Er will nicht gehen aber so kann ich nicht mehr leben

    • (1) 23.08.16 - 21:52
      Münchner*Kindl

      Mein Partner bereut es eine Familie zu haben. Er ist überfordert und lässt es gerne an uns aus. Auch Dinge für die wir nichts können. Ich muss sagen, ich lasse das nicht so sehr an mich ran, aber andererseits möchte ich auch mit niemanden leben der keinen Respekt und offensichtlich keinen Spaß mehr an seiner Familie hat. Verständlich, oder?

      Mittlerweile bin ich soweit dass ich ihn nahelege zu gehen, sich eine Wohnung zu suchen und ich meine das bitterernst. Darauf kommt nur von ihm, warum ER gehen soll und warum nicht ich?

      Wir haben ein Haus (noch nicht ganz abbezahlt), aber ich übernehme mit meinen Verdienst den größten Teil und er könnte es alleine nicht halten. Die meisten Möbel sind von mir und natürlich der Hauptpunkt: Die Kinder sollen nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen werden und werden sicher bei mir bleiben (müssen).

      Ich stehe finanziell ganz gut da, würde auf jeglichen Unterhalt für die Kinder verzichten, dafür hat er ja Mehrkosten wie Miete der neuen Wohnung etc. was in München nicht ganz ohne ist... Ich würde unser Auto behalten und das Haus weiter bewohnen und abzahlen.

      Wenn er mich richtig ärgern möchte, dann sagt er dass das Haus verkauft werden soll, aber es war und ist uns immer wichtig es später den Kindern zu vererben, daher hat es mir auch nie was ausgemacht den Löwenanteil zu übernehmen. Ganz auszahlen würde ich ihn allerdings auch nicht können.

      Wie können wir zu einer gütlichen Einigung kommen? Manchmal denke ich es wäre so viel einfacher wenn ich einfach gehen würde. Ihn mir reifte der Gedanke, dass ich mir eine Wohnung anschaffen werde sobald das Haus abbezahlt ist (und die Kinder dann auf eigenen Beinen stehen), aber wozu soll das führen? Ich will meinen Kindern JETZT eine schöne Kindheit bieten und ihnen einen guten Start wenn sie selbst eine Familie gründen wollen. Daher möchte ich das Haus nicht aufgeben.

      • Dein Mann weiß genau, welchen Knopf er drücken muss, um dich praktisch handlungsunfähig zu machen.
        Warum hältst du so krampfhaft an dem Haus fest? Das macht dich unfrei in deinen Entscheidungen.

        • Das stimmt, aber wir haben lange gesucht bis wir dieses Haus gefunden haben. Etwas vergleichbares würde man für dieses Geld nicht mehr bekommen und die Kinder sind glücklich dass sie trotz Großstadt im eigenen Garten herumtollen können. Außerdem nehme ich ihnen die Freunde in der Nachbarschaft und in der Schule.

          Und was sicher der Hauptgrund ist - ich möchte nicht vorschnell aufgeben. Was ist wenn wir auf diesem Wege, mit Abstand und der Gewissheit dass wir künftig was ändern müssen, doch wieder zueinanderfinden, das Haus aber dann weg ist?

          Ich kann es mir allerdings nicht leisten, das Haus abzubezahlen UND gleichzeitig eine Wohnung zu finanzieren die groß genug für mich und meine Kinder ist.

          Und wenn wir schon unsere Ehe nicht hinbekommen so möchte ich den Kindern Gewissheit vermitteln ala "das ist jetzt unser Zuhause, Papa wohnt woanders". Mein Partner und ich sollen uns einig sein. Ich möchte nicht meine Sachen packen und mit den Kindern vorübergehend woanders unterkommen - das würde sie doch erst recht verunsichern.

          Aber mein Problem ist: Wie kann ich dennoch ein Signal setzen? Sind meine Ansichten bezüglich dem Finanziellen zu naiv - kann es z. B. sein dass ich meinen Partner noch Unterhalt o. ä. zahlen muss? Streng genommen gehört ihn die Hälfte des Hauses auch wenn 2/3 von mir finanziert sind.

