Ohne gemeinsames Kind leben?

    • (1) 23.08.16 - 18:49
      TamaraundUwe

      Hallo,
      Mein Partner und ich sind seit mehreren Jahren ein Paar, wir sind Ende 30.
      Er hat ein Kind aus einer früheren Beziehung, ee sieht sein Kind zwar, aber unregelmäßig.

      Ich habe auch ein Kind, was aber bei Pflegeeltern aufwächst.
      Jetzt kam das Thema gemeinsames Kind auf.
      Für uns beide sind Kinder eher negativ besetzte Themen, für ihn, weil es keinen guten Kontakt zu seinem Kind hat und bei mir, weil ich mein Kind abgeben musste.
      Er tendiert eher dazu, mit mir noch mal eine Familie gründen zu wollen, ich bin nicht davon überzeugt, dass diese Idee so gut ist.
      Ich habe ihm jetzt auch gesagt, dass ich das Thema Kind gerne ruhen lassen möchte.

      Er meinte, ob ich denn kein Kind mehr wolle wo ich doch keins habe.
      Das hat mich verletzt, denn ich habe ja ein Kind.
      Ich traue mir das Leben mit Kind nicht zu, er meinte dann nur, andere Frauen ziehen doch auch Kinder groß, warum ich das nicht könnte?

      Ich habe aber das Gefühl, ich sollte das nicht nochmal wagen.
      Was meint ihr?

      • Hallo!
        Wenn du selber schon sagst, du traust es dir nicht zu, eben weil du schon schlechte Erfahrungen gemacht hast, würde ich an deiner Stelle kein kompromiss eingehen.

        Du möchtest nicht und das hat er zu akzeptieren.
        Lg

        Was nützt es dir, wenn WIR der Meinung sind, du solltest noch ein Kind bekommen und am Ende leidet dieses Kind, weil du demd doch nicht gewachsen bist? Wenn du sagst, du packst das nicht, dann ist das so. Da nützt dir die Meinung anderer gar nichts. Wir kennen dich und deinen Hintergrund nicht. Aber wenn du glaubst, es ist keine gute Idee, dann vertraut deiner Intuition.

        Wenn du dir das mit einem Kind nicht zutraust dann ist das so. Dann mach keine Kompromisse und am Ende leiden du und das Kind.

        Ich kenne einige Paare die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben und glücklich sind.

        Wenn er umbedingt Vater sein will sollte er sich erstmal um besseren Kontakt zu seinem ersten kein bemühen...

      • Du solltest auf deinen Bauch und dein Herz hören, die sagen dir schon das Richtige. Klar kriegen andere Frauen das mit den Kindern auf die Reihe. Ich ziehe 2 Kinder mehr oder minder allein groß. Aber wenn du dir das nicht zutraust, dann eben nicht. Ein Kind erfordert viel viel Verantwortung und Arbeit (auch wenn es viel Liebe zurückgibt. Meistens jedenfalls :-p). Aber was bringt es dir, wenn du gegen dein Bauchgefühl handelst und dann feststellst, dass dich ein Kind überfordert? Am Ende leidest du und das Kind und die Beziehung wird das auch nicht unbedingt aufwerten. Nee, ich würde da ganz klar dabei bleiben, keine weiteren Kinder zu bekommen, wenn ich es nicht möchte. Mein zukünftiger Partner muss sich damit auch abfinden, dass es bei meinen beiden Kindern bleibt. Den Kerl will ich erst kennen lernen, der mich nochmal dazu bringt, ein Kind zu bekommen (und glaub mir, ich könnte meine Kinder vor Liebe auffressen, da kommt nix zwischen uns. Aber noch eins? nö).
        Von Herzen alles Gute,
        palomita

        Ach du grüne Neune......... Ich find's ok, dass du darüber nachdenkst, bist aber zu dem Empfinden gekommen, dass es keine gute Idee ist. Zu sowas kann man sich nicht überreden lassen und man kann auch an einem weiteren Kind nicht gutmachen, was man beim ersten Mal versäumt hat.

        Deshalb rege ich mich wirklich über die lapidaren Ansichten deines Freundes auf. Das ist doch nicht so, als wäre dein erster Hund weggelaufen und nie wieder aufgetaucht und ihr entscheidet euch dafür, einen neuen zu kaufen, weil du eben länger keinen mehr hattest.

        sicher ziehen andere Frauen auch Kinder auf.

        Gib ihm das Negativbeispiel, wie viele Kinder in Jugendwohngruppen und bei Pflegeeltern aufwachsen (von denen, die es nicht gut in ihren Familien haben und dort ausharren müssen, gar nicht zu reden). Ich habe es jeden Tag vor Augen: an unserer Schule mit einem relativ weitläufigen Einzugsgebiet (Großstadt mit über 300.000 EW) werden Kinder von Kl. 5-13 unterrichtet, von denen mehr als 2 % in Wohngruppen oder bei Pflegeeltern leben. Und wir sind keine reine Brennpunktschule und haben Schüler aus allen sozialen Schichten, Kulturen etc.

