Das Universum ist doch manchmal doof

    • (1) 22.09.16 - 09:43
      Hamletine

      Guten Morgen zusammen,

      vielleicht erinnert sich der ein oder andere an meine Geschichte

      http://www.urbia.de/forum/16-partnerschaft/4798752-update-den-gefuehlen-freien-lauf-lassen/32296552

      Und eigentlich ist alles wie es sein soll in der Anfangsphase. Zuckerwattig puderrosa.

      Zumindest 99% der Zeit.

      Denn leider schwebt zurzeit noch ein Damoklesschwert über uns.

      Seit Anfang des Jahres war bei ihm der feste Entschluss gefasst im nächsten Jahr Deutschland zu verlassen und sich eine gute Stelle im Ausland zu suchen.
      Nun trat aber vor gut 8 Wochen ich auf den Plan und seither arbeitet es bei ihm.

      Wir haben von Anfang an viel darüber gesprochen und ich sagte ihm, dass ich ihn weder überreden werde meinetwegen hierzubleiben, noch ihm sonst wie im Weg stehen würde, sollte er an seinem Plan festhalten. Das Risiko, dass es ggf. irgendwann Vorwürfe nach sich ziehen könnte ist mir einfach zu groß.
      Das ich ihm über kurz oder lang nachfolgen kann, ist leider aus privaten Gründen ausgeschlossen.
      Trotzdem haben wir uns dazu entschlossen uns eine Chance zu geben und einfach zu sehen wie es sich entwickelt.
      Und es entwickelt sich einfach nur toll. Wir passen nicht nur auf der menschlichen Ebene, sondern auch auf denen, die eben eine Freundschaft von einer Partnerschaft unterscheiden und es ist sehr schnell intensiv geworden, obwohl wir uns nur alle 2 Wochen sehen können.

      Wenn ich das so lese, klingt es lächerlich nach den paar Wochen, aber es ist wie es ist.

      Und nun kommt mein Problem:
      Das Thema Ausland ist verständlicherweise noch nicht vom Tisch und er hat vor kurzem eine Bewerbung für das andere Ende der Welt fertiggestellt. Sein Traumjob. Er hätte es sich nicht verziehen, wenn er es nicht wenigstens versuchen würde.
      Und ich? Ich habe Angst. Mir zieht sich der Magen zusammen bei dem Gedanken, dass er eine Zusage für diesen Job bekommen könnte und diese annimmt.

      Natürlich haben wir auch darüber gesprochen und er befindet sich ebenfalls in einer großen Zwickmühle. Er schaut auch in unserer Heimat nach Stellen, so ist es nicht. Aber er weiß absolut nicht, welche Entscheidung die richtige wäre. Einerseits die Gefahr berufliche Chancen zu verpassen, anderseits mich wieder und endgültig zu verlieren.

      Er musste noch nie Lebensentscheidungen von anderen Menschen abhängig machen und tut sich damit unglaublich schwer.
      Ich weiß, dass ich nicht von ihm erwarten kann nach so kurzer Zeit eine Richtungsvorgabe von ihm zu erhalten. Und ich versuche auch keinen emotionalen Druck auf ihn auszuüben. Schließlich geht es ja nicht um den Kauf eines Autos, sondern darüber wie sein weiteres Leben verlaufen soll und könnte, wo er seine Prioritäten setzt.

      Aber wie kann ich mich denn gefühlsmäßig zu 100% Prozent auf eine Beziehung einlassen, wenn wir irgendwie ein Ablaufdatum haben?
      Waren wir nicht doch etwas zu naiv?
      Oder sehe ich es zu verkopft und sollte lieber einfach genießen und die Hoffnung nicht verlieren, dass er sich für die Liebe entscheidet?
      Ich glaube wenn das alles noch viel weiter weg wäre, könnte ich entspannter sein. Aber es wird sich alles im Laufe des nächsten halben Jahres entscheiden müssen.

      Ach ich weiß gar nicht was ich von euch hören möchte. Vielleicht einfach nur etwas Zuspruch.

      Wieso kann es nicht einfach mal unkompliziert sein?
      Blödes Universum, blödes. Hätte die Weichen ja auch mal früher stellen können, dass wir zueinander finden. #gruebel

      Nachdenkliche Grüße
      Hamletine

      • Hallo,

        erzähle doch mal ein bisschen über Dich:

        - wie alt?
        - hast Du Kinder? (wenn ja, wie alt?)
        - bist Du unabhängig oder wegen irgendwas (Kinder, Job, Immobilie, etc) gebunden?
        - wo im Ausland wäre denn sein Traumjob?

        Das wären Eckdaten.

        Und dann kann man darüber besser schreiben und spekulieren.

        LG

        • (3) 22.09.16 - 10:14

          Hallo flamingoduck,

          hm ok.

