Erster Schritt?!

    • (1) 03.10.16 - 00:32

      Hi. Wie würdet ihr Euch verhalten? Ich möchte nichts falsch machen.

      Kurzfassung zur Situation:
      Ich habe 2011 geheiratet, mit diesem Mann habe ich 2 Kinder (3 und 4). Aufgrund von Alkohol und Depressionen seinerseits habe ich mich aus Überforderung und zum Schutz meiner Kinder 2014 scheiden lassen. Mich hat die ganze Situation so fertig gemacht, dass ich damals nicht anders konnte.

      Ich habe mir immer wieder eingeredet, ich bin mit uns durch und habe mich in eine neue Beziehung gestürzt. Es hielt jedoch nicht. Es gab da mehrere Gründe, der wichtigste jedoch, dass ich immer noch an meinem Exmann hang/hänge. Diese Trennung ist nun über ein Jahr her und ich möchte auch niemanden mehr kennen lernen.

      Wegen der Kinder haben wir und 2x die Woche gesehen und den Tag bei mir oder mit gemeinsamen Ausflügen verbracht. Wollte die Kinder nicht allein zu ihm geben, weil ich Angst hatte er könnte trinken.

      Er machte vor 1,5 Jahren dann aus freien Stücken einen Entzug und die Treffen mit ihm, mir und den Kindern wurden immer mehr. Die Verletzungen von damals sind weg und wir verstehen uns seitdem blind. Er redet mittlerweile auch offen mit mir, wenn ihn etwas bedrückt, was damals nie der Fall war.

      Wir leben quasi ein Familienleben. Er ist mittlerweile mindestens 3x die Woche bei uns, übernachtet hier, wenn ich mal weggehen möchte. Wir lachen viel zusammen, bei der Erziehung sind wir uns immer einig und ich habe das Gefühl, wir wachsen wieder zusammen.

      Darauf hoffe ich eigentlich schon ewig.
      Ich zeigte und sagte es ihm auch des öfteren. Er meinte immer, er muss erstmal sein Leben auf die Reihe bekommen.

      Er hatte zB keinen Job mehr aufgrund der Krankheiten. Den hat er jetzt und mittlerweile hat er sogar die damals verschriebenen Antidepressiva absetzen können.
      Ich lebe also seit mindestens einem Jahr mit der Hoffnung und Verzweiflung darüber ihn entweder zurück zu gewinnen oder zu verlieren.

      Das ist sehr schwer gewesen.

      Daher redete ich gestern mit ihm und sagte ihm nochmal, wie ich zu uns stehe und was ich mir wünsche. Dass ich so nicht weiter machen kann. Es fühlt sich an wie Familie, ist es aber nicht. Körperlichkeiten fehlen natürlich und zusammen sind wir ja auch nicht. Ich muss in Zukunft raus, wenn er hier ist, weil es mich zu sehr belastet.

      Dass ich niemand anderen mehr haben möchte und ob er nicht etwas dazu sagen kann, damit ich endlich weiß woran ich bin.
      Er meinte, er hat letzte Woche auch erst an uns gedacht und daran, dass wir uns wieder annähern sollten, also körperlich. Der Rest ist ja da. Wir umarmen uns seit der Trennung nicht mal zur Begrüßung oder beim Abschied. Hat sich so eingeschlichen. Ich meinte, ich wäre schon lägst auf ihn zugekommen, wenn ich wüsste wie er dazu steht. Er meinte auch, er würde nichts mehr mit einer fremden Frau anfangen wollen und er hat jedoch Angst, dass wir uns nicht mehr verstehen, wenn es wieder nichts wird. Ich sagte ihm, dass ich ihn als Menschen und seinen Charakter sehr schätze und er ja auch nach einer eventuell erneuten Trennung der gleiche bleibt und ich ihn dann immer noch schätzen werde. Er meinte auch, er dachte drüber nach, wie es laufen soll, wenn er wieder hier einzieht. Er hat Schichten und bräuchte dann einen Raum für sich um schlafen zu können und Ruhe zu haben. Ich sagte dazu, dass wir ja noch nicht soweit denken müssen, das aber machbar wäre.
      Er hat Angst davor, dass wir uns irgendwann wenn wir wieder zärtlich miteinander werden wieder zurück ziehen werden, wenn wir Stress haben. Daran denkt er irgendwie. Ich habe ihm versucht die Bedenken zu nehmen, indem ich ihm erklärte, warum wir damals Auseinandersetzungen hatten und dass wir uns seit seinem Entzug nicht einmal mehr gestritten haben und wir doch gute Kompromisse finden konnten. Dass wir ja beide dazu gelernt haben.
      Er hat Eifersuchtsträume in denen es um mich geht und auf meine Frage hin, ob er also nicht mit uns abgeschlossen hat, sagte er nein.

