Ich bin so down

    • (1) 29.08.16 - 08:53
      TraurigAugust

      Guten Morgen,

      mein Mann sagte mir vorletzte Woche, dass er ich nicht mehr liebt. Wir hätten uns auseinander gelebt, er würde mich noch mögen, aber die Liebe sei weg. :-(

      Ich halte das so schlecht aus, es fühlt sich an, als wäre mir irgendetwas rausgerissen innerlich.

      Vor einigen Tagen habe ich eine Freundin besucht, welche schon mal in der gleichen Situation war mit ihrem Mann; sie ist so selbstbewusst, sie hat sich damals gesagt "dann hat er halt Pech gehabt!", und ist ausgezogen (damals hatten sie noch keine Kinder).

      Ihr Mann hat dann ganz schnell gemerkt, dass er einen Fehler gemacht hat, und sie sind auch schon lange wieder zusammen.

      Da ich kein gutes Selbstwertgefühl habe, bin ich ziemlich down, dabei würde ich selber gerne so reagieren. Stattdessen hoffe ich irgendwie die ganze Zeit, dass seine Liebe wieder kommt. Ich gehe aus, lasse ihn in Ruhe, versuche, mich auf mich zu konzentrieren.

      Bei uns hängt allerdings auch etwas mehr dran, wir haben eine kleine Tochter, die uns beide sehr liebt. :-(

      Gruß,

      Traurig

      • Oje, das ist eine ganz schlimme Situation für dich, dass dich mal drücken #liebdrueck

        Dass deine Freundin damals so reagiert hat zeugt zwar von großer Stärke- die aber in dieser Situation nur die wenigsten Menschen haben. Das hat auch nichts mit mangelndem Selbstwertgefühl zu tun. Es ist doch klar dass man nach so einer Nachricht erst mal am Boden ist. Und deren Mann kam zurück, da tut Sie sich jetzt leicht mit reden- wer weiß ob Sie damals wirklich so cool reagiert hat wie Sie es dir jetzt erzählt.

        Was du jetzt allerdings nicht tun solltest ist klammern- das treibt Ihn noch mehr weg.

        Hast du die Möglichkeit ein paar Tage woanders hin zu ziehen- oder dein Mann? Vielleicht wird er sich dann wieder mehr bewusst was er an dir hat. Habt Ihr drüber geredet warum die Gefühle weg sind? Zu viel Alltag, zu viel Gestreite? Oder hat er, sorry, vielleicht eine Andere kennengelernt?

        Ich wünsche dir viel Kraft für die kommenden Wochen!

        LG Luna

        • (3) 29.08.16 - 09:22

          Nein, eine andere nicht, das würde ich mitbekommen, er ist auch sehr oft zu Hause.

          Wir haben uns einfach auseinander gelebt und viel gestritten im letzten Jahr.

          Ich verstehe auch nicht, warum man nicht daran arbeiten kann, zumal ich weiß, dass er mich mal sehr geliebt hat. Aber er sagt, das sieht er nicht. Er blockt komplett ab.

          Ich denke, ich muss gehen, ich kann ja nicht bei jemandem bleiben der mir sagt, dass er mich nicht mehr liebt.

          • Schade dass er so komplett dicht macht. Du hast recht, aktuell hat das so keinen Sinn und es ist eine Mega Belastung.

            Schon alleine deshalb wäre räumlicher Abstand für euch wichtig. Mit Glück kommen dann bei Ihm doch die Gefühle wieder.

      (5) 29.08.16 - 10:23

      Ich möchte lieber in Schwarz schreiben, da ich meine Geschichte nicht „nach außen“ tragen möchte.

      Ich war in einer ähnlichen Situation. Mein Mann und ich waren 7 Jahre lang zusammen und irgendwann ist er nach Hause gekommen und hat mir gesagt, dass er keine Gefühle mehr für mich hat.
      Mir ist der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Natürlich hatten wir gute und schlechte Zeiten, aber mit dieser Aussage habe ich so gar nicht gerechnet.

      Ich stand unter Schock (habe in den nächsten 3 Monaten über 25 kg abgenommen). Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Wir hatten uns doch so geliebt, haben geheiratet. Wie kann denn dann bitte die Liebe einfach weg sein?
      Ich habe ihn gelöchert, übrigens absolut verkehrt, aber da seine Aussage für mich so überraschend kam, brauchte ich Antworten.
      Seine Antworten waren u.a.: Er hatte keine Andere, er würde mich noch lieben, aber nicht mehr so, wie früher. Er mag mich als Mensch, aber er bringt die Gefühle nicht mehr auf wie früher.

