Kämpfen oder trennen?

    • (1) 11.07.16 - 21:58
      UnsichereSie

      Seit nun mehr 10 Jahren bin ich mit meinem Mann zusammen. Wir haben uns im Studium kennengelernt und uns ein eigentlich schönes Leben aufgebaut. Wir haben ein Haus, ein wunderbaren Kind und beide einen guten Job.

      Unsere Interessen waren immer ähnlich, aber charakterlich sind wir recht unterschiedlich. Ich bin ein Dickkopf mit Hummeln im Hintern, mein Mann ist ruhig und mag es auchmal nur Fernseh zu gucken oder so. Wir haben uns da aber immer ganz gut ergänzt.

      Nun ist es aber mittlerweile so, dass sich einige Dinge entwickelt haben, die uns nicht gut tun.

      Er hat seit 2 Jahren einen neuen Job auf Führungsebene und er entwickelt sich dadurch total negativ. Er redet oft arrogant und von oben herab, das kann ich einfach nicht ausstehen.

      Er ist auch total egoistisch geworden. Auf keinen Fall darf man was von seinem Essen naschen. Als ich meinen ersten Arbeitstag nach der Elternzeit, hat er nicht mal nachgefragt, wie es war. Erst einige Tage später ging es "Oh du arbeitest ja wieder". Das hat mir weh getan und ich habe ihm auch gesagt, dass mich sein Egoismus stört. Grundsätzlich habe ich auch das Gefühl, dass er meine Arbeit nicht schätzt. Ich bin Lehrerin und kann dementsprechend meinen Unterricht von Zuhause aus vorbereiten, also meine Zeit frei einteilen. Das sieht er nicht. Er sieht nur, dass ich an den meisten Tagen mittags Zuhause bin. Das ich nebenbei auch noch den ganzen Haushalt mache und mich um unser Kleinkind kümmer, ist ihm völlig egal. Ich mache es wirklich gerne also bis auf den Haushalt, das finde ich ziemlich ätzend, aber mein Job und unser Kind sind toll. Aber das er immer nur von seiner Arbeit erzählt und nie mal nachfragt, macht mich traurig.

      WIr scheinen auch unterschiedliche Zukunftsvorstellungen zu haben. Ich wünsche mir ein weiteres Kind, sehe die Familie im Fokus, für ihn steht der Job und die finanzielle Sicherheit (die haben wir natürlich) im Fokus.

      Ich habe natürlich auch mehr als einen Fehler. Mein Körper hat sich verändert, im Vergleich zu früher, aber das scheint ihn nicht zu stören. Und wenn ich motzig bin, neige ich dazu ihn einfach zu ignorieren.

      Das Problem von beiden ist die Unfähigkeit miteinander zu kommunizieren. Ich muss mich stark überwinden unsere Probleme anzusprechen. Mache ich das dennoch wird das schnell abgehandelt. Von ihm geht da nie was aus.

      Da ich aus einer Scheidungsfamilie komme, mache ich mir natürlich Gedanken über den Fall der Fälle. Ich habe ihn darauf angesprochen, dass ich ich gerne für den Fall einer Scheidung absicherun würde, da ich ja momentan nur Teilzeit arbeiten gehe, um für die KLeine da zu sein. Genauer habe ich mir da keine Gedanken gemacht, aber ich meine halt in Bezug auf den daraus resultieren Pensionsverlust. Seine Antwort war nur ein Kopfschütteln und dass er das völlig absurd ist.

      Für mich ist es aber nicht absurd. Ich bin einfach nicht mehr glücklich. Auch wenn ich gerade Rotz und Wasser heule, weil der Gedanke ihn zu verlieren mir schmerzt, aber ich bin mir nicht sicher, ob es der richtige Grund, weshalb es schmerzt oder ob es nur die Angst ist alleine zu sein und unserem Kind den Papa zu nehmen.

      Wir haben natürlich auch schöne Momente. Erst am Wochenende waren wir aus und haben tatsächlich mal Händchen gehalten. Gut unterhalten haben wir uns auch. Als wir wieder Zuhause waren, hätte er wohl gerne mit mir geschlafen. Aber das kann ich momentan nicht. Er hat mich da so oft zurück gewiesen, dass ich mir momentan unser 0815 Liebesprogramm einfach nicht vorstellen kann.

      So, das hat gut getan mir das mal von der Seele zu schreiben. Danke fürs Lesen.

      • Das Gefühl kenne ich! Auch wenn es schon lange her ist. Ich weiß wie Du Dich fühlst!

        Es ist schlimm nicht zu wissen was man genau fühlt für einen Menschen.

        Dass Dein Mann Lust auf Dich hatte ist ja ein gutes Zeichen!

