Mann macht Karriere. Und ich putze

    • (1) 16.09.16 - 09:59
      Hausmäuschen

      Meine Lieben

      Jetzt habe ich auch mal eine Frage an Euch: Ich bin verheiratet und Mutter von zwei Kindern, die Grosse in der 5., die Kleine in der 1. Klasse. Mein Mann und ich sind schon seit unserer Jugend zusammen. Wir haben schon immer beide gearbeitet, ich im Büro und mein Mann war immer selbstständig. Lange Zeit hat mein Mann mal mehr, mal weniger verdient. Für das regelmässige Einkommen habe ich gesorgt. Es war nie üppig, aber meist sind wir ganz gut über die Runden gekommen. Ich habe ihn immer unterstützt, auch als es mal schwierig wurde.

      Seit zwei Jahren hat er aber eine Festanstellung. Und seither geht es für ihn steil nach oben. Er übernimmt immer mehr Verwantwortung in dem Betrieb und verdient immer mehr. Und ist auch immer mehr weg von zu Hause.

      Ich arbeite immer noch halbtags, verdiene aber nur einen Bruchteil von dem, was er heimbringt.

      Nun habe ich Angst, dass er davon zieht und ich sitzen bleibe. Die Kinder brauchen mich immer noch sehr, Schule, Termine, Haushalt und so weiter muss jemand erledigen. Da mein Mann meist erst spät heimkommt, bin ich den ganzen Tag "zu Hause angebunden".

      An seiner Liebe zweifle ich nicht. Ich habe auch Freundinnen und ein Sozialleben. Nur findet das zunehmend ohne meinen Mann statt.

      Versteht mich richtig, es läuft eigentlich alles perfekt für uns. Ich zweifle auch nicht an seiner Liebe oder seinem Respekt. Nur nagt die Angst an mir, dass ich einfach abgehängt werde. Er macht spannende Projekte, lernt Leute aus der ganzen Welt kennen. Und ich lerne die Bedienung der Waschmaschine auswendig.

      Er geht auf ein Feierabendbier abends um zehn und ich mach Gutenacht-Tee für die Kinder.

      Ich habe einfach Angst, dass er mich irgendwann öde findet. Oder keine Lust mehr hat, mich "auszuhalten". Wegen der Kinder kann ich auch nicht mehr arbeiten, will ich auch nicht. Und die Kinderbetreuung vor Ort ist sehr teuer und auch nicht gut. Wenig Kontrolle und zu viele Kinder

      Habt ihr Tipps, was ich ändern kann?

      lg Hausmäuschen

      • Ich verstehe Deine Ängste sehr gut und kann sie auch nachvollziehen. Es ist oft genau diese Situation, die eine Ehe zum scheitern bringt, zu Hause die "kleine" Frau die sich um alles kümmert, die an den arbeitenden Helden auch noch heimatliche Ansprüche stellt und da draußen das große weite Leben.

        Was Du tun kannst? Nun ja.... ich weiß nicht, was für ein Typ Dein Mann ist, ist er für das weite Abenteuer empfänglich oder jemand, der weiß wo er hingehört? Letzteres wäre deutlich von Vorteil.

        Ansonsten würde ich sagen... aufpassen, achtsam sein. Dich als "hausmäuschen" nicht selber klein machen und klein reden sondern ebenso aufrecht durchs Leben gehen und stolz sein, auf das was Du wuppst.

        Nicht zu sehr ins Mama-Sein abtrudeln und mal auf den Gute-Nacht-Tee für die Kinder scheißen (sorry #cool) und mit auf ein Feierabendbier gehen. Bleibt aufmerksam füreinander und seht euch nicht nur als Eltern sondern auch als Mann und Frau, schafft euch Schlupflöcher jenseits von Arbeit und Kindern, Zeit nur für euch zwei als Paar.

        Und Arbeit ist nicht alles.... Dein Mann sollte es nicht aus dem Ruder laufen lassen und auf akzeptable Feierabendzeiten achten.

        Aber am Ende..... sind immer beide Partner gefragt, damit eine Ehe funktioniert. Wenn Dein Mann irgendwann die große Flatter kriegen sollte biste doch machtlos.
        Oder umgekehrt, vielleicht möchtest Du auch irgendwann nicht mehr mit einem nur noch abwesenden Mann leben, wer weiß das schon?

        deswegen... seid aufmerksam miteinander und füreinander. Das wäre mein "Rat"....

