Erstes Kind eingeschult, Frau dreht am Rad

    • (1) 09.09.16 - 09:21
      Schulkindpapa

      Der Titel sagt es schon, diese Woche wurde unsere 1. Tochter eingeschult und meine Frau dreht am Rad. Schon die Vorbereitungen waren umfangreich: Welcher Schulranzen, Schultüte basteln, Kleid nähen, alles selbst, in mehreren Durchgängen bis alles passte. Am Tag der Einschulung war die Gefahr, dass wir zu spät kommen und keinen guten Platz mehr kriegen so groß, dass wir die ersten auf dem Parkplatz waren - naja, geschenkt.

      Am 1. Tag gab's nach der Feier auch gleich eine kleine Hausaufgabe, die Kinder sollten ihre den Inhalt ihrer Schultüte malen. Malen mochte meine Tochter schon immer gerne, viel und ausgiebig. Mir aber fast die Augen rausgefallen, als meine Frau sich zu den "Hausaufgaben" neben meine Tochter setzte und zuschaute, wie sie ihr Bild malte.

      Am 2. Tag kommt bringt meine Frau meine Tochter nach Hause, ich bin noch nicht ganz mit dem Essen fertig. Da schiebt sie sie gleich ins Wohnzimmer, gleich schon vor dem Mittagessen schon mal mit den Hausaufgaben anfangen, die anderen Kinder hatten die eine Aufgabe sowieso schon in der Schule fertig. Wieder Tür zu, sie setzt sich daneben, Tochter soll machen. Noch bevor es das Essen gibt, kamen schon zwei Mal Tränen. Auch ohne Psychologiestudium würde ich vermuten, dass da offenbar der Druck etwas zu hoch für die kleine Maus ist.

      Nach dem Essen erzählt mir meine Frau, meine Tochter hätte in der Pause mit Bonnie Jacqueline, dem (sorry!) assigsten Kind der Klasse gespielt statt mit den Freundinnen aus dem Kindergarten, mit denen sie zusammen eingeschult worden ist, wohin das noch führen soll...

      Ich meinte zu meiner Frau, sie möge sich mal locker machen, aber da knallte es natürlich erst richtig, ich würde alles verharmlosen, man müsste alles gleich von Anfang an richtig machen etc. pp.

      Da ich sonst eigentlich ich das Geld verdiene und meine Frau sich primär um die Kinder kümmert ist meine grundsätzliche Einstellung, dass sie dann auch entscheiden muss, wie sie mit Hausaufgaben etc. umgeht und ich ihr da nicht groß reingrätsche. Allerdings kann ich es meiner Tochter ja kaum antun, dass das so weiter geht und ihr jeder Spaß am Lernen schon in der ersten Woche genommen wird. Oder ist das heutzutage normal, dass sich die Vorstadtmamis so verhalten? Oder gibt sich das?

      Wie löst ihr solche Konflikte in der Partnerschaft, wenn der eine in Sachen Kindererziehung überfürsorglich ist und der andere übermäßig entspannt?

      Ohje, das kommt mir ja schon irgendwie bekannt vor, ich war auch ein wenig so #schein
      Du solltest ihr sagen, dass sie durch ihr momentanes Verhalten (es gibt ja auch schon Tränen!) eurer Tochter evtl. den Spaß an der Schule nimmt, vielleicht gibt ihr das zu denken.
      Viel Erfolg und alles Gute!

    (7) 09.09.16 - 10:52

    Hallo, also bis zu dem Ding mit Hausaufgaben musste ich echt grinsen. Das ist halt so ein "Frauending";-). Auch noch das sie sich einfach dazu setzt bei den Hausaufgaben, das finde ich gerade am Anfang okay. Aber Tränen und Co sind einfach ein Schritt drüber.

    Finde einfach mal heraus, wie es in ihrer Kindheit lief. Ich denke das spielt jetzt etwas mit hinein und du kannst dementsprechend reagieren.

    Ansonsten....drehe ich was das Kind angeht am Rad, dann bekomme ich von meinem Mann den Kopf gewaschen. Umgekehrt genauso. Funktioniert meistens super.

    • (8) 09.09.16 - 12:10

      Danke für den Hinweis mit der Kindheit - das könnte z.T. sein, zumal das Thema Kindheit an sich ein einigermaßen rotes Tuch ist.

      Was mir fast wahrscheinlicher vorkommt, ist ein Wettbewerb unter den Schulkindmamis. Die erste fängt an, die Schultüte selbst zu basteln, da muss die nächste mindestens gleich noch ein passendes Kleid dazu nähen. Die erste kommt eine halbe Stunde vor der Zeit zur Einschulungsfeier, dann muss die nächste mindestens eine Dreiviertelstunde vorher da sein usw.

      Und diesen Wettbewerb gibt's dann auch ums Behüten: Wir fragen uns nicht, trauen wir das unserer Tochter zu, sondern überlegen, wenn Nele noch nicht alleine zur Schule gehen darf, dann soll Merle das auch nicht usw. Und wer seinem Kind mehr zutraut (nicht selten dann doch die Väter), muss sich mit Ängsten auseinander setzen und ist schlimmstenfalls, wenn tatsächlich etwas passieren sollte, immer der Depp.

Du bist ein Fake, oder? Bitte ja!

Sonst hat deine Frau ein massives Helikopter Mutter Syndrom.