      Ach ja, vorher sagte ich ihm auch, dass er sich im Klaren sein muss, dass diese gemeinsamen "Familientage" spätestens dann so nicht mehr stattfinden werden, wenn einer von uns einen neuen Partner hat. Dass ich daran nicht denke, aber so wie es gerade ist auch nicht ewig weiter machen kann. Dass doch jetzt fast alles perfekt ist.

      Jedenfalls bin ich nach dem Gespräch total erleichtert zu meiner Mutter gefahren. Waren verabredet.

      Also er möchte unsere Familie und auch mich wieder an seiner Seite sehen.
      Heute kam ich wieder nach Hause und wir verbrachten den Tag ganz normal. Waren sogar noch bei meinem Onkel, wo die ganze Familie anwesend war. Er mag sie alle sehr gern. Umgekehrt ganau so. Es war ein schöner Tag.

      Jetzt ist es doch soooo lang geworden. Entschuldigen :)

      Meine Frage ist, wie geht es jetzt weiter? Soll ich wieder warten und hoffen, dass etwas von ihm kommt oder soll ich einfach die Initiative ergreifen?
      Was würdet ihr tun?

      Er möchte ja an sich, hat nur noch so eine innere Blockade wegen seiner Angst, es könnte schief gehen.
      Macht er einen Schritt zurück, wenn ich auf ihn zugehe? Oder wartet er darauf?

      Ich weiß, es ist nicht zu verstehen, dass sich eine 31 jährige Frau so viele Gedanken macht bei einer ganz normalen Sache vielleicht.

      Ich habe nur so wahnsinnige Angst, ihn zu verlieren wenn ich etwas falsch oder zu schnell mache und meine Chance ist dann für immer weg.

      Ich denke aber auch, dass es sein könnte, dass es nochmal ein Jahr oder länger so weiter geht, wenn ich nichts tue.

      Ich habe damals den größten Fehler überhaupt gemacht und ihn gehen lassen. Das habe ich still und heimlich immer bereut.

      Was sagt ihr?
      (Und weil ich urbia kenne.... Falls jemand nur Dampf ablassen möchte, was niemandem etwas bringt, bitte nicht hier ;) )

      Danke und lieben Gruß

      • Du solltest aufhören, deinen "Mann" so zu bedrängen. Lass ihn doch erst mal sicherer werden. Ich halte seine Bedenken für sehr vernünftig.
        Du willst jetzt mit aller Macht, dass ihr wieder ein Paar werdet und malst dir alles rosarot.

        >>>Ich habe damals den größten Fehler überhaupt gemacht und ihn gehen lassen.<<<

        Du hast ihn nicht gehen lassen, du hast ihn aktiv verlassen, das ist ein Unterschied. Zu dem Zeitpunkt war es das beste, was du tun konntest für deine Kinder und dich.

        Lass deinem Mann die Zeit, die er braucht.

        • Ja stimmt. Gehen lassen, war komplett falsch ausgedrückt.

          Aber warum meinst du, ich bedränge ihn? Ich habe ihm 2-3 mal meine Gefühle offenbart. Das letzte Mal war im Mai letzten Jahres ca.

          Es ist schwer zu beschreiben... Er benimmt sich, als wären wir eine Familie. Er macht Andeutungen in Taten und Worten. Bin trotzdem verunsichert gewesen. Und wenn man das lange mitmacht, macht es einen kaputt.

          Deswegen musste ich mit ihm reden. Hätte er sich gegen mich ausgesprochen, hätte ich versuchen müssen abzuschließen. Hat er ja zum Glück nicht.

          Was vielleicht auch von Bedeutung ist.... Im letzten Jahr hat er total ablehnend und gestresst reagiert und ganz klar gesagt, dass er den Kopf nicht dafür hat. Gestern hat er total anders reagiert. Positiv und nicht genervt. Er hat sich auf dieses Gespräch eingelassen.