        Lichtchen

        • (3) 16.09.16 - 10:27

          Danke für deine nette Anwort. Das versuche ich und bisher war unsere Ehe auch sehr gut.

          Er ist auch kein "Draufgänger". So kenne ich ihn nicht, auch wenn man das natürlich nie wissen kann.

          Es ist nicht so, dass ich mich klein mache. Nur kann ich selber sehen, dass meine Gesprächsthemen langsam aber sicher einseitiger werden. Er ist kein klassischer Workaholic, weil er liebt, was er tut. Das war schon früher so, aber jetzt bekommt er auch die Anerkennung.

          Ach, ich weiss auch nicht, was eigentlich mein Problem ist :-(

          • Gemeinsame Hobbys Pläne und Ziele finde ich persönlich ganz wichtig.

            Mein Mann ist auch derjenige von uns der Karriere macht während ich nach der Elternzeit nur noch Teilzeit arbeiten werde. Ich bin jetzt (mit bv) schon 2 Jahre nur zu Hause, trotzdem haben wir abends noch viel Gesprächsstoff und eben nicht nur Brei, Windeln und babysprache.

            Gemeinsame Freizeit (Babysitter) und vllt lieber mal ein Abend im Restaurant anstatt dem feierabendbier hilft da auch schon etwas finde ich.

          • > Ach, ich weiss auch nicht, was eigentlich mein Problem ist<

            Ängste - und die hat man schonmal. solange sie einen nicht lähmen sondern aufmerksam sein lassen ist es doch nicht schlimm. Ab und zu mal reflektieren schadet sicher auch nicht.

            Deine Ehe ist gut, das sind doch gute Voraussetzungen. Erzähle Deinem Mann ruhig von Deinen Ängsten, er kann es wissen finde ich. Sicher macht er sich auch ab und an seine Sorgen/Gedanken und die drehen sich vielleicht um ganz andere Dinge - ich für mich finde es wichtig, dass man sowas auch miteinander teilt - sich mitteilt. das macht man nicht mal so zwischendurch,klar, aber wenn die Situation passt durchaus mal.

            Ich habe genug Ehen kaputt gehen sehen, auf genau die Art und Weise, vor der Du Angst hast, deswegen finde ich Deine Gedanken nicht so abwegig. Aber sich dessen bewusst zu sein ist doch schonmal ein guter Weg.

            Und Du arbeitest doch auch halbtags und hast noch was anderes als Kinder und Haushalt, wieso werden da die Themen einseitiger?

            Lichtchen

      Habt ihr denn auch gemeinsame Freizeit?
      Sowohl nur ihr beide als auch die ganze Familie?

      An deiner Stelle würde ich mehr für mich tun, einen Babysitter (vielleicht sogar Oma/Opa?) engagieren und auch öfter ausgehen (wie er es ja wohl auch tut), Sport treiben, etc.

      Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich nicht nur zuhause sitze, ist mein Mann "eifersüchtiger" - wenn auch nur gespielt - ich könnte ja jemanden kennenlernen #rofl

      Männer sind sich der "Hausfrauen" oft einfach zu sicher, scheint mir ... was soll den Frauen zuhause auch passieren ;-)

    • Bleibe interessiert an ihm, lass dir von ihm erzählen wie sein Tag war, zeige, dass du sein Engagement schätzt. Sprich aber auch mit ihm über deine Befürchtungen, bei seinem rasanten Tempo außen vor zu bleiben. Schließlich sind eure Kinder schon groß und vllt kannst du ihn auch hin und wieder begleiten? Bei uns zum Beispiel ist es so, dass ich zu vielen Firmenfeiern etc mit"darf", erst recht zum Feierabendbier mit Kollegen, wenn unser großer etwas größer ist ;-) dann werde ich ihn zum Teil auch auf Dienstreisen begleiten, so der Plan, auch wenn das dann natürlich auf eigene Rechnung geht - quasi extra Zeit zu Zweit.

