Beziehung mit einem Messie

    • (1) 20.09.16 - 14:49
      anstrengend

      Hallo

      Ich muss kurz bei euch meinen Frust los werden. Mein Mann ist ein Messie. Er kann nicht aufräumen. Nichts. Er findet es normal. Alles will er behalten, es stapelt sich alles, er findet es normal! Manche Ecken kann man schon lange nicht mehr erreichen weil alles zu gestellt ist. Das Schlafzimmer ist auch halb voll und das Kinderzimmer. :-[ Wenn ich ab und zu versuche etwas zu entsorgen wird er sauer und schreit ich soll nicht an seine Sachen gehen. Er wird richtig aggressiv als würde sein Leben daran hängen. Wir haben einen Sohn und der kann keinen Freunde mit bringen weil es so peinlich ist bei uns. Wie soll ich putzen wenn alles zugemüllt ist? Er sieht das nicht, er sagt er braucht das alles und schraubt mal dort herum an dem und dann an dem, dann liegt es wieder ein halbes Jahr. Ich drehe hier durch. Die Wohnung platzt aus allen Nähten. Ich bin schwanger und bald kommt unser zweites Kind und ich brauche mehr Platz hier. Er sagt es hat noch Zeit. Doch wie viel Zeit? Er tut nichts damit es weniger wird. Am liebsten würde ich den ganzen Mist aus dem Fenster entsorgen. Doch er hat schon gesagt dann entsorgt er mich gleich mit :-(. Es war nur ein Scherz, doch ich finde das nicht lustig. Schon lange nicht mehr. Kennt sich jemand mit so etwas aus? Wie kann ich ihm klar machen dass das Zeug weg muss? Wer hat Ideen?

      • Hallo,

        ich schätze, das Verhalten an sich kann man nur mit therapeutischer Begleitung in den Griff kriegen, und dafür muss er selber dazu bereit sein. Das ist so meine ganz laienhafte Sicht auf die Dinge.

        Aber wäre eine alternative Raumaufteilung möglich? Er bekommt sein eigenes Zimmer, in dem er schalten und walten und Zeug anhäufen kann, bis es voll ist, und Du bekommst Dein eigenes? Also weg von der klassischen Schlafzimmer-Wohnzimmer-Lösung?
        Du schreibst, er bastelt und schraubt an den Sachen rum. Gibt es einen Schuppen, eine Werkstatt, einen Kellerraum, wo er basteln und räumen kann?

        Alles Gute!

        • (3) 20.09.16 - 16:18

          Es gibt leider keinen extra Raum wo er sein Zeug unter bringen kann. Der Keller ist schon komplett voll. Und wenn er zum Beispiel etwas kleines sammeln würde, wäre es in Ordnung. Aber er hortet Fernseher, Computer, Laptops, Kartons voll mit Festplatten bestimmt 3 große Umzugskartons) dann noch Kartons voll mit Grafikkarten, Spielkonsolen usw. Das nimmt so viel Platz weg. Selbst wenn er das Schlafzimmer nur für seinen Kram benutzen würde, ich denke es würde es nicht alle dahin passen. Es ist überall. Wohnzimmer, Kinderzimmer, Schlafzimmer, Flur.

          • Es gibt leider keinen extra Raum wo er sein Zeug unter bringen kann
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            Dann mietet irgendwo einen leer stehenden Schuppen oder eine Garage an und da kann er sich dann ausbreiten bis er zur Tür nicht mehr reinkommt.

      Wenn er wirklich ein Messie musst du erstmal verstehen das du selbst eigentlich gar nichts machen kannst. Es ist ja keine Faulheit das er nicht aufräumt - er kann es einfach nicht. Um etwas zu verändern muss er selbst erkennen das es so nicht weiter geht und er muss etwas ändern wollen. Dann kann eine Therapie oder eine Selbsthilfegruppe helfen.

      es gibt glaube ich auch angehörigenselbsthilfegruppen die dir die richtigen Verhaltensweisen zeigen können. Vom Gefühl her würde ich sagen Grenze dich ab - entweder in der gemeinsamen Wohnung oder zieh mit den Kindern in eine eigene. Auch ein Säugling braucht ein Mindestmaß an Platz....er wird ja größer und will krabbeln.

      • (7) 20.09.16 - 16:22

        Das ist das was mich so ärgert. In ein paar Monaten kommt das Baby und wir hätten zum jetzigen Zeitpunkt keinen Platz für ein Babybett bei uns im Schlafzimmer, geschweige denn für eine Wickelkommode oder Schrank. :-( Es stört ihn nicht. Irgendwann sollen sich die Kinder dann das Kinderzimmer teilen. Wo natürlich auch kein Platz ist weil nur das Bett von unserem Sohn frei zugänglich ist und eine Seite des Schrankes. Alles andere ist voll mit seinem Zeug. Also der Schreibtisch, die Spielecke, alles ist zugestellt. Unser Sohn kann nur ins Bett oder zum halben Schrank. Ansonsten kann er im Kinderzimmer nichts anfangen. Und dass wir keinen Besuch empfangen können ist nur noch frustrierend und traurig.