          Ich bin Anfang 30 so wie er auch und ich habe ein Kind von 11 Jahren. Weshalb ich auch nicht unabhängig bin und eine gemeimsame Auswanderung natürlich nicht möglich ist. Zumindest nicht auf die nächsten Jahre gesehen.

          Der Traumjob um den es nun konkret geht, ist in Australien.

          Er hatte aber auch schonmal England, Schottland oder Fidschi im Auge.

          Nun nage ich nicht am Hungertuch, aber dennoch wäre eine eine Fernbeziehung auf diese Distanz undenkbar. Auch emotional. Zumal es nicht um einen Jahresvertrag oder ähnliches geht, sondern um Festanstellungen.
          Er sagte, am liebsten wäre es ihm, wenn er mich einfach "einpacken" könnte, aber ihm sei bewusst, dass das nicht ginge. Und das mache ihn fertig. Er will mich nicht verlieren, aber er will eigentlich auch nicht in Deutschland bleiben.

          Es ist nicht so, dass es hier, oder sogar meiner/unserer Region keine adäquaten Stellen gäbe, aber er hatte sich schon so an den Gedanken gewöhnt, bald nicht mehr hier zu sein, dass er sich schwer tut, das wieder zu verwerfen. Und das kann ich ihm nicht mal verübeln.

          Wenn du noch was wissen möchtest, dann frag gerne.

          VG Hamletine

      Meine Meinung kurz und knapp: Lasst euch nicht aufhalten! oder gut fränkisch: A G'scheider hälds aus! ;-)

      Mein jetziger Mann ist damals wenige Wochen nachdem wirund kennen gelernt haben beruflich ins Ausland gegangen, unbefristet, Festanstellung mit guten Aufstiegschancen. Ich bin in Deutschland geblieben. 2 Jahre lang haben wir und manchmal alle 4 Wochen gesehen, manchmal aber auch nur alle 6 Wochen, zwischendrin gabs nur Skype und Telefonieren. Als er dann ein gutes Jobangebot hier bekam, hat er nicht gezögert, er kam zurück, um mit mir hier eine Familie zu gründen, als seine freie Entschiedung und wir sind beide sehr glücklich damit. Übrigens: Wäre das Jobangebot in Dtl nicht gekommen, wäre ich warhscheinlich in absehbarer Zeit zu ihm gezogen, einfach weil wir uns irgendwann einig waren, dass es bei uns was gutes ist und wir nicht noch länger getrennt bleiben wollten.

      Bei einer meiner besten Freundinnen ist der Partner seit mittlerweile 2 Jahren in China - auch sie waren erst wenige Wochen ein Paar, als er das Jobangebot bekam. Jetzt muss er laut Vertrag noch ein drittes Jahr in China absolvieren, dann "darf" er wieder zurück. Die beiden sehen sich zwar nur selten und telefonieren ist durch die Zeitverschiebung auch nicht immer einfach. Aber sie freuen sich schon wahnsinnig darauf, wenn er wieder da ist und planen ihr hoffentlich bald beginnendes gemeinsames Leben.

      Also, was hält euch? Klar kanns schiefgehen. Muss aber nicht. SOll er seinen Traumjob machen - vielleicht ist er wirklich traumhaft und du springt irgendwann über deinen Schatten und folgst ihm. Vielleicht ist er auch nicht ganz so traumhaft und er kommt zurück, um hier mit dir sein Glück zu finden. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

      Viel Glück euch beiden! #klee

      • (5) 22.09.16 - 11:31

        Hallo moirah,

        ja genauso dachte ich ja auch.

        "Ach, das kriegen wir schon hin, selbst wenn er ins Ausland geht.
        Dann sieht man sich halt nur alle paar Wochen. Etc.etc."

        Aber mittlerweile bin ich nicht mehr sicher, ob ich diese Art Fernbeziehung leben kann.
        So wie es jetzt ist, alle 2 Wochen, komme ich wunderbar zurecht und genieße es sogar. Aber immer nur alle 4 oder sogar 8 oder mehr? Das ist schon hart. Trotz aller modernen Kommunikationsmittel.

        Zumindest sitzt uns die Zeit nicht im Nacken bezüglich Familienplanung. Denn die ist bei mir abgeschlossen und er wollte auch noch nie eigene Kinder. ;-)

        Trotzdem alles "schwierig" und es zieht mich an manchen Tagen echt runtern.
        Was nicht heißt, dass ich die Flinte nun einfach ins Korn werfe. Dafür möchte ich viel zu sehr, dass es mit uns klappt.

        Danke #herzlich

        • (6) 22.09.16 - 11:59

          Was genau hält dich davon ab, mit ihm mitzugehen? Deine Tochter würde das mit Sicherheit "verkraften" in diesem Alter. Und ehrlich gesagt wäre ich froh, wenn ich so eine Chance bekommen würde!

