Ich glaube mein Mann schlittert in ein BurnOut / Depression

    • (1) 10.10.16 - 15:37
      die_Besorgte_Ehefrau

      Hallo!

      Mein Mann und ich führen ein tolles Leben, wir lieben uns sehr und haben ein wunderbares süßes Kind. Finanziell haben wir keine Probleme.

      Seit einigen Monaten merke ich jedoch, wie mein Mann immer mehr "eingeht"... er ist wortkarg, ständig müde und antriebslos geworden.

      Er arbeitet sehr viel. Seit Juni hat er einen neuen Job, der große Verantwortung mit sich bringt. Aufgrund eines miesen All-in-Vertrages arbeitet er oft 50 Stunden die Woche, ohne natürlich auch nur eine Überstunde ausbezahlt zu bekommen. Der Job davor war das selbe in grün.

      Er erzählt mir oft, dass der Druck wahnsinnig groß sei, dies jedoch bei anderen Firmen in der Branche nicht anders wäre.

      Immer wieder sagt er, seine Tätigkeit wäre für die Welt sinnlos und er fragt sich oft: "80 Prozent meines Lebens soll ich in diesem doofen Büro hocken und etwas machen was null Sinn hat. Das soll mein Leben sein?"

      Jetzt spricht er davon, Ende des Jahres kündigen zu wollen, hat aber noch keine Ahnung was er danach machen soll.

      Er hat alle seine Freundschaften einschlafen lassen, sagt er hätte zu wenig Energie seine Freunde zu treffen. Er sagt selbst, er fühle sich ausgebrannt und "kaputt".

      Ich frage euch: was soll ich tun? Wie kann ich ihm helfen? ich liebe meinen Mann sehr und es tut mir weh zu sehen dass es ihm schlecht geht. Ich habe ihm gesagt dass ich ihn in allem unterstützen werde, doch auch das quittiert er nur mit einem Nicken, setzt sich wieder hin und starrt mit langem Gesicht ins Leere.

      Bin dankbar für jeden Tipp. Ich mache mir große Sorgen um ihn. Er ist nicht mehr so wie früher.

      • Hallo liebe TE,

        wenn er dafür offen ist, würde ich mit ihm erst zum Hausarzt gehen ( oder er geht alleine ) und sein Empfinden schildern.
        Der Hausarzt überweist dann weiter.
        Einfach so zum Psychologen könnte aufgrund der Wartezeiten dort zum Problem werden.
        Kannst mich auch gerne anschreiben.

        Liebe Grüße und fühl Dich gedrückt.

        Hallo

        Wenn er so wie mein mann ist lässt er sich helfen. Ab zum Hausarzt und dann eben Therapeuten ausfindig machen.
        mein mann hat eine posttraumatische belastungsstörung und ja das geht an die Substanz.

        Ich wünsche dir das dein mann die Einsicht hat und sich Hilfe holt.

        Lg sandra

      • (7) 11.10.16 - 05:15

        Zum Arzt.

        Aber gib ihm (also bitte ihn) um Erledigung einer handwerklichen Aufgabe (Zimmer streichen, am Auto basteln, Gartenbank streichen etc). Irgendetwas was er sonstcfast nie macht und wichtig: etwas dessen Erfolg er sieht.
        Er muss sehen was er geleistet hat (Bank ist jetzt grün statt braun). Und sag nicht warum Du es verlangst.

        wenn er bereits ein Burnout hat , wird es nicht helfen (aber auch nicht schaden).

        Aber im Büro "sieht" er seine Erfolge nicht. Er fühlt sie aber er sieht sie nicht. Ich kenne das Problem und es fühlt sich nach Sisyphos an. Ich habe daher mehrere Sachen die ich nebenbei mache, wo ich Erfolg und Fortschritt sehen (!) und anfassen kann.