          Danke für deinen Beitrag. Ich sehe den Wald aber immer noch vor lauter Bäumen nicht

          • Da ihr verheiratet seid, steht deinem Mann der Zugewinn zu. Deswegen würde ich auf keinen Fall auf Kindesunterhalt verzichten. Theoretisch darfst du es auch gar nicht.
            Stattdessen würde ich einen Kredit aufnehmen und deinen Mann auszahlen.

            Wenn du die Scheidung einreichst, wird auch geklärt, wer im Haus bleibt. Da dein Mann das Haus nicht halten kann, wirst du es sein.
            Falls dein Mann nicht arbeitet, bist du - nachdem er seinen Zugewinn aufgebraucht hat unterhaltspflichtig.

            Lass dich auf jeden Fall von einem Rechtsanwalt beraten.

            • (5) 24.08.16 - 21:10
              Münchner*Kindl

              Unser Kredit läuft noch ca. 5 Jahre und da es insgesamt um eine höhere Summe geht, kann ich meinen Mann eben nicht schnell mal auszahlen. Außerdem werde ich als Alleinerziehende sicher insgesamt höhere Ausgaben haben, aber es ist machbar...

              ...wenn er zum Wohl der Kinder auf einen Ausgleich verzichtet.

              Wir haben immer schon getrennte Kassen, was jetzt den Vorteil hat, dass wir unsere persönlichen Dinge schnell trennen könnten. Was die Kinder so zum Leben brauchen bestreite ich auch schon größtenteils, daher würde ich ihn damit nicht behelligen, da ihn sonst ja nicht viel zum Leben bleiben würde. Er soll sich schließlich auch eine 3-Zimmer-Wohnung in der Nähe leisten können, damit die Kinder auch dort ein Zimmer haben.

              Mein Mann arbeitet zum Glück in einer sicheren Position und ist gut abgesichert, daher muss ich nicht befürchten dass er mir eines Tages auf der Tasche liegt

              • >>Unser Kredit läuft noch ca. 5 Jahre und da es insgesamt um eine höhere Summe geht, kann ich meinen Mann eben nicht schnell mal auszahlen.<<

                Du wirst deinen Mann auszahlen müssen, denn anders wird er sicherlich nicht ausziehen.
                Wenn du ihn nicht auszahlen kannst und ihr euch deswegen nicht einigen könnt, dann muss das Haus verkauft werden.
                Da du oben geschrieben hast, dass du auf Kindesunterhalt verzichten willst, was nicht geht, weil der Unterhalt für die Kinder ist, dann könntest du doch eventuell einen Kredit abzahlen und deinen Mann auszahlen.

                Ich würde an deiner Stelle alles versuchen, das Haus zu behalten.

                • Die fixe Idee ist aus unserem GEMEINSAMEN Wunsch entstanden, den Kindern ein anständiges Erbe zu hinterlassen.

                  Ich sehe also meine Absicht, den Kredit alleine weiterzuführen so, als würde ich Miete an meine Kinder zahlen. Dafür bleibe ich hier wohnen. Und auch den Teil den wir bereits beide eingebracht haben sowie die zu erwartende Wertsteigerung überlassen wir unseren Kindern.

                  Daher wird es später mal keine Frage mehr sein, wer was gezahlt oder auf was verzichtet hat. Ich bereichere mich ja nicht am Anteil meines Mannes.

                  Er denkt gerade über meinen Vorschlag nach...

                  • Ich würde mich als Mann auf deinen Vorschlag nicht einlassen.

                    Du bist noch jung. Wenn du dich wieder verheiratest, ist dein neuer Mann erbberechtigt, selbst dann wenn du ihn vom Erbe ausschließt hat er einen Pflichtteilanspruch.
                    Außerdem wird sich ein neuer Ehemann vermutlich auch finanziell einbringen und schon somit Ansprüche haben.

