Auseinander gelebt? Normaler Alltag? Krank? - Brauche mal Rat !!!

    • (1) 04.08.16 - 00:45
      brauche mal Rat

      Guten Abend,

      ich brauche dringend mal euren Rat zu meiner Beziehung. Mein Mann und ich sind seit 20 Jahren zusammen und haben 3 Kinder im Kindergarten- und Schulalter. Mein Mann ist mein 1. Partner, wir sind schon seit meiner Schulzeit zusammen. Ich kenne sozusagen nichts anderes. Früher - ohne Kinder - haben wir uns immer super verstanden. Es gab kaum Streit, wir haben oft was zusammen unternommen. Aber seitdem die Kinder da sind bzw. etwas größer sind, hat dies abrupt nachgelassen. Dadurch, dass wir hier keine Familienangehörigen haben (und auch keinen Babysitter finden), hängt die Kinderbetreuung überwiegend an mir und wir haben kaum Zeit füreinander. Wir sind beide berufstätig mit sicheren Jobs (er Vollzeit, ich 50%). Ich habe momentan das Gefühl, dass ich nur noch irgendwie funktioniere. Ich mache morgens die Kinder fertig, gehe arbeiten, hole sie (jedenfalls die Kleinen) wieder ab, koche, putze, wasche und gönne mir zwischendrin (wenn die Kinder mal gut zusammen spielen) natürlich auch mal ein paar Minuten nur für mich, indem ich die Beine hochlege, was lese usw. Ich bin schließlich nicht als Putzfrau geboren. Dann lieber leidet mein Haushalt etwas, bevor ich nur rudere.

      Momentan fühle ich mich jedoch nur noch als Mutter und mache mein Ding (mit den Kindern) und mein Mann macht sein Ding (allein). Die Kinder wollen auch gar nichts mit ihm unternehmen. Sie "kleben" an mir und kommen auf Schritt und Tritt mit mir mit. Bin ich dann doch mal allein unterwegs mit Freundinnen oder Kolleginnen, rufen mich die Kinder an und fragen, wann ich heim komme. Ist mein Mann unterwegs, fragt keiner nach ihm, denn ich bin ja da. Daheim unternimmt mein Mann auch so gut wie nichts mit den Kindern. Früher hat er wenigstens noch ab und an mit ihnen Spiele gespielt. Finanziell versorge ich mich und die Kinder allein, da wir schon immer getrennte Konten haben.

      Irgendwie scheint unsere Beziehung recht eingeschlafen zu sein. Ich habe kaum noch Gefühle für meinen Mann. Bin ich mal bei anderen Familien zu Besuch (Freunde der Kinder), bin ich oft ganz deprimiert hinterher, weil sich die Eltern da besser verstehen und als Familie miteinander umgehen als wir. Ich habe das Gefühl, dass es bei uns schon ganz lange nicht mehr so ist. Mittlerweile gehe ich auch ungern mit meinem Mann zusammen weg, weil ich das Gefühl habe, ich müsste ihn ständig hinter mir her schleifen. Sind wir bei Festen, sitzt er irgendwo in der Ecke und träumt vor sich hin, während ich mich amüsiere. Gehen wir als Familie in den Zoo o.ä., trottet er als letztes hinter uns her, als würde er gar nicht dazu gehören. Ich meine, er war noch nie jemand, der gern im Mittelpunkt steht. Ist ja auch okay. Es fehlt aber einfach dieses ZUSAMMEN amüsieren, ZUSAMMEN Hand in Hand laufen (okay, meist hängt eins der Kinder an meiner Hand...). Am Wochenende schläft er recht viel. Er legt sich oft nachmittags nochmal hin, weil er wohl sooooo müde wäre. Freunde hat mein Mann keine. Er hat lediglich seine Arbeitskollegen bzw. seine Mitspieler vom Sport, wo er 2x die Woche hingeht. Aber außerhalb von der Arbeit bzw. vom Sport macht er maximal 1-2 mal im Jahr mit denen was aus. Meine Freunde sieht er auch als seine Freunde an. Aber meistens mache ich allein mit ihnen was aus bzw. mit meinen Kindern, da er meist nicht mit will bzw. wir in der Woche unterwegs sind, wenn mein Mann noch arbeitet.