      Mir tut es gut, dass er mich so einbindet: Dadurch kenne ich die Leute in seiner Arbeit, die Kollegen, die Themen, hab einen Grund mich hin und wieder schick rauszuputzen und fühle mich nicht ausgeschlossen aus seinem beruflichen Leben. Daheim erzählt er jeden Tag von der Arbeit - ich kenn mich da zwar nicht so wirklich aus, hab aber mittlerweile ausreichend "Grundwissen" um grob zu verstehen, worums geht und kenne die Kollegen gut genug, um den "Bürotratsch" interessant zu finden. Vielleicht könnte euer Weg auch ähnlich gehen, zumindest bis deine Kinder so groß sind, dass du dich wieder guten Gewissens auf die Karriere stürzen kannst?

      Eigentlich stehst du dir selbst im Weg.

      Anscheinend findest du das Berufsleben deines Mannes spannend und neidest ihm dies. Er lernt viele Menschen kennen, erhält Lob und Anerkennung im Beruf, erweitert seinen Horizont, hat andere Themen als "nur" Haushalt und Kinder. Du hast Angst, dass er weltoffen wird und bleibt und dich vielleicht irgendwann nur noch als Hausmütterchen sieht und langweilig findet.

      Allerdings führst du auch direkt Gründe an, warum du nicht mehr arbeiten gehen kannst und dass du das auch gar nicht willst.

      Dazu fällt mir nur ein: Leave it, love it or change it.

      "Die Kinder brauchen mich immer noch sehr, Schule, Termine, Haushalt und so weiter muss jemand erledigen."
      Mein Kind ist noch keine 3 Jahre alt, mein Mann kommt nur am Wochenende nach Hause und ich arbeite trotzdem 75% und nicht "nur" halbtags. Ich denke also schon, dass man durchaus mehr arbeiten kann, in Familien, die es sich finanziell nicht leisten können, muss es ja auch gehen.

      "Er geht auf ein Feierabendbier abends um zehn und ich mach Gutenacht-Tee für die Kinder."
      Warum kannst du abends nicht auch ausgehen, vielleicht sogar hier und da gemeinsam mit ihm? Babysitter? Großeltern?

      "Oder keine Lust mehr hat, mich "auszuhalten"."

      Ich glaube nicht, dass ihr euch über die Finanzen in die Wolle bekommt. Eine Zeit lang hast du ja das stabile Einkommen beigetragen, nun tut er das. Außerdem kann er das nur, weil du ihm den Rücken frei hältst. Müsste er sich um Kinder und Haushalt kümmern, könnte er diesem Job nicht so gut nachkommen wie er das aktuell kann.

      "Wegen der Kinder kann ich auch nicht mehr arbeiten,"

      Darüber kann man sicher diskutieren...

      "Habt ihr Tipps, was ich ändern kann?"
      Vielleicht mehr arbeiten, dadurch mehr Bestätigung aus dem Job und die Möglichkeit, selbst andere Themen für sich zu entdecken. Wenn mehr Arbeit nicht möglich ist, dann sind auch Weiterbildungen, ehrenamtliche Tätigkeiten, Vereinstätigkeit nicht drin - also nichts, das dich weiterbringen würde...

      Vielleicht musst du insgesamt die Kinder mehr "loslassen", auch mal Fremdbetreuung in Anspruch nehmen und dir mehr Freiheiten zugestehen.

      • Perfekt geschrieben!
        Zuhause sitzen, obwohl schon beide Kinder in die Schule gehen, nichts für die persönliche Weiterbildung tun - Möglichkeiten gibt es viele - und dann Angst haben, nicht mehr auf einem Level mit dem Mann zu sein.
        Diese Angst ist durchaus berechtigt. Aber dagegen kann man was tun - wenn man will.
        Ich hab lebenslang gearbeitet - mit zwei Kindern - und ich brauchte diese Ängste, zuhause langsam zu verdummen und mich mit meinem Mann nicht mehr unterhalten zu können, nie haben.

        Und mit meiner Rente kann ich auch leben; das nur so nebenbei an die Frauen gerichtet, die meinen, ihr Mann versorge sie sicher lebenslang....#cool
        LG Moni

        • (10) 16.09.16 - 12:35

          Danke dir.