        Ich kann zB im Büro riesige Erfolge feiern. Man gratuliert mir usw. Aber: wenn ich zu Hause eine Gartenbank streiche finde ich das auch toll und stehe davor und schau sie immer wieder an.
        Mein Bruder hat sich genau aus dem Grund zB ein altes Boot gekauft, das er versucht wieder hinzubekommen.

        Ein Freund von uns hat ein OldtimerFahrrad gekauft (sieht völlig verrückt aus) an dem er rumbastelt und meine Freundin backt jeden Samstag Abend. Und zwar so richtig: 3 stöckige Torten die aussehen wie ein Vulkan usw.
        Alles nur um mal etwas "Gemacht zu haben".
        Man kann auch den Hof Pflastern oder Holz hacken oder malen oder oder oder:

        Wichtig ist dass man ab und an sieht (!) was man getan hat.

        Sollte er aber schon erkrankt sein, wird es nicht mehr helfen. Aber es schadet auch nicht.

        (8) 11.10.16 - 08:18

        Guten Morgen,

        tja, auch ich war mal so. Dann habe ich gekündigt, auch ohne neuen Job. Um meine Finanzen war es nicht so gut bestellt, ich hatte keinen großen Puffer. Aber glücklicherweise auch keine Schulden oder andere finanzielle Verbindlichkeiten. Mein Partner (mittlerweile ist er mein Mann) hat es mitgetragen. Vor allem die finanziellen Einbußen und die Verantwortung, denn er hat ja dann uns beide durchgebracht.

        Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich habe mir viel Zeit für mich genommen und habe mich etwa ein Jahr später auf Jobsuche begeben. Es lief gut, ich war anders und habe viele Dinge anders betrachtet und anders gemacht als im Job vorher. Ich habe mir nicht mehr so viel gefallen lassen, war entspannter, habe auch mal Dinge abgesagt oder mir mehr Zeit eingeräumt.

        Arbeitest du? Könntest du finanziell für euch sorgen, wenn er seine Anstellung kündigen würde? Mach einen Plan und rechne es mal durch. Und rechne nicht ein, dass dein Mann sich dann den ganzen Tag um das Kind und das Haus kümmert, denn er braucht die Zeit für sich. Wenn du ihm konkret etwas zeigen kannst, dann wird es auch für ihn greifbar.

        Alles Gute für euch #herzlich

        Hallo!

        Mein Mann hatte das auch. Er ist erst zur Hausärztin gegangen, die ihn krank schrieb und zur Überbrückung was zum Schlafen verschrieben hat. Von selber ist er allerdings nicht darauf gekommen, dass er krank sein könnte. Das war dann schon mein Impuls.

        Dann hat er sich eine Psychiaterin und eine Psychotherapeutin gesucht. Erstere verschrieb ihm Antidepressiva. Mein Mann ist nicht so der große Redner, so dass ihm die Gesprächstherapie eher wenig brachte.

        Er hat für sich einen anderen Weg gefunden, fährt jetzt viel Fahrrad und da er immer schon gerne schrieb, vertieft er dieses Talent durch Schreibkurse u.ä.

        Er nimmt immer noch Medikamente, aber die ganz große Kuh, war ziemlich schnell vom Eis. Er hatte sehr viel glück mit seinem Arbeitgeber, der sich schon fast schuldbewusst zeigte. Man hat das Krankengeld auf das volle Gehalt aufgestockt und nach seiner Rückkehr hat man ihn schon sehr entlastet. Das war natürlich sehr unterstützend. Ich weiß, dass das nicht überall so ist. Mittlerweile hat er den Job gewechselt, was aber schon klar war als er krank wurde. Jetzt hat er weniger Druck und das ist gut so.

        LG

        (10) 11.10.16 - 14:26

        Manche Firmen sind offen für ein sogenanntes "Sabbatical", eine unbezahlte Auszeit vom Job für 3 oder 6 Monate, in denen man sich selbst wieder finden kann, ohne gleich kündigen zu müssen.

        Er soll sich krank schreiben lassen, und diese Auszeit dazu nutzen erst mal runter zu kommen, und dann zu überlegen wie er sich beruflich gerne verändern würde.....und dahingehend evtl. auch die ersten Fühler ausstrecken. Nicht erst Ende des Jahres....JETZT GLEICH !