        • Das klingt wirklich schlimm auch für euren Sohn der in diesen Zuständen ja schon leben muss.

          Ich denke trotzdem mit Forderungen und Vorwürfen kommt man da nicht weit. Hast du die Möglichkeit vorübergehend zu Familie oder so zu ziehen? Einfach damit er merkt bei dir ist eine Grenze erreicht und du handelst zum Selbstschutz und zum Schutz eurer Kinder. Vllt weckt ihn das auf und er erkennt das sich etwas ändern muss.

          Da eure jetzige Wohnung ja schon so zugestellt ist, wird eine Verbesserung dort momentan kaum möglich sein....dazu müsste er Sachen entsorgen und das will bzw kann er ja nicht.

          Boah das würde ich nicht länger mit machen. Ich würde mir eine eigene Wohnung suchen ehrlich. Wie kann er denn alle Zimmer belagern und meinen, es wäre sein Recht. Unglaublich und dann hast du dich bzw. ihr euch bewusst für ein zweites Kind entschieden. Ne, das würde ich nicht mit machen. Droh ihm damit auszuziehen. Sollte er es nicht wahrnehmen, dann leg dir Zeitungen offensichtlich hin mit markierten Wohnungen. Notfalls geh auch zu Besichtigungen. Hat er denn einen Überblick, was er alles hat.

          <<<Es stört ihn nicht.>>>

          Und das nimmst du so hin. Also stört es dich ja dann auch nicht.

          Ich finde es absolut unverantwortlich von dir, dass du in solchen Zuständen dein Kind - und bald ein Zweites - aufwachsen lässt.

          Von der Peinlichkeit und der psychischen Belastung mal abgesehen ist das auch einfach nur gefährlich!!

          Die einzige Lösung hier muss lauten: Ihr zieht sofort in getrennte Wohnungen, zum Schutz der Kinder.

          Ob er dann erkennt, dass er ein massives Problem hat und sich in Behandlung begibt, steht auf einem anderen Blatt.
          Ob eure Beziehung fortbestehen kann, auch.

          Aber hol um Himmels Willen deine Kinder da raus, das liegt in deiner Verantwortung!!

          LG

    Das Messie-Syndrom ist eine psychische Störung, wo nur therapeutische Hilfe greift.
    Du wirst bei Deinem Mann nichts ausrichten können.

    Entweder erkennt er, dass er Hilfe braucht und läßt sich auch helfen oder eben nicht, dann solltest Du die Wohnung verlassen, denn es wird im Laufe der Zeit schlimmer.

    Rede mit ihm, keine Vorwurfe o.ä. sondern in ruhigen Ton sagen, dass Du weißt, dass er nichts dafür kann, dass hier eine psychische Störung vorliegt, Du ihn bittest sich Hilfe zu suchen und wenn nicht, würdest Du ausziehen, da man soetwas den Kindern nicht zumuten kann.

    (12) 20.09.16 - 16:19

    Schau dir auf RTL den Trödeltrupp an. Meistens sind es dort auch keine Sammler mehr, sondern Messis.

    Ich würde ihm die Pistole auf die Brust setzen. Entweder er sieht zu, dass der Krempel aus der Wohnung verschwindet, oder ich würde mir mit den Kindern eine eigene Wohnung suchen (ihr könnt ja weiterhin ein Paar sein, nur eben jeder mit seiner eigenen Wohnung), mal sehen für was er sich entscheidet. Sollte er sich gegen dich entscheiden, musst du es allerdings auch durchziehen und ausziehen.
    Eine Alternative wäre, er mietet sich eine Scheune, Garage in der Nähe an, wo er alles unterbringen kann, so sind die Sachen zumindest schon aus der Wohnung.

    Kommt er alleine nicht klar, biete deine Hilfe an, evtl. muss er sich auch anderweitig helfen lassen, je nachdem wie ausgeprägt das Messisein bei ihm schon ist.

    Was ich immer nicht verstehen kann, warum bekommt ihr noch ein zweites Kind? Er ist ja nicht erst seit ein paar Monaten so. Euer erstes Kind kann keine Freunde einladen, wie schrecklich und das willst du weiterhin so mitmachen?