      Wahrscheinlich würdet ihr jetzt sagen, dass wir mal ausgiebig miteinander reden müssen. Mir persönlich fällt es sehr schwer über Gefühle zu reden. Ich finde oft nicht die richtigen Worte und bin sehr "nah am Wasser gebaut". Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht, welcher Punkt mich am meisten stört in unserer Beziehung und wie man dies ändern könnte. Wie gesagt, es ist meine erste und einzige Beziehung. Ich war noch nie allein. Fällt es mir vielleicht deshalb so schwer?

      Manchmal denke ich auch, ob einer von uns vielleicht krank (in Form von depressiv) ist und es deshalb nicht wirklich läuft in der Beziehung? Vielleicht ich, weil ich manchmal einfach zu unmotiviert bin um zu kochen, putzen usw., weil mich dieser tagtägliche Ablauf einfach nervt und ich auch gern mal ganz allein bin und die Ruhe genieße? Und weil ich abends einfach keine Lust mehr habe mich mit meinem Mann zu "beschäftigen"? Wenn die Kinder endlich im Bett sind, möchte ich gern Zeit für mich. Das ist nach einer Geschichte vorlesen und nochmal über den Tag reden maximal 1 Stunde am Abend bevor ich dann selber ins Bett gehe, um am nächsten Morgen wieder fit zu sein. Mein Mann übernimmt diese abendliche Zeit mit den Kindern nicht. Er hält es für unnötig. Das ist auch so etwas, womit ich nicht wirklich klar komme. Er verhält sich so abweisend den Kindern gegenüber und "kratzt" dann bei mir. Oder ist mein Mann vielleicht derjenige, bei dem etwas nicht stimmt? Er sagt, dass er mich liebt. Aber es geht hier nicht nur um mich. Es geht um uns als ganze Familie. Alles sollte irgendwie harmonieren.

      Ich weiß gar nicht, wo ich ansetzen soll. Ich mag nichts Falsches sagen, wenn ich mit ihm rede. Andererseits mag ich aber auch nicht mehr so weiterleben wie jetzt. Es muss sich irgendwas ändern. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, ob wir uns vorübergehend räumlich trennen sollten, damit wir uns unserer Gefühle bewusst werden. Dadurch, dass wir keine Familie hier haben und mein Mann keine wirklichen Freunde hat, ist das eher schwierig zu organisieren. Ich kann mit 3 Kindern auch schlecht bei Freunden mal vorübergehend einziehen :-(

      Habt ihr Ideen?

      • (2) 04.08.16 - 05:02

        Woran es liegt, dass sich dein Mann so sehr distanziert hat, können wir nicht wissen. Du schreibst in deinem Post sehr viel von euren Kindern: dass sie sehr an dich gebunden sind, während der Vater kaum eine Rolle in ihrem Leben spielt. Warum ist das so? Wie konnte es soweit kommen?
        Das kann an der Passivität deines Mannes liegen, das kann aber auch daran liegen, dass er sich von Anfang ausgeschlossen gefühlt hat. Vielleicht hast du ihm kaum noch Aufmerksamkeit geschenkt nach der Geburt des ersten Kindes? Vielleicht hast du ihm das Gefühl gegeben, dass er sich nicht richtig um die Kinder kümmern kann? Vielleicht hast du ihm alles abgenommen, weil du es "besser" machst, so dass er keine Chance hatte, eine Bindung zu den Kindern aufzubauen?

        Wenn man euer Beziehungsgeflecht aufmalen sollte, dann würdest du mit den Kindern einen kleinen Kreis bilden und dein Mann einen Punkt, der außerhalb dieses Kreises steht. Wie gesagt: Inwieweit er das selbst verschuldet hat, durch seine Passivität oder inwieweit er "von euch" aus diesem Kreis gestoßen wurde, das kann ich nicht beurteilen.

