Was ist eine gute Beziehung?

    • (1) 29.07.16 - 17:11
      sogesehen

      Ich wende mich hier an Frauen und Männer, die über die 30 lang hinaus sind, Familie haben oder doch zumindest eine lange Partnerschaft/ Ehe... und möchte euch fragen: was ist für euch eigentlich eine gute Beziehung?

      Ich habe in meinem Freundeskreis nur Paare in denen wenigstens einer der beiden an der Beziehung zweifelt, ernsthaft zweifelt - und das obwohl Kinder da sind, ein gemeinsames Haus und so. Zumeist höre ich es von den Frauen, sie sind unglücklich, unzufrieden, irgendwas läuft schlecht in ihrer Beziehung. Und bei mir ist es ähnlich. Natürlich liebe ich meinen Mann, sehr sogar, aber dann gibt es wieder Zeiten, in denen wir fürchterlich streiten und ich mich fragen muss, wie wir es überhaupt miteinander aushalten und wohin das führen soll..

      Gehört nun all das in eine gute Partnerschaft, das unglücklich fühlen, das Zweifeln, das Streiten? Gibt es das überhaupt anders? Oder leben wir alle an uns vorbei?
      Müssten wir viel mehr nach jemandem Ausschau halten, der besser zu uns passt?

      • Ich werde erst in 2 Monaten 30 ;-)

        Bin aber mit meinem Mann 12 Jahre zusammen...davon 10 Jahre Bundeswehr-WE-/Fernbeziehung und ingesamt 6 Jahre verheiratet. Wir haben 2 Kinder (4 1/2 und fast 1 Jahr).

        Was ist für mich eine gute Beziehung?...
        Sie ist für mich gut, wenn man ähnliche Ziele verfolgt und ähnliche Vorstellungen hat. Sei es ob/wie viele Kinder, Ehe (offen? Monogam?) etc. Das ist schonmal die halbe Miete ;-)
        Dann sollte man sich immer respektieren und wertschätzen. Das finde ich persönlich wichtig. Man darf sich ruhig streiten! Es dürfen auch mal die Fetzen fliegen! Aber man sollte sich immer annähern können.

        Wenn man mal schlechte Zeiten hat, muss man das Bedürfnis haben, es wieder anders leben zu wollen. Wenn ich das nicht habe, kann ich's gleich sein lassen.
        Und man muss offen miteinander sprechen können...über Probleme, Wünsche, Ängste, Bedürfnisse, Träume...

        Ja, auch wir hatten die letzten Monate keine gute Zeit. Noch ein Baby zu haben zerrt an den Nerven und wir selbst und unsere gemeinsame Zeit litten darunter.

        Jedoch redeten wir miteinander und motivierten uns gegenseitig, dass bessere Zeiten kommen ;-) und die sind nun da. Es läuft großartig gerade.

        Das ich an unserer Beziehung zweifle hatte ich ehrlich gesagt nur am Anfang. Da waren wir noch viel jünger und es war alles sehr schwer mit der WE Beziehung. Da zweifelte ich öfter, ob es überhaupt richtig ist zusammen zu bleiben. Ihm ging es bestimmt genauso.
        Jedoch rauften wir uns immer wieder zusammen.

        Je älter wir werden, desto offener gehen wir miteinander um und desto besser geht es uns. Eine gute Beziehung muss meiner Meinung nach auch immer wieder aufs neue Reifen, sich etwas ändern...herausfordernd bleiben ;-) nicht ständig. Aber so ab und zu, damit es nicht langweilig wird.

        Es ist schwer, eine Beziehung zu führen, mit der alle Beteiligten zufrieden sind. Deshalb ist es ganz wichtig, zu reden. Was stört? Wie kann man das beheben? Will ich das beheben? Was macht mich unglücklich? Was müssen wir an unserer jetzigen Situation ändern, damit es uns beiden wieder gut geht?

        Es ist manchmal ein Prozess, bei dem man über sich hinauswachsen muss.

        Aber es lohnt sich (oft) ;-)

        • Das hast du sehr schön formuliert! #pro :-)
          Sehe ich genauso!

          Wahrscheinlich kommt (fast) jedes langjährige Paar mal an den Punkt, an dem man sich entscheiden muss; Trennung oder ZUSAMMEN raufen, an sich und der Beziehung arbeiten und der Beziehung noch eine Chance geben.
          Aber wie du schon geschrieben hast: Es lohnt sich (meistens)!

