Trennen oder (weiter) kämpfen

    • (1) 19.07.16 - 19:56
      ???

      Hallo,

      vielleicht kann mir jemand seine Meinung dazu sagen...
      Also: Ich bin 36, habe 3 tolle Kinder (10, 7 und 10 Monate), wobei die erste nicht von meinem derzeitigen Partner ist. Mit meinem Partner bin ich seit fast 9 Jahren zusammen. Eigentlich hab es schon immer viele Probleme, ich glaub, diese 'tolle Verliebtseinphase' hatten wir gar nicht. Er ist sehr eifersüchtig, hatte bzw. zum Teil hat noch Probleme mit meiner grossen Tochter, wurde oft auch ausfallend und einmal (vor 6 Jahren) auch handgreiflich mir gegenüber. Eigentlich gab es schon tausend Gründe sich zu trennen. Nur ein Bruchteil der Vorfälle hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen... Hatte mich aber nun mal bis über beide Ohren in diesen Kerl verliebt. Nach jedem größeren Krach versprach er auch sich zu ändern usw. Vieles ist auch besser geworden. Im Moment habe ich eigentlich gar keinen Grund an ihm zu meckern.
      Trotzdem weiß ich nicht, ob ich ihn noch liebe. #gruebel Der große Knacks kam bei mir zu Männertag. Zu dieser Zeit hatte er auch eine Depression, war unfair mir und den Kindern gegenüber, hatte kein Ohr für meine Probleme. Männertag hat er mich dann den ganzen Abend vor unseren Gästen runter gemacht. Er hat später auch gesagt, er fand das richtig so, ich würde immer denken, ich wüsste alles, wollte mir eine 'Lektion' erteilen.

      Während der Phase seiner Depression habe ich ihn unterstützt, ihm Arzttermine gemacht, ihn immer wieder zum Arzt geschickt, Rücksicht genommen. Grund für seine Depression war, dass er der Meinung war, er hätte die Erbkrankheit seiner Mutter. Hat sich jedoch als unbegründet herausgestellt. Danach ging es mit ihm auch wieder aufwärts. Ich glaube bei mir war das aber die Zeit, wo ich mich immer weiter von ihm entfernt habe. Hatte damals gedacht, wenn er nicht krank ist, verlasse ich ihn. Nun bin ich immer noch hier... Ich kann aber im Moment keine Gefühle wieder für ihn aufbauen - habe Angst, dass es wieder irgendeinen Vorfall gibt, der mich wieder so runterzieht.

      Trennungsgedanken hatte ich schon öfter...aber nun so lange schon? Ging es jemandem so ähnlich, dass er über längere Zeit Trennungsgedanken / kaum Gefühle für den Partner hatte und sich dann doch nicht getrennt hat? Bzw. kamen die Gefühle wieder? Wir haben ein Haus, die Kinder...soll man alles so zerstören?

      • (2) 19.07.16 - 20:01

        Ich kann bei solch einer langen Beziehung vllt nicht mitreden. Aber du klingst wirklich nicht glücklich. Wielange magste das denn noch mitmachen? 9 weitere Jahre ? Vielleicht stellst du dir mal das nächste Jahr gedanklich vor..
        Klar ist eine Trennung nicht schoen.. aber ich persönlich denke vielleicht das beste.. es wird ne schwere und harte Zeit, es koennte aber auch ein Befreiungsschlag sein fuer dich. Falls ihr euch schonmal räumlich trennt merkst du ja ziemlich schnell, ob es dir gut tun wird oder nicht.

        Du bist noch jung, auch deine kids werden es merken, wenn du unzufrieden/unglücklich bist.
        Ich wuensche dir nur das beste!

        (3) 19.07.16 - 20:15

        Er ist dir gegenüber handgreiflich geworden?

        Er hat dir eine Lektion vor versammelter Mannschaft erteilt und findet das auch noch im Nachhinein richtig?

        Er wird ausfallend, auch deiner Tochter gegenüber?

        Ganz ehrlich, ein Grund würde für mich reichen, um zu gehen.

        Trau deinem Bauchgefühl, das dir sagt, dass du diesen Mann nicht mehr liebst und geh.

        Liebe Grüße

        #winke
        Die Alltagsprinzessin

        Hallo,
        um was willst Du kämpfen? Ich glaube nicht, dass tote Liebe wieder lebendig wird. Ist Dir das Haus wichtiger als Deine Lebensfreude und die Deiner Kinder? Ich könnte Haus gegen Wohnung tauschen, aber nicht mit einem Mann leben, der mich nicht respektiert und den ich nicht liebe.