        Du hast es selbst erlebt und traust es dir nicht zu. Und er erzählt dir zwecks Erfüllung seiner eigenen Bedürfnisse so einen Quark. Man könnte am Verstand des Herrn zweifeln. Er soll sich einen Hund kaufen und sich mit dem beschäftigen.

      • "er meinte dann nur, andere Frauen ziehen doch auch Kinder groß, warum ich das nicht könnte?"

        Weil Du nicht andere Frauen bist? Sag ihm, er soll aus dem Stand einen Salto machen. Wenn er dann meint, das kann er nicht, dann sag ihm, andere Männer können das doch auch, warum er das nicht kann?

        Vielleicht rafft er das dann ansatzweise. Klar, ist ein wenig konstruiert, aber grundsätzlich muss man halt nicht alles können, nur weil andere Menschen es drauf haben.

        Es ist einfach schade, dass er Dich nicht verstehen kann. Versuch es ihm doch nochmal genau zu erklären, vielleicht hilft es Dir auch, andere Begriffe zu verwenden? Überforderung vielleicht? Anderes Lebensziel? Sowas in dem Dreh.

        Hallo1

        Es hat ja schon mal nicht geklappt mit deinem Kind bei dir, es lebt ja sicher nicht zum Spaß in einer Pflegefamilie, sondern weil es nicht anders ging. Also bitte lass es sein. Hör auf deinen bauch, schließlich war das schon für dein erstes Kind sicher nicht so schön, von der mama weg zu einer anderen Familie zu müssen.

        Dein Freund hat ja offenbar nicht vor, sich hauptsächlich um das Kind zu kümmern, sondern er würde das meiste Dir überlassen, also sollte die endgültige entscheidung bei Dir liegen.

        • (9) 23.08.16 - 20:42

          Er versteht es nicht. Er sagt, wenn es umgekehrt wäre und der Mann kein Kind mehr möchte, seine Frau aber schon, dann hätte jeder Verständnis für die Frau und ihren Kinderwunsch.
          Wahrscheinlich würde der Frau dann nahe gelegt, sich einen neuen Partner zu suchen, als ihrem Partner zuliebe auf ein Kind zu verzichten.

          Es ist ja nicht so, dass ich mir kein Kind mehr wünsche, aber meine Erfahrungen zeigen mir, dass der Wunsch alleine nicht reicht.

          Man muss auch belastbar und in der Lage sein, zurück zu stecken.Beides konnte ich nicht. Muss ich ihm das wirklich so sagen, damit er es versteht?

          Mein Freund kennt mich nur ohne Kind und kann sich nicht vorstellen, dass ich keine gute Mutter wäre. Diese mütterliche Seite an mir hat er ja nicht miterlebt.

          Das ist auch gut so, denn es ist kein schönes Kapitel.
          Ich habe das Gefühl, er betrachtet mich skeptisch, schon immer, weil mein Kind nicht bei mir lebt.
          Er sagte auch mal , dass er sich anfangs gefragt hat, was wohl mit mir nicht richtig ist?
          Er ist enttäuscht und sagt dann fiese Sachen.
          Selbst ein Tier schafft es, seine Jungen groß zu ziehen, welche Mutter gibt denn schon ihr Kind her? Ich glaube, er verwechselt Fürsorge mit Liebe. Sieht er mich vielleicht nicht als vollwertige Frau oder als Ramschware weil ich es nicht schaffe dass mein Kind bei mir ist? Er sagt nein.
          Sorgen konnte ich nicht für mein Kind, geliebt habe ich es aber immer.
          Das hat aber nicht gereicht, um das Kind gesund groß zu ziehen.
          Ich selbst fühle mich ja wie ein Versager und bin da auch sehr empfindlich, was meine Mutterrolle angeht.
          Er fragte mich, wie viele Frauen ich kenne, deren Kinder nicht bei der Mutter leben?
          Nun ja, ich kenne zwei Frauen wo die Kinder beim Vater geblieben sind, aber niemand, wo das Kind in einer Pflegefamilie lebt....da hat er schon Recht.
          Das alles bestätigt doch nur, dass es besser ist, kein Kind zu bekommen.

          • "Das alles bestätigt doch nur, dass es besser ist, kein Kind zu bekommen."

            Vor allem bestätigt das, kein Kind mit ihm zu bekommen. Er schlägt ja nicht einmal vor, dass er die Rolle der Mutter übernimmt (Elternzeit, Hausmann, Halbtagsjob o.ä.) und Du für Euren Unterhalt sorgst. Oder?

            >>Er ist enttäuscht und sagt dann fiese Sachen. Selbst ein Tier schafft es, seine Jungen groß zu ziehen, welche Mutter gibt denn schon ihr Kind her?<<

            Das wäre die längste Zeit mein Partner gewesen! #nanana

            Die Gegenfrage ist auch: Warum hat er kein gutes Verhältnis zu seinem Kind? Wenn er unbedingt ein Kind möchte, dann soll er sich doch erstmal um sein erstes kümmern...