          Ich denke auch, dass man oft zu viel erwartet. Mein Mann ist nicht dafür verantwortlich, dass ich glücklich bin!
          Ich kann UNzufrieden sein, weil er viel arbeitet und das Geld trotzdem immer knapp ist, weil er so ziemlich der unromantischste Mann der Welt ist und ich vor meinem Geburtstag hundert mal erzählen kann, dass meine schöne Laterne kaputt gegangen ist und ich bekomme trotz klarer Ansage wo es eine ähnliche zu kaufen gibt keine neue (Geburtstage kommen ja immer so plötzlich #augen), ich kann unzufrieden sein, weil ich noch nie ein Valentins Geschenk bekommen hab, während eine Freundin ständig stolz die in Fotos festgehaltenen Romatik-Allüren ihres Freundes vorführt, während mein Göttergatte trotz "meiner guten Erziehung" #rofl ernsthafte Chancen auf den Titel "Unromantiker des Jahres, dem so was nicht wichtig ist" hat, oder weil wir während der Woche manchmal nicht mal Zeit finden, einen Kaffee zusammen zu trinken, oder weil wir nächste Woche das erste Mal überhaupt in den Urlaub fahren und auch kein Hotel oder so drin ist, sondern wir zelten gehen, oder weil er SCHON wieder seine stinkenden Socken auf der Treppe liegen lassen hat, der Müll überquellen muss bis ihn mal jemand freiwillig raus bringt, oder der Hausgang nach vier Jahren immer noch nicht tapeziert ist... (oje, ich hör jetzt lieber auf! :-p )

          ...Oder ich kann glücklich sein, weil mein Mann sehr fleißig ist, er ein Familienmensch ist, der schwer arbeitet und mit Mitte Vierzig, nach jahrelangen Zeitverträgen einen Festvertrag bekommen hat und mittlerweile sogar Schichtleiter ist, weil ich einen Mann habe, der mir zwar keine neue Laterne zum Geburtstag kauft, dafür aber einen tollen Käsekuchen backt, der trotz zwei ständig schreiender, motzender Kinder (die Katastrophenschläfer waren und manchmal noch sind) immer gute Laune hat, der sich (ganz im Gegensatz zu mir) nicht stressen lässt, der jeden Sonntag ein tolles Mittagessen kocht und sich frühs um die Kinder kümmert, damit ich auch mal liegen bleiben kann, ich kann glücklich sein, weil ich mehr Freiheiten habe als alle meine Freundinnen zusammen, weil zwar selten Geld übrig ist, er aber nicht fragt was meine neuen Schuhe gekostet haben (naja o.k. er merkt nicht mal, dass ich neue Schuhe habe #schein), weil er zelten in der Natur genauso toll findet wie ich und die Zeit mit der Familie genießt, ich kann glücklich sein, weil wir gestern Mittag bevor er zur Arbeit gefahren ist eine halbe Stunde vor dem Haus gesessen sind, uns über Gott und die Welt unterhalten und uns gefragt haben, ob wir wenn wir mal alt und grau sind, auch hier sitzen, unser Glas Wein (naja ich Wein, er Bierchen) trinken und quatschen...

          Ach ja: Wir sind seit... äh, mal rechnen... oh, schon zehneinhalb Jahre zusammen, verheiratet und haben zwei Miniterroristen im Kiga und Grundschulalter...
          ...mich wundert es immer wieder, dass überhaupt irgendeine Beziehung die Kindererziehung überlebt! ;-)

      Eine gute Beziehung führt man wenn beide wissen was sie aneinander haben. Wenn man weiss was für Macken man selbst und der andere hat, und das Paar trotzdem zusammen bleibt.

      Keine Beziehung bleibt frisch wie am ersten Tag. Immer kommen Alltag und Gewohnheit die das Feuer und das aufregende Neue eindämmen. Das wäre auch mit einem anderen Partner so.

      Das kribbeln vergeht und dann muss eine Basis gewachsen sein die aus Vertrauen und Sicherheit besteht.

      Heute ist alles schneller geworden, hat weniger Bestand, verändert sich. Da kommt einem der Partner manchmal vor wie ein Handy von 1998. Auch das ist normal

      Zweifeln und hinterfragen ist natürlich verständlich - vor allem wenn die Partnerschaft schon sehr lange andauert. Der Sex ist weniger geworden und wird zur Routine, der Wunsch nach neuem wird manchmal sehr gross.

      Die Frage ist dann ob man alles was man hat riskiert und sich jemand neuen sucht. Die Konsequenzen treffen möglicherweise auch die Kinder, die Finanzen geraten (aufgrund eines Eigenheims) auch in Schieflage... und das alles um in 10 Jahren erneut festzustellen das sich mit einem neuen Partner alles wiederholt?