    (13) 20.09.16 - 16:23

    Das ist schwierig, er ist krank. Handelst du eigenständig, dann kann es wirklich passieren, das er sich trennt. Ich kann dir nur den Rat geben, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nicht nur dein Mann muß seine Geister bezwingen, sondern auch du musst wissen, wie du mit ihm umgehen kannst. Alleine schafft ihr das nicht, im Gegenteil, jeder Versuch kann zu noch mehr Horten führen.

    Mein Mann ist auch ein Messie, ich habe das aber ganz schnell erkannt (noch bevor wir zusammengezogen sind) und auch die Not in ihm, wenn er etwas entsorgen soll. Deswegen habe ich ganz klare Grenzen aufgezeigt, sonst wäre ein Zusammenleben nicht möglich.
    Im Haus habe ich das Sagen, hier darf nichts gelagert werden. Er hat hier im kleinen Rahmen Möglichkeiten Sachen zu verstauen, sie sind aber nicht für andere erkennbar.
    Ferner ist die Garage, ein kleiner Kellerraum und eine angemietete Scheune sein Reich, dort habe ich keinen Zutritt und verständlicherweise nichts zu suchen. Die Scheune war meine Idee, ich war dort noch nie drin. Da mein Mann eine Therapie verweigert, blieb mir nur die Möglichkeit mich selber schlau zu machen. Um ihn zu verstehen, um mich vor Vermüllung zu schützen, um uns eine gemeinsame Zukunft zu ermöglichen. Es gibt einige Sachen die wir wirklich nicht zusammen durchführen können, zB eine normale Aufräumaktion im restlichen Keller (bei der natürlich Sachen entsorgt werden), auch wenn es meine Sachen sind, sie sollen nicht in den Müll. Also halte ich ihn da raus. Seine Kleidung sortiere ich regelmäßig aus, diese kommt dann in einen Sack und wird von ihm in sein Chaos verschleppt. Ferner liegt auf meinem Konto eine gewisse Summe Geld, falls ihm etwas passiert, das ich die Scheune räumen lassen kann. Das Geld kommt von ihm und war von mir Bedingung.

    Wir können so ganz gut leben, in einer Wohnung ohne diese Alternativen, unvorstellbar. Für ihn ist dieser Müll heilig, ich kann sein Verhalten sogar verstehen, besonders seine Reaktion, wenn ich einfach etwas entsorgen würde. Solange es so weiter läuft, kann auch unsere Ehe bestehen. Sollte es sich verschlimmern und er hält sich nicht mehr an die Regeln, dann bleibt nur die Trennung.
    Informiere dich bitte eingehend über das Messie-Syndrom. Das Netz bietet eine Menge Information für den Anfang. Raten kann ich dir weiter zu nichts, denn diese Erkrankung hat so viele Gesichter.

    • (14) 20.09.16 - 17:18

      Danke dass du deine Geschichte erzählt hast. Es tut gut zu hören, dass man doch irgendwie damit klar kommen kann. Es scheint mir als gibt es fast keine Alternative zu einer Scheune oder einem Raum den man anmieten kann. Ich finde es mist dafür auch noch Geld zu Zahlen. Für einen Raum wo sein Gerümpel steht. Aber so kann es nicht weiter gehen. Nicht wenn das Baby da ist.

Ich möchte gar nicht glauben, dass deine Geschichte echt ist. Wieder dieses Klischee......eigentlich läuft es nur semigut, aber ein Kind ist unterwegs.

Deinem Mann kannst du nicht helfen. Ich habe mal eine Reportage im TV über Messies gesehen. Das war ziemlich ernüchternd. Das ist ungefähr so, als würde man einem Alkoholiker die letzten Pullen Sprit aus dem Haus tragen, wenn du anfängst dort aufzuräumen oder zu entsorgen. ER muss es wollen.

Am gruseligsten ist aber die Situation für euer Kind. Das ist doch nicht zu fassen. Was muss er sich schämen für seine Eltern und sein Zuhause und du sitzt da und unternimmst nichts dagegen. Und das sicher seit Jahren, denn sowas entwickelt sich sicher nicht in 8 Monaten. Schämst du dich nicht vor der Familie und vor Freunden???
Bring das Kind in eine angemessene Umgebung. Ich nehme an, du würdest auch ich gerne in einer Fabrikhalle inkl. Lagerraum leben wollen, oder? Aber deinen Kindern mutest du sowas zu? Das ist ja nur zu toppen von Flüchtlingsunterkünfte.

Wenn dein Mann sieht, dass es dir entst ist, lässt er sich vielleicht helfen. Ich bezweifle aber, das sowas von heute auf morgen funktioniert und du kurz vor der Entbindung noch schnell entrümpeln kannst. Eher würde ich mir den Kellerraum ordentlich herrichten und da einziehen mit Kind und Baby als in so einer Rumpelbude zu hausen.

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