Krise (auch) wegen Schwiegermutter - was tun?

    • (1) 28.07.16 - 16:13

      Hallo zusammen,

      ich würde gerne mal eure Meinung einholen und gerne erfahren ob ihr schon ähnliche Erfahrungen gemacht habt.

      Zur Ausgangslage: wir sind seit sechs Jahren zusammen, haben ein zweijähriges Kind und leben zusammen. Unsere Eltern wohnen alle etwas weiter weg, so zwischen 200 und 300km.

      Vor der Geburt unseres Kindes war das Verhältnis speziell zu meinen "Schwiegereltern" ganz ok. Mir war zwar schon aufgefallen daß sie eine spezielle Einstellung gegenüber Problemen haben (so zu tun als seien die gar nicht da), aber wirklich betroffen hatte mich das nicht. Mit der Geburt fingen dann im Grunde die Probleme an. Schon zwei Tage danach kamen die Schwiegereltern zu Besuch und haben auch drei Tage bei uns im Wohnzimmer übernachtet als wir nach Hause kamen. Als die Hebamme ihnen dann freundlich vermitteln wollte daß die junge Mutter absolute Ruhe braucht, habe ich zum ersten Mal so richtig deren Umgang mit Kritik jeder Art kennengelernt. Der Vater wollte direkt aus dem Haus flüchten um sich keiner Auseinandersetzung stellen zu müssen. Die Mutter hat direkt angefangen zu heulen was ihre stark geschwächte Tochter dazu veranlasst hat, sich aus dem Bett zu quälen und sie zum Bleiben aufzufordern.

      Seit diesem Erlebnis gab es in den letzten zwei Jahren immer wieder Situationen die sich vornehmlich um unser Kind drehten. Das Szenario war eigentlich immer das Gleiche: die Schwiegermutter forderte mehr ein als uns gefallen konnte, ihre Tochter war überhaupt nicht in der Lage ihr zu widersprechen und wenn ich mal in vernünftigem Ton den Mund aufgemacht habe, fühlte die sich direkt persönlich angegriffen. Ich nehme an das ist ihre Art mit Kritik umzugehen: gleich zurückschießen damit man seine Kritik zurücknimmt oder abschwächt. So ist mit der Zeit eine fragile Dreiecksbeziehung entstanden. Jedes Mal wenn es zu Begegnungen kommt, fordert gerade die Mutter quasi ein 24h Exklusivrecht auf den Enkel ein und man muß sich schon rechtfertigen wenn man einmal beim Kind die Windeln wechselt. Ich finde so eine radikale Aufteilung nicht gut, auch wenn man den Großeltern natürlich viel Zeit mit dem Enkel gönnen möchte und diese ja auch für sich nutzen kann. Wenn ich das dann aber äußere, gibt es gleich wieder Geschrei und wenn ich meine Partnerin bitte, ihren Eltern das beizubringen, traut sie sich das aus Angst entweder nicht oder die ignorieren das was wir denen sagen. Und wenn dann mal wieder Wünsche oder Vorstellungen ignoriert werden, muß ich zugeben daß ich auch nicht gerade begeistert reagiere was meine Partnerin dann natürlich in einen ziemlichen Konflikt stürzt.

      Wir hatten bereits vor ein paar Monaten eine schlimmere Eskalation rund um die Thematik bei der meine Partnerin schon ausziehen wollte. Sie hatte mich als alleinigen Schuldigen ausgemacht an der Situation (ist eine Tendenz in der Familie daß immer die anderen schuld sind) und war nicht bereit anzuerkennen daß auch sie durch ihre Ehrfurcht der Mutter gegenüber ihren Anteil an der Misere hat. Ich hatte ihr dann angeboten, eine Paarberatung zu machen um ein gemeinsames Rezept für diese Situationen zu finden, aber das hat sie nur als rausgeschmissenes Geld angesehen.

