Haus des Partners

    • (1) 09.08.16 - 19:23

      Hallo Ihr, ich bitte einmal um Eure Meinung und Tipps. Ich bin vor sechs Jahren zu meinem Freund gezogen. Wir haben eine kleine gemeinsame Tochter.
      Mein Freund hat zwei Kinder aus erster Ehe. Es ist sein Eigenheim, welches jedoch natürlich noch finanziert wird. Ich zahle von Anfang an die Hälfte der Nebenkosten (logisch) und die Hälfte des monatlichen Finanzierungsbeitrages.

      Wenn er vor mir geht, erben unsere gemeinsame Tochter und seine Kinder aus erster Ehe. Das ist auch alles super so. Aber was ist dann mit mir? Ich habe dann Jahre / Jahrzehnte gezahlt und muss dann das Haus verlassen, da ich nicht berücksichtigt bin?!

      Selbst wenn wir heiraten sollten irgendwann,stellt sich auch hier die Frage: Sollte er zuerst gehen, stehe ich da und muss zumindest seine Kinder aus erster Ehe auszahlen. (Zumindest gehe ich davon aus. Soooviel Altersunterschied ist zwischen uns nicht. ;-))

      Außerdem zahle ich ja nicht nur seinen Betrag aus, sondern auch meinen (denn ich habe ja dann hoffentlich Jahrzehnte lang das Haus mit abgezahlt.) Nur stehe ich nicht im Grundbuch und es ist quasi nicht offiziell, dass das zur Hälfte (nicht ganz, er hat schon fünf Jahre vor mir dort gewohnt und auch EK eingebracht).

      Grundbuch scheidet aus, kommt für ihn nicht in Frage. Kann ich aber auch verstehen, denn er hat einen gewissen Betrag X ja auch alleine eingebracht .

      Wie macht Ihr das?

      Vielen Dank.

      • (2) 09.08.16 - 19:39

        Wird das Haus nicht sowieso verkauft werden, wenn er verstirbt, weil die Kinder aus erster Ehe kein Interesse daran haben? Bzw. falls Eure gemeinsamen Kinder das Haus behalten und die anderen Kinder auszahlen können, kannst Du dann nicht ganz normal weiter darin wohnen?

        Dass Du in das Haus investiert hast, würde ich nicht mitrechnen, denn das ist ja ganz normal Miete und Nebenkosten, was auch ein Vermieter von Dir bekommen würde.

        • (3) 09.08.16 - 20:10

          Hallo, aber ich wohne doch dort? Wenn ich 30 Jahre lang hier wohne, möchte ich doch nicht plötzlich von den Kindern vor die Tür geworfen werden, weil ich keine Rechte an dem Haus habe (sehe ich anders, ich zahle ja genauso! wie mein Lebensgefährte mit ihm gemeinsam das Haus ab). Ja, wenn ich genug Geld zusammen habe, um die Kinder auszuzahlen, klar, dann kann ich vielleicht drin wohnen bleiben. Aber es ist doch ebenfalls mein geld, welches ich den Kindern dann auch entsprechend auszahlen muss, denn ich habe ja genauso das Haus abbezahlt? Ich meine:

          Mein Freund zahlt 150.000 € ab in 40 Jahren (Eigenkapital hat er ja bereits eingebracht)
          Ich zahle 100.000 € ab in 40 Jahren. Nur, dass es nicht offiziell ist. Das heisst, ich muss seine Kinder komplett auszahlen, wobei die Hälfte ja eigentlich mein Geld ist!?

          Das ist doch ungerecht.

          • (4) 09.08.16 - 20:37

            Wenn das so ist, wie Du es siehst, müsstest Du im Grundbuch stehen, weil Du mit der Zahlung am Haus ein Inhaberrecht erwirbst. Dein Partner sieht das aber nicht so, er sieht Dich maximal als Mieterin (ohne Mietvertrag) die wie üblich Miete und Nebenkosten zahlt. Wenn Du das ordentlich regeln möchtet müsstet Ihr zu einem Notar gehen und wenigstens einen Vertrag aufsetzen, der Dir dasselbe Recht einräumt, wie es ein Mieter hätte.