          • (7) 22.09.16 - 12:35

            Hi shakespearelove,

            nun, weil mein Kind hier sein Umfeld hat. Seine Schule, seine Freunde. Und nicht zuletzt seinen Vater und seine Großeltern, die es heiß und innig liebt.

            Natürlich habe ich darüber nachgedacht was wäre, wenn ich mit ihm zusammen hinterherziehe irgendwann. Aber es hängt zuviel dran. Wenn es nicht funktioniert, hätte ich es "umsonst" herausgerissen. So egoistisch kann ich nicht sein.
            Abgesehen davon möchte ich das gute Verhältnis zwischen ihm dem Vater nicht boykottieren.

            Und mein Kind hier lassen um alleine in die Welt aufzubrechen? Nein, undenkbar. Das könnte ich nicht.
            Wenn ich alleine wäre, würde ich kaum zögern. Aber so: No way.
            Da geht mein Kind einfach vor.

            VG Hamletine

    Moin!

    Australien?
    Bei Jobzusage Koffer packen und los.
    Wäre keine Frage.

    Locker lassen und weltoffen sein. Es gibt soooo viele tolle Dinge/Orte/Menschen zu erleben. Da braucht man sich nicht so beschränken.

    Gib ihm den Wind unter die Flügel, lass ihn in Australien das Nest vorbereiten und dann nix wie hinterher.

    Guten Flug wünscht
    der Klos

    • (9) 22.09.16 - 12:41

      Hallo klos,

      tja, wenn das alles so einfach wäre. Nur leider entscheide ich nicht nur für mich alleine, sondern auch für mein Kind.
      Und das kann und will ich nicht hier herausreißen.
      Und ich kann es auch nicht beim Vater zurücklassen. Das würde ich mir nie verzeihen.

      Glaub mir, wenn ich alleine wäre, wären Reisepass und Visum nun schon pro forma beantragt. Es war auch immer ein Traum von mir, irgendwann im Ausland zu arbeiten und zu leben.

      Aber das geht nunmal im Moment (noch) nicht.

      Ich werde ihm den Wind geben, falls er eine Zusage bekommt.

      Es wird mir das Herz brechen in vielerlei Hinsicht, aber selbstverständlich werde ich ihn ziehen lassen. :-(

      VG Hamletine

      • Du könntest für ein Jahr hingehen. Mit Kind.

        Danach kann es super gut Englisch :)

        Lass ihn zuerst gehen, nach einem Jahr kommst Du nach. Dann ist Dein Kind 12 und nach dem Jahr schon 13.
        Dann schaust Du weiter.

        • (11) 22.09.16 - 13:24

          Hallo julimaus,

          auch diese Idee klingt verlockend.
          Aber selbst wenn mein Kind zustimmt (was ich nicht glaube), spätestens an der Zustimmung vom Vater würde ich scheitern.
          Also wäre nur die Option es hierzulassen. Aber dafür ist es einfach noch zu jung, als das es das verstehen würde. Selbst für ein Jahr.

          Könnte den ganzen Tag vor mich hinfluchen, so bescheiden finde ich die Situation.
          Aber es bringt nichts zu jammern.
          Ich muss es nehmen wie es kommt.
          Es gibt hierfür weder einen Masterplan, noch einen Kompromiss.

          VG Hamletine

      Sprechenden Leuten kann geholfen werden.

      Wenn du ein gutes Verhältnis mit dem Vater und den Großeltern deines Kindes hast, dann sprecht die mögliche Situation doch mal durch.

      Wie sehen sie die Sache mit einem Umzug nach Australien? AUfwand/Nutzen abwägen.

      Vielleicht sehen sie das ja auch als Chance für euch und reden euch zu?

      Vor einigen Jahren standen auch wir mal vor der Frage, beruflich in die USA gehen zu können. Unser Kind (9) damals: "Nein, meine Freunde, die Sprache, was gibts da zu essen...!" Wir entschieden uns dann dagegen.

      Jahre später kam die berufliche Anfrage erneut, wieder wurde im Familienkreis gesprochen. Das selbe Kind von damals, nur einige Jahre älter (13): "Oh, wie toll, da kann ich neue Leute kennenlernen und kann dauernd Englisch reden, das Essen ist bestimmt auch total interessant....Let´s move!"
      Aus privaten Gründen haben wir es dann auch gelassen, das Kind war enttäuscht. Aber nächstes Jahr machen wir Urlaub dort, das wird dann der Hit.

      Will sagen: Meinungen ändern sich, Kinder überblicken Zeiträume noch nicht, begreifen Dimensionen anders. Das Kind kann eine Meinung haben, aber du muss die Entscheidung treffen.

      Allerdings gebe ich dir Recht, der Vater muss befragt werden und je nach Sorgerechtsstatus hat er Mitspracherecht.

      Alles Gute sagt
      der Klos

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