      Die letzte Zeit war es dann eigentlich wieder ruhig bis letztes Wochenende der nachgefeierte Kindergeburtstag bei uns anstand. Wir hatten die vier Eltern sowie die Schwester meiner Partnerin zum Brunch zwischen 10 und 11 eingeladen. Es war schon klar daß meine Eltern nur Sonntags bleiben würden, der andere Teil bis Montagabend. Ich hatte mir gewünscht daß die Gäste nicht ganz so früh kommen um Zeit für Vorbereitungen zu haben. Außerdem hatte die Schwiegermutter gefragt ob sie Kuchen mitbringen solle was ich verneint habe mit der Begründung sie möge sich mal ganz verwöhnen lassen. Zuguterletzt war es die Idee meiner Partnerin gewesen, unserem Kind die Geschenke an zwei Tagen zu geben damit sich das ein wenig verteilt. Alles in allem drei kleine Abmachungen die allen das Leben ein wenig erleichtern sollten. Ich gehe also Sonntagmorgen um 8:30 zum Bäcker, da kommt mir schon das Auto der Schwiegereltern entgegen... Habe aufm Rückweg dann versucht mich abzuregen, aber als schlechtem Schauspieler hat man mir wohl angesehen daß ich nicht ganz so angetan davon war. Meine Partnerin war noch im Schlafanzug und die halbe Wohnung sah aus wie.... Nun denn, habe das dann erstmal nicht kommentiert und mich zum Vorbereiten in die Küche zurückgezogen. Meine Partnerin hat das schon gemerkt und netterweise versucht mich zu beschwichtigen. Die Laune hat sich bei mir dann aber nicht gebessert weil Schwiegermutter auf einmal mit zwei fetten Kuchen um die Ecke kam, ich habe mich nur innerlich gefragt wozu man das eigentlich anders besprochen hatte...ok egal.... Als nächstes höre ich dann wie schon Geschenke ausgepackt werden und ich frage mich schon wieder wozu wir eigentlich so eine Ansage gemacht haben??? Ich habe das alles nicht kommentiert, hatte aber zugegebenermaßen schlechte Laune die ich mehr schlecht als recht verbergen konnte. Zwischendurch kam dann meine Partnerin zu mir und forderte mich nochmal auf, mich zusammenzureißen, sie hätte schon wieder Magenkrämpfe deswegen. Abends dann hat sie mir noch eine fette Standpauke gehalten daß das ja unmöglich gewesen sei und sie nicht länger der Pingpong-Ball zwischen ihren Eltern und mir sein wolle. Ich habe dann keine Chance auf ein Gespräch bekommen weil sie sich nur noch ins Bett gelegt und umgedreht hat, Ende der Durchsage quasi... Wie unter kindischen Erwachsenen ist bis heute noch kein richtiges Gespräch zustande gekommen, was ich normalerweise hasse wie die Pest. In meinen Augen ist jeder dieser Tage ein verschwendeter, lieber sollte man so etwas gleich ausdiskutieren. Irgendwie habe ich diesmal gedacht daß diejenige die das Gespräch abgebrochen hatte, es auch wieder aufnehmen könnte - da habe ich mich aber getäuscht.

      Ich werde heute Abend definitiv das Gespräch suchen um dem ein Ende zu bereiten. Ich werde mich entschuldigen und ihr meine Hilfe für den Umgang mit der Mutter anbieten, meine Rückendeckung versichern und ggf. nochmal eine Paarberatung ins Spiel bringen. Von euch würde ich gerne mal wissen wie ihr mit so etwas umgehen würdet? Wie fühlt es sich an wenn man mit etwas nicht einverstanden ist, es aber ohne Eskalation nicht sagen kann? Wie geht man damit um wenn die Partnerin im Zweifel nur zu den Eltern hält und nicht zum Partner? Bin sehr gespannt auf die sicherlich verschiedensten Meinungen!

      • Ich hätte da keine Lust drauf, klare Ansage wie die Regeln sind und gut isses. Ohne Eskalation kommst Du da nicht raus.

        Und Deiner Partner solltest Du auch mal klare Worte sagen, dass sie kein Kleinkind mehr ist und durchaus als Erwachsene ihre Meinung sagen darf, auch den Eltern.
        Entweder tut sie es oder Du...dann kann sie ja entscheiden, was sie möchte.

        Heitideiti wird die Sache nicht werden, aber lieber mal ordentlich Krach und dann hat man Ruhe.

