Mann überfordert, Familie leidet

    • (1) 15.08.16 - 17:36
      Schwarzgeschrieben

      Hallo an alle,

      mein Mann hat vor einiger Zeit einen neuen Job angenommen der ihn zunehmend überfordert.

      Immetr wieder kommt es deswegen zu Streits. Er ist kopfmässig gar nicht mehr zu Hause. Ständig klingelt das Telefon. Wochenende gibt es nicht mehr. Er kommt nicht zur Ruhe. Aber aufgeben will er sich nicht. Sein Chef hat ihm angeboten ihm zu helfen etwas Neues zu finden, wenn er sagt das die Stelle doch nichts für ihn wäre.

      Für mich der Wink mit dem Zaunpfahl.

      Er ist kaum noch zu Hause und wenn dann völlig entnervt. Wird schnell laut. Unsere Tochter ist gerade sehr schwierig, weshalb ich schon Hilfe in Anspruch genommen habe und alle sagen mir, ich müsse dafür meinen Mann mit ins Boot holen aber wirkliches Interesse kommt da nicht.

      Am Freitag wurde mein Mann unserem Sohn gegenüber sehr laut. Ich denke mein Sohn sucht seine Aufmerksamkeit und wenn es schlechte ist. Ende vom Lied war das er unserem Sohn eine geknallt hat. Nicht stark, aber darum geht es ja auch nicht.

      Am Samstag dann eine ähnliche Situation, da schmiss er ihm dann eine Plastik Getränkeflasche hinterher die ihn an der Hüfte traf.

      Ich war nur noch entsetzt. Ich habe ihn gefragt was mit ihm los sei. Er sagt er weiß es nicht.

      Es wird immer schlimmer.

      Ich habe gestern Abend nochmal das Gespräch gesucht, er hat es abgebrochen.

      Mittlerweile denke ich mir, sollte dies noch einmal passieren setze ich ihn vor die Tür. Ich muss meine Kinder doch schützen?!
      Ich komm nicht an ihn ran. Weiß nicht wo ich noch ansetzen soll. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen?

      • Was meinst du mit "aufgeben will er sich nicht"? Er muss ja nicht kündigen und arbeitslos zuhause sitzen. Und sowas ist sicher vielen AN mal passiert, dass man eine Stelle angetreten hat, die letztlich doch so ganz anders war, als man vorher dachte.

        Woraus resultiert denn die Überforderung? Hat er nicht die nötigen Qualitfikationen? Hat er sich nicht genügend einarbeiten können? Hat er zu viele Projekte am Hals?

        Das ist doch etwas, was er im Job klären muss und um Unterstützung bitten müsste. Oder lernen muss, sich entsprechend abzugrenzen. Ich kenne das von meinem Mann, wenn dauernd zuhause das Handy klingelt und selbst im Urlaub keine Ruhe ist. Ihn stört das nicht so sehr. Aber wenn er mal keine Lust hat, dann lässt er alle auf die Mobilbox sprechen und sortiert dann mal in Ruhe das Wichtige vom Unwichtigen. Wenn er in der Sauna sitzt, kann er auch nicht aus Telefon gehen und die Firma wird überleben, wenn 4 Std. keiner erreichbar ist.

        Dass er seinen Stress an den Kindern auslässt, geht natürlich überhaupt nicht. Obwohl ich verstehen kann, dass irgendwann die Sicherungen durchbrennen, wenn man nie abschalten kann. Vermutlich schläft er auch schlecht und ist übermüdet.

        Hat er die Möglichkeit nach der Arbeit eine Std. abzuschalten, um den Block zu gehen (ohne Telefon selbstverständlich), Autogenes Training zu absolvieren, zu Joggen oder sich hinzulegen, um wenigstens dann runterzufahren und etwas Energie zu tanken? Er muss auch raus aus diesem Teufelskreis. Irgendwann fällt er mit Burn out um. Das muss er aber selbst einsehen und etwas ändern wollen. Will er das nicht, bleibt tatsächlich nur der drastische Weg der spontanen Trennung. Dann hat er nur noch seine Arbeit und die Kinder sind sicher vor seinen Ausbrüchen.

        • (3) 15.08.16 - 18:13
          Schwarzgeschrieben

          Er grenzt sich nicht ab. Der Job erfordert Gute Organisation etc und es stellt sich raus das dies nicht seine Stärken sind.

          Ich habe ihm gesagt wenn er dies so gern machen möchte gibt es die Möglichkeit des Coaching zum Beispiel. Das müsste er entsprechend besprechen. Ich versuche ihm da ja auch Ansätze zu geben, aber er nimmt nichts an.

          Er kümmert sich nicht um sich, fällt nur abends tot ins Bett bzw schläft auf der Couch ein.

          • Selbstorganisation kann man tatsächlich lernen. Hat er keine Möglichkeit, div. Aufgaben zu delegieren? Der Geschäftsführer muss auch nicht alles selbst erledigen. Für Organisatorisches gibt es die Assistentin.