        Es ist schade, dass ihr nicht schon viel früher intensive Gespräche geführt habt. Ich denke, ihr habt nur eine Chance, wenn ihr alle Karten offen auf den Tisch legt. Und selbstverständlich solltest du erst dein Herz sprechen lassen, bevor du an eine räumliche Trennung denkst. Das sollte doch der letzte und nicht der erste Schritt sein, nicht wahr? Wenn es dir schwer fällt, über Gefühle zu sprechen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um das zu lernen, wenn du eure Beziehung retten willst. Übrigens wirst du auch in keiner anderen Beziehung glücklich sein, wenn dir dies nicht gelingt. Ich gebe dir recht, dass es nicht gerade hilfreich ist, wenn du gleich in Tränen ausbrichst. Da scheint es so zu sein, als hättest du noch Schwierigkeiten im Umgang mit deinen eigenen Emotionen. Das macht ein konstruktives Gespräch unmöglich. Vielleicht ist genau das auch DEIN Teil der Misere, an dem du arbeiten musst.

        Vielleicht schreibst du deinem Mann zuerst einen Brief, in welchem du vorwurfsfrei deine Wünsche und Ängste aufschreibst?

        Liebe Grüße

        Hi,

        Du hast schon eine sehr gute Antwort bekommen, der kann ich mich nur einschließen! Es bleibt euch einfach nichts anderes als zu reden, denn auch wenn du dich von deinem Mann räumlich trennen solltest, wird dieses woher ausgesprochen werden müssen, das heißt ums reden kommst du nicht rum.

        Aber auch ich glaube, dass eine Trennung das letzte sein sollte.

        Warum bekommt ihr keinen Babysitter? Das kann ich nicht glauben. Zur Not gibt es auch Agenturen die diese vermitteln, es würde sich für euch lohnen Geld zu investieren und euch als paar wieder zu entdecken. Vielleicht Konter ihr auch über ein Opair nachdenken....?

        Habt ihr Sex? Guten Sex? Sex schafft positive Bindung und Vertrautheit und ist nicht zu unterschätzen.

        Was ich persönlich bei euch erfreuend finde ist dass du schreibst, dass du dich ich die Kinder selber finanziell versorgst. Ist es wirklich so? Mit deiner 50% stelle? Was macht er denn mit seinem Geld....?

        Auf jeden Fall wünsche ich euch alles gute, es klingt für mich nicht aussichtslos, ihr müsst nur ein bisschen dran arbeiten!

        K

        • (5) 04.08.16 - 09:16
          brauche mal Rat

          Danke für deine Antwort. Ja, ums Reden komme ich nicht herum. Irgendwie besprochen werden muss die Situation ja. Warum ich bei solchen Gefühlsdingen so emotional reagiere, weiß ich leider auch nicht. Ich will nicht ständig in Tränen ausbrechen, kann es aber nicht abstellen :-(

          Wir haben schon über verschiedene Wege nach Babysittern gesucht: Im Bekanntenkreis rumgefragt, Aushänge gemacht, Anzeigen veröffentlicht, soziale Medien genutzt. 2x hatte ich jemanden da zum Kennenlernen. Die hatte noch nie auf Kinder aufgepasst. Sie hat zwar gesagt sie könnte sich das vorstellen. Aber wenn ich dann mal bei ihr angefragt habe, hatte sie keine Zeit, war im Urlaub o.ä. Und die andere wollte einfach zu viel Geld die Stunde. Sie hätte auch einen langen Anfahrtsweg gehabt. So ganz sympathisch war sie mir auch nicht. Vielleicht liegt es an der Anzahl oder dem Alter der Kinder, warum sich niemand findet? Für ein Aupair hätten wir kein Platz daheim, weil unsere Wohnung zu klein ist. Wir haben nur eine 4-Zimmer-Wohnung, weil größere schwer zu finden bzw. hier sehr teuer sind.

          Ich finanziere mich und die Kinder tatsächlich allein mit meinem TZ-Gehalt. Ich mache die ganzen Wocheneinkäufe, Kleidung, Drogerie, Ausgaben für Betreuung, Freizeit usw. Mein Mann übernimmt lediglich die Miete, Auto und 2x im Monat den Wochenendeinkauf. Und dann natürlich seine Ausgaben. Ich hab das Gefühl, dass ich mit meinem Geld besser zurecht komme als er mit seinem. Mit Kindergeld habe ich etwa 30% weniger Geld im Monat zur Verfügung als er verdient. Und ich spare für Urlaube, sonst würden wir nie von daheim rauskommen.