        Wegen der Depression: Depressionen sind eine ernste Krankheit. Angst, krank zu sein, ist nicht gleich Depression. Hatte er die gesicherte Diagnose "Depressionen" vom Arzt? Wenn nicht: Das Wort wird inflationär benutzt.
        Du liebst ihn nicht mehr: Wenn Du gehst, habt Ihr beide die Chance, mit neuem Partner glücklich zu werden. Nur wäre es dann vielleicht klug, eine Weile als Paar ohne gemeinsames Kind zu leben; von Deinem Mann bist Du offenbar sehr schnell schwanger geworden, und Ihr hattet keine Vorlaufzeit, bevor Ihr einander allzu sehr verpflichtet wart!

        LG, basta.pasta

        • (5) 19.07.16 - 21:52

          Danke für die Antworten #hicks. Tja-was heißt kämpfen? Vielleicht wieder mehr Zeit als Paar zu haben, gemeinsame Unternehmungen in der Hoffnung die Gefühle kehren wieder...
          Aber das ist wahrscheinlich nur die Angst, endgültig einen Schlussstrich zu ziehen.
          Zu deiner Frage-die Diagnose hat er von seinem Hausarzt (tja, können sie sowas diagnostizieren?). Hab ihn dann noch zu nem anderen Arzt geschickt, der bestätigt hat, dass er nicht an der Erbkrankheit leidet. Zum Psychologen wollte er nicht.

          Und das Thema Kinder bekommen ist für mich definitiv abgeschlossen.

      (6) 19.07.16 - 22:04

      Ich wäre schon weg wenn ich zusehen müsste, dass er mein Kind schlecht behandelt. Dann ist mein Verliebtsein absolut zweitrangig in dem Moment. Das geht wieder weg wie du feststellen konntest. Du weißt doch gar nicht welchen Schaden die Kleine davon getragen hat. Hab kein Mitleid mit dem Mann und mit dir

    • Ich (über 20 Jahre verheiratet) habe eine ganz andere Meinung als meine Vorschreiberinnen. Wenigstens eine ist ehrlich, dass sie sich gar nicht herein versetzen kann, da sie noch keine lange Partnerschaft hatte.

      Du scheibst aus 9 Jahren 30 Zeilen und dann wird Dir zur Trennung geraten. Diese vorschnellen Trennungsempfehlungen... ich hasse sie.

      Natürlich, einiges was Du schreibst klingt jetzt nicht gerade gut. Gewalt wäre für mich auch ein Trennungsgrund, aber nach 6 Jahren? Handgreiflich ist auch sehr dehnbar. Hat der Dich fest am Arm gepackt, hat der Dich ins Gesicht geschlagen oder Schlimmeres?

      Ihr seid eine Patchwork-Family mit der Herausforderung, dass die Älteste nicht die Tochter Deines Mannes ist. Da sind meist Konflikte vorprogrammiert.

      Ich will die negativen Dinge auf keinen Fall schön reden, aber ich lese auch heraus, dass sich Dein Mann bemüht.

      Liebe/Beziehung/Ehe ist jedoch keine Einbahnstraße. Was ist Dein Teil daran?

      Ich musste auch erst mal lernen, dass an Paarproblemen meist beide Partner ihre Anteile haben. Es ist immer leicht den Anderen zum Sündenbock zu machen, aber meist schaukeln sich verschiedene Themen hoch und dann steht man da und fragt sich macht das noch Sinn oder nicht?

      Und eines. Glaube nicht, dass irgend ein Paar, das lange zusammen ist, immer glücklich ist. Krisen gehören in langen Beziehungen dazu.

      Wer nicht erkennt, dass man selbst auch einen großen Anteil an der Partnerschaft hat (nämlich genau 50,00 %), wird in der nächsten Partnerschaft sich selbst im Weg stehen.

      Und ja, ich hatte auch schon häufig Trennungsgedanken, habe aber erkannt, dass ich Reaktionen meines Mannes geradezu provoziert habe. Letztlich habe ich die Trennung als weglaufen empfunden und habe mich unseren Problemen gestellt. Seit ich mich selbst auch wieder mehr in unsere Partnerschaft einbringe, läuft es auch wieder deutlich besser.

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