Lg Sportskanone

  • (10) 09.09.16 - 11:36

    Schwarzschreiber ja, Fake leider nein.

    Ok, also kein Fake.
    Dann sollte deine FRau wohl mal ein anderes "Hobby" suchen. Wir haben 4 Kinder, 3 Schulkinder. Ich habe noch nie neben einem hausaufgabenmachenden KInd gesessen. TRotzdem oder deswegen sind die älteren auf dem Gymnasium, denn dort ist Selbststädigkeit eine KOmpetenz die erforderlich .Sie will ja wohl nur das Beste für euer KInd, alles abnehmen ist kontraproduktiv (google mal verwöhnte KInder) Das kannst du deiner Frau auch sagen. Habe ich auch nicht die Zeit, war aber auch noch nie nötig. Wenn sie Hilfe brauchen kommen sie zu mir. Wir arbeiten aber auch beide .

    Selbstständigkeit entwickelt ist verdammt wichtig. Und Hausaufgaben sollten soweit wie möglich alleine geschafft werden!

    Lg Sportskanone

Gibt auch Mamis, die keine Vorstadtmamis sind und arbeiten gehen. Nee, das gibt sich nicht. Ich habe keine Kinder, habe aber genug Kontakt zu solchen Muddis. Auch wenn sie sagen, dass sie sich gebessert haben, solange das Kind das mit sich machen lässt, wird sich Muddi auch nicht ändern.

Ja bitte, du solltest dich einmischen. Du bist der Vater.

Vielleicht ist deine Tochter aber auch so schlau und verweigert irgendwann alles Schulisches, weil sie sich denkt, Mami ist zuhause, Papi verdient das Geld, warum muss ich mich stressen und was für die Schule machen, wenn ich später doch auch nur Hausmuddi und Ehefrau sein kann.

Sorry, aber euer Rollenbild ist für mich auch nicht gerade ein tolles Vorbild für ein Kind, schon gar nicht für ein Mädchen.

  • (13) 09.09.16 - 11:44

    Möglicherweise sind wir keine guten Rollenvorbilder.

    Tatsächlich denke ich aber mittlerweile, wir trennen unsere Rollen nicht zu viel, sondern zu wenig.

    Meine Eltern (Ü80) hatten ihr Lebtag wenig Stress miteinander, ganz einfach weil sie sich nicht viel in die Quere kamen, weil sie jeder seinen Bereich hatte.

    Bei uns gibt es häufig Stress, weil noch der Belag des Pausenbrotes ausdiskutiert werden muss.

    Dabei geht es mir einfach um eine sinnvolle Arbeitsteilung, die dann auch bedeutet, dass die Person, die die Aufgabe übernommen hat, selbst entscheiden kann, wie sie ausgeführt wird.

    Ich hätte, glaube ich, auch keine allzu großes Problem damit, dass sie das Geld verdient und ich komplett zu Hause bin. Aber dann wäre es auch vorwiegend meine Sache, wie ich den Haushalt schmeiße. Eingriffe sind nur erlaubt, wenn etwas komplett schief zu gehen droht und genau das ist es, was ich mich da im Falle meiner Tochter gerade frage.

    • Und warum um gottes willen muss immer einer daheim bleiben von euch beiden??

      Das kapier ich nicht ausser ihr hättet noch nen baby oder kleinkind was noch nicht betreut wird.

      Ja mancherorts ist die Betreuung nicht so prall (hier auch nicht) aber für nen 400 euro job oder teilzeit reicht es allemal.

      Schon als Vorbildfunktion fürs kind.

      Über pausenbrote etc. würde ich mich gar nicht streiten oder diskutieren..
      Mir kommt es vor als hättet ihr beide so einen leichten heli touch #kratz net bös gemeint.

      (15) 09.09.16 - 19:04

      Hallo schulkindpapa,

      wenn jemand, der keine Kinder und daher keine praktische Erfahrung bzgl. Aufgabenteilung in Familien mit Kindern hat, Dir sagt, dass Ihr schlechte Rollenvorbilder seid - dann vergiss es. Du und Deine Frau habt Euch so organisiert, wie es für Euch passt und in Ordnung ist. Darum hat kein Außenstehender das Recht, Deine Frau verächtlich und herabwürdigend als "Muddi" zu bezeichnen. Der Ehrgeiz Deiner Frau bzw. ihre Sorge um einen guten Schulstart Eurer Tochter wäre vermutlich ebenso überzogen, wenn sie berufstätig wäre.

      Dir als Vater Deiner Tochter steht es absolut zu, Deine Frau einzunorden. Sie soll sich entspannen und darf stolz darauf sein, dass Eure Tochter offen für neue Bekanntschaften ist und nicht an ihren alten Freundinnen klebt. Hey, das pendelt sich ein. Deine Frau hat die gleichen Ängste wie viele andere Mütter, die ihr erstes (ersetzbar durch ihr jüngstes - kleinstes - ängstlichstes etc., denn Gründe für Ängste um unsere Kinder gibt es viele!) Kind in einen neuen Lebensabschnitt aufbrechen sehen. Eure Tochter wird mit großer Wahrscheinlichkeit den Leistungsansprüchen der Grundschule genügen.

      LG, argumente

      (berufstätige Frau und Mutter von drei jugendlichen SchülerInnen. Und trotz Berufstätigkeit auch besorgte und sorgende Mutter)

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