          Wenn die Kinder in die Schule gehen, bin ich am Arbeiten! Wir kommen mittags zeitgleich heim und essen zusammen. Wenn sie am Nachmittags Schule haben, dann arbeite ich von zu Hause aus, sonst komme ich gar nicht auf meine Stunden.

          lg Mäuschen

      (11) 16.09.16 - 12:33

      Ich danke dir auch für deine Antwort

      Du hast schon recht. Ich könnte zwar etwas mehr Stunden arbeiten, aber ich sehe es irgendwo nicht ein. Es gibt für die Kinderbetreuung fast nur das schulische Angebot. Das hatten wir schon versucht und sind wieder davon abgekommen.

      Die Kinder sind nicht so toll betreut. Meine Tochter wurde mit Gewaltvideos konftrontiert und hat wochenlang schlecht geschlafen. Das will ich nicht nochmal.

      Wenn wir die Kinder in die Betreuung geben, dann geht mein zusätzliches Gehalt komplett dafür weg. Eine Tagesmutter würde noch mehr kosten. Ich arbeite gern, aber ich möchte dafür nicht draufzahlen.

      Neidisch? Ja vielleicht bin ich auch ein wenig neidisch. Ich gönne meinem Mann den beruflichen Erfolg und freue mich, dass er endlich die Anerkennung bekommt, die er verdient. Ich sehe nur im Moment fast keine Lücke, in der ich mich "verwirklichen" könnte.

      Wahrscheinlich ist das einfach so, bis die Kinder in die weiterführenden Schulen gehen.

      Danke nochmal.

      Hausmäuschen

(12) 16.09.16 - 12:34

Ich könnte Dein Mann sein. Meine Frau sitzt auch viel zu Hause und jammert manchmal. Der Reihe nach.

Angst lähmt. Du wirst nie verhindern können, dass ein Partner fremd geht oder sogar mit jemand Anderen verduftet. Das kann dem Karrieremensch passieren, genauso dem Fließbandarbeiter, der an seinem Fließband jemand kennen lernt. Also die Gedanken würde ich schnell mal verwerfen.

Wichtig ist, dass man sich trotz Karriere und Kindern auch genügend Paarzeit nimmt. Da krankt es bei uns und auch in vielen anderen Familien. Wegen Kindern, Haus etc. fühlen sich die Partner häufig zu sicher und vernachlässigen ihre Beziehung. Ich rede aus Erfahrung.

Anonsten ist Jeder sein eigenes Glückes Schmied. Dein Mann macht seine Karriere, Du machst "Karriere" am Kind. Such Dir Freiräume, dass Du auch Hobbies nachgehen kannst.

Meine Frau hat sich immer hinter den Kindern versteckt. Wegen der Kinder hat sie Dies und Jenes nicht gemacht. Meine Meinung, wenn man will findet man auch einen Weg.

  • (13) 16.09.16 - 12:44

    Danke dir. Es ist spannend, die Sicht eines Mannes zu hören!

    Ich jammere gar nicht - hoffe ich! Ich verstecke mich auch nicht hinter den Kindern, glaube ich zumindest. Irgendwer muss aber doch den Laden am Laufen halten?

    Morgens gehen die Kinder zeitgleich mit mir raus, ich gehe arbeiten. Und mittags sind wir wieder zusammen zu Hause.

    Am Nachmittag sind Haushalt, Hausaufgaben (grosses Thema bei uns!) und unser Garten angesagt. Dann ist schon wieder Abend und ich koche, wir essen und ich bringe die Kinder ins Bett. Ab 22 Uhr ist Ruhe. Dann kommt meist etwa mein Mann nach Hause. Oder ich schlafe schon, wenn er kommt.

    Früher haben wir uns Haushalt/Kinder geteilt. Das geht jetzt halt nicht mehr.

    Irgendwo sehe ich nicht, wo ich eine Lücke finden könnte für Weiterbildung? Hobbys habe ich schon, ich geh 1x die Woche in den Sport, habe Freunde. Ich mache auch einiges für andere.

    Paarzeit, ja, das fehlt ganz sicher bei uns! Nur wann denn, wenn wir uns unter der Woche kaum sehen? Wie macht ihr das?

    • (14) 16.09.16 - 13:52

      ...Irgendwer muss aber doch den Laden am Laufen halten?....

