicht. Ich bin auch nie der Typ gewesen, der zweigleisig fährt und werde es auch jetzt nicht sein. Dennoch...ich bin zwiegespalten.

(10) 06.07.16 - 11:22

Ich glaube auch, dass sich bei euch die Routine eingeschlichen und damit Raum für Fantasien geöffnet hat. Frei wirst du mit Kind die nächsten 20 Jahre nie mehr sein. Und auch der neue, tolle Mann wird irgendwann zur Routine - sofern man nicht rechtzeitig gegensteuert.

Gib nichts Gutes vorschnell auf, aber du könntest anfangen, die Verantwortung mit deinem Mann zu teilen, gerade was das Kind angeht. Sucht euch gemeinsame Freiräume und Unternehmungen und findet etwas, was euch wieder zueinander bringt.

lg thyme,

Hallo!

Mein Mann und ich sind zusammen seit wir beide 19 sind - das sind jetzt 18 Jahre (12 davon verheiratet) und haben ein 8jähriges Kind.

Wir passen immer noch perfekt zusammen, er ist mein bester Freund, ich habe nichts an ihm auszusetzen (nichts wichtiges ;-)). Wir haben uns im Grunde zusammen in die selbe Richtung entwickelt.

Dennoch kann ich deine Gedanken nachvollziehen. Man bleibt ja Frau ;-)

Sprich mit deinem Mann über das, was du denkst und fühlst, vielleicht empfindet er inzwischen auch so und ihr könnt gemeinsam etwas ändern.

Alles Gute!

sonntagskind

(12) 06.07.16 - 14:31

Hallo!

Ich persönlich wollte mich nicht so früh binden. Ich habe sehr viel erlebt, gemacht und gesehen. Meine wilden Jahre sind vorbei. Ich genieße jetzt mein Familienleben aber genau aus solchen Gründen wie du beschrieben hast wollte ich mich nicht binden. Die Zeit wenn man jung ist und viel erlebt ist wunderbar und ich finde solch eine unbeschwerte, freie Zeit ist wichtig.

Ich finde du solltest auch ehrlich mit deinem Mann darüber reden wie es dir geht.

Alles Gute wünsche ich euch.

G.

(13) 06.07.16 - 15:45

Hallo,

ich glaube, dass es genau das ist, warum sich oft Paare nach langen Jahren trennen.
Du schreibst, Du kannst mit ihm als Mensch nichts mehr anfangen - habt ihr denn noch gemeinsame Interessen? Habt ihr Gesprächsthemen außer euren Kindern?
Manchmal muss man seinen langjährigen Partner erst wieder kennenlernen, weil man sich in dem ganzen Alltagsstress irgendwie aus den Augen verliert...ganz gefährlich.
Und dann ist die Frage, ob und wieviel Energie man darin investieren möchte.
Ein Seitensprung wäre garantiert der Anfang vom Ende - würde ich mir im Vorfeld gut überlegen.

Ansonsten mein Tipp: Sprecht miteinander, auch über Deine Ängste und Gefühle. Und wenn es für Dich noch Gründe gibt, mit diesem Mann zusammenzusein, dann solltet ihr gemeinsam daran arbeiten. Ich finde, heutzutage werden oft zu leichtfertig Partnerschaften hingeworfen...Du weißt ja nicht, ob Du das gewünschte Gefühl von Freiheit auf andere Art und Weise bekommen würdest...oder es nicht nur ein Wunschtraum ist, der sich gar nicht erfüllen lässt...

LG

a79

  • (14) 08.07.16 - 00:37

    Wir reden, haben immer viel geredet. Er hat sich schon entwickelt, er hat das Rollenbild eines Vaters übernommen wie er es erlebt hat und ich bin ehrlich geschockt! Je älter unser Kind ist, desto härter ist er. Aber auch zu mir. Er teilt verbal sehr stark aus, auch unter der Gürtellinie. Er wird schnell laut. Er ist generell sehr aggressiv geworden. Hallo er arbeitet auch einfach zu viel. Das sage ich ja auch, aber das kann man angeblich nicht ändern.

    Familie, das sind mein Kind und ich. Papa zieht sich gerne raus. Er liebt uns natürlich auch auf seine Weise. Das kann die anderen Seiten aber nicht aufwiegen.

    • (15) 08.07.16 - 07:04

      Hallo,

      das klingt ernster, als Dein Ausgangspost es vermuten lässt.
      Die Frage ist, ob Du daran noch etwas ändern WILLST oder es für Dich eigentlich insgeheim bereits entschieden ist, dass es auf Trennung hinausläuft.
      Wichtig wären Gespräche mit Deinem Partner, dazu, wie Du Dich fühlst, wie Deine Ängste sind (gerade was das aggressiv werden und verbal austeilen angeht). Vielleicht holt ihr euch auch jemanden dazu oder besucht dafür eine Paartherapie - das geht allerdings nur, wenn Dein Mann auch dazu bereit wäre. Vorteil sehe ich darin, dass jemand moderiert und eine neutrale Instanz da ist, die vermitteln kann und vielleicht auch die verschiedenen Sichtweisen eher sieht und verständlich darstellen kann als ihr selbst. Daraus könnten sich Arbeitsansätze ergeben und daraus evtl. eine Veränderung, hoffentlich positiv, für eure Partnerschaft.

      LG

      a79

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