Ehrlich ist doch am besten, oder?

    • (1) 06.07.16 - 08:19

      Guten Morgen,

      ich hatte gestern ein Streitgespräch mit meiner Freundin.

      Kurzer Hintergrund: Wir sind beide solo weil unsere Männer sich andere Frauen gesucht haben.

      Bei Mir, monatelang betrogen und schlussendlich habe ich dann gesagt, so nicht.
      Bei Ihr, Ehrlichkeit von Anfang an, Er hat eine Neue, hat das gesagt und sich dann getrennt.

      Gestern ging es darum, dass sie es ja viel schwerer hatte, weil sie ja auch allen Wolken gefallen sei, weil Ihre Beziehung bis zum Auftauchen dieser Frau, "total" in Ordnung war. ICH hingegen hätte mich ja durch die monatelangen Lügen darauf vorbereiten können.
      Wir haben uns richtig gefetzt - habe ihr gesagt, dass ich genauso gelitten habe, nur eben IN der Beziehung und nicht wie sie DANACH.

      Das sehe ich doch nicht alleine so, oder? Ich bin echt total verwirrt...

      Ich hätte mir gewünscht, dass er mir das sagt, dass er jemand kennengelernt hat und fertig. Und nicht diese Lügen.
      Gibt es hier jemand, der sich (mit Lügen und Geschichten) lieber darauf vorbereiten will.

      liebe Grüße, shella

      • Muss man jetzt wischen Pest und Cholera wählen?:-)

        Beides ist furchtbar und beide Situationen haben ihre eigenen Aspekte, die andere Schmerzen hervorrufen.

        • ;-) natürlich zwischen Pest und Cholera, aber dass lange Lügen oder eben sofortige Ehrlichkeit mehr oder weniger weh tun, das sehe ich doch nicht so.

          Beides schlimm...aber sie stellt sich eben immer dahin, als hätte sie es am schwersten.
          Ich persönlich hätte mir sofortige Ehrlichkeit gewünscht.

      Wenn man ein gebrochenes Bein hat, denkt man sich, wie blöd, hätte ich lieber den Arm gebrochen, könnte ich mehr tun.
      Hat man einen gebrochenen Arm hätte man lieber das Bein....

      Letztendlich ist beides kacke, im Nachhinein kann man sich immer wünschen, es wäre anders gelaufen. Nützt aber nix, es ist wie es ist.

      Deine Freundin ist einfach im eigenen Leid gefangen und sieht Dich nicht sondern nur ihr Leiden - das finde ich blöde.

      Es ist wie Du sagst.. der eine leidet schon in der Beziehung, der andere eben danach, davon ist nix leichter oder schwerer. Und man muss und sollte sich unter Freundinnen daran auch nicht messen, das ist blöde.

      Lichtchen

    • (5) 06.07.16 - 09:20

      ... beides ist beschissen...

      dass deine Freundin behauptet, für dich wäre es einfacher, sehe ich eher als ihre Begründung und Legitimierung für ihren sicherlich größeren Schmerz... wie ein Wettbewerb - in welchem leider niemand gewinnen wird.

      da generell zu sagen, was besser oder schlimmer ist, geht nicht. wie intensiv ein Schmerz individuell empfunden wird, kann man nicht vergleichen. und wenn man mehrere Krisen gut überstanden hat - oder sogar noch davon profitieren konnte - wird man mit solch unschönen Situationen auch anders umgehen ... und sich vielleicht auch schneller regenerieren können.

      erschwerend kann der Schock-Moment sein, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. allerdings haut einen der Schock-Moment möglicherweise ähnlich um, wenn es vorher Lügen gab und man fest darauf hofft, dass alles gut wird - oder wenn einen die Trennung unvermittelt trifft. allerdings frage ich mich im zweiten Fall, ob das wirklich so unvermittelt ist - oder ob man vorher auch schon Verdrängungstaktiken entwickelt hat...

      in jedem Fall ist es im Moment grauenvoll und schmerzvoll. trinkt zusammen einen guten Kaffee oder Kakao... und einigt euch darauf, dass es - unabhängig von der Art - Schöneres gibt...

      und vielleicht könnt ihr daran wachsen und der Weg wird frei für ein schöneres, intensiveres, leichteres Leben... ich wünsch es euch
      lg

      Trennung sind immer doof, allerdings wußte Du das Dein Mann Dich betrügt.

      Du konntest Dich damit auseinandersetzen, wütend sein, ihn hassen etc bis für Dich der Punkt kam zu sagen, das will ich nicht mehr. Das ist schon eine andere Position, finde ich, als völlig unverhofft vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
      Wenn man ahnt, dass es vorbei ist, ist die Trennung zwar auch schlimm, aber wenn man in einer heilen Welt lebt und nichts mitbekommt und von jetzt auf gleich verlassen wird, das finde ich schon nen Tacken härter.

      Aber anstatt sich über soetwas zu streiten, sollten ihr lieber reflektiert Gespräche führen, warum ihr beide von euren Männern betrogen wurdet. Schuld sind nämlich meist beide Seiten.

(13) 06.07.16 - 11:53

Wer leidet mehr: Die Familie des Krebspatienten, der zwei Jahre gekämpft hat. Oder die Familie des Verkehrsunfallopfers?
Es ist sinnlos, sowas gegeneinander aufzurechnen. Beide haben gelitten, für beide was er beschissen. Auf die eine oder andere Art. Und beide haben einen brutalen Verlust erlitten, der nicht zu kitten ist.

lg thyme

Oh man... Also wenn ich mich mit einer "Freundin" fetzen muss, wer es schlechter getroffen hat, dann liegt echt was im Argen. Was ist Neuerdings dran an dem Wettbewerb um den anstrengendsten Alltag, die schlimmste Krankheit und allgemein das schwerere Leben?

Beide Situationen sind äußerst unschön und ich bin sicher, dass ihr beide sehr gelitten habt. Ich halte weder das eine noch das andere für "besser" oder weniger schmerzhaft.

(15) 06.07.16 - 11:59

Danke für die Antworten.
Wir haben erst gestritten nachdem ich mich verteidigt habe, weil ich den Satz "sicherlich größeren Schmerz" nicht so sehe - es ist einfach nur eine andere Zeit in der man leidet.
Aber wie gesagt, ich wollte ja verschiedene Meinungen haben um sie vielleicht zu verstehen.
Ich wünsche euch allen einen schönen Tag!

liebe Grüße, shella

PS: Die Reflektierung hat bereits stattgefunden. Danke für den Hinweis. #aerger

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