      Bitte nicht vergessen, dass Ihr Beide den Laden am laufen haltet. Letztens hat hier jemand eine ähnliche Geschichte gepostet unter dem Motto "mein Mann geht n u r arbeiten". Da bekomme ich fast Schaum vor den Mund ...."nur" arbeiten...

      Natürlich hat meine Frau mehr Anteile am Haushalt und in der Kindererziehung, dafür trage ich aber einen höheren finanziellen Beitrag bei. Meine Frau ist sogar mehrere Jahre gar nicht arbeiten gegangen. Den (finanziellen) Druck den ich verspürt habe, wir haben auch noch ein Haus mit hohen Schulden, ist kaum zu formulieren.

      Es geht also m.E. nur, wenn man gegenseitig respektiert, was der Andere leistet. In der Woche bin ich in der Regel einen Abend zu Hause, dass meine Frau auch mal für sich machen kann. Freitags versuche ich auch nicht zu spät zu Hause und halte mir möglichst das Wochenende für die Familie frei. Ab und zu gönnen wir uns dann Paarzeit, dass wir die Kinder unterbringen oder uns einen Babysitter besorgen.

      Ein Leben mit Kindern ist nicht immer einfach. Meist steckt einer etwas mehr zurück als der Andere und meist sind es die Mütter. Einen optimalen Weg gibt es sicherlich nie.

      • (15) 16.09.16 - 17:42

        "Bitte nicht vergessen, dass Ihr Beide den Laden am laufen haltet."

        Entschuldige, so habe ich das nicht gemeint! Mir ist selbstverständlich klar, dass mein Mann der grösste Teil des Einkommens verdient! Früher war die Familienarbeit und die Erwerbstätigkeit ausgeglichener, als Paar hatten wir so auch mehr voneinander.

        Zurückstecken? Ja - ich habe schon das Gefühl, dass ich diejenige bin, die zurücksteckt. Würde ich in meinem Beruf mehr verdienen, so wäre es vielleicht anders. Aber so ist es finanziell gesehen sinnvoll, wie wir es handhaben.

        Ich habe mich selber in die Falle manövriert, das merke ich jetzt. Nur wie da wieder herauskommen? Es wäre den Kindern gegenüber auch nicht fair, wenn sie wegen meiner Entscheidung ihrerseits zurückstecken müssten.

        lg Mäuschen

    (16) 17.09.16 - 08:35

    An dieser Stelle möchte ich gerne mal einhaken...

    Dein Mann kommt um 22 Uhr nach Hause? Was genau macht er denn bis dahin? Wenn er so lange arbeitet scheint er nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein. Sonst würde er seine Arbeit in der Arbeitszeit schaffen.

    Und er wird ja nicht jeden Abend zum Vergnügen aus sein oder? Wenn doch würde ich mal freundlich nachfragen, wann Du mal Zeit für Dich bekommst oder Zeit für Euch 2 ist. Kann ja nicht sein, dass Du arbeitest, Dich um die Kinder und den Haushalt kümmerst und die Abende auch da hockst.

    LG

    • (17) 17.09.16 - 09:51

      Hallo Klapperstorch

      Mein Mann definiert sich seine Aufgaben weitgehend selbst. Er ist im Bereich Systemarchitektur tätig (Informatik). Seine Projekte dauern oft mehrere Monate oder länger und sind recht komplex.

      Er kommt schon nach Hause, wenn ich ihn darum bitte oder sonst etwas ansteht. Er ist auch oft derjenige, der zu Hause bleibt, wenn zum Beispiel eines der Kinder krank ist, da er seine Arbeitszeiten freier einteilen kann als ich.

      lg

(18) 16.09.16 - 13:52

Ich danke allen, die mir geantwortet haben. Ihr habt mir ein paar gute Inputs gegeben. Vor allem die Antwort vom Karrieremann gibt mir zu denken. Ich möchte vermeiden, dass mein Mann irgendwann auf diese Weise von mir denkt.

Ich werde mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen und dann mit meinem Mann sprechen.

Liebe Grüsse

Hausmäuschen

(19) 16.09.16 - 16:01

Hmm, was ich jetzt nicht so richtig verstanden habe:

Bist DU zufrieden und glücklich mit deinem Alltag? Würdest DU gerne mehr arbeiten?