          Also bedrängt gefühlt hat er sich sicher nicht.

          LG

          • >>>Aber warum meinst du, ich bedränge ihn?<<<

            Weil es dir alles nicht schnell genug geht:

            >>>Ich denke aber auch, dass es sein könnte, dass es nochmal ein Jahr oder länger so weiter geht, wenn ich nichts tue.<<<

            Wenn es ist, dann ist es eben so. Bringt doch jetzt nichts, wenn dein Mann sich "überreden" lässt und es geht wieder in die Hose.

            >>>Im letzten Jahr hat er total ablehnend und gestresst reagiert und ganz klar gesagt, dass er den Kopf nicht dafür hat. Gestern hat er total anders reagiert. Positiv und nicht genervt.<<<

            Das ist doch ein gutes Zeichen. Forciere jetzt nichts. Die Zeit scheint doch für dich zu arbeiten.

        Rosarot sehe ich nicht. Ich sehe, wie die Zeit nach der Trennung, ganz besonders nach dem Entzug lief. Und da war alles super. Keinen Ärger, keine Probleme. Eine Sache war mal, die damals vielleicht zu einem Problem geworden wäre... Aber da wir nun reden und ich mich auf Kompromisse einlassen kann, war es nicht der Rede wert.

        Ich war damals ziemlich kompromisslos. Oder es lag an der damaligen Situation. Keine Ahnung.

        Eigentlich weiß ich ja auch, dass es damals nichts außer Trennung hätte geben können. Vielleicht würde er sonst immernoch trinken....

        Du hast damit also vollkommen Recht.
        Es ist nur so schlimm. Ich will und wollte ihn nie verlieren...

        LG

        • >>>Es ist nur so schlimm. Ich will und wollte ihn nie verlieren...<<<

          Darum solltest du stolz auf dich sein, dass du damals mit zwei kleinen Kindern diesen schweren Schritt getan hast. Das schaffen nicht viele.

          Damit hast du vielleicht die Weiche gestellt, dass es eine Zukunft für euch gibt.

          • Das stimmt. Er fand es natürlich damals ganz schlimm. Hat sich im Stich gelassen gefühlt.

            Als mein Vater von ein paar Wochen verstarb, war er nachts bei uns und ich habe mich das erste Mal für damals erklären können. Da konnte er es sogar etwas nachvollziehen und wir konnten es dann beide entgültig abhaken. Es stehen also keine Vorwürfe im Raum.

            Wir haben die halbe Nacht geredet, über alles mögliche. Natürlich auch viel über meinen Vater.

            Konnte heute das erste Mal seit dem Tod meines Vaters einen schönen Tag verleben. Ich bin positiv aufgeregt und fühle mich viel besser nach dem Gespräch.
            Es geht an einem sehr wichtigen Punkt in meinem Leben endlich wider nach vorne.

            LG

    Warum willst du an einem Status, der wunderbar funktioniert, unbedingt etwas ändern?

    Dein Mann hat berechtigte Zweifel wegen seiner Schichtarbeit. Er ist noch nicht lange trocken und hatte seine Probleme ja nicht von ungefähr. Warum belasst ihr es nicht bei zwei Wohunungen? Er hat immer die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, wenn es nötig ist und aufzutanken. vielleicht ändert sich irgendwann mal etwas an seinem Job z. B. Dann kann man immer noch sehen, ob eine gemeinsame Wohnung sinnvoll ist. Und zurückziehen könntest auch du dich mal, wenn man eine Zweitwohnung hat. Was für ihn gilt, gilt auch für dich.

Hallo,

übe Dich in Geduld. Es sagt schon viel aus, daß Dein Ex-Mann jetzt so vernünftig ist und Ordnung in sein Leben bringen will. Und Ihr müßt ja nicht das typische Familienleben leben. Könntet Ihr Euch vorstellen, daß jeder erstmal seine eigene Wohnung, seinen eigenes Leben habt, aber an bestimmten Tagen lebt Ihr als Familie? Wenn Ihr noch gegenseitig Liebe verspürt, dann wartet noch etwas. Eventuell hilft auch eine Therapie, um seine Vorstellungen und Wünsche zu äußern.

LG
Lana

Top Diskussionen anzeigen