        (3) 28.07.16 - 18:14

        ...

        die Partnerin ist tatsächlich der Pingpong-Ball, aber aus dem Grund, dass sie es beiden Parteien recht machen möchte. da gibt es die Loyalität gegenüber den Eltern und die eingeschliffenen Mustern, die zwischen Tochter und Eltern immer funktioniert haben (sie anscheinend meistens als ausgleichender Part - kannst sie ja mal fragen, ob es früher in der Familie immer dann Frieden gab, wenn sie sich flexibel zeigte und sich den Eltern angepasst hat).
        Das würde ich im Gespräch erst mal anerkennen, ihr Versuch, es allen recht zu machen.

        und dann würde ich sie fragen, wenn sie es niemandem Recht hätte machen müssen/können/sollen, wie sie denn dann am liebsten den Tag verbracht hätte. Wie hätte sie sich leicht gefühlt, ganz unabhängig von den Wünschen der anderen.

        Dann A) Wenn sie etwas Konkretes dazu sagen kann, würde ich sie fragen, inwieweit ihr beide eine gemeinsame Idee entwickeln könnt. Und wer braucht welche Unterstützung, um sich einigermaßen glücklich und leicht zu fühlen. Oder ob es ihr grundsätzlich lieber wäre, wenn die Eltern zufrieden sind - dann würdest du dich eine zeitlang ausklinken.

        wenn B) sie nicht sagen kann, was sie eigentlich möchte und sie nur will, dass alle zufrieden sind, dann wird sie sich entscheiden müssen, ob ihr die Zufriedenheit der kleinen Familie wichtiger ist - oder die Struktur der älteren Familie (sie in der Funktion der Tochter).

        Vielleicht geht es erst mal nicht so sehr darum, DIE Lösung parat zu haben. Vielmehr würde ich das Gespräch heute dazu nutzen, dass jeder vorurteilsfrei und ohne Angst vor verbalen Attacken aussprechen kann, wie es in ihm aussieht. Und dass der andere zuhört und eine kurze Rückmeldung gibt, was er verstanden hat.
        Und keine Diskussionen mit "ja, aber", nicht ausreden lassen und beleidigen. Vielleicht klärt ihr kurz zu Beginn des Gesprächs die Spielregeln. Sollte nämlich einer von euch verletzend reagieren, kann man kurz auf die Spielregeln verweisen, ohne dass ein Fass ohne Boden aufgemacht wird.
        Und ich würde die Absicht zu Beginn schon klären: dass es dir - zum Beispiel - darum geht, dass ihr eine Lösung findet, mit der deine Partnerin und du dich wohl fühlen könnt.

        Und mir wäre wichtig, dass jeder von euch ehrlich sein kann - dass keiner schauspielern muss, schon gar nicht in den eigenen vier Wänden. Man kann mit Eltern/Schwiegereltern immer andere Lösungen finden, z.B. wohnen sie im Hotel - dann wird es zwar Konflikte geben, aber sie sind nicht die ganze Zeit nonstop und ihr habt zwischendurch beide immer Momente, wo ihr zu Ruhe kommen, euch wieder finden und euch begegnen könnt.

        liebe Grüße

        • (5) 29.07.16 - 08:09

          ich meine du hättest ähnliches schon einmal vor monaten geschrieben...

          nun, ich würde ebenfalls eine klare ansage machen.klar, liebt sie ihre eltern und das sollte man ihr nicht nehmen, aber so pinselguddiguddi wie "hasipferdi" ( ihre antwort ist ähnlich luschenhaft wie ihr nick ) es formiliert bzw. sieht, bringt dich bei sowas nicht einen schritt weiter.abgesehen davon, gehe ich davon aus, dass du es mit verständnis und weiteres schon ohne ende probiert hast.
          sicherlich steht sie zwischen 2 stühlen, aber sich dahin zu platzieren ist genauso dumm wie eine frau die das auch macht bei neuem freund und ihrem kind......es bringt null, im gegenteil, es wird nur noch schlimmer und derjenige zwischen den stühlen macht mehr kaputt als anders.

