künstliche Befruchtung -Liebesleben

    • (1) 11.07.16 - 12:59

      Hallo,

      Ich hab so ein kleines Problemchen.
      Wir sind glücklich verheiratet und hatten auch sonst immer ein schönes Liebesleben, klar wars mal mehr mal weniger aber ich denke das ist normal.
      Vor 2 1/2 Jahren haben wir unseren Kinderwunsch umgesetzt, oder versucht umzusetzen.
      Wir haben es auch echt locker angehen lassen und haben unsere Zweisamkeit echt genossen.

      Seit Januar 2016 wissen wir das mein Mann viel zu wenige Spermien hat um auf normalem Weg schwanger werden zu können.
      Uns wurde gesagt es könnte mit einer küstlichen Befruchtung (ICSI) klappen.

      Wir haben uns auch relativ schnell geeinigt das ganze zu probieren und sind gerade dabei den ersten Versuch zu starten. Wir freuen uns auch wirklich auf diesen Versuch und reden auch über unsere Ängste was die künstliche Befruchtung angeht.
      Wir haben auch davor das Thema wirklich druchgekaut bis zum gehtnicht mehr und wir sind dadurch nochmal zusammen gewachsen.

      Aber irgendwie ist seit Januar unser Liebesleben fast eingeschlafen.
      Wir reden drüber, und sind uns einig das wir mehr "Spaß" haben wollen, aber irgendwie bekommen wir das nicht auf die Reihe.

      Wenn ich Lust habe und anfange, hat er keine Lust, oder es klappt nicht oder es ist innerhalb von 3 Minuten vorbei (wobei das denke ich Überungssache ist)

      Wenn er mal Lust hat dann ist das meistens wenn ich meine Tage habe was ich sehr unangenehm finde.

      Wir reden wirklich über alles und haben echt kein Problem irgendwelche Probleme/Wünsche anzusprechen aber das bekommen wir irgendwie nicht hin.

      Hat Zufällig jemand so ein ähnliches Problem oder dieses Problem durchgemacht?

      • Hallo!

        Es gibt immer wieder Phasen, wo das Liebesleben halb einschläft. Wirklich wichtig ist nur, dass beide wissen, dass das Problem besteht, und sich eben irgendwann einer auch mal überwinden muss, um aus der gegenseitigen Abweisung wieder raus zu kommen. wenn ihr dann wieder 2-3 mal sex hattet, auch wenn er unbefriedegend war, dann klappt es insgesamt wieder natürlicher und entspannter.

        • Das das Liebesleben mal aktiver und mal unaktiv ist wissen wir, die Phasen hatten wir schon mal, mit einem anderen Hintergrundproblem

          Aber jetzt ist es irgendwie "immer" so eingeschlafen.
          Wir arbeiten dran aber irgendwie springt der Funke einfach nicht.

          Vielleicht war auch einfach die Zeit im Moment so anstrengend, wobei wir drüber reden und eigentlich die Freude meiner Meinung nach überwiegt.

          Ich hoffe das es doch irgendwann wieder besser wird.
          Es macht mir halt doch irgendwie zuschaffen, wenn man mit seinem Partner nicht mehr so richtig körperlich zusammen lebt.

      Hallo,

      wir haben heute das Vorgehen für unsere dritte und letzte ICSIS besprochen, daher kann ich in etwa nachvollziehen, wie es Dir geht.

      Ich denke, dass es für KiWu-Paare einfach enorm schwer ist, auf Dauer so etwas wie ein "normales" Liebesleben zu führen. Anfangs, wenn man sich gerade einig ist, auf Verhütung zu verzichten, ist alles noch Spaß. Dann fängt Frau an, einen Zykluskalender zu führen, Temperatur zu messen und/oder Ovulationstests zu machen. Da geht es dann los mit dem Terminstress. "Schatz, wir müssen die nächsten drei Tage noch minestens zwei Mal!"

      Dann gehen die ersten Untersuchungen los, die ersten Behandlungen, und der Terminstress wird größer. Mit der Erwartung an den Sex sinkt die Lust, und die Hormone, mit denen Frau behandelt wird, können sich ja nun auch auf die Libido auswirken .

      Frau fühlt sich vielleicht nicht mehr als Frau, denn das, was das Frausein zentral ausmacht, "kann" sie ja nicht, Für Männer ist es vermutlich auch nicht so einfach zu erfahren, dass sie wenig bis gar nicht fruchtbar sind. Und in der Phase wird es immer wichtiger, zum richtigen Zeitpunkt "Leistung" zu bringen.