      Schwierig. Aber immer zu hinterfragen stellt vieles das eigendlich gut ist, schlechter dar als es ist.

      LG

    • Hallo!

      Also ich bin sehr glücklich. 13 Jahre verheiratet, keine Kinder.

      Das mag aber auch daran liegen, dass es mit Nachwuchs nie geklappt hat und daher ein ganz großer Stressfaktor einfach nicht vorhanden ist. Solange ich meinen Vater gepflegt habe sah es anders aus. Da hatten wir eben auch einen echt schlimmen Stressfaktor, der natürlich zu Streit geführt hat, einfach weil oft die Nerven blank gelegen sind.

      Aber so ganz ohne Stressfaktoren, da ist es einfach toll. Wir haben beide Berufe in denen wir gerne arbeiten und gute Arbeitgeber, bei denen es zwar mal stressig ist, wo wir uns aber im großen und ganzen wohl fühlen, und nach der Arbeit haben wir eben viel Freizeit. Und die nutzen wir auch gerne zu zweit und haben auch gemeinsame Hobbys.

      Klar streiten wir auch mal, aber nachdem die Stressfaktoren wirklich gering sind, der Umfang an Hausarbeit überschaubar, wir finanziell gut klar kommen etc. gibt es einfach gar nicht so oft Anlass für Streit.

      Ich denke, es liegt oft gar nicht am "falschen Partner" sondern eher daran, dass einen der Alltag so sehr aufreibt, man viel zu wenig Zeit zu zweit hat und sich einfach auch dadurch fast schon zwangsläufig entfremdet. Dabei geht dann eben nach und nach auch das Gefühl der Liebe verloren, weil man es einfach nicht pflegt.

      <<<Was ist eine gute Beziehung? >>>

      Eine, in der man sich immer etwas zu sagen hat, man miteinander reden, lachen und streiten kann, man Gemeinsamkeiten teilt, und andere Dinge eigenständig machen kann und in der man sich dieses "wir gegen den Rest der Welt" Gefühl bewahrt hat.

    Ich finde nicht, dass unglücklich sein und zweifeln zu einer guten Partnerschaft gehören. Wenn ich anfange zu zweifeln, dann stimmt was nicht.
    Ich könnte meinen Mann auch manchmal in den Himmel schießen und er mich, aber wir sind glücklich zusammen und genießen die gemeinsame Zeit.

    Ich glaube, dass zu hohe und falsche Erwartungen dazu führen, dass viele Menschen unglücklich und unzufrieden sind. Ich bin für mein Glück selbst verantwortlich und nicht der Partner.

    Für mich bedeutet eine gute Beziehung, dass man eben NICHT zweifelt, egal wie schwierig es gerade ist.

    LG Claudi

    (10) 29.07.16 - 22:37

    Eine gute Beziehung ist fuer mich, ~dass man ehrlich miteinander ist, ~man sich schaetzt, ~sich respektiert, ~miteinander lacht und weint, ~sich auf den anderen freut, ~man fuer einander da ist, ~sich umeinander kuemmert, ~dass man sich streiten und vertragen kann, ~man seine meinung sagen kann, ~man ein team ist....
    Das schliesst phasen der unzufriedenheit nicht aus aber die uebersteht man wenn man will ;)

    Und wenn ich hier oft lese, denke ich dass ich verdammt glueck gehabt habe, so einen partner zu haben!

    Hallo

    Ich bin 35 und war mit meinem ex Mann 12 Jahre zusammen und davon 10 Jahre verheiratet, davon war ich vielleicht 3 Jahre glücklich! Eine gute Beziehung basiert erstmal auf gegenseitigen Respekt , man muss gleiche Ziele verfolgen, sich alles erzählen können, keine Geheimnisse, miteinander lachen, gleiche Hobbys, Sexualität muss stimmen ganz wichtig, auf denn Partner acht geben. Das alles hab ich nun in meiner jetzigen Beziehung und wir haben vor drei Monaten eine gemeinsame Tochter bekommen, die Krönung unserer Liebe und es ist keines Wegs stressiger . Insgesamt haben wir zusammen 4 Kinder! Aber wir finden immer zeit für uns (wir nehmen uns die einfach ) . Wir streiten uns fast nie und das ist gut so ! Und wenn wir uns streiten, dann beschimpfen wir uns nie ,das sehr wichtig! Wir machen alles zusammen, gehen fast nie ohne denn andren weg und uns ist nie langweilig miteinander.