          sie ist alt genug und ich finde es sehr einfach dich anzuschnauzen nur weil du es ja verträgst, denn genau das macht sie.bei ihren eltern traut sie sich das nicht...und spätestens da, mache ich das vielleicht 2x mit, evtl. 3 x, aber dann reicht es mir...denn ich habe null lust auf spielchen nur weil andere ein problem haben und wenn man mich dann gerne als sündenbock haben möchte, dann auch zu recht.

          wenn man dann noch meint, man muss aus "liebe" aus loyalität zu den eltern halten, dann bitte...dann steh ich nicht in einer beziehung da wo ich stehen sollte und wenn ich bedenke vor wieviel monaten du das schonmal geschrieben hast, würde ich mein verständnis mal endlich zur seite schieben...

          kämpfen, arbeiten an eine beziehung...ja, schön und gut ...aber irgendewann reicht es, es geht auch mal um mich und um meine kleine familie...

          mal abgesehen davon, dass ich finde, dass man in einer beziehung nicht so kämpfen muss...für mich wäre das sowieso keine beziehung....auch nicht wenn man meint, dass es die letzten monate dann so ok lief...

          ne, nicht meins...sowas ist nicht mein leben, auch nicht mit kinder....denen kann ich mehr glück vermitteln ohne so einen mist an der backe

      Hallo!

      Keine Frage, Deine Schwiegereltern sind übergriffig und Du hast alles recht der Welt genervt zu sein.

      ABER: Deine Frau ist die Tochter dieser Leute. Und ein Kind, auch wenn es schon längst erwachsen ist, darf seine Eltern lieben. Sollte sie sogar lieben, und das klappt in aller Regel auch, wenn es keine wirklich schlimmen Arschlöcher sind. deine Schwiegereltern sind anstrengend und übergriffig, aber sie klingen nicht nach echt schlimmen Menschen.

      Deine Frau darf ihre Eltern lieben, und ja, sie darf sie in ähnlichem Maße lieben wie Dich - nur eben anders. Sie verbindet eine Jahrzehntelange Geschichte, und vieles was da an Gefühlen unterwegs ist, kann man als Außenstehender wirklich nicht nachvollziehen.

      Du kennst Deine Schwiegereltern erst ein paar jahre und das auch eher oberflächlich, daher brauchst Du sie auch wirklich nicht lieben. Aber versuche bitte, es deiner frau etwas leichter zu machen.

      Ja, sie sind übergriffig, ja, jeder wäre sauer, aber deine Frau liebt sie eben trotzdem und darf und soll sie auch lieben. Bitte verlang nicht von ihr, dass sie zwischen zwei Fronten zerrieben wird. Halte Dich da einfach zurück, sag Dir "Lächeln ist auch eine Methode die Zähne zu zeigen" und schluck den ärger runter.

      So ewig oft werden solche Situationen ja nun nicht vorkommen.

      Liebst Du Deine Eltern eigentlich auch, sogar dann, wenn sie echt schwierig sind? vielleicht verstehst Du es dann auch mal ein wenig.

      • (8) 28.07.16 - 23:43
        Kleine Anmerkung

        Lieben bedeutet nicht, übergriffiges zuzulassen. Ein Nein kann auch Liebe sein

        • Da stimme ich Dir durchaus zu, aber den Punkt muss die Tochter selbst erreichen. Man kann sie nicht mit der BRechstange zwingen, sich von den eltern zu lösen, das geht nicht.

          Erst, wenn sie so weit ist und es auch selbst will kann sie es schaffen.

          Solange nur ihr Mann für sie will, dass sie sich löst, ist der ganze prozess zum scheitern verurteilt.

          • Wenn sie aber ständig nur auf Verständnis bei ihrem Mann stösst, wie soll sie dann überhaupt merken, dass sie etwas tun muss?
            Für sie wäre ihre Welt in Ordnung, kein Stress mit den Eltern und der Mann schluckt alles.
            Der TE ist ihr Mann, nicht ihr Therapeut.

    In dem ellenlangen Szenariao kann ich irgendwie gar nicht erkennen, was deine Partnerin eigentlich will. Sie stört es nicht, dass sie im Schlafi dasteht und die Elten schneien 1 1/2 Std. zu früh rein? Und sie stört es auch nicht, dass alle anderen Abmachungen nicht eingehalten wurden? Oder waren das alles deine Ideen?