          Vielleicht bin ich wirklich etwas zu "dominant" was die Kindererziehung angeht. Aber mir ist einfach wichtig, dass die Kinder in ihrem Wesen und ihren Wünschen akzeptiert werden und nicht immer alles nur laufen gelassen und gemotzt wird, wenn die Kinder mal was wollen oder wenn mal was kaputt geht. Mein Mann geht oft davon aus, dass die Kinder alles wissen und sobald was schiefgeht, gibts ein Feuerwerk. Anstatt den Kindern zu erklären, dass sie bestimmte Sachen nicht tun oder anfassen sollen, regt er sich hinterher furchtbar auf, wenn etwas kaputt geht, nicht mehr auffindbar ist usw. Die Kinder sind immer gleich an allem schuld. Das nervt mich, das nervt die Kinder... Er erwartet, dass die Kinder mehr Dinge selbstständig machen. Sie sollen allein zur Schule und Kindergarten laufen, weil ER das auch früher so gemacht hat als Kind. Sie sollen in den Ferien allein bleiben, wenn wir beide arbeiten sind, weil ER früher auch oft allein war. Für ihn sind die Kinder viel zu verwöhnt von meiner Anwesenheit und "werden nie selbstständig". Er erzählt den Kindern oft, dass er früher Schläge von seinen Eltern bekommen hat, wenn er sich so verhalten hat wie sie. Sowas geht in meinen Augen nicht. Wir sprechen hier übrigens nicht von 10-15 jährigen Kindern, sondern von Kindergarten- und Grundschulkindern. Daher fühle ich mich nicht als "Glucke", sondern gehe lediglich meiner Aufsichtspflicht nach, weil er es nicht macht.

          Der letzte Punkt ist auch der, der mich ziemlich nervt. Wir haben uns für Kinder entschieden. Er wollte sogar noch mehr. Aber er mag sich überhaupt nicht um sie kümmern. Jedenfalls wirkt es so auf mich. Wenn er allein ist mit den Kindern (urlaubsbedingt können wir halt nicht alle Ferien zusammen abdecken, sondern teilen es uns auf), dann unternimmt er schon mal was mit ihnen. So wie ich es auch mache, wenn ich allein bin mit ihnen. Aber sobald wir beide zu Hause sind, klinkt er sich aus und bastelt lieber an irgendwas rum, hat seine Kopfhörer im Ohr und hört Musik oder Hörbücher bzw. schaut Filme. Es ist alles wichtiger als mal mit den Kindern zu spielen. "Die können sich selber beschäftigen".

          Irgendwie ist es ziemlich verfahren bei uns, wenn ich mir das alles durch den Kopf gehen lasse. Ich mag ihm keine 1000 Vorwürfe machen. Vorwürfe sind in der Partnerschaft auch nicht wirklich angebracht. Aber gerade beim Thema Kindererziehung sind wir doch ziemlich unterschiedlicher Meinung :-(

          Achso, zum Thema Sex: Ja, wir haben noch Sex. Wenig, aber auf 1-2 mal die Woche kriegen wir es oft hin. Die Initiative geht dabei immer von ihm aus. Mir fehlt dazu die Kraft. Was aber nicht bedeutet, dass ich es nur über mich ergehen lasse. Ich komme dabei auch oft auf meine Kosten, obwohl die Gefühle eher auf Sparflamme laufen.

          • (6) 04.08.16 - 12:08

            Ich würde euch dringend zur Paartheraprie raten! Eure Probleme sind so mannigfaltig, wie sollt ihr sie lösen, wenn ihr keine Gesprächskultur habt? Ich sehe es als großes Problem, dass du deinen Emotionen nicht kontrollieren kannst. Wenn ein erwachsener Gesprächspartner sofort in Tränen ausbricht, kann man nicht auf Augenhöhe miteinander sprechen, geschweige denn Kritik äußern.
            Bedenke, dass du durch eine Trennung nur vor Problemen wegrennst. Wenn du diese Baustellen, die viel mit dir und deiner Persönlichkeit zu tun haben, nicht angehst, wird dich das alles auch in einer neuen Partnerschaft einholen.