        Nur...warum hast Du keine Lust gehabt? Wenn Dir das 0815 Programm keine Lust bereitet versuche doch mal eine deiner Phantasien an ihm auszulassen.
        Scheiß auf die Moral.
        Mein Ehemann wollte damals seit der Schwangerschaft keinen Sex mehr mit mir!

        Gar nicht!

        Das war zum scheitern verurteilt.

        Bei euch sehe ich einen Funken Hoffnung.

        Eine LIebesbeziehung zu führen bedeutet eben auch Lust aufeinander zu haben. Ohne Sex ist es ja keine Liebesbeziehung mehr.

        Ihr scheint beide gut zu verdienen.

        Lehrer werden ja auch halbtags gut bezahlt. Das verdiene ich indem ich ganztags arbeite nicht einmal.

        Und ihr habt 2 Gehälter.

        Gönnt euch 1x im Monat einen Babysitter!
        Geht gemeinsam aus. Geht isn Kino! Ins Theater. Oder einfach ins Hotel und habt wilden Sex.

        Versuche die Leidenschaft zurück in die Beziehung zubekommen. Ihr seid nicht nur ein Ehepaar. Ihr seid ein Liebespaar!

        Blas ihm einen wenn er gar nicht damit rechnet.....was auch immer.

        Lass Dir was einfallen.
        Wenn eure Beziehung so weiter geht dann wird er bald eine Affäre haben und Du wirst immer unzufriedener. Das wäre infach echt schade.

        Ich wünsche Dir ganz viel Glück, Liebe und heisse Leidenschaft.

        • (3) 11.07.16 - 22:35

          Das Kommentar mit dem Halbtagesjob hätte von meinem Mann kommen können. Ich gehe da mal nicht näher drauf ein.

          Erstmal danke für deine Rückmeldung.

          Wir haben meistens sogar einmal im Monat einen Babysitter. Daran liegt es wohl nicht.

          Am Wochenende stand mir wohl eine Bockigkeit im Weg. Immer wenn ich wollte, wollte er ja nicht. Die Zurückweisung hat mich nun so häufig gekränkt. Und es war auch nicht so, dass er großartig zu mir gekommen ist und irgendwas sexuelles begonnen hätte, es war einfach die Situation, die mich darauf hat schließen lassen, dass er Sex wollte. Ich kann es gerde gar nicht richtig beschreiben. Er hat wohl darauf gewartet, dass ich die Initiative ergreife. Aber wenn man so oft zurück gewiesen wurde, will man das irgendwann nicht mehr.

          In der Vergangenheit hatte ich ihm schon mal vorgeschlagen, dass wir eine offene Beziehung führen, da mich die sexuelle Situation schon länger frustet und er das auch weiß, aber das wollte er nicht.

          Selbst das mit dem Blasen funktioniert nicht. Habe ich schon mehrfach ausprobiert, wollte er nicht. Wobei er es dann, wenn wir mal Sex haben, mag.

          Er sagt ja, dass er oft einfach zu müde ist.

          • Na ich habe habe das so rausgelesen dass Du halbtags arbeitest weil Du mittags immer zu hause bist. Die Arbeit einer Lehrerin möchte ich nicht machen denn da hängt viel dran und es ist einer der wichtigsten Aufgaben und Berufszweige überhaupt! Ich ziehe meinen Hut vor den Lehrkräften aller Schulzweige.

            Das war nicht böse gemeint mit meinem Kommentar. ;-)

          • Das ist einfach nur ein böses Gerücht. Meine Mutter war früher Grundschullehrerin und hat an den meisten Abenden noch 2 Stunden Hefte der ganzen Klasse korrigiert, Unterrichtsvorbereitungen gemacht, für Schulausflüge rumtelefoniert um alles zu organisieren, Elterngespräche mussten auch vereinbart werden, Notizen zu den Leistungen jedes Kindes mussten gepflegt werden und Zeugnisse geschrieben.

            Mein Bruder unterrichtet heute Deutsch und Französisch, fragt nicht, was da alleine ein Aufsatz in einer Klasse für Berge an Arbeit bedeutet. Und er unterrichtet ja nicht nur eine Klasse. Am Gymnasium kommen dann auch noch größere Klassenfahrten ins Ausland oben drauf, bei denen er dann mal eben eine Woche im 24-Stunden-Dienst ist. Jetzt rate mal, wer dran schuld ist, wenn die prächtigen Sprösslinge sich aus der Jugendherberge raus schleichen und sich zusaufen? Klar, der Lehrer.

            Hast du dir jemals von einem Lehrer erklären lassen, wie sein Arbeitsvertrag aussieht, was da für eine Stundenzahl drin steht und wie die zu erbringen ist? Wohl eher nein, du wärst erstaunt!