                    Dein Mann müsste dir gegenüber auf den Zugewinn verzichten. Und was du in den nächsten zirka vierzig Jahren damit machst, darauf hat er keinen Einfluss.

      Hallo,

      Ich verstehe, dass Du an dem Haus hängst.

      Aber verbeiße Dich nicht zu sehr daran.

      Ich finde, Du machst Dir viel zu viele Gedanken über ungelegte Eier.
      Wer weiß, ob Deine Kinder als Erwachsene überhaupt was mit der Bude anfangen können/wollen.

      Vielleicht verschlägt es die auch mal in eine andere Ecke - durch Beruf oder einen Partner?

      Und auch dann geht auch schnell mal das Theater los - wer kriegt das Haus bzw muss da einer den anderen auszahlen usw.

      Überlege Dir vielleicht doch, ob Ihr das Haus nicht verkauft. Haken dahinter und lieber hast Du dann was anderes, wo Du weniger Gezerrel drum hast.

      Lg

      • Ich verstehe was du meinst, aber auch wenn es komisch klingt: Wenn wir das Haus verkaufen, dann sind wir wirklich gescheitert. Der Gedanke tut weh. Und so könnten wir unseren Kinder wenigstens noch etwas gemeinsames hinterlassen :-p

        Mir ist schon klar, dass es sie vielleicht in eine andere Stadt oder Land verschlägt, aber wenn sie in München bleiben: Der Wohnraum ist knapp. Der Wert steigt - sie können es verkaufen, selbst darin wohnen oder was auch immer.

        Und wir sind noch jung und sollten bis zur Rente auch noch was gleichwertiges finanzieren können, so dass sich keines der Kinder benachteiligt fühlen muss.

        Aber ich werde darüber nachdenken. Insgeheim schreckt aber auch mein Mann vor dem Gedanken zurück. Bei ihm ist es eine Mischung aus "alles soll so bleiben wie es ist" und "wann habe ich endlich meine Ruhe". Er ist felsenfest davon überzeugt wir uns zusammenraufen sobald die Kinder uns nicht mehr so beanspruchen und bezieht mich in seine Planungen fürs hohe Alter mit ein. Bloß an mir geht das alles nicht spurlos vorbei - wer mich jetzt nicht gut behandelt, hat mich nicht verdient. Wir haben ja keinen normalen Umgangston mehr.

        • Wie alt sind denn eure Kinder?

          >>Bloß an mir geht das alles nicht spurlos vorbei - wer mich jetzt nicht gut behandelt, hat mich nicht verdient. Wir haben ja keinen normalen Umgangston mehr.<<
          Das finde ich auch!

          Wäre Scheidung denn für euch überhaupt eine Option? Oder wollt ihr diesen Schritt (noch) nicht gehen?

          • Unsere Kinder sind bald 7 und bald 3.

            Eine Scheidung ist momentan noch kein Thema. Ich bin noch zu sehr mit den nächsten Schritten beschäftigt um mir darum Gedanken zu machen. Erst mal muss ich zusehen dass ich wieder Fuß fasse.

    Lass Dich doch mal beim Anwalt beraten. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, dass Du das Haus behalten kannst.
    Oder Dein Mann weicht zurück, wenn er dadurch merkt, wie ernst es Dir ist.

    (14) 24.08.16 - 00:08

    ... in München ein Haus zu finden, das man abbezahlen kann, grenzt ja schon an ein Wunder. dass du davon nicht einfach dich verabschieden willst - auch in Bezug auf die Investition für eure Kinder, das kann ich gut verstehen.
    deswegen wäre mein einziges Argument, dass er doch einstimmen könnte, dass das Haus für eure Kinder sein soll - jetzt und später...
    vielleicht kannst du ihn überzeugen, dass die Kinder nicht an eurem Konflikt leiden sollen und dass ihr über andere Dinge streiten könnt, aber nicht über Dinge, die eure Kinder betreffen... er freut sich sicherlich auch, wenn er weiß, dass die Kinder später vermutlich ganz gut da stehen...

Top Diskussionen anzeigen