            Dein Mann scheint seine eigene Kindheit aufarbeiten zu müssen. Das ist seine Aufgabe.

            Ich fürchte, dass ihr das alleine nicht hinbekommt.

            Grüße

            • (7) 04.08.16 - 12:33
              brauche mal Rat

              Das ging mir auch schon durch den Kopf, ob eine Paartherapie hilfreich ist. Das mit den Gesprächen ist bei uns wirklich sehr dürftig und ich habe tatsächlich das Gefühl, dass die Probleme so nicht weniger werden. Ich selber wäre auch nicht abgeneigt gegen eine Beratung. Für meinen Mann bedeutet Psychotherapie = Klapse, Irrenhaus usw. Und Burnout und Depressionen wären nur eine Modeerscheinung, wenn man keine Lust mehr hat zu arbeiten. Ich muss mich da vorher genau informieren, wo man solche Therapien machen kann und was da gemacht wird, bevor ich ihm das vorschlage.

              Ich bin schon immer so, dass ich schnell in Tränen ausbreche. Seien es Abschiede oder wenn jemand aus dem Bekanntenkreis stirbt oder Kurse, wo über Gefühle gesprochen wird, Mutter-Kind-Kur. Ich weiß noch, dass ich in der 1. Klasse früher oft geweint habe, weil ich nur die falsche Antwort auf die Frage der Lehrerin gegeben habe. Das ist albern, ich weiß. Wahrscheinlich war auch in meiner Erziehung nicht alles ideal, obwohl ich keine schlechte Kindheit in Erinnerung habe. Es gab NIE Streit daheim (das fehlt mir jetzt wahrscheinlich zur Konfliktlösung), meine Eltern waren immer gut drauf, haben viel gelacht. Das ist auch jetzt noch so.

              Durch eine Trennung würde ich vor den Problemen weglaufen, das stimmt. An eine neue Partnerschaft denke ich momentan gar nicht.

              • (8) 04.08.16 - 12:49

                Wenn dein Mann nicht mitziehen will, dann machst du deine eigenen Schritte. Man kann auch alleine zur Beratung gehen. Auch, wenn dein Mann zunächst abweisend ist, so wird ihm durch die Beratung, die du alleine in Anspruch nehmen wirst, zumindest der Ernst der Lage bewusst sein und es wird vielleicht im stillen Kämmerlein anfangen, zu rumoren. Vielleicht wird auch er dann seine Schritte tun, wenn nicht, dann hast du zumindest die Sicherheit, alles getan zu haben, um die Beziehung zu retten.

                Grüße

                • (9) 04.08.16 - 18:16
                  brauche mal Rat

                  Vielen Dank für deine Antwort. Ja, du hast Recht. Wenn er je nicht mitziehen sollte, dann hab ich es wenigstens versucht und vielleicht auch eine Lösung für meine "Kommunikationsprobleme" gefunden. Muss man sich dazu eigentlich eine Überweisung vom Hausarzt holen oder ruft man einfach irgendwo an, wo solche Beratungen angeboten werden?

      (10) 04.08.16 - 11:09

      Hallo,

      ich habe mir jetzt deinen Text+Antworten mehrmals durchgelesen und auch wenn du schreibst das du keine Glucke bist , kommt es leider doch so rüber #kratz

      Du schreibst jetzt nichts dazu wie alt deine Kinder sind aber dein Mann hat schon recht , man hat nicht das Gefühl das sie selbständig werden sollen ....was spricht dagegen das ein Schulkind auch mal alleine den Weg zur Schule geht ?

      Wenn du alles so an dir reißt , kein Wunder das dein Mann keinen Bock hat um sich was zu kümmern...ihr solltet wirklich dringend reden....auch halte ich das mit dem Babysitter als Ausrede...es gibt Tagesmütter etc. einfach mal google fragen....ich habe damals auch ...einfach mal das ich auch Zeit für mich habe ...mir eine Tagesmutter gesucht....einmal die Woche meine Tochter abgegeben und habe dann einfach mal was für mich getarn , in der Stadt Caffee trinken etc.