            Alternativ kannst Du die Mietzahlung einstellen, nur noch Nebenkosten bezahlen, um Dein erspartes Geld beiseite legen zu können, damit Du im Fall der Fälle selbst ein Eigenheim erwerben kannst. Ob Dein Partner dann aber noch möchte, dass Du bei ihm wohnst, musst Du mit ihm absprechen.

          • (5) 10.08.16 - 08:28

            Es ist völlig egal, was du bisher eingezahlt hast und was du noch einzahlen wirst. Ohne Grundbuch hast du keinerlei Rechte an dem Haus. Jetzt wurden seine Kinder und eurer Kind erben, du rein garnichts (!!!) und du bzw. ihr müsstet ausziehen.

            Geht zu einem Notar und lasst euch beraten. Macht ein ordentliches Testament (ja, jetzt schon!!). Der Notar kostet zwar was, aber glaub mir, wenn es ums Erbe geht und um Kinder, Kinder aus erster Ehe, Grundbesitz, Immobilien, etc, ist das seeeeeehr gut angelegtes Geld!!

            Ich empfinde es aber als recht frech und unfair, dich im Grundbuch von vorneherein komplett auszuschließen. Es ist und bleibt sein Haus und du zahlst schön brav das Darlehen ab. Das ist nicht ok. Nebenkosten teilen ja, Tilgung nein. Du könntest ihm einen kleinen Betrag als Miete anbieten, aber keinesfalls solltest du hälftig oder anteilig das Darlehen mittilgen.

            Geht zum Notar. Der wird euch die rechtliche Seite aufdröseln und dir vermutlich auch zu verstehen geben, dass dein Freund nicht ganz so fair zu dir ist und du ziemlich über den Tisch gezogen wirst. Das macht man nicht.

      (6) 09.08.16 - 19:46

      Vielleicht wäre ein lebenslanges Wohnrecht ja ein Kompromiss..
      Evtl. muss nochmal darüber nachgedacht werden wie es formuliert wird. Du hast jetzt nur von einem vorzeitigen Versterben seinerseits geschrieben.

      Habt ihr ne Einigung bei einer Trennung? Oder wäre deine Ratenzahlung dann doch sowas wie ne Miete?

      • (7) 09.08.16 - 20:12

        Klar, man kann es Miete nennen. Klingt ja netter für ihn, als "Ich zahle das Haus ab".

        Ich habe vorher ebenfalls in einem haus gewohnt und bin für ihn aber in sein Haus gezogen.
        Ich habe mir immer schon Eigentum gewünscht, macht einfach mehr Sinn für das eigene zu sparen, als für einen Vermieter. Es ist eine gute Altersvorsorge. Naja, nur so wie es jetzt ist, nicht für mich....

    (8) 09.08.16 - 19:48

    Hallo Anna,

    ich verstehe sowohl dich als auch deinen Partner.

    Ein paar kleine Denkanstöße:

    Stell dir vor, du wohnst zur Miete. Dein Vermieter stirbt. Was bekommst du?

    Wäre es möglich, dass dein Anteil an der Rate reduziert wird? Ich empfinde eine hälftige Teilung, wenn nur einer im Grundbuch steht, auch als unfair.

    Bestünde die Möglichkeit über einen notariellen Vertrag eine Absicherung für dich zu vereinbaren - unabhängig vom Haus, beispielsweise als Geldbetrag x?

    Ich denke, ihr solltet euch da beim Notar beraten lassen, was in eurem Fall sinnvoll und machbar ist.

    PS: ich werde das ursprünglich mit meinem Mann gemeinsam gekaufte Haus künftig alleine halten. Und ganz ehrlich: im Traum werde ich zukünftig niemanden im Grundbuch eintragen lassen. Niemals. Da könnte die Liebe noch so groß sein. Ich verstehe deinen Partner in diesem Punkt sehr gut.