            Aber ganz unabhängig davon, ob er gut oder schlecht organisiert ist oder ob ihm die Arbeit Spaß macht oder nicht........ Wenn sein und damit auch euer Paar- und Familienleben nicht mehr stattfindet, weil er abends nur noch müde umfällt wo er geht oder steht, dann braucht es dringend ein Grundsatzgespräch. Was hättet ihr davon, dass er im Job ganz viel Spaß hat, vielleicht viel Geld verdient und das war es aber auch schon? Das mag für einen ehrgeizigen Worcaholic die Erfüllung sein, aber für euch offensichtlich nicht.

            Wenn er nichts ändern will, bleibt es wohl oder übel an dir hängen. So geht's nicht weiter, wie er mit den Kindern umgeht. Also musst du eine Entscheidung treffen. Entweder wacht er dann auf und bewegt sich auf euch zu oder eben nicht und er wartet bis bei ihm selbst der Leidensdruck zu groß wird.

      Warum möchte er den Job denn nicht wechseln? Ich sehe das auch so, dass der Chef bereits gemerkt hat, dass Deinen Mann die Stelle nicht glücklich macht, sondern überfordert. Will er wirklich abwarten, bis er gefeuert wird?

      • (6) 15.08.16 - 18:16
        Schwarzgeschrieben

        Ich frage mich auch worauf er wartet. Und ihn frage ich nun auch immer wieder mal. Er sagt es macht ihm ja auch noch Spaß, aber jeden Tag erzählt er mir das er wieder Ärger wegen etwas bekam. Das wieder etwas nicht stimmte.

        Er hatte schon andere Jobangebote. Aber nimmt keines an.

        • Er braucht ein Ultimatum, sorry. Mag gemein sein, aber ich denke mal, er wird es Dir noch danken, wenn er eine bessere Stelle gefunden hat. "Jeden Tag Ärger wegen etwas" zu bekommen, was man "wieder" nicht korrekt erledigt hat, ist kein Leben.
          Und davon, was er seiner Familie dadurch antut rede ich noch nicht einmal, da hast Du ja dieselbe Meinung, wie ich.

          Mein Ultimatum würde lauten: "Du nimmst das Angebot Deines Chefs an oder Du suchst Dir selbst etwas Anderes und zwar innerhalb der nächsten Wochen. Und solltest Du noch einmal gegenüber unserem Kind ausrasten, kannst Du Dir für etliche Tage eine andere Unterkunft suchen!"

    Er selbst muss irgendwie zur Einsicht kommen, dass es so nicht weiter geht.

    Wie du diesen Weg zur Einsicht fördern kannst hängt auch davon ab wie er tickt.

    Bei manchen hilft ein Gespräch, bei manchen eine kurze, knackige Ansage "Merkst du eigentlich wie du dich aufführst?" oder "Wie soll es hier zu hause deiner Meinung nach weiter gehen? So wie jetzt vielleicht?" etc. Manche bringt großes Drama zur Einsicht: Ehefrau heult verzeifelt, große Show. Und manche brauchen ganz klar aufgezeigt welche Wege es gibt: Entweder er ändert was an der Situation oder es gibt eine Trennung. Punkt.

    überforderte Männer sind wirklich eine Krux. Ich spreche aus Erfahrung!

    LG

    "sollte dies noch einmal passieren setze ich ihn vor die Tür."

    Was soll denn noch alles passieren???

    Ich an deiner Stelle würde längst die Reißleine ziehen, wenn mein Mann gegenüber den Kindern zunehmend aggresiv werden würde. Er nimmt keine Hilfe in Anspruch, kommt nicht auf den Gedanken, den Job zu wechseln und bricht alle dahingehenden Gespräche mit dir ab - auf was wartest du denn da noch?

    • (10) 16.08.16 - 09:21
      Schwarzgeschrieben

      Ich würde wohl genau das selbe schreiben wie du, wenn ich das von jemand anderem lesen würde.

      Ich hätte nie erwartet mit meinem Mann in so einer Situation zu stecken. Seit 12 Jahren sind wir zusammen, haben drei Kinder. Haus und Hof. Da fällt das rausschmeißen doch etwas schwerer. Vielleicht nachvollziehbar.
      Fest steht das ich ihn vor die Tür setze sobald er noch einmal gegen eines unserer Kinder die Hand erhebt. Das habe ich ihm hoffentlich klar machen können.

      Ich werde ihm das Ultimatum stellen müssen, darum komme ich nicht drum herum und dann muss ich mit dem Leben was da kommt.

Schwierig...

Gibt es einen besten Freund, den du ins Boot holen könntest?

Ist ihm denn auch bewusst, dass diese nette Geste von seinem Chef ein Wink mit dem Brückenpfeiler war?

Ich würde ihn auch ein Ultimatum setzten - allerdings konkreter, also wirklich: bis zum (keine Ahnung - 3 Monate? Man muss ja auch erstmal einen anderen Job finden und ja, ich würde das Angebot des Chefs annehmen - anscheinend sieht er ja Potential bei deinem Mann, nur nicht in dem Job...).

Alles Gute!

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