      Ab da begann die Achterbahn der Gefühle für mich.

      Ich war so wütend auf ihn, weil ich nichts geahnt hatte und er mir keine Chance gelassen hat, an mir zu arbeiten.

      Ich war so unfassbar traurig, dass ich während der Arbeit ständig auf die Toilette rennen musste, weil ich Tränen in den Augen hatte und weinen musste.
      Ich war hoffnungsvoll, weil ich im Internet immer wieder Geschichten gelesen habe (ich habe ja auch konkret danach gegoogelt), wie einige wieder mit ihrem Ex-Partner zusammengekommen sind.
      Ich hatte große Angst, weil ich von vorne beginnen musste. Neue Wohnung, neuer Freundeskreis. Da stand ich da mit 30, bald geschieden, meinen Job fand ich ätzend, finanziell sah es bescheiden aus…

      Die erste Zeit dachte ich mir „Ich kann ohne ihn nicht leben. Wer wird mich denn überhaupt haben wollen?“ Dann dachte ich mir, wenn ich abnehme, mich anders kleide, anders auftrete, dann wird er schon merken, was er an mir hatte und ich würde ich zurückgewinnen. An Aufgeben dachte ich nicht. Für mich war klar: Es ist eine Phase und er wird bald merken, was für einen Fehler er begangen hat.

      Ich war in einem Internetforum und schrieb meine Geschichte. Ich bekam Zuspruch und viele Tipps. Jedoch konnte ich damit nichts anfangen, wenn sie mir alle schrieben „Irgendwann wird es weniger weh tun und du wirst einen anderen Partner finden!“ Ich wollte doch keinen anderen. Ich wollte ihn! Wir waren doch so glücklich. Diese doofen Sprüche a la „Die Zeit heilt alle Wunden“ waren für mich nur so dahergeschwaffelt.

      Letztendlich war es so, dass seine Gefühle nicht zurückgekommen sind. Ich bin ausgezogen und habe erstmal mein Leben sortiert. Ich war fix und fertig und habe die ersten 3 Monate nur geweint. Mich konnte keiner aufmuntern bzw. ablenken. Aber ich finde das ok. Das ganze Weinen hat mir geholfen, abzuschließen. D.h. wenn du weinen musst, dann weine. Lass dir Zeit beim Trauern! Das braucht einfach seine Zeit…

      Dann kam die Einsicht, dass ich die Gefühle für mich ja nicht erzwingen kann. Und ich musste feststellen, dass Gefühle einfach weg sein können, obwohl man zusammen war. Ich hing schließlich auch nicht mehr an meinen Ex-Freunden, obwohl ich mit diesen jahrelang zusammen und glücklich war…

      Ich kann dir nur den Tipp geben: Nimm dir jetzt die Zeit für dich und deine Tochter! Achte nur auf sie und dich! Mach die ersten Schritte bzgl. Auszug usw. Du ersparst dir viel Leid!
      Meiner Meinung nach können Kinder von geschiedenen Elternteilen ebenfalls sehr glücklich sein, wenn die Eltern das Wohl der Kinder im Blick haben. Deswegen mach dir darüber keine Gedanken. Deine Tochter wird euch nach wie vor beide lieben, auch wenn ihr nicht mehr zusammen seid.

      Es tut mir so leid für dich und ich fühle gerade so mit dir. Meine Trennungszeit ist gerade so präsent und ich weiß ganz genau, was du jetzt durchmachst.

      So absurd es sich anhört: Aber heute (ca. 3 Jahre nach der Trennung) denke ich so positiv an die Zeit nach der Trennung zurück. Diese Zeit in der neuen Wohnung, die gewonnenen Freiheiten, die Zeit mich mit mir selber auseinanderzusetzen usw.

      Ich wünsche dir alles Liebe und Gute! Und ich kann dir das Buch „Wenn der Partner geht: Trennungsschmerz und Liebeskummer bewältigen“ (Dr. Doris Wolff) so ans Herz legen. Ich habe bei jedem zweiten Satz innerlich nicken müssen und es hat mir sehr über die Trennungsphase geholfen.

      Alles Gute dir! #herzlich

      • Sehr gut geschrieben, und für jeden nachvollziehbar, der eine Trennung - ob mit oder ohne Kinder kennt.
        Nur wie du geschrieben hast, ist alles ein Prozess des Leidens, den man erst danach als Erfahrung einordnen kann und will.

        Jedenfalls den Partner nicht nerven, um sich am Ende durch Streitereien nicht noch mehr selbst zu verletzen, und das Kind einfach (leicht gesagt) genauso lieb haben wie vorher....

        Alles Gute

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