    Weswegen hat sie Magenschmerzen? Weil DU dich darüber ärgerst, aber offensichtlich ja gar nichts kommentiert hast oder weil SIE nicht in der Lage ist, den Eltern klare Ansagen zu machen? Ich verstehe nämlich nicht, warum sie dann ihren Frust bei dir ablädt und mit dir mucksig ist. Sie kriegt die Zähne nicht auseinander, du sagst auch vor den Eltern nichts dazu.....und nachher braucht ihr beide euch darum nicht zu streiten - dann ist es nämlich zu spät.

    Ich verstehe schon, dass sie zwischen den Stühlen sitzt. Aber sie lässt auch dich nicht gewähren, demnach kann es ihr nicht so wichtig sein, wie es abläuft. Ich würde ihr sagen, dass demnächst keine Absprachen mehr getroffen werden. Sie will sie nicht durchsetzen und du darfst es nicht. Dann kann sie ihre Magenschmerzen für sich behalten und keiner muss sich mehr ärgern. Schade dass eine erwachsene Frau nicht in der Lage ist, Rückgrat zu beweisen und ihre Meinung zu vertreten. Komischer weise kann sie bei dir die Klappe aufreißen, sogar auf die Gefahr hin, dass die Beziehung auseinander geht. Es gibt Muttersöhnchen und auch Töchter, die noch unter der Fuchtel von Mama stehen. Du hast wohl partiell so ein Modell erwischt.

    (12) 28.07.16 - 20:03

    Hallo paimutan,

    ich denke eine Paarberatung ist eine sehr gute Idee!

    Die Beziehung deiner Frau zu ihren Eltern, wahrscheinlich vor allem zu ihrer Mutter, ist nicht gesund. Deine Schwiegermutter scheint sehr dominant (bis herrisch) zu sein, keinen Widerspruch zu dulden und deine Frau emotional zu erpressen. (-->Dramtisches Weinen)

    Ich fürchte, dass das ein ganz große Baustelle ist, auf die deine Frau bereits mit körperlichen Symptomen reagiert. Ihr Problem ist nur, dass sie sich nicht schnell mal aus einem kranken Beziehungsmuster, das jahrzehntelang gewachsen ist, lösen kann. Ich verstehe es, dass sie nicht zum Gespräch bereit ist. Was soll sie dir denn sagen? Sie sieht sich in Bezug auf ihre Mutter komplett handlungsunfähig. Sie kann nur bei dir ansetzen, aber da stößt sie auch auf Widerstand. (Und das ist auch gut so!) Deine Frau hat jahrelang gelernt, wie sich mit ihrer Mutter umgehen muss, um sich ihre Liebe zu sichern. Ihre Methode war, sich komplett zurückzuziehen und einfach keine eigenen Bedürfnisse anzumelden. Jetzt geht das nicht mehr ohne Weiteres, weil du berechtigterweise nicht gewillt bist, dich dem Willen der Schwiegermutter kritiklos zu beugen.

    Ohne Mediator besteht da die ganz große Gefahr, dass in den Augen deiner Frau DU ganz schnell zum Sündenbock gemacht wirst, denn vordergründig bist du derjenige, der den Stress verursacht. Ein Therapeut muss deiner Frau helfen, sich von ihrer Mutter zu lösen. Das ist meistens ein langer und von vielen schweren Krisen gesäumter Weg, der aber, wenn er beschritten wird, zu einem wahrhaft selbstbestimmtem, glücklichem und befreitem Leben führen kann.

    Aussitzen oder ignorieren würde ich die offensichtlichen Probleme nicht. Die verschwinden nicht von alleine, sie werden vielmehr zur ernsthaften Belastung in eurer Beziehung werden, je länger ihr wartet.

    Noch ein Tipp: Wenn du dich etwas einlesen willst, dann kannst du nach Büchern zum Thema "emotionale Erpressung" schauen. Ich habe das Buch "Vergiftete Kindheit", das ist auch sehr gut.