      Lg

      • (11) 04.08.16 - 12:18

        Ich hätte nichts dagegen, wenn meine Kinder allein laufen wollten. Aber sie wollen es nicht. Sie haben Angst davor. Oft genug habe ich es den Kindern schon vorgeschlagen. Und zum Zwang mache ich es nicht. Ich muss sowieso mit dem Auto auf Arbeit. Da setze ich sie unterwegs ab und gut. Unser großes Kind ist ab der 1. Klasse auch ohne mich zur Schule und zurück gelaufen. Aber da war noch eine Freundin von ihr mit dabei, die in der Nähe wohnt. Die Kinder sind, wenn sie zügig laufen, in 10 Minuten in der Schule und im Kindergarten. So weit ist das nicht.

        Generell sind es unsere Kinder nicht gewohnt allein woanders zu sein. Weil wir keine Familie hier haben, fällt das schon mal weg. Sie z.B. in den Ferien bei meinen Eltern zu lassen, kommt auch nicht in Frage, weil die beiden ebenfalls noch Vollzeit berufstätig sind. Meine Eltern unternehmen auch nichts mit ihren Enkeln, wenn wir alle dort sind. Sie wollen lieber ihre Ruhe. Zu meiner Schwiegermutter wollen und sollen (sagt mein Mann) sie auch nicht. Zu Freunden geht nur die Große ab und an. Die Kleinen wollen selbst das nicht. Wie gesagt sie "kleben" an mir, obwohl ich das so gar nicht will. Aber wenn ich sie zwinge, habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich selber war als Kind auch nie, wirklich überhaupt nie allein. Nicht mal wenn meine Eltern kurz zum Einkaufen sind. Es war immer irgendjemand da, weil die Großeltern auch mit im Haus gewohnt haben. Das hab ich halt hier nicht. Ich kann mir mein "Betreuungsnetzwerk" noch so ausbauen. Aber selbst Kindergeburtstage enden in Diskussionen, dass die Kinder entweder nicht hin wollen oder ich dabei bleiben soll, was ich dann anfangs auch mache. Und wenn ich merke, dass sie "auftauen" verabschiede ich mich dann und hole sie pünktlich zum Ende wieder ab. Das funktioniert dann normalerweise auch ohne Theater. Kinder bei uns daheim haben wir ab und an. Aber da muss ich dann schon den Anschubser geben nach dem Motto "Willst du nicht mal den oder die einladen?" Die Kinder haben sich und sind glücklich damit. In der Nachbarschaft wohnen auch keine Kinder weiter, die mal schnell zu Fuß erreichbar sind. Manche wohnen in anderen Orten, andere haben aufgrund von Freizeitaktivitäten selten Zeit, wenn wir Zeit haben.

        Das mit den Tagesmüttern wird hier recht streng gehandhabt. Ich hatte für das kleinste Kind mal eine, weil ich ein paar Stunden arbeiten wollte, um mal wieder rauszukommen und er noch keinen Kitaplatz hatte. Allerdings wird die Tagesmutter hier nur genehmigt und übers Jugendamt bezuschusst, wenn man zu der Zeit arbeiten ist. Meine Arbeitszeit ist durch Kindergarten und Schule abgedeckt. Nur rein aus "Spaß" übernimmt das Jugendamt die Kosten anteilig nicht. Und 11 Euro selbst finanziert die Stunde für 2 Kinder ist mir auf Dauer dann doch etwas zu viel für mein TZ-Gehalt.

        Wahrscheinlich wirst du jetzt denken, dass das reichlich Ausreden waren. Ja klar, einerseits schon. Aber nur, weil ich mir schon so viele Wege und Möglichkeiten durch den Kopf gehen lassen habe und die aktuelle Betreuungslösung für mich bequem und kostengünstig ist. Nur das Problem mit meinem Mann löst das nicht...

        Meine Freundin meint, dass es natürlich auch damit zusammenhängen kann, dass ich so mit unserer Beziehung hadere und die Kinder deshalb so an mir kleben. Andererseits ist das kein neues Phänomen, sondern schon seit jeher so :-(

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