            Natürlich gibt es die besseren und engagierteren und die anderen - aber die Aussage ist der letzte Mist.

            Und ich gehe davon aus, dass sie mit Halbtags meint, dass sie eben nicht volle Stundenzahl unterrichtet...

        Nein aber wenn Du den Text gelesen hättest wüsstest Du, dass die Frau in diesem Fall halbtags arbeitet!

        (10) 12.07.16 - 07:09

        Na nun habe ich die Antwort der TE erst gelesen. Scheinbar ist es ein Vollzeitjob wenn eine Lehrkraft mittags zu hause ist. Dass sie noch vorbereiten muss, Konferenzen usw das ist mir klar. Doch wie das eine 40 Woche werden kann wenn man täglich von halb 8 bis ca 13Uhr arbeitet ist mir schleirhaft.

        • nun ja, aber 12 Wochen Urlaub im Jahr sind nun mal 12 Wochen Urlaub - doppelt so viel wie jeder normale Arbeitnehmer hat - das ist nunmal Fakt

          • Von den 12 Wochen gehen ca. 4 für Konferenzen und organisatorische Aufgaben drauf. Heutzutage kann kaum ein Lehrer die ganzen 6 Wochen Sommerferien Urlaub machen, weil er da schon diverse Aufgaben in der Schule zu erledigen hat mit Anwesenheitspflicht.

            Wenn man dann noch die unendlichen mengen an Überstunden während Klassenfahrten denkt und daran, dass ein Lehrer sonst gar nicht frei bekommen kann (etwa für die Beerdigung des Schwiegervaters) ist das gar nicht mehr so toll.

            • Meine Nachbarin ist Grundschullehrerin, sie ist jetzt 49 Jahre alt und sie ist immer die ganzen 6 Wochen im Sommer zuhause bzw. im Urlaub.

              Das habe ich noch nie mitbekommen, dass sie in den großen Ferien oder Ferien überhaupt irgendwo anwesend sein muss.

              Überstunden während Klassenfahrten, zähle ich zu kostenlosem Urlaub an die Wunschorte des/der jeweiligen Lehrer. Mann denke z.Bsp. an die Skifreizeit. Die "Kinder" sind da ja meist schon 14 und älter und müssen nicht mehr rund um die Uhr beaufsichtigt werden. Skifahren während der Arbeitszeit (oder wie du es formulierst sind es ja Überstunden, die der Lehrer mit Skifahren abtrainiert).

              Die Lehrer tauschen ja auch untereinander. Eine Lehrerin, die nicht Ski fährt, wird wohl kaum mit ihrer Klasse in Skifreizeit fahren, also wird der Lehrer auserkoren, der auch was davon hat.

              Und für die Beerdigung eines direkten Familienmitgliedes gibt es immer frei, wenn vielleicht auch nicht bezahlt.

              • >>>Überstunden während Klassenfahrten, zähle ich zu kostenlosem Urlaub an die Wunschorte des/der jeweiligen Lehrer.<<<

                Selten so einen Schwachsinn gelesen....

                (15) 13.07.16 - 01:36

                "Überstunden während Klassenfahrten, zähle ich zu kostenlosem Urlaub an die Wunschorte des/der jeweiligen Lehrer."

                ...das versuche ich meinem Mann auch schon seit Jahren erfolglos zu verklickern, dass seine vielen Geschätsreisen nichts weiter sind, als kostenloser Urlaub am Wunschort!

                Als Lehrerin erlebe ich Klassenfahrten genau so, wie du sie beschreibst! Bei uns in der Lehrerschaft entbrennt jährlich ein regelrechter Kampf um einen der heiß begehrten Plätze im voll besetzten Reisebus mit den lieben Kleinen! Die Vorbereitung für so eine Fahrt ist ein Klacks, quasi in der 5 Minuten-Pause mit einem Telefonanruf erledigt. Alle Fragen der besorgten Eltern, können bequem per 3zeiligem Infobrief beantwortet werden. Auch die Verantwortung, die man zu zweit, eine Woche für 30 Kinder trägt, ist inzwischen völllig zu vernachlässigen! In Zeiten von Komasaufen liegen die Kids praktischerweise völlig regungslos um 23 Uhr in ihren Betten und schlummern seelenruhig, sodass wir Lehrer in absoluter Ferienlaune, leicht bekleidet und cocktailschlürfend - vor allem jedoch - völlig ungestört, zu den Klängen von "Bacardi Feeling" und "Ritmo de la noche" bis in die frühen Morgenstunden abtanzen können...hach...ich schwelge direkt wieder in Erinnerungen...

                So eine Klassenreise ist einfach Wellness pur und ein Genuss sondergleichen.

                Grüße
                Luka

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