        Ich bin überhaupt nicht der Typ der blau macht, oder wegen "Wehwehchen" zu Hause bleibt....egal ob körperlicher oder mentaler Natur, aber ich bin mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem ein Job eben einfach nur ein Job ist....man arbeitet um zu leben und nicht umgekehrt.

        Wie soll man Zeit haben, wenn man sich keine nimmt?

        Hat er Hobbys? Was hat er früher gerne gemacht? Lässt sich damit vielleicht beruflich was anstossen?

        (12) 11.10.16 - 18:14

        Hey,

        Am besten wäre es wenn dein Mann zum Arzt geht.

        Leider habe ich ähnliches Problem bei meinem Freund. Er soll die Firma dieses Jahr noch übernehmen arbeitet oft 7 Tage die Woche.

        Das es so viel wurde fing Ende 2014 mit einem GroßAuftrag an. Mo-Fr von 6-21h Samstags teilweise 6.30-17h und Sonntags oft mal 6-8 Stunden Büroarbeit.

        Es war sehr anstrengend für alle. Als dieser Auftrag vorbei war kam etwas Ruhe rein. Als Selbstständiger muss man immer mehr Arbeiten als andere aber zumindest kam er meist 18h nach Hause und hatte am Wochenende frei.

        Nun ist es seid gut 4 Monaten wieder so das er nur noch am Arbeiten ist. Er hat wahnsinnig schlechte Laune gräzt alle an, schläft schlecht und unruhig hat ständig Durchfall sieht schlecht aus die Haut ist mies und ihm fehlt jeglicher antrieb. Klar, bei so wenig Freizeit. Er, Ich und seine Freunde kommen sehr zu kurz.

        Gestern ist ja Tamme Hanken verstorben. Da meinte er nur zu mir :" Der hat's gut". :-/ so in der Art hat er schon öfters mal was gesagt. So würde ich ihn auch wenn er meist schlechte Laune hat und ausgelaugt ist aber nicht als Depressiv einstufen. Aber nicht irritiert es und er weiss das ich das garnicht ab kann wenn er sowas sagt.
        Leider spricht er weder über seine Gefühle noch über Arbeit oder sonst was mit mir. Er macht alles mit sich aus.
        Ich habe schon versucht mit ihm zu reden. Auch das er oder wir zum Arzt gehen sollten. Er hat kein Problem.

        Als ich ihm sagte das ich nicht will das ich ihn irgendwann in KH Besuchen möchten und das sich noch ein paar wichtige Menschen für ihn sich um ihn sorgen fing er bitte an zu weinen.

        Aber eingesehen das er ein Problem hat, hat er nicht.

        Ich bin da ähnlich wie du. Man versucht zu unterstützen und zu helfen. Nur irgendwann ist man selbst am Limit.

        Wünsche dir alles Gute

        1. ist der Gang zum Psychiater ganz sinnvoll. Dieser entscheidet, ob und welche Gesprächstherapie für Deinen Mann richtig wäre. Er wäre auch derjenige, der eine medikamentöse Therapie einleitet. Wenn nötig! Man darf immer nicht vergessen, Medikamente können die Symptome lindern. Sie beseitigen aber nicht das ursächliche Problem.

        2. Das vermeintlich ursächliche Problem: Der Job..... Für einige der Beginn einer psychischen Erkrankung. Man sollte abwägen: Kann ich mir Arbeitslosigkeit überhaupt leisten? Wenn nein, würde das Folgeproblem, kein Geld, sicher den Druck noch verstärken. Besser erstmal langfristig krank Zuhause. Wenn man eh gehen will.....

        Es ist sicherlich absolut richtig, dass man was an seinem Leben ändern muss, um langfristig wieder glücklich sein zu können. Man sollte es nur mit Bedacht tun. Sonst geht es vom Regen in die Traufe.

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