            Ich finde, du machst das super. Es ist nicht leicht, sich so etwas einzugestehen und sich selber richtig einzuschätzen. Und daraus auch die Konsequenzen zu ziehen...

            Und ja, ich kenne schon auch Mütter, die nicht die "Muttertiere" sind. Und sein Kind zu einer Pflegefamilie abzugeben ist sicherlich nicht die schönste Erfahrung, aber du weißt, dass es da gut aufgehoben ist.

            Ich kann dir auch nur den Tipp geben, auf dein Bauchgefühl zu hören und dich nicht „erpressen“ bzw. einlullen zu lassen.
            Letztendlich geht es hier auch um dein zukünftiges Leben! #blume

            Hallo!

            Das ist von vorne bis hinten Quatsch. Jeder Tierpfleger und auch ganz viele Züchter werden Dir bestätigen, dass sich Tiermütter eben nicht alle toll um ihre Jungen kümmern. Insbesondere der erste Wurf ist kritisch, und bei manchen speziellen Tieren wie Hamstern ist es nahezu normal, dass vom übergroßen Wurf mit 9-12 Jungen so viele gefressen werden, bis die Mutter meint, den Rest gut durchbringen zu können. Nicht mal Meerschweinchen mit Nestflüchtern die sogar schon im Mutterleib die Milchzähne verlieren sind vorbildliche Mütter, manche verweigern komplett das Säugen und beißen ihre Jungen vom ersten Moment an weg.

            Und ein Kind ist ja nochmal was anderes, das wird nicht nach ein paar Monaten seiner Wege gehen, sondern bleibt einem 18 Jahre überlassen, bis es wirklich alleine klar kommt.

            Dein Freund schafft es ja nicht mal, ein guter Wochenendpapa jedes zweite Wochenende zu sein, und das liegt garantiert nicht nur an der Mutter seines Kindes, sondern auch an ihm selbst.

            Wenn er unbedingt noch ein Kind will, dann muss er sich eben wirklich eine andere Frau suchen. Du bist nicht der mütterliche Typ, fertig. Und er hat wirklich wenig Respekt und Achtung für Dich, schon alleine deswegen hätte ich an deiner Stelle echt große zweifel, ob das wirklich Liebe von seiner Seite aus ist.

      Eine Freundin sagt seit 25 Jahren genau diesen Satz 'ich traue mir das nicht zu'. Sie meint, wenn sie mit sich selbst nicht einmal klar kommt, wie soll sie dann für Kinder sorgen können..? Ich finde es schade, denn sie ist ein toller Mensch mit viel Herz und Verstand. Doch nicht nur darauf kommt es an.

      Ob jemand Kinder möchte oder nicht ist allein deren Entscheidung. In meinen Augen ist es sogar sehr verantwortungsvoll, wenn man aus guten Gründen verzichtet.

      Ich kann Deinen Partner verstehen, Dich aber auch. Halte Dein Gefühl fest, es ist Dein Leben. Solltest Du nächste Woche oder nächstes Jahr anders empfinden, kannst Du immer noch Deine Meinung ändern. Aber nur, wenn das Gefühl Deinem Herzen entspringt.

      Der Vergleich mit dem Tier hinkt, denn die meisten Tiermütter behalten ihre Jungen nicht 18 Jahre lang bei sich.

      Er kümmert sich nicht richtig um sein Kind und du weisst, dass du wieder überfordert wärst. Es existiert demnach ein deutliches Risiko, dass das Kind ohne seine Eltern aufwachsen müsste. Dieses Risiko solltet ihr nicht eingehen.

      Sag ihm, das du schon ein Kind hast, um das du dich nicht kümmern kannst und dass das ganz sicher keine Voraussetzungen sind, um ein zweites Kind zu bekommen.

      Hallo!

      Dein Kind lebt ja nicht Grundlos woanders. Du sagst selber das du dir das nicht zustraust und ich finde das sehr vernünftig das man dann nicht möchte.

      Eher würde ich es vorziehen das man versucht mit den vorhanden Kindern ein gutes Verhältnis zu pflegen.

      Von dem was er sagt....also ich finde das mies. Ich kann verstehen das er einen Kinderwunsch hat, aber er hat NULL Feingefühlt und Verständnis für dich. Geht gar nicht auf deine Sorgen ein.

      Ich meine wenn ich ein Kind möchte, dann argumentiere ich zumindest so, das ich sage: du bist ja nicht alleine, ich bin ja auch noch da und unterstütze dich usw. Aber auf den Trichter kommt er gar nicht? Das zeigt ja schon WER die Hauptverantwortung haben wird wenn das Kind dann mal da ist.......

      Aber im Grunde musst du selber wissen ob du das möchtest oder nicht. Ich würde mir auch überlegen ob ich mit DEM Mann überhaupt ein Kind haben möchte und mir ansehen wie er denn mit seinem Kind umgeht. Das ist ja auch nicht ganz unwichtig.

      LG Sonja

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