Mein Mann leiht sich Geld bei seiner Mutter...kein Problem, die will es jetzt schnell wieder zurück

    • (1) 24.07.16 - 09:55
      TraurigeSache

      nicht ganz das richtige Forum, möchte aber anonym bleiben

      Mein Mann und ich (40 und 50 Jahre alt), guter Mittelstand, keine finanziellen Sorgen - bis jetzt!

      Wir haben ein Haus gebaut, alles immer alleine gezahlt, d.h. keine Finanzspitzen seitens unserer Eltern - erwarten wir auch nicht, wollte es nur erwähnen.

      Nun hatten wir vor 3 Monaten einen Engpass, wir mussten eine Nachzahlung in Höhe von 6.000,- Euro leisten. Davon haben wir 2.000,- Euro sofort aus eigener Tasche beglichen. Für die restlichen 4.000,- Euro hat mein Mann sich überwunden seine 85 jährige Mutter zu fragen, ob sie uns das Geld leihen könnte, bevor wir zur Bank gehen um uns einen Privatkredit zu nehmen - wäre im Grunde auch kein Problem gewesen.

      Wir wissen aber, dass die Mutter eine sehr gute Rente hat, sehr bescheiden lebt und einige tausend Euro im Schlafzimmer in einer Geldkassette liegen hat. Nein, wir haben nicht geschnüffelt, die Schwester meines Mannes, die sich um die Mutter kümmert weiss es und hat dies mal erwähnt.

      Mein Mann also seine Mutter gefragt und die hat ihm sofort 4.000,- Euro in die Hand gedrückt mit dem Satz. Gib es mir zurück, sobald du kannst.

      So, nun hätten wir noch etwa bis Ende Septemer gebraucht, um die 4.000,- Euro zusammenzusparen, um es dann in einem Betrag wieder zurückzugeben. Schwiegermutter sagte ja, "sobald du kannst".

      Nun hat sie plötzlich letzten Sonntag beim Kaffee meinen Mann, als beide alleine waren, gefragt, wann sie denn ihr Geld wiederbekommt! Sie bräuchte es jetzt.

      Wir sind Selbständig und im Sommer ist leider immer wenig Umsatz. Die Schwiegermutter weiss zwar, wie wir unser Geld verdienen, ich denke aber mal so ganz versteht sie das nicht, wie das funktioniert, dass halt am Monatsende kein Gehalt aufs Konto überwiesen wird. Und es auch Steuern etc. gezahlt werden müssen, der Lieferant sein Geld will.....

      Wir wissen auch wofür sie das Geld wieder haben möchte, das möchte ich jetzt hier allerdings nicht schreiben, der Grund ist mehr als total "besche....rt" und dient nur der Gewissensruhigstellung der alten Dame, entschuldigt bitte.

      Mein Mann ist derart enttäuscht von seiner Mutter, wir haben jetzt bei der Bank Geld geliehen und es ihr zurückbezahlt.

      Wären wir doch gleich zur Bank gegangen, hätte mein Mann sich diese Blösse, um Geld zu fragen, sparen können. Das war das erste Mal in seinem Leben, dass er seine Mutter um Hilfe gebeten hat.

      Ich weiss auch nicht, was ich jetzt hier hören will.

      • Den größten Fehler, den ihr gemacht habt, ist nicht der, dass ihr nicht zu einer Bank gegangen seid.

        Leider machen die meisten privat den Fehler, nichts vertraglich aufzusetzen. Hättet ihr einen vernünftigen Vertrag mit Summe, Rückzahlungsmodalitäten etc. aufgesetzt, wäre für alle klar, wie es läuft. Manchmal mischt die bucklige Verwandtschaft noch mit und es wird viel Unsinn erzählt bzgl. der Höhe des Dahrlehens oder die alten Leute werden negativ beeinflusst oder die Leute wissen irgendwann nicht mehr, was mal mündlich vereinbart war..........

        Hallo,

        es war richtig, dass ihr das Geld bei der Bank geliehen habt und die Schulden sofort zurückgezahlt habt. So ist die Sache vom Tisch und beim nächsten Mal wisst ihr, dass ihr es besser direkt so machen solltet.

        Dein Mann sollte nicht enttäuscht sein. Wenn seine Mutter das Geld zurückfordert, dann ist das ihr gutes Recht und ihr hättet ihr ja auch schon direkt den Betrag geben können, den ihr bis dahin zusammen hattet. Der Rest wäre laut deiner Aussage ja spätestens im September gekommen. Wichtig ist doch, dass sie euch nicht abgewiesen hat und euch in diesem Moment geholfen hat.

        Viele Grüße,
        lilavogel

        • Hallo,

          die Mutter kann aber rechtlich gesehen nicht das geliehene Geld verlangen, wann sie will, wenn ein fester Rückzahlungstermin vereinbart wurde. Auch mündliche Verträge sind vor dem Gesetz feste Verträge und bindend.

          LG

          Lexy

          • Hallo,

            die Mutter war rechtlich gesehen nicht verpflichtet, ihrem Sohn auszuhelfen und hat es trotzdem getan.