    Ich glaube Zufriedenheit ist schwierig zu finden. Ich hatte mal eine Phase wo ich auch am liebsten weggerannt wäre. Die Kinder, der Haushalt, arbeiten, darin hab ich mich irgendwo verloren. Mein Mann und ich hatten uns nur noch gestritten und erst kurz vor der Trennung wurde uns bewusst was wir aufgeben.

    Wir haben uns dann nur auf uns konzentriert, haben unsren schicken Neubau verkauft und wohnen jetzt etwas ab vom Mainstream am Land mit mehreren Tieren. Und ich bin glücklich wie noch nie. Wir sind bald 20 Jahre zusammen und ich kann mir wirklich keinen besseren Mann vorstellen.

    Ich kenne dich nicht und deinen Mann nicht. Aber Probleme gibt es in jeder Beziehung. Manche haben vergessen wie man einfach zufrieden sein kann. Denke es ist aber sehr individuell. Manchmal ist auch eine Trennung besser. Drücke dir die Daumen dass du den richtigen Weg für euch findest.

    Macht ihr denn öfters was zu zweit?

    "Müssten wir viel mehr nach jemandem Ausschau halten, der besser zu uns passt? "

    Und dann? Glaubst Du wirklich, da zieht nicht auch irgendwann der Alltag mit all seinen Zweifeln ein?
    Ich war 35 Jahre verheiratet und habe nicht nur einmal gezweifelt, gerade nach heftigen "Gewittern", ob ich den Richtigen habe oder Schatzi lieber auf den Mond schießen soll - aber das legte sich immer wieder. Ich glaube den Leuten nämlich ganz sicher nicht, die behaupten, dass sie von mir aus 30 Jahre zusammen sind und NIE streiten. Das gibt es einfach nicht - sonst sind beide Partner irgendwie....unnormal #cool
    Es handelt sich immer um zwei Individuen, mit eigenen Ansichten, Meinungen, Plänen, Träumen - und all das ändert sich auch im Lauf der Jahre.
    Mach doch mal spaßhalber eine Tabelle - links, was Du an Deinem Mann liebst und wertschätzt - und rechts, was Dich in den Wahnsinn treibt.
    Bei mir war die linke Spalte immer länger als die rechte #freu - also, alles gut.
    An einer Beziehung arbeiten muss man sowieso lebenslang.
    LG von Moni

    Eine gute Beziehung ist wenn man auch in schlechten Zeiten an einem Strang zieht und man nicht aus komischen Beweggründen mit dem Partner zusammen ist wie z.b. Geld, wg. der Kinder, weil man Angst hat danach allein zu sein etc.

    Wir sind 36&33 J. alt kennen uns seit 20 Jahre sind 15 Jahre zusammen und 11 Verheiratet. 2Kinder im Alter von 11&6 J. Wir hatten viele schlechte Zeiten Arbeitslosigkeit, wenig Geld, schwere Krankheiten, Perspektivlosigkeiten ,schlimme Geburten und schwere Babyjahre.

    Dennoch haben wir geheiratet und hatten immer den Vorsatz wir heiraten nur einmal und es soll ewig halten.
    Man kann über alles Reden das tun wir.
    Wir finden Kompromisse und stecken auch mal für den anderen zurück.
    Wir haben regelmässig Sex und gehen da auch auf den anderen ein und probieren auch mal Dinge die der andere erstmal nicht so super findet.

    Wir kümmern uns beide um die Angelegenheiten der Kinder.
    Machen den Haushalt zusammen.

    Und Streiten manchmal so heftig das es Peinlich ist ABER wir gehen nie im Streit Schlafen....

    Eine Ehe ist harte Arbeit und man muss jeden Tag Arbeiten damit es läuft...

    Aber wir tun es gerne.

    Auch in schweren Zeiten.

    Lg

    • >>>Eine Ehe ist harte Arbeit<<<

      Wenn ich das immer schon lese... #augen

      Klar muss man Einiges dafür tun, damit das Zusammenleben klappt, damit man sich nicht aus den Augen verliert im Alltag, aber dieses "harte Arbeit", neulich las ich hier sogar "lebenslange harte Arbeit" ist doch eher abschreckend.
      Da sollte man doch besser Single bleiben, statt freiwillig lebenslange Zwangsarbeit zu leisten. :-)

      Meiner Meinung macht derjenige was falsch oder hat den falschen Partner, der eine Ehe als "harte Arbeit" sieht.

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