Ich habe keine kraft mehr

Ihr lieben,

Ich muss mir mal alles von der Seele schreiben.
Im Moment bin ich völlig am Boden!
Ich habe keine kraft mehr und fühle mich völlig leer!
In den letzten Monaten ist viel zu viel passiert, ich komme einfach nicht mehr klar und weiß nicht wie ich aus diesem Loch wieder rauskommen soll!
Aber von Anfang an: letztes Jahr im Oktober hat sich mein Vater von seiner langjährigen Lebensgefährtin getrennt, sie war wie eine zweite Mutter für mich (meine Mutter verstarb in Folge einer Krebserkrankung vor 16 Jahren, damals war ich 13), seit der Trennung lehnen sowohl sie als auch ihre Töchter jeglichen Kontakt ab.
Erster mächtiger Tiefschlag.
Vor vier Monaten hatte ich eine Fehlgeburt Anfang der 8. ssw, nur mein Mann und einige gute Freundinnen wussten von der ss.
Drei Wochen nach der Fehlgeburt erlag eine liebe Verwandte ihrem langjährigen krebsleiden.
Seit dem Hänge ich emotional in einem tiefen, tiefen Loch fest.
Das sterben dieser lieben Frau hat so viele alte Wunden wieder aufgerissen und zusätzlich neue hinterlassen.
Nach außen hin funktioniere ich zwar und bin wie immer.
Innerlich bin ich aber völlig zerrissen, grübele ständig und werde permanent von Ängsten um meine Kinder und besonders meinen Partner geplagt.
Mein Partner hat vor zwei Jahren die Schilddrüse größtenteils entfernt bekommen wegen kalter Knoten, also gutartige Veränderungen, operiert würde weil er durch die knoten Schmerzen hatte, alle Kontrollen waren immer unauffällig, die sd Werte sind bei jeder Kontrolle tipptopp, und trotzdem bilde ich mir immer wenn ich ihn ansehe irgendwelche Schwellungen am Hals ein die gar nicht da sind. Ich gerate regelrecht in Panik, immer wieder kommen die Gedanken, da könnte wieder was wachsen und diesmal bösartig sein...
Das ist extrem unwahrscheinlich, aber diese Gedanken kommen immer wieder.
Oder wenn er arbeiten ist überfällt mich plötzlich die Angst, dass er einen Herzinfarkt erleiden könnte oder einen Unfall auf dem Heimweg.
Oder unsere Kinder werden krank, eine pipifax Erkältung, die kleine bekommt dann immer sofort riesig geschwollene lymphknoten im Nacken, ich weiß, das liegt nur an dem Infekt, aber ich grüble und grüble und grüble und denke immer ans schlimmste...
Die permante Angst macht mich fertig, ich weiß dass die Angst eigentlich unbegründet ist, aber ich kann nicht anders, dieses Gefühl überrennt mich und ich traue mich nicht darauf zu vertrauen, dass alles gut ist.
Es war einfach zu viel in letzter Zeit.

Ich kann nicht noch mehr Verluste und Verletzungen ertragen, ich Frage mich ständige was wäre wenn..., was machst du wenn...

Wie komme ich da nur wieder raus?

Traurige Grüße

1

Ich glaube du benötigst dringend eine professionelle Therapie. Es hört sich für mich so an als hättest du den Tod deiner Mutter nie vernünftig verarbeitet.
LG
S.

2

Psychotherapie

Mein Mann bekam auch die SD komplett entfernt und hatte auch Knoten etc (2014)

Du solltest eine Gesprächstherapie suchen. Lass Dir vom Hausarzt eine Überweisung geben. Angst ist normal.

Aber in allem jetzt quasi den Tod zu sehen ist schon behandlungsbedürftig.

Alles Gute. Da Du hier schreibst weißt Du dass Du Hilfe brauchst

3

Alleine kommst du da definitiv nicht wieder raus. Du brauchst wirklich eine Therapie in der du alles aufarbeiten kannst. Wer in so jungen Jahren seine Mutter an Krebs verliert und da nicht schon mit professioneller Unterstützung alles aufarbeiten durfte, der schleppt das durch sein ganzes Leben mit.

4

Ich glaube, so ganz ohne Hilfe wird es nicht gehen bei Dir. Der TIPP zu Deinem Hausarzt zu gehen und Dir eine Überweisung zu einem Therapeuten zu gehen, ist richtig.... auch eine stationäre Unterbringung vielleicht, wenn man gerade so in Not ist.

Einfach zu funktionieren ist kein Leben #herzlich alles Gute für Dich!

5

Ich danke euch allen für eure Antworten!

Ihr habt wohl recht, ich brauche Hilfe um diese Chrise zu bewältigen.

Leider fällt es mir sehr schwer um Hilfe zu bitten bzw diese anzunehmen, ich war schon immer jemand der stark ist und alles mit sich ausmacht im inneren und nach außen hin ja keine schwäche zeigen will.

Wo mich das hinbringt sehe und erlebe ich gerade.
Deshalb werde ich wohl nicht drum rum kommen jetzt wirklich Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen.
Ich möchte vor allem meiner Familie keine kranke traurige Mama zumuten, meine eigene Mutter war schon eine solche.
Erst war ihre Seele krank und dann ihr Körper und dann war sie fort, von frühester Kindheit an hatte ich immer nur eine traurige, kranke Mutter, erst viel später, nach ihrem Tod, habe ich gemerkt, dass es auch was anderes gibt als immer nur traurig zu sein und Lebensfreude nicht nur anderen vorbehalten ist.
Leider war sie da nicht mehr da um gemeinsam die traurige Kindheit aufzuarbeiten, um meine Fragen zu beantworten.
Mein Vater hat immer für uns getan was er konnte, aber er hat 3 Schicht gearbeitet und war selten da, meine Mutter könnte er kaum erreichen.
Sie hatte, wie ich heute weiß, diverse psychische Probleme und war lange untreu, trotzdem hat mein Vater immer zu ihr gestanden und sich gekümmert, besonders als sie dann an Krebs erkrankt ist.
Ihr Tod hat uns als Menschen und Familie zerrissen und ich wollte damals, trotz aller Angebote von vielen Seiten, einfach nichts aufarbeiten oder besprechen oder was weiß ich, sondern einfach wieder normales Leben, ohne ständige Angst und ständige Trauer und habe deswegen wohl viel verdrängt.
Was sich jetzt bitter rächt.

Jetzt wieder aufs neue beim jahrelangen sterben eines geliebten Menschen zusehen zu müssen, hat alles wieder aufgewühlt.

Ich weine um die liebe Tante, ich weine um mein Baby, das so sehr gewünscht war und nicht Leben durfte und ich weine um meine Mutter und alles was wir zusammen nicht erleben durften.

Was noch erschwerend hinzukommt ist, dass ich seit Jahren hashimoto habe und meine sd seit der Fehlgeburt total spinnt, was sich auf meine psychische Situation natürlich nicht gerade förderlich auswirkt.
Außerdem war die Fehlgeburt recht langwierig und nicht ohne Komplikationen, wodurch ich einen Eisenmangel erlitten habe und auch körperlich ziemlich angeschlagen bin.

Ich danke euch auf alle Fälle mal fürs "zuhören", es hat auf alle Fälle schon mal total gut getan sich das alles mal runter zu schreiben!

Ich werde morgen mal bei meiner hä anrufen und um einen Termin bitten.

Lg