    • (9) 09.08.16 - 20:14

      Hallo, ich bin für ihn in sein haus gezogen, weil es für ihn nicht zur Debatte stand, in mein damaliges haus zu ziehen. (Dort wohnt mein Ex- Freund.)

      Ich halte Eigentum für eine gute Altersvorsorge, deswegen halte ich überhaupt grundsätzlich nichts von Miete zahlen. Was ich jetzt aber natürlich letztlich nur tue- also sein haus abzahlen.

      • (10) 10.08.16 - 06:30

        Hallo.

        Aber wenn dein Ex im Haus geblieben ist, dann stehst du doch da noch im Grundbuch. Oder hast du dich austragen lassen? Warum dort dann.

        Und warum ziehst du in ein Haus, wo es vorher nicht geklärt ist, dass du da mit ins Grundbuch kommst.

        LG

        (11) 10.08.16 - 08:02

        Du hast ein Haus mit deinem Ex-Freund, d.h. dieses steht dir ja zum Teil zu, oder?

        Du hast dich dann freiwillig dazu entschiedden in ein Haus mit deinem jetzigen Partner zu ziehen, obwohl die Angelegenheiten nicht geklärt waren bzw. sind.

        An deiner Stelle würde ich ein Gespräch mit deinem Partner suchen und deine Bedenken äußern.

        Vielleicht gibt es Möglichkeiten wie „Lebenslanges Wohnrecht“ etc. Wenn ihr nicht zueinander findet, dann bleibt dir ja immer noch der Auszug in dein eigenes Haus.

(12) 09.08.16 - 19:51

Hi,

ich würde mal sagen, du zahlst nicht das Haus ab sondern zahlst schlicht und einfach Miete.
Macht einen Mietvertrag.
Wohnrecht auf Lebenszeit muss dann bei einer Trennung ausgeschlossen werden.

Wenn du woanders zur Miete wohnst, hast du auch kein Anrecht auf irgendetwas.

lisa

  • (13) 09.08.16 - 19:59

    Hallo.

    >>> Macht einen Mietvertrag. <<<

    Diese Einkünfte müsste er aber versteuern.
    Ob das in seinem Sinne wäre?

    LG

    • (14) 10.08.16 - 07:49

      Es macht ja wohl keinen Unterschied, ob sie einen schriftlichen Mietvertrag haben, oder ob sie ihm einfach so Geld dafür gibt, dass sie bei ihm wohnt. Außerdem muss er den Mietvertrag ja nicht unbedingt dem Finanzamt vorlegen....

      • (15) 10.08.16 - 08:29

        a.) Das macht einen Unterschied (rechtlich) und b.) nennt sich das Steuerbetrug.

        • (16) 10.08.16 - 08:41

          Die Überlassung von Wohnraum gegen Entgelt ist immer steuerpflichtig, egal, ob der Mietvertrag schriftlich oder mündlich abgeschlossen wurde (rechtlich).

          Was ist Steuerbetrug ? #kratz

          • (17) 10.08.16 - 08:51

            Den Mietvertrag dem Finanzamt NICHT vorzulegen ... genau genommen hast Du Recht, dass auch die jetzigen Einnahmen schon versteuert werden müssten, mit oder ohne Vertrag.
            Der Vorteil eines schriftlichen Mietvertrags für die TE liegt aber auf der Hand, oder?

            • (18) 10.08.16 - 09:07

              Das Delikt "Steuerbetrug" gibt es im deutschen Recht nicht, was Du meinst, wäre Steuerhinterziehung. Allerdings ist im vorliegenden Fall der Partner dem gemeinsamen Kind gegenüber, und in bestimmten Fällen auch der Mutter des Kindes gegenüber, unterhaltspflichtig. Die Überlassung des gemeinsamen Haushaltes könnte demnach als Erfüllung der Unterhaltspflicht gewertet werden, und die Zahlung als Beitrag zur gemeinsamen Haushaltsführung.