            Das Argument, dass es sich um einen mündlichen Vertrag usw. handelt, mag stimmen. In diesem familiären Kontext ist es aber moralisch sehr schwach, wenn man sich jetzt auf das Gesetz bezieht und so eine Rückzahlung zu einem früheren Zeitpunkt verhindern würde. Das ist jedenfalls meine persönliche Meinung und ich kann nur wieder sagen, dass ich es gut und richtig finde, dass der Sohn das Geld bei der Bank geliehen hat und so einem sicherlich bösen Streit aus dem Weg gegangen ist.

            Viele Grüße,
            lilavogel

      Hallo.

      Ja sowas ist blöd. Du schreibst die Mutter hat sicherlich keinen genauen Durchblick über eure Finanzen bzw wann und wie das Geld fließt.

      Habt ihr, ihr denn gesagt das es jetzt gerade schlecht aussieht und sie ihr Geld Ende September wieder bekommt?

      Die Frau ist 85!!! Sie braucht ihre feste Tages- und Lebensstruktur, um sich sicher zu fühlen und da gehört wohl dazu, dass der Betrag X in seiner Schatulle schlummert.
      Wobei ich ihr aber schon mal klarmachen versuchen würde, dass das Geld in der Kassette nicht sicher ist - sie wird es aber kaum einsehen.
      Ärgern bringt nichts - die alte Dame wird sich nicht mehr ändern.

      Kenne mehrere alte Leute; einen bringt es schon aus der Fassung, wenn der Postbote eine Stunde später durch die Straße kommt, überspitzt gesagt.
      Mein Mann wurde knapp 79 Jahre alt und war früher die Flexibilität und Spontaneität in Person - im Alter nicht mehr, da musste alles recht geregelt sein, Gelddinge sowieso.
      Wenn Dein Mann enttäuscht ist, kann ich das erstmal verstehen, aber er soll sich vor Augen führen, dass er mal ganz genauso werden kann. ;-)
      LG Moni

      • Genau so ist es!!!

        Ich kenne das von meinen Großeltern. Auch wenn das Geld nicht akut gebraucht wird, aber der Polster muss da sein! Auch wenn die persönlich definierte Höhe für andere unverständlich ist.

        Auch nimmt die Flexibilität im Alter - wie auch bei deinem Mann - deutlich ab. Nicht nur beim Geld. Generell!

        Ich würde da auch nicht so böse sein. Vor allem da nie darüber geredet wurde wie lange das Darlehen läuft. Hätte zwar auch die Mutter ansprechen können - aber wie gesagt: mit 85 - da würde ich mich schon für die Eltern verantwortlich fühlen.

        LG

    Auch wenn man sich privat Geld leiht, sollte man das immer vertraglich absichern. Als Geldverleihender ab einer Summe, die man nicht locker als "verloren" wegstecken kann und als Geldleihender beispielsweise deswegen, um die Rückzahlung schriftlich fest mit Datum zu fixieren.

    Hier wäre wohl eine feste monatliche Ratenrückzahlung sinnvoll gewesen, um die Dame zu beruhigen. Es ist tatsächlich so, wie hier beschrieben: Sie wollte Euch nicht aktiv ärgern, aber das ausstehende Geld hat sie wohl tagtäglich mehr beunruhigt, da sie nicht abschätzen konnte, wann sie ihren vollen Betrag zurück hat. Ein lockeres "Gib es mir zurück, sobald Du kannst" war offenbar nicht handfest genug für die Dame. Es klingt auch so, als hättet ihr nach der Leihgabe nicht weiter darüber gesprochen.

    Dein Mann sollte nicht enttäuscht sein, sondern versuchen, das Ganze als Kommunikationsproblem zu sehen. Seine Mutter halt eventuell einfach erwartet, dass "sobald Du kannst" schneller ist, als es Euch möglich war. Weiss sie, dass Ihr Euch jetzt die Summe doch noch bei der Bank geliehen habt?

    Hallo,
    dein Mann sollte seine Mutter nochmal darauf ansprechen.
    Genau fragen bis wann sie das Geld braucht und genau mit ihr besprechen bis wann ihr es zurück zahlen könnt.
    Ich denke, dass drei Monate schon eine lange Zeit für die Mutter war und sie deshalb nachgefragt hat.
    Sollte sie es jetzt wirklich brauchen, bleibt euch nur der Gang zur Bank.

    Geld sollte aber nicht die Beziehung stören und Enttäuschungen mit sich ziehen.

    Gruß

Ich kann verstehen, dass das ärgerlich ist, aber Du schreibst ja selbst, dass die Mutter schon recht alt ist, nicht wirklich überblickt, was das für Selbständige bedeutet, wenn im Sommer wenig Aufträge sind. Und egal wofür sie das Geld nun ausgeben will - ihr habt schon richtig gehandelt, jetzt direkt das Geld zurückzuzahlen. Wer weiß, wie wir selbst mal in dem Alter ticken?

Besser wäre es gewesen, das Ganze schriftlich festzuhalten und dann eben auch eine Frist festzulegen, zu der ihr zurückzahlen könnt - so etwas widerstrebt einem ja im Familienkreis oft erst einmal, aber dann kommt es hinterher nicht zu solchen Ungereimtheiten.

LG

Anja

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