Fernbeziehung - des Rätsels Lösung?

    • (1) 24.08.16 - 12:30

      Hallo,

      ich möchte mir mal meinen Frust von der Seele schreiben, da ich momentan irgendwie in der Luft hänge.
      Kurz zur Ausgangssituation er (35), ich (31) führen seit 3,5 Jahren eine Fernbeziehung über knapp 400 km und 2 Länder (D/Ö).
      Wir beide arbeiten in der oberen Führungsebene und haben recht gute und solide Jobs.
      Beide haben noch kein Eigentum und keine sonstigen Altlasten wie Kinder, Schulden usw.

      Ein Zusammenleben ist geplant bzw. ein Umzug zu ihm. Jedoch gibt es in meiner Sparte nicht sehr viele Jobs bzw. sind Inländer immer bevorzugt worden.
      In 1,5 Jahren hagelt es rund 200 Absagen. Er schließt einen Umzug zu mir bis jetzt eher aus bzw. möchte seinen Wohnort nicht verlassen.
      Ich wohne etwas urban jedoch stark touristisches Umfeld und er wohnt eher in einem Industriegebiet, jedoch auch nicht in der Stadt sondern außerhalb.

      Der Umzug an einen 3. Ort kommt eigentlich für keinen von uns in Frage.

      Ich sehe meine Zukunft mit diesem Mann aber ich habe wirklich genug von den ganzen Absagen und bewerbe mich jetzt nicht weiter.

      War jemand mal in einer ähnlichen Situation?

      Wie würdet ihr reagieren bzw. uns raten?

      Kennt jemand des Rätsels Lösung?! Wenn ja, würden wir uns megafreuen diese zu lesen. :-D

      • Ich fasse zusammen:

        Du hast dich bemüht, findest aber nichts, bewirbst dich nun nicht weiter.
        Er will sich nicht bewegen.
        Ein dritter Ort scheidet aus.

        Mein Ergebnis: ihr habt keine Zukunft.

        Ich bin ganz klar bei dir, dass das ein riesiger Schritt ist, so weit weg von der Heimat zu sein.

        Aber ohne sich zu bewegen werdet ihr beide nicht zusammenkommen, bzw, eure Fernbeziehung bis in alle Ewigkeit weiterführen.

        Oder einer von euch schafft es, seinen Job dahingehend zu verändern, dass ihr ihn von zu Hause ausüben könnt und nur zeitweise ins Büro pendeln müsstet.

        Ansonsten sehe ich schwarz.

        Gruß 'Hezna #klee

        • So klar wollte ich das garnicht lesen :-(

          Er könnte wenn er wollte sicher die Hälfte seines Jobs per Homeoffice erledigen. Wir müssen am WE echt mal Nägel mit Köpfen machen.
          Vorallem da wir uns gemeinsame Kinder nicht nur theoretisch vorstellen können.

      Ich sehe es genauso...wenn ihr beide auf euren Standpunkten beharrt (du bewirbst dich nicht, er will nicht umziehen) gibt's wenig Spielraum für eine gemeinsame Zukunft. Klar ihr könntet bis zur Rente eine Fernbeziehung führen...wollt ihr das?

      Wie sehen denn seine Chancen aus bei dir einen vergleichbaren Job zu finden und warum schließt er einen Umzug so aus? Du hast dich ja bemüht, leider hat es noch nicht geklappt, jetzt wäre er mal dran guten Willen zu zeigen.

      Bei Fernbeziehungen wagt immer einer den Schritt ins Ungewisse, weg von der alten Heimat...aber das muss ja nicht zwangsläufig die Frau sein. Wenn ihm also was an dir und der Beziehung liegt sollte er jetzt mal handeln. Wenn er auch nichts findet müsste man das ganze eh nochmal neu überlegen.

      • Meiner Meinung nach ist jetzt klar er am Zug.
        Seine Jobchancen stehen weit besser, da Fachkräfte in diesem Bereich fehlen.

        Eine Fernbeziehung auf ewig schließe ich für mich aus. Ich möchte aber diese ansonsten wirklich paradisische Beziehung nicht so leichtfertig aufgeben.

        • Dann rede nochmal in aller Ruhe mit ihm - am besten persönlich wenn ihr euch wieder seht.

          Ich glaube Männer verlassen manchmal ihre Komfortzone viel zögernder als Frauen...weg von der Familie, von Freunden etc. Aber ihr wollt ja eventuell auch auf kurz oder lang gesehen eine eigene Familie gründen.

          Wenn ihm genauso viel an der Beziehung liegt wie dir, findet ihr bestimmt eine Lösung. Man muss ja auch dazu sagen kein Umzug muss für immer sein. Vllt sieht es in 5-6 Jahren ganz anders aus und ihr könnt "zurück".

    <<Er schließt einen Umzug zu mir bis jetzt eher aus bzw. möchte seinen Wohnort nicht verlassen.<<

    Warum? Was sind seine Argumente, bzw wie rechtfertigt er es, dass er umgekehrt DIR diesen Schritt selbstverständlich zumutet?

    Gruss
    agostea

    • er will nicht ... er ist sehr verwurzelt (Vereine, Familie....).

      Weiters wartet er seit Jahren auf eine versprochene Beförderung. Diese Chance will er nicht verpassen. Jedoch bin ich etwas realistischer und bezweifle, dass diese Beförderung jemals kommen wird.

      • Verwurzelt - wer ist das nicht?
        Ich finde es fragwürdig, wenn der Partner Opferbereitschaft voraussetzt, selbst aber nicht zu "geben" bereit ist.

        Vorsicht.