Für mich liest es sich eher so, dass du eigentlich ganz glücklich damit bist, dass du Zeit Zeit mit deinen Kindern zu Hause verbringen kannst. Du arbeitest noch nebenher, kommst also auch raus.

Was genau macht dir also Angst? :-)

Wünschst du dir mehr Paarzeit? Hast du Angst, dass ihr vor lauter Arbeit eure Partnerschaft vernachlässigt?

Grüße
Matea

  • (20) 16.09.16 - 17:33

    Liebe Matea

    Das ist eine gute Frage. Es ist wahrscheinlich eine Kombination von allem. Ich sehe, wie mein Mann aufblüht und sich voll und ganz in seine Projekte kniet. Einerseits ist das toll, andererseits ist er wirklich sehr viel am Arbeiten. Er ist ein Nachtmensch, der seine produktivste Zeit abends/nachts hat. Er kommt mehr als einmal pro Woche erst nach Mitternacht nach Hause. Dann bin ich bereits zu Bett gegangen.
    Das war schon so, als er noch selbstständig arbeitete, doch da arbeitete er von Zuhause aus und wir haben wenigstens gemeinsam Abendbrot gegessen.

    Andererseits war ich vorher nie von meinem Mann finanziell abhängig.

    Ich bin wohl einfach in die Familienfalle geraten und finde mich in meiner neuen Rolle als Hausfrau nicht zurecht.

    lg Mäuschen

    • (21) 16.09.16 - 21:01

      Hey, ersetze mal "Familienfalle" durch "Familieninsel", das hört sich gleich versöhnlicher an. :-) Aus einer Falle kommst du nicht mehr heraus, eine Insel kann man verlassen - wenn man mag. ;-)

      Ich verstehe dich schon. Ich war die letzten Jahre auch nicht immer über die Rollenverteilung bei uns zu Hause glücklich. In dem Beruf meines Mannes ist es unüblich zu reduzieren. Das macht man(n) eigentlich nur im Krankheitsfall. D.h. ich kann nur so viel arbeiten, wie es mein restliches Leben mit 3 Schulkindern erlaubt. Theoretisch ist da viel möglich, praktisch ist es schwierig. Ich merke es schon, wenn ich ein wenig mehr arbeite als sonst, da brennt Rom! In kürzester Zeit versinkt alles im Chaos und es ist nur noch Mangelverwaltung angesagt. Man muss dazu sagen, dass ich eben auch keine Vollbluthausfrau bin. Ich bin nicht häuslich und gehe nicht in dieser Arbeit auf. Man könnte sich wohl besser organisieren, wenn man etwas mehr Leidenschaft aufbringen würde, die fehlt mir jedoch vollumfänglich. :-D

      Ich war daher in den letzten Jahren (mein Ältester ist 14) immer wieder neidisch auf meinen Mann, da er arbeiten konnte, was und wie lange er wollte, während ich dazu verdonnert war, die Krümel vom Boden aufzuklauben, sowohl im übertragenen als auch im wortwörtlichen Sinn...:-) Natürlich habe ich meinem Mann mit meinen Gedanken unrecht getan, denn sein Job ist kein Freizeitvernügen, sondern je nach Kunde richtig anspruchsvoll und zuweilen ätzend.

      Ich habe in den letzten 3 Jahren überlegt, ob ich die Zeit gekommen ist, um beruflich durchzustarten. Die Betreuung der Kinder würde ich dementsprechend "wegorganisieren", aber ich bin jedes Mal davon abgekommen. Die beiden Großen würden mittags zu Hause versumpfen. Der Kleine braucht bei der HA dieses Jahr definitiv Unterstützung, weil seine Lehrerin meint, dass man in der ersten Klassen schon Wochenpläne braucht und überhaupt HA aufgeben muss, die ein Erstklässler nicht einmal theoretisch alleine lösen könnte. #augen Dann die vielen Nachmittagstermine der Kinder, Arzttermine, unvorhersehbare Kinderkrankheiten...wer soll das stemmen?