      Wir hatten über lange Phasen gar keinen Sex, ich war zum Teil froh, dass das "Befruchten" eh outgesourcet war, denn ansonsten hätten wir mehrere über Zyklen unsere Chancen nicht genutzt. Ich genieße es gerade, einen Pausenzyklus zu haben, in dem mein Unterleib nicht "Bahnhof" ist, in dem nicht alle zwei Tage ein vaginaler Ultraschall gemacht wird, in dem mein Unterleib nicht Problemzone ist, sondern einfach wieder mein Intimbereich.

      Während der Stimulation kann es sein, dass Du keine Lust hast, weil Dein Bauch anschwillt, nach der Punktion darfst Du erstmal eh nicht, und in einigen Kliniken wird vom Transfer bis zum BT von Sex abgeraten. Du kannst Dich also darauf einstellen, dass Ihr auch in Zukunft längere Phasen haben werdet, in denen Ihr keinen (vaginalen) Sex haben werdet.

      Ich denke, da muss man aber auch einfach die Erwartungshaltung klein halten. Es ist halt nicht so einfach, ein Intimleben zu pflegen, wenn der eigene Intimbereich (und der des Partners) zur öffentlichen Zone wird, zum Problemfall. Vielleicht müsst Ihr Euch wieder neu finden. Vielleicht müsst Ihr bewusst Dinge tun, die nichts mit Befruchtung zu tun haben, die einfach nur intensive Zweisamkeit bedeuten.

      Es ist nicht einfach, aber wenn man (außerhalb des Bettes) viel redet und im Bett einfach mal bewusst nichts für den Kinderwunsch tut, dann kann es klappen.

      Viel Erfolg!!

      • Danke für deine Antwort.

        Das Problem ist bei uns wurde nicht sooooo mega viel Untersucht.

        Weil klar war wo der "Fehler" liegt und wir haben wirklich viel Zeit zu zweit gehabt und uns wirklich gut abgelenkt von dem ganzen Thema.

        Davor hatten wir nie Sex nach Plan und ich hab auch wirklich nie so auf meinen Zyklus geachtet. Wir hatten einfach nur unsere Zweisamkeit und Spaß am Leben, erst mit der Diagnose ist das ganze Kompliziert geworden :-(

        Aber vielleicht ist der Druck trotzdem zu hoch, da kannst du schon irgendwie recht haben.
        Ich mein wir mussten in den letzten paar Monaten oft erfahren das jemand Schwanger geworden ist oder irgendwer Kinder zur Welt gebracht hatte.
        Das viele auch keine Kinder bekommen wollten und jetzt mit Kind dastehen und eigentlich unzufrieden sind oder die Kinder abgegeben wurden usw.

        Mir ist auch klar das die nächsten paar Wochen noch anstrengend werden, sei es Seelisch und Körperlich.

        Ich hab einfach nur Angst das wir uns doch in dem Punkt irgendwie nicht mehr finden.

        • Hi,

          warum wurde es " nicht" sooo mega untersucht?
          Nur beim Urologen gewesen? Spermiogramm in der Kiwu-Klinik gemacht? Super Falsch!!!!

          Haffe dein Mann war in längerer Behandlung beim Andrologen, dauert mit unter bis zu 6 Monaten, bei einem super schlechten Spermiogramm. Hier werden nämlich viel deferenziertere Untersuchungen gemacht, Urologe macht nur Standard-Programm.

          Männer bekommen auch schnell ein " Brett vor dem Kopf"....NICHT Zeugungsfähig kann die Libido hemmen.

          lg
          lisa

          • Ich meinte das Ich nicht so mega untersucht worden bin.

            Mein Mann musste schon einiges über sich ergehen lassen.
            Aber ändern tut es in unserem Fall nichts.

            Keine bis 14 Spermien sind halt nun mal definitiv zu wenige.

            Es ist ja nicht so das wir keine zweite Meinung usw eingeholt hätten.

            Ich mein 2 1/2 Jahre komplett unverhütet + ca 2 Jahre sehr schlampige Pillen einnahme von meiner Seite und nichts ist passiert, ist wohl auch nicht soooo normal.

            Aber das war auch nicht das Thema um das es mir hier ging.

            Ich denke (da wir alle denke ich mal keine Ärzte sind) sollte man den Ärzten vertrauen, zwar mit vorsicht und zweiter Meinung aber sie haben das Fachwissen und nicht ich/wir.

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