        "Weiters wartet er seit Jahren auf eine versprochene Beförderung. " #rofl#rofl#rofl#rofl

        Nimm es mir nicht böse, aber eine Führungskraft die auf eine Beförderung wartet, ist bei mir unten durch!!!! Offensichtlich braucht NIEMAND zu befürchten, dass er mal weg ist, deswegen wird er im LEBEN nicht befördert werden.
        Entweder Dein Liebster stellt sich auf die Hinterbeine bewirbt sich, oder lässt sich headthunten und legt nächsten Monat dem Chef mal 3 Alternativen auf den Tisch (Firma A, Firma B, aktuelle Firma + Beförderung), wo der in die Pötte kommen muss, ansonsten ist er in 1 Monat und 1 Tag dort fort!

        Wenn Du Kinder planst, wie stellst Du Dir den unmittelbaren Alltag in den ersten 3 Monaten als Führungskraft vor - mit Baby und Mann der ebenfalls eine Führungskraft ist und wahrscheinlich nicht zuhause hocken kann.
        Angagiert ihr eine Kinderfrau (haben wir gemacht) + flexible Arbeitszeiten. Wie lange soll das so gehen?

        Bleibt einer von Euch zu Hause? Wie lange? Was macht die jeweilige Firma so lange ohne Führung? Meint ihr wirklich, dass alle anderen Anwerter auf den Führungsjob zugucken und sich übers neue Leben freuen? Welches Leben wollt ihr mit Kind weiter führen?

        Ja, ihr solltet Nägel mit Köpfen machen! Als erstes überlegt Euch wie das gemeinsame Leben mit Kind und Beruf aussieht, auch langfristig? Das mit dem Wohnort scheint mir eher ein marginales Problem zu sein.

        Derzeit lebt ihr wie zwei Singel, die hin und wieder Sex miteinander haben - das ist sehr unverbindlich und einfach sich auf den Wohnort zu kaprizieren.

        LG, I.

        • Mein Partner ist sehr loyal seinem Chef gegenüber und in dieser Beziehung auch zu gutmütig. Er hat sich jetzt jahrelang richtig reingekniet und möchte auch aus diesem Grund nicht wirklich wechseln. Die Ellenbogentaktik liegt im als Österreicher vielleicht nicht so wie mir als Deutsche. Da gibt's schon Unterschiede in der Mentalität.

          Im Falle von Kindern würden wir beide versuchen zu reduzieren und uns dann um eine flexible Tagesmutter oder ein Au-pair kümmern. Aber solange noch nicht mal klar ist wo wir wohnen werden mache ich mir über diese Dinge noch keine Gedanken.

          Noch weitere 3 Jahre möchte ich nicht mehr warten, da ich dann mit 34 auch schon sehr als bin um wieder einen neuen Partner zu finden und mit ihm dann eine Familie zu gründen.

          Jetzt auf teufelkommraus schwanger zu werden und dann auf ein Wunder zu hoffen, kommt nicht in Frage. Dafür bin ich zu sehr Kopfmensch.

          • Nun was soll man dazu sagen .... ein Mann, der seinem Chef, seinem Verein, seiner Familie und seinem Wohnort verbunden ist und eine Frau, die genau nur den Job machen will, den sie jetzt hat, werden halt eher selten einen gemeinsamen Haushalt und ein gemeinsames Familienleben führen, schließlich gibt es davor noch andere Prioritäten die zu beachten sind.

            Ich habe den Eindruck, ihr denkt nicht wie ein Paar, eine Familie, der es im GANZEN gut gehen soll, sondern eher jeder für sich. Seid ihr nicht im Stande einen Positionswechsel zu vollziehen und Euch in die Lage des jeweils anderen hinein zu versetzen und gemeinsam eine Lösung finden??? JEDER von Euch muss ein Opfer bringen und im Gegenzug wird eine Beziehung gefestigt, auf 2.0 gehoben, aber offenbar "lohnt" sich das nicht. :-(

Könntest Du denn damit leben, weiterhin eine Wochenendbeziehung zu führen? Bzw. dass Dein Partner seinen Lebensmittelpunkt unter der Woche woanders hat, als Du?

Wir machen das so. Fernbeziehung seit 3,5 Jahren, 200 km und er hat jetzt den Job in seiner Heimatstadt gewechselt. Zusammenziehen ist insofern geplant, als dass er mit mir hier eine Wohnung beziehen will, trotzdem aber den Arbeitsplatz behält. Für mich ist das okay, allerdings haben und planen wir auch keine gemeinsamen Kinder.

  • DANKE für deine Antwort.

    So oder so ähnlich könnte ich es mir schon vorstellen. Dass er die Hälfte des Monats bei mir ist und per Homeoffice arbeitet und 1-2 Wochen im Monat MO-FR in einer kleinen Wohnung vor Ort wohnt für Meetings und gröbere Geschichten.

    Wie dies mit Kindern aussieht weiß ich selbst nicht. Aber viele Frauen schaffen dies ja auch.... Mal schauen. Am Sonntag haben wir uns ein längeres Gespräch vorgenommen. Hoffe ich werde nicht desillusioniert.

    • Männer, die auf Montage gehen oder einen Brummi-Job haben, sind auch viel unterwegs. Menschen, die einen Job haben, in dem sie viel im In- und Ausland reisen müssen, sehen ihre Familien auch oft tage- und wochenlang nicht. Und frag nicht nach Soldaten. Mein Chef wohnt in Berlin, unsere Firma ist in Bayern.

      400 km sind kein unüberbrückbares Hindernis. Wenn das erste Baby/Kind noch klein ist, könntest Du während der Elternzeit sogar selbst mitkommen.

      Und man gewöhnt sich dran. Das Schöne an solchen Beziehungen ist, dass man sich immer wieder riesig darauf freut, Zeit miteinander zu haben.

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