              Die Frage wäre, ob ein Mietvertrag überhaupt wirksam weil nicht tatsächlich durchgeführt wäre. Ein Mietvertrag setzt nämlich den Ausschluss des Vermieters von der Nutzung der Mietsache voraus, wovon im vorliegenden Fall wohl kaum die Rede sein kann.

        (20) 19.08.16 - 09:36

        Hallo, da das Thema ziemlich nah an unserer momentanen Situation dran ist hoffe ich, dass ihr mir auch einige Ratschläge geben könnt. Kürzlich ist der Freund meiner Mutter gestorben und wir wollen sie soweit wie möglich in all den organisatorischen Dingen unterstützen. Folgende Frage: Sie ist vor ca. drei Jahren mit in sein Haus gezogen.

        Nun fragen wir uns, ob es besser wäre ihr so schnell wie möglich eine Wohnung zu suchen, um für Abstand zu sorgen und ihr ggf. die weiteren Schritte (Verkauf, evtl. Rechtsstreit) zu ersparen. Habt ihr Ratschläge?

(21) 09.08.16 - 20:16

Stimmr. Aber ich schrieb oben schon, ich halte so gar nichts von Miete. Mein Freund hat mit seinem Haus und meinen Raten eine super gute Altersvorsorge. Einen Mietvertrag- da müsste er die Miete ja versteuern, das wird nicht in seinem Sinne sein. Und selbst wenn- hätte ich davon irgendeinen Vorteil?

  • (22) 09.08.16 - 20:44

    Ja, der Vorteil an einem Mietvertrag ist, dass Dich die Kinder nicht nach seinem Tod fristlos auf die Strasse setzen können. :-)

    (23) 10.08.16 - 07:09

    witch hat ja schon geantwortet.

    Was es bringt....du bist nicht verheiratet, warum soll er dich ins Grundbuch eintragen?
    Warum soll er alle Kosten für Dich übernehmen?
    Das man sich anteilig beteiligt ist doch normal.

    Du lebst in einem Haus für sicherlich geringer Miete, es ist alles voll ausgestattet, etc.

    da heißt, wenn du arbeitest, kannst du einiges an Geld zur Seite legen und sparst auf eine eigene Eigentumswohnung als Absicherung für Dich.
    Ansonsten soll er einen Teil der Miete von Dir in eine Rentenversicherung/Sparvertrag.... stecken, wenn du dich übers Ohr gehauen fühlst. Aber warum soll er den ganzen Abtrag alleine zahlen, nur weil es sein Haus ist......OK, dann zahlt dein Geld in einen anderen Topf rein....Lebensmittel, Urlaub, etc., dann ist es genauso weg.

    lg
    lisa

(24) 09.08.16 - 20:50

Klingt vielleicht abgedroschen,aber Männer mit Altlasten sind oft nicht mehr so großzügig wie on der ersten Ehe. Liest man hier oft. Kinder werden noch bedacht,aber die Next bleibt immer irgendwo auf der Strecke. Du fragst uns. Was sagt er zu deinen Sorgen? Ihr seid keine WG,sondern Familie. Ich nehme an,er liebt dich. Dann muss ihm dein Schicksal am Herzen liegen? Bin der Meinung,dass dir prozentual ein Teil zusteht,dass du abbezahlt hast.
An die Kritikerinnen:habt ihr Angst,dass die potenzielle Nächste etwas von eurem Eigentum abkriegt? So schreibt ihr:Miete zahlen und Klappe halten

  • (25) 09.08.16 - 21:28

    Das ist Gsd nicht immer so. Mein Mann hat auch Altlasten und alles, was uns gehört, läuft auf meinen Namen:) einfach weil wir genau vor dieser Situation Angst hatten, dass sein Sohn evtl. ausgezahlt werden will und ich dann auf meine alten Tage meine Wohnung verlieren würde.

    Noch ein Punkt: der Stiefsohn ist noch minderjährig. Das heißt, wenn mein Mann vor mir sterben sollte, hätte auch noch seine ex mitzureden. Nein danke.

    Aber wir haben auch alles gemeinsam angeschafft. Habe mich nicht ins gemachte Nest gesetzt;)

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