      Was ich auf jeden Fall sehe, ist Licht am Ende des Tunnels :-). In 2-3 Jahren wird das allergröbste überstanden sein und dann werde ich meine Berufstätigkeit wieder in größerem Umfang ausführen können.

      Was das Finanzielle angeht, haben wir ein Familienkonto. Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass ich von meinem Mann finanziell abhängig bin. Ich könnte für mich sorgen, wenn ich müsste. Das zählt für mich. Ansonsten ist er von mir in gleichem Maße abhängig, wie ich von ihm. Er braucht mich, damit der Laden läuft. Ich sehe da kein Ungleichgewicht.

      Wie ich das lese, fehlt dir am allermeisten die Zweisamkeit mit deinem Mann! Ihr scheint ein wenig den Kontakt zueinander verloren zu haben und das kann Angst machen, wenn man das Gefühl für den anderen verliert, nicht mehr genau weiß, was dieser so alles macht und erlebt. Aber was ich von deinem Mann lese, wäre er sicher offen für so ein Gespräch. Ich kann mir vorstellen, dass er dich ernst nehmen würde und deine Ängste (vor allem vor einer Entfremdung) durch entsprechende Maßnahmen im Alltag :-D, sukzessive zerstreuen könnte.

      Liebe Grüße
      Matea

      • (22) 17.09.16 - 10:01

        Liebe Matea

        Du sprichst mir aus der Seele!

        "Ich kann nur so viel arbeiten, wie es mein restliches Leben mit 3 Schulkindern erlaubt. Theoretisch ist da viel möglich, praktisch ist es schwierig."

        Genauso ist es. Ich habe schon bis zu 80% gearbeitet, aber das war nur möglich, weil damals noch mein Mann zu Hause war und die Kinder teilweise in der Betreuung (vor dem Schulalter). Ich sehe es wirklich nicht, mehr als 50% zu arbeiten.

        Mein Mann springt zwar meist ein, wenn eines der Kinder krank ist. Aber das geht nur, weil er zum Arbeiten nur seinen Laptop und einen Internetanschluss braucht.

        Aber alle anderen Termine, Sport, Reiten, Ballett, Arzt und so weiter müssen auch erledigt werden. Und die Kleine kann noch nicht alleine gehen.

        "Wie ich das lese, fehlt dir am allermeisten die Zweisamkeit mit deinem Mann! Ihr scheint ein wenig den Kontakt zueinander verloren zu haben"

        Das glaube ich inzwischen auch.

        Familieninsel ist gut!

        Lg Mäuschen

Guten Morgen,

vor allem solltest du eines: dich nicht kleiner machen, als du bist.
Hast du es mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet? Du hältst deinem Mann den Rücken frei, kümmerst dich darum, dass alles reibungslos abläuft und deine Kinder wunderbar und familiär aufwachsen können! Meinst du wirklich, du müsstest dich dafür "verstecken"?
Ganz im Gegenteil! Es gibt bestimmt viele Situationen, die DU meisterst, in denen du ansonsten deinen Mann um Erledigung oder Hilfe gebeten hast. Jetzt schaffst du viele Dinge selber, machst dich unabhängig und kannst an deinen gemeisterten Dingen wachsen.
Klopf dir selber mal auf die Schulter für das, was du da leistest ;-)

(24) 18.09.16 - 10:33

Hi,

ich halte nichts davon sich jetzt auf einmal zu verändern, um sich wieder intressant zu machen.

Er liebt Dich und Du liebst ihn, oder?
WENN; dann kann er sich auch im nächsten Supermarkt in eine Frau verschauen, und?

Solange Du nicht nur auf Hausmütterchen machst, interessiert bist und ihr trotz allem eine gute Ehe führt, die nicht einschläft, was soll bitte passieren?

Machen beide Partner Karriere, können sie sich genauso voneinander entfernen
ebenso, wenn beide Partner normale Berufe haben oder einer zu Hause ist.

Solange man den Mann zu Hause nicht mit seinem Gemecker vertreibt und er gerne noch bei Dir und den Kindern ist, .....ist doch alles OK.
Hauptsache Du lernst damit umzugehen und ruhst in Dir und weißt, was er an Dir/Kinder/Heim hat.

Lisa
P.S. nicht jeder Manager hat eine Karrierefrau zu Hause;-)

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