    Alles Gute
    Luka

    Der Knackpunkt scheint mir zu sein, dass deine Partnerin ihre Interessen gegenüber ihren Eltern überhaupt nicht durchsetzen kann, und womöglich war das schon immer so. So kommt es dazu, dass ihr auf den ersten Blick die Abmachungen gar nicht mehr wichtig erscheinen und sie ihren Ärger über einen dann eben nicht so harmonischen Tag an Dir ablässt.

    Den Tipp, die mal zu fragen, wie die Dich den Tag denn gewünscht hätte, finde ich ganz gut - für die Lösung wäre externe Hilfe sicher hilfreich (wobei mir nach deiner Beschreibung eher eine Therapie für sie selbst als eine Paartherapie geeignet scheint).

    VG
    Anja

    Hallo!

    Ich kann dich soooo gut verstehen - hab das alles 1:1 schon durch.

    Wir haben beide mittlerweile gelernt. Vor allem dass wir Kompromisse eingehen müssen...

    Ich - indem ich nicht mehr alles ganz so ernst nehme, und sie mittlerweile machen lasse, bei Dingen die mir nicht so wichtig sind. Er - indem er sich hinter mich stellt, wenn auch seiner Meinung nach übertrieben wird, oder ich ihn darum bitte.
    Wobei seine Toleranzgrenze um einiges höher liegt, als meine.

    Bei uns war es anfangs auch so, dass sie am liebsten schon um 8Uhr (oder noch früher)morgens vor der Tür standen, obwohl sie 200km entfernt wohnen.
    Und ich hasse es Besuch zu kriegen, noch bevor ich den ersten Kaffee und ein ruhiges Frühstück hinter mich gebracht habe.
    Hier haben wir beide: "kein Besuch vor halb 10 Uhr vormittags" durchgesetzt.

    Mir ist da sogar lieber, sie bleiben dafür über Nacht, was sie anfangs gar nicht annehmen konnten - sind es nicht gewohnt wo anders zu nächtigen. Mittlerweile haben sie schon hin und wieder hier übernachtet und der ganze Besuch wurde dadurch deutlich entspannter.

    Sie bringen immer einen jener tiefgefrorenen, gekauften "Luft"torten mit, obwohl wir welchen selber backen - was sie wissen. Dies ist mir nicht (mehr) so wichtig, also lass ich sie einfach und backe mittlerweile nix mehr.

    Ihr Enkelsohn (unser Kind) wird mit riesigen Geschenken überschüttet! Zu jeden erdenklichen Anlass und auch ohne Anlass. Sein Zimmer ist vollgestopft mit Geschenken, die Garage mit fahrbaren Untersätzen in allen erdenklichen Variationen.
    Hier steht mein Partner hinter mir, aber man kann sagen, was man will - sie kaufen und kaufen. Jetzt stapeln wir das Zeug, es wird meist höchstens 2 od. 3mal bespielt und wir werden es halt irgendwann weiter verkaufen (müssen), weil wirklich KEIN Platz mehr ist.

    Wenn mir mal etwas wirklich gewaltig gegen den Strich geht und mein Partner - warum auch immer - mich nicht unterstützen kann oder mag. Dann stell ich mich aber schon auch selber auf meine Hinterbeine und sage meine Meinung. Nicht nur dem Partner, sondern vor allem den Schwiegereltern.
    Vielleicht solltest du das öfter machen - nicht über die Tochter ihrer Eltern, sondern DIREKT an den Adressaten!

    Ich hab keine Ahnung was sie insgeheim von mir halten - ist mir auch ziemlich egal. Es sind nicht meine Eltern und deshalb kann ICH selber auch besser Konflikte mit ihnen aushalten, als ihr Sohn.

    Ich wünsch euch alles Gute!
    lg minitouch

    Ps: eins noch: ich bin für diese 200km Entfernung unsagbar dankbar #rofl

    • noch kurz:

      hätte jetzt fast vergessen zu erwähnen, dass sich mein Partner psychologische Hilfe zum Umgang mit seinen Eltern und auch überhaupt bei Konflikten aller Art geholt hat...
      Das würde ich auch deiner Partnerin empfehlen